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Schrift­li­che Stel­lung­nah­me von GiB zur öffent­li­chen Anhö­rung des Haus­halts­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges am 27.3.2017 zur Grün­dung einer „Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr“

24 März 2017

Der Bun­des­ad­ler legt ein Ei: die Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr.

Die Stel­lung­nah­me als PDF-Datei her­un­ter­la­den

Sofern wie vor­ge­schla­gen über alle Grund­ge­setz­än­de­run­gen samt Begleit­ge­set­zen im Paket abge­stimmt wer­den soll, emp­fiehlt Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) drin­gend die Ableh­nung des Pakets.
Es wür­de damit eine mas­si­ve Pri­va­ti­sie­rung im Bereich der Auto­bah­nen gestar­tet.
Für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger erge­ben sich zahl­rei­che Nach­tei­le und Risi­ken, denen kein erkenn­ba­rer Nut­zen gegen­über­steht.
Die Ele­men­te, die den Ein­be­zug pri­va­ten Kapi­tals ermög­li­chen, sind so weit­grei­fend und zahl­reich, dass ein­fa­che Ände­run­gen nicht imstan­de sind, sie aus­zu­schlie­ßen. Es wäre ein völ­lig neu­er Gesetz­ent­wurf erfor­der­lich, den zu dis­ku­tie­ren frag­los die Zeit fehlt.
Die Zen­tra­li­sie­rung der Auto­bah­nen als sol­che ist auch ohne die Pri­va­ti­sie­rungs­ele­men­te min­des­tens über­has­tet und unse­rer Ein­schät­zung nach für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auch gene­rell nach­tei­lig.
Die im Paket ent­hal­te­ne Auto­bahn­re­form ist allein aus­rei­chend für eine Ableh­nung.

Sofern über alle Grund­ge­setz­än­de­run­gen und Begleit­ge­set­ze getrennt abge­stimmt wird, emp­fiehlt Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB):
(a) die Ableh­nung der Ände­rung des Arti­kels 90 GG sowie der zuge­hö­ri­gen Begleit­ge­set­ze.
(b) die Ableh­nung der Ände­rung des Kom­mu­nal­in­ves­ti­ti­ons­för­de­rungs- geset­zes. Über § 13 (2) wür­den sonst ÖPP im Bereich Schu­len erheb­lich geför­dert.

Die Vor­schlä­ge wer­den nach­fol­gend aus­führ­li­cher begrün­det.

Gene­rell gibt GiB in Bezug auf die oben genann­ten Geset­zes­ent­wür­fe zu beden­ken:
Die in der Umstel­lung vom Län­der­fi­nanz­aus­gleich auf einen Bund-Län­der-Finanz­aus­gleich ent­hal­te­ne Ver­än­de­rung der föde­ra­len Struk­tur in Deutsch­land wur­de nicht annä­hernd aus­rei­chend breit dis­ku­tiert. Unse­rer Ein­schät­zung nach wer­den damit soli­da­ri­sche Ele­men­te der Ver­fas­sung geschwächt und finanz­schwä­che­re Län­der in eine stär­ke­re Abhän­gig­keit vom Bund gebracht. Die par­al­lel vor­ge­se­he­ne Stär­kung des Sta­bi­li­täts­rats redu­ziert die demo­kra­ti­sche Kon­trol­le der Par­la­men­te wei­ter.

Fak­ten über die geplan­te Grund­ge­setz­än­de­rung
Die Bun­des­re­gie­rung schlägt dem Par­la­ment eine Reform der Auto­bahn­ver­wal­tung vor. Für die Auto­bah­nen wird eine zen­tra­le „Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr“ vor­ge­schla­gen, sie soll pri­va­tes Kapi­tal ein­be­zie­hen dür­fen, im Pri­vat­recht ver­fasst sein und spä­ter die Maut erhe­ben. Den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern wird dabei zuge­si­chert, dass jede Pri­va­ti­sie­rung der Auto­bah­nen aus­ge­schlos­sen wür­de. Die Fak­ten spre­chen aber eine ande­re Spra­che.

1. Pri­va­ti­sie­rung wird ermög­licht, nicht aus­ge­schlos­sen

Ent­ge­gen den Behaup­tun­gen, Pri­va­ti­sie­rung wäre „aus­ge­schlos­sen“ oder eine „dop­pel­te Pri­va­ti­sie­rungs­brem­se“ ein­ge­baut, wer­den mit der geplan­ten Grund­ge­setz­än­de­rung samt Begleit­ge­set­zen Struk­tu­ren geschaf­fen, die eine Pri­va­ti­sie­rung gezielt und umfang­reich ermög­li­chen. Allein der direk­te Ver­kauf der geplan­ten Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr ist vom Tisch. Es ver­bleibt aber viel Spiel­raum für künf­ti­ge Geld­an­la­gen insti­tu­tio­nel­ler Inves­to­ren. Pri­va­ti­sie­rungs­mög­lich­kei­ten wären ins­be­son­de­re:
— Ver­kauf von Toch­ter­fir­men, Betei­li­gung an Toch­ter­fir­men
— Schran­ken­lo­ser Ein­satz von ÖPP
— Stil­le Betei­li­gun­gen und ande­re eigen­ka­pi­tal­ähn­li­che Anla­ge­for­men („Mez­za­ni­ne-Kapi­tal“)
— Unbe­grenz­te Auf­nah­me von Fremd­ka­pi­tal, das direkt oder indi­rekt über den Bun­des­haus­halt besi­chert wird.
Alle Anla­ge­for­men kön­nen in welt­weit han­del­ba­re Anla­ge­pro­duk­te ein­ge­bracht wer­den – und von Finanz­markt­ak­teu­ren welt­weit erwor­ben und gehan­delt wer­den, auch von sol­chen mit Sitz in Steu­er­oa­sen.1

2. Eine Grund­ge­setz­än­de­rung ist für die Zen­tra­li­sie­rung der Auto­bahn­ver­wal­tung nicht nötig

Das Grund­ge­setz erlaubt den Län­dern schon heu­te, die Auf­trags­ver­wal­tung der Bun­des­fern­stra­ßen voll­stän­dig an den Bund abzu­ge­ben. Im Arti­kel 90 des Grund­ge­set­zes heißt es in Absatz 3:

Auf Antrag eines Lan­des kann der Bund Bun­des­au­to­bah­nen und sons­ti­ge Bun­des­stra­ßen des Fern­ver­kehrs, soweit sie im Gebiet die­ses Lan­des lie­gen, in bun­des­ei­ge­ne Ver­wal­tung über­neh­men.“

Das bedeu­tet, mit der geplan­ten Grund­ge­setz­än­de­rung wer­den ande­re Zie­le ver­folgt. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se die Schaf­fung von Anla­ge­mög­lich­kei­ten für die wegen der Nied­rig­zins­pha­se in Not gera­te­nen Ver­si­che­run­gen oder die Umge­hung von Schul­den­re­geln wie der Schul­den­brem­se oder der Maas­tricht-Kri­te­ri­en. Die­se Zie­le wur­den in einem am 10. März für das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um vor­ge­leg­ten Gut­ach­ten genannt. Die Regie­rung hat dazu aber bis­her weder Stel­lung genom­men noch sol­che Zie­le ander­wei­tig trans­pa­rent kom­mu­ni­ziert. Eine öffent­li­che Dis­kus­si­on zu solch wich­ti­gen Grund­la­gen und Zie­len einer Ver­fas­sungs­än­de­rung muss die Regie­rung aber noch vor der Abstim­mung im Bun­des­tag füh­ren.

3. ÖPP wer­den mit der Grund­ge­setz­än­de­rung mas­siv vor­an­ge­trie­ben

Für den Erhalt, Aus­bau und Betrieb der Auto­bah­nen kann und soll die geplan­te Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr ÖPP nut­zen. Dazu Finanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le am 14.12.2016 im Bun­des­tag:

Jeden­falls ent­hal­ten die Gesetz­ent­wür­fe, die wir heu­te im Kabi­nett beschlos­sen haben, kei­ne Ein­schrän­kung der Mög­lich­kei­ten, Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­pro­jek­te in öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schafts­pro­jek­ten umzu­set­zen. Das machen wir ja auch bis­her. Die­se Mög­lich­kei­ten wer­den in der Zukunft nicht ein­ge­schränkt.“

ÖPP wer­den bereits jetzt beim Auto­bahn­bau genutzt, sie sind eine der For­men von funk­tio­na­ler Pri­va­ti­sie­rung. Durch ÖPP wer­den die Pro­jek­te nach­weis­lich teu­rer. Tat­säch­lich gab es 2016 auf 3,6 Pro­zent der Auto­bahn­stre­cken in Deutsch­land bereits ÖPP. 8,8 Pro­zent der für die Auto­bah­nen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel wer­den dafür auf­ge­wen­det.2

Die geplan­te Grund­ge­setz­än­de­rung ermög­licht eine deut­li­che Aus­wei­tung von ÖPP, denn es wer­den die bis­he­ri­gen par­la­men­ta­ri­schen Schran­ken auf­ge­ho­ben. Das Manage­ment der neu­en Gesell­schaft kann dann allein die Ent­schei­dun­gen tref­fen und inner­halb weni­ger Jah­re das Auf­trags­vo­lu­men der Gesell­schaft für 30 Jah­re (250 bis 300 Mil­li­ar­den Euro) per ÖPP pri­va­ti­sie­ren. Prü­fungs­rech­te des Bun­des­rech­nungs­hofs sind im vor­lie­gen­den Geset­zes­ent­wurf künf­tig nicht mehr vor­ge­se­hen. Aber gera­de der Bun­des­rech­nungs­hof war in der Fra­ge der Wirt­schaft­lich­keit von ÖPP bis­her eine wich­ti­ge Kon­troll­in­stanz. Bereits im Jahr 2014 stell­te der Bun­des­rech­nungs­hof für vier von fünf ÖPP-Pro­jek­te Mehr­kos­ten von durch­schnitt­lich 38 Pro­zent gegen­über staat­li­chen Pro­jek­ten fest.

4. Das Grund­ge­setz wird geän­dert, um Anla­ge- und Ren­di­te­mög­lich­kei­ten für Ver­si­che­run­gen und Ban­ken zu schaf­fen

Die Bun­des­re­gie­rung will Ver­si­che­run­gen und ande­ren gro­ßen Kapi­tal­ge­bern lukra­ti­ve und siche­re Geld­an­la­gen ver­schaf­fen. In der der­zei­ti­gen Nied­rig­zins­pha­se erzie­len die Gesell­schaf­ten bei der Neu­an­la­ge von Ver­si­cher­ten­gel­dern momen­tan nicht die gewünsch­ten Ren­di­ten. Infra­struk­tur­pro­jek­te wie Auto­bah­nen sind welt­weit für Ver­si­che­run­gen, Ban­ken und ande­re Kapi­tal­ge­ber daher seit län­ge­rem ein pro­fi­ta­bler Hafen für ihr Geld. Damit wird der Bau und Betrieb der Auto­bah­nen und auto­bahn­ähn­li­chen Fern­stra­ßen zu einem Anla­ge­pro­dukt. Ziel die­ser Kapi­tal­an­le­ger ist nur der eige­ne Pro­fit, an einer funk­tio­nie­ren­den Daseins­vor­sor­ge, die für die All­ge­mein­heit zugäng­lich und auch bezahl­bar ist, haben sie kein Inter­es­se. Die Pro­fi­te spei­sen sich aus drei Quel­len: Kos­ten­ein­spa­run­gen, Steu­ern und Gebüh­ren.

Um die gewünsch­ten Mar­gen der Kapi­tal­ge­ber zu erwirt­schaf­ten, wer­den die Pro­jek­te teu­rer. Das bedeu­tet, dass ent­we­der mehr Geld aus­ge­ge­ben wer­den muss, um das gewünsch­te Pro­dukt Auto­bahn zu erhal­ten bzw. weni­ger für das glei­che Geld gebaut oder saniert wer­den kann.

5. Gewal­ti­ge Schat­ten­haus­hal­te dro­hen: Zuerst beschließt die Bun­des­re­gie­rung die Schul­den­brem­se und dann deren Umge­hung

Der Bun­des­rech­nungs­hof kri­ti­sier­te im Novem­ber 2016, dass mit der Grund­ge­setz­re­form eine Umge­hung der Schul­den­brem­se mög­lich sei:

Die Kre­di­te der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft, sofern die­se selbst­stän­di­ger Rechts­trä­ger ist, wer­den bei der Berech­nung der zuläs­si­gen Neu­ver­schul­dung nicht berück­sich­tigt.“

Und er sprach gleich auch eine War­nung aus:

Der Bun­des­be­auf­trag­te sowie die Prä­si­den­tin­nen und Prä­si­den­ten der Rech­nungs­hö­fe der Län­der sind der Auf­fas­sung, dass die Grün­dung der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft nicht dem Ziel die­nen darf, Schul­den aus den Kern­haus­hal­ten des Bun­des aus­zu­la­gern und die Schul­den­gren­zen zu umge­hen.“

Mit­te Janu­ar 2017 bekräf­tig­te der Bun­des­rech­nungs­hof sei­ne Aus­sa­ge und warn­te außer­dem davor, dass im Ent­wurf kei­ne Gren­zen für pri­va­te Kre­dit­auf­nah­me fest­ge­legt sind. Die Gesell­schaft kön­ne sich also so hoch ver­schul­den, wie Inves­to­ren bereit sind, ihr Geld zu lei­hen. Eine Schul­den­brem­se gebe es für Auto­bahn­bau, im Gegen­satz zu ande­ren Ver­kehrs­trä­gern, dann nicht.

6. Eine teu­re Ange­le­gen­heit: Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger müs­sen mit einer Maut rech­nen, die zuguns­ten der Ren­di­te von Kapi­tal­an­le­ger erheb­lich erhöht wer­den kann

Pri­vat betrie­be­ne Auto­bah­nen erwei­sen sich auf der gan­zen Welt als die teu­ers­te Betriebs­form. Nach dem vor­lie­gen­den Geset­zes­ent­wurf sol­len die höhe­ren Kos­ten nicht nur auf die Auto­fah­re­rIn­nen, son­dern auch auf alle Steu­er­zah­le­rIn­nen umge­legt wer­den. Die geplan­te Maut wird bis­her als Maut für Stra­ßen­ver­kehrs­teil­neh­me­rIn­nen aus ande­ren Län­dern aus­ge­ge­ben. Am Ende der bereits ein­ge­lei­te­ten Ent­wick­lung wird jedoch eine Stra­ßen­nut­zungs­maut für alle (Infra­struk­tur­ab­ga­be) ste­hen:

Aller­dings bie­tet das vor­ge­schla­ge­ne Reform­kon­zept die Per­spek­ti­ve zum Aus­bau der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft zur Infra­struk­tur­be­trei­be­rin, wel­che die ihr ent­ste­hen­den Kos­ten der Bereit­stel­lung der Bun­des­au­to­bah­nen als Gläu­bi­ge­rin von Lkw-Maut und Infra­struk­tur­ab­ga­be voll­stän­dig außer­halb des Haus­halts durch Nut­zer­ent­gel­te refi­nan­ziert. In den gut­acht­li­chen Erwä­gun­gen wird eine sol­che Kon­stel­la­ti­on auch als Ziel­struk­tur bezeich­net.“3

Eine Maut könn­te aus öko­lo­gi­scher Sicht durch­aus sinn­voll sein, wenn sie denn dazu dient, Ver­kehrs­strö­me neu aus­zu­rich­ten und eine Len­kungs­wir­kung aus­übt, indem die Ein­nah­men bei­spiels­wei­se für Inves­ti­tio­nen in öko­lo­gi­sche Mobi­li­tät ein­ge­setzt wer­den und Anrei­ze um Umstieg geschaf­fen wer­den. Die geplan­te Maut jedoch dient nur dazu, die höhe­ren Kos­ten von ÖPP-Pro­jek­ten auf­zu­fan­gen. Sie wird sozi­al Schwä­che­re finan­zi­ell belas­ten, ohne in irgend­ei­ner Wei­se einen gesamt­ge­sell­schaft­lich posi­ti­ven Effekt zu haben.

Die neue Gesell­schaft wird „Maut­gläu­bi­ge­rin“, sie darf als nicht regu­lier­ba­re Mono­po­lis­tin die Maut­hö­he selbst bestim­men. Das bedeu­tet: Wenn die Auto­bah­nen pri­va­ti­siert sind, müs­sen wir alle kräf­tig in die Tasche grei­fen. Das bele­gen auch die Bei­spie­le Frank­reich und Spa­ni­en.

7. Aus­wir­kun­gen der geplan­ten Reform auf die Mit­ar­bei­te­rIn­nen der Stra­ßen­meis­te­rei­en und Ver­wal­tun­gen

Die Zusa­gen betreffs der Beschäf­tig­ten wer­den als „fes­te Ver­ein­ba­rung“ dar­ge­stellt. Tat­säch­lich sind sie nicht mehr als eine Notiz in einem Pro­to­koll von einem Tref­fen der Bun­des­re­gie­rung mit den Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen der Län­der. Es ist weder vor­ge­schla­gen, das gesetz­lich noch tarif­ver­trag­lich zu regeln. Auch lie­gen kei­ne sol­chen Rege­lungs­ent­wür­fe vor. Oder noch genau­er: Die „umfas­sen­de Ein­be­zie­hung der Per­so­nal­ver­tre­tun­gen und Gewerk­schaf­ten in allen Pha­sen des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses“ ist anders als am 14.10.2016 zuge­sagt im Gesetz­ent­wurf nicht sicher­ge­stellt, sie­he dazu auch die Reso­lu­ti­on des DGB gegen die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung.4 Es fehlt laut DGB auch eine „lang­fris­ti­ge und recht­lich ver­bind­li­che Stand­ort­ga­ran­tie und Arbeits­platz­si­cher­heit“.

Der Bund hat auch die allei­ni­ge Hoheit über das Ver­fah­ren. Er kann allein bestim­men, wie vie­le und wel­che Beschäf­tig­te er über­nimmt. Bis­her ist dazu kei­ne Zahl genannt. Es könn­ten vie­le Beschäf­tig­te bei den Län­dern belas­sen wer­den, aber deren Auf­ga­ben­be­rei­che gehen an den Bund. Es fehlt eine ver­bind­li­che Mit­be­stim­mung der Beschäf­tig­ten in dem umfang­rei­chen Umbau­pro­zess. Die Beschäf­tig­ten haben nach Ein­schät­zung der Gewerk­schaf­ten kein Wider­spruchs­recht bei Ver­set­zung respek­ti­ve beim Über­gang in die neue Gesell­schaft, da die ein­zi­ge vor­ge­se­he­ne Rege­lung dazu in 613a BGB wohl nicht gilt bzw. nicht greift. Nicht umsonst sind ver­mut­lich auch die in der CDU orga­ni­sier­ten Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer (CDA) für eine Ände­rung des Gesetz­ent­wurfs: Sie for­dern statt einer GmbH eine Anstalt öffent­li­chen Rechts. Außer­dem ver­lan­gen sie, die auf den Bund über­zu­lei­ten­den Beschäf­tig­ten sozi­al umfas­send abzu­si­chern.5

8. Die Grund­ge­setz­än­de­rung gefähr­det die öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de

Die Ein­füh­rung des Prin­zips der Gewinn­ma­xi­mie­rung beim Bau und Betrieb von Auto­bah­nen wird die Umwelt zusätz­lich belas­ten. Die Kapi­tal­ge­ber sind an immer neu­en Auto­bahn­pro­jek­ten inter­es­siert, denn damit ver­die­nen sie Geld. Ent­spre­chend dro­hen mehr Stra­ßen, mehr Ver­kehr, mehr Lärm, mehr Fein­staub und ande­re Umwelt­gif­te.

Eine pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­te Auto­bahn­ge­sell­schaft wür­de den Grund­satz Erhalt vor Neu­bau kon­ter­ka­rie­ren. 58,7 Pro­zent der Neu-und Aus­bau-km im deut­schen Auto­bahn­bau seit 2007 erfolg­ten im Rah­men von ÖPP6. Die Zah­len bele­gen, dass ÖPP-Model­le vor allem beim Stra­ßen­neu­bau zum Zuge kom­men. Das ist auch nicht ver­wun­der­lich, denn im Stra­ßen­neu­bau kann gegen­über dem Erhalt schnel­ler mehr Geld inves­tiert und dann ent­spre­chend auch schnel­ler mehr Ren­di­te gemacht wer­den.

Das bedeu­tet aber, dass wei­ter zusätz­li­che Mil­li­ar­den in den Stra­ßen­neu und -aus­bau flie­ßen, obwohl wir eigent­lich ein gut aus­ge­bau­tes Stra­ßen­netz im gan­zen Land haben. Mehr Stra­ßen bedeu­ten mehr indu­zier­ten Ver­kehr – genau so, wie es in den letz­ten Jahr­zehn­ten immer war. Stra­ßen­ver­kehr wird dadurch also wie­der attrak­ti­ver gemacht, und es wer­den noch­mals mehr Autos und Lkw unter­wegs sein. Eine Ver­kehrs­ver­la­ge­rung weg von der Stra­ße wird so blo­ckiert.

9. Nicht nur Auto­bah­nen, auch Schu­len wer­den pri­va­ti­siert. Der Bund lockt klam­me Kom­mu­nen mit Vor­fi­nan­zie­rung und erklärt ÖPP per Gesetz als för­der­fä­hig

Mit der geplan­ten Grund­ge­setz­än­de­rung will der Bund auch Finanz­hil­fen für die kom­mu­na­le Bil­dungs­in­fra­struk­tur finanz­schwa­chen Gemein­den gewäh­ren dür­fen. Das unter­sagt bis­her das Koope­ra­ti­ons­ver­bot. Das dazu­ge­hö­ri­ge Begleit­ge­setz legt fest, dass bei die­sen Inves­ti­tio­nen in die Bil­dungs­in­fra­struk­tur ÖPP beson­ders för­der­fä­hig ist. Dort heißt es im Absatz 2:

För­der­fä­hig sind auch Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben, bei denen sich die öffent­li­che Ver­wal­tung zur Erle­di­gung der von ihr wahr­zu­neh­men­den Auf­ga­ben über den Lebens­zy­klus des Vor­ha­bens eines Pri­va­ten im Rah­men einer ver­trag­li­chen Zusam­men­ar­beit bedient. Dabei kann sie dem pri­va­ten Ver­trags­part­ner für den inves­ti­ven Kos­ten­an­teil des Vor­ha­bens eine ein­ma­li­ge Vor­ab­fi­nan­zie­rung gewäh­ren – im Fol­gen­den Vor­ab­fi­nan­zie­rungs-ÖPP (Öffent­lich Pri­va­te Part­ner­schaft).“

So dringt Pri­va­ti­sie­rung noch mehr als bis­her in den Bil­dungs­sek­tor ein. Aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren lie­gen bereits Erfah­run­gen mit ÖPP im Bil­dungs­be­reich vor, z.B. bei den 88 Schu­len im Land­kreis Offen­bach. Für zahl­rei­che Schul-ÖPP-Pro­jek­te gibt es Prüf­be­rich­te der Rech­nungs­hö­fe, die bele­gen, dass die­se Pro­jek­te deut­lich teu­rer sind als ver­gleich­ba­re öffent­lich durch­ge­führ­te Vor­ha­ben. Schon aus die­sem Grund soll­ten ÖPP-Pro­jek­te, dazu auch noch ohne Wirt­schaft­lich­keits­ver­gleich, kei­ner Kom­mu­ne auf­ge­drängt wer­den.

Mit der Vor­ab­fi­nan­zie­rung macht der Bund ÖPP noch schmack­haf­ter. Vor­ab­fi­nan­zie­rung ist die Start­fi­nan­zie­rung – der schwie­rigs­te Abschnitt im Pro­jekt, weil die Kom­mu­nen beson­ders für die gro­ßen Anfangs­in­ves­ti­tio­nen kei­ne Mit­tel haben und sich nicht ver­schul­den dür­fen. Wenn der Bund aber bereit ist, das Geld dafür vor­zu­schie­ßen, braucht man doch gar kei­ne pri­va­ten Part­ner mehr, die die­sen Part über­neh­men und den Pro­jekt­start mit teu­ren pri­va­ten Kre­di­ten vor­ab­fi­nan­zie­ren.

10. Die Ände­rung von 13 Grund­ge­setz-Arti­keln in einem Gesamt­pa­ket ist unde­mo­kra­tisch

Jede ein­zel­ne Ver­fas­sungs­än­de­rung soll­te für sich mehr­heits­fä­hig sein und öffent­lich dis­ku­tiert wer­den. Statt­des­sen war das gan­ze bis­he­ri­ge Ver­fah­ren von einer bei­spiel­lo­sen Intrans­pa­renz geprägt. Die Exe­ku­ti­ve in Bund und Län­dern hat über drei Jah­re lang in nicht öffent­li­chen “Kamin­ge­sprä­chen” ver­han­delt, nun soll das Par­la­ment z.B. zur Auto­bahn­re­form nach einer drei­stün­di­gen Anhö­rung und weni­gen Fach­aus­schuss­sit­zun­gen dar­über ent­schei­den. Wer­den an den Ent­wür­fen noch Ände­run­gen vor­ge­nom­men, besteht kei­ne Zeit mehr die­se gut­ach­ter­lich prü­fen zu las­sen.

In Deutsch­land kön­nen bekann­ter­ma­ßen die bei­den Kam­mern Bun­des­tag und Bun­des­rat mit einer 2/3-Mehr­heit die Ver­fas­sung ändern, man benö­tigt kein Refe­ren­dum. Das ist, ins­be­son­de­re in Zei­ten der gro­ßen Koali­ti­on, kei­ne hohe Hür­de für Ver­fas­sungs­än­de­run­gen. Durch das Kop­pe­lungs­ge­schäft mit ins­ge­samt 13 Arti­keln wird aller­dings fak­tisch auch die­se 2/3-Mehr­heit aus­ge­he­belt. Die wenigs­ten der Ände­run­gen wür­de ja für sich genom­men eine sol­che Mehr­heit in den bei­den Kam­mern bekom­men, und so bekom­men zahl­rei­che Min­der­hei­ten ihre je eige­ne Grund­ge­setz­än­de­rung: Die SPD bekommt die Locke­rung des Koope­ra­ti­ons­ver­bots und 3,5 Mrd. für die Kom­mu­nen und den NRW-Wahl­kampf, die CDU bekommt die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung, und die CSU bekommt die struk­tu­rel­le Fes­ti­gung der Aus­län­der­maut. Die Län­der bekom­men ab 2020 9,75 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich (zu Las­ten des Bun­des).

Das Ver­fah­ren steht wegen des nahen­den Endes der Legis­la­tur­pe­ri­ode unter einem unge­heue­rem Zeit­druck, der der Grö­ßen­ord­nung des Vor­ha­ben völ­lig unan­ge­mes­sen ist. Wenn das Grund­ge­setz­än­de­rungs­pa­ket in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode nicht mehr ver­ab­schie­det wird, pas­siert den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern nichts Schlim­mes. Für den Bund-Län­der-Finanz­aus­gleich sind noch über zwei Jah­re Zeit. Die 3,5 Mil­li­ar­den Euro für die Kom­mu­nen ste­hen jetzt schon im Ent­wurf für den Nach­trags­haus­halt. Und selbst die Zen­tra­li­sie­rung der Auto­bah­nen kann noch erfol­gen: Wenn die Län­der das so drin­gend wol­len, erlaubt ihnen das Grund­ge­setz schon heu­te, die Auf­trags­ver­wal­tung an den Bund abzu­ge­ben.

1 Eine aktu­el­le Stu­die der European Ser­vices Stra­te­gy Unit (ESSU) zeigt, dass durch einen regen Han­del mit Antei­len an ÖPP-Pro­jek­ten inzwi­schen Infra­struk­tur­fonds mit Sitz in Steu­er­oa­sen an 74% der 735 aktu­el­len ÖPP-Pro­jek­te Groß­bri­tan­ni­ens betei­ligt sind. Allein die fünf größ­ten die­ser Fonds mach­ten 2011–2015 rund 2,1 Mil­li­ar­den Euro Gewin­ne, die laut ESSU nicht in Groß­bri­tan­ni­en besteu­ert wur­den. http://www.european-services-strategy.org.uk/publications/essu-research-reports/the-financial-commodification-of-public-infras/

2 Lehr­stuhl für Infra­struk­tur-und Immo­bi­li­en­ma­nage­ment der TU Braun­schweig (02.03.2016): Bericht zum For­schungs­vor­ha­ben „ÖPP- Infra­struk­tur­pro­jek­te und Mit­tel­stand“, http://www.zdb.de/zdb-cms.nsf/res/TUBS_Forschungsbericht_ZDB.pdf/$file/TUBS_Forschungsbericht_ZDB.pdf

3 Gut­acht­li­che Stel­lung­nah­me zur Grün­dung einer pri­vat­wirt­schaft­lich agie­ren­den Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft des Bun­des für den Bau, die Erhal­tung, den Betrieb, die Unter­hal­tung und die Finan­zie­rung der Bun­des­au­to­bah­nen in der Rechts­form einer GmbH, 10. März 2017, Graf von West­pha­len. Die gut­acht­li­chen Erwä­gun­gen befas­sen sich mit einer mög­li­chen Reform der künf­ti­gen Ver­wal­tung der Bun­des­au­to­bah­nen und die­nen der gut­ach­ter­li­chen Bera­tung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI) bei der Gestal­tung des Reform­vor­ha­bens.

6 Sie­he Thiele/Waßmuth (2016): Aktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei der Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land mit beson­de­rem Fokus Bun­des­fern­stra­ßen, Stu­die im Auf­trag der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und der Ver­ei­nig­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di, online: https://www.gemeingut.org/Privatisierungsstudie

Lite­ra­tur zur Stel­lung­nah­me

  • Die GiB-Bro­schü­re „Grund­ge­setz­än­de­rung: Aus­wir­kun­gen auf Ver­kehrs- und Bil­dungs­in­fra­struk­tur“ ist eine Zusam­men­stel­lung von Argu­men­ten (und Behaup­tun­gen) zu den vor­ge­schla­ge­nen Grund­ge­setz­än­de­run­gen. Die acht-sei­ti­ge Bro­schü­re ist zum Selbst-Aus­dru­cken im For­mat DINA 5 for­ma­tiert. Down­load der PDF-Datei: https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/01/Flyer-Grundgesetz%C3%A4nderung-Auswirkungen.pdf

  • Für ein Gespräch mit dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um am 18.1.2017 erar­bei­te­te der Bun­des­rech­nungs­hof einen „Vor­trag zum Gut­ach­ten des Bun­des­be­auf­trag­ten für Wirt­schaft­lich­keit in der Ver­wal­tung zu Orga­ni­sa­ti­ons­for­men und Finan­zie­rungs­va­ri­an­ten für die Bun­des­fern­stra­ßen“ (https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/02/BRH-Bericht_2017_01_18.pdf), in dem es sei­ne Prü­fungs­er­geb­nis­se zur geplan­ten Grund­ge­setz­än­de­rung dar­stellt. Es wird deut­lich: Das Par­la­ment hät­te nur noch sehr mit­tel­bar Ein­fluss, der Bund wür­de bei einer Pri­va­ti­sie­rung kaum noch direk­te Steue­rungs­mög­lich­kei­ten besit­zen und das staat­li­che Mono­pol wür­de auf Pri­va­te über­ge­hen. Eine Maut wie in Frank­reich mit 20 bis 24 Pro­zent Umsatz­ren­di­ten für die Pri­va­ten wäre mög­lich und könn­te auch durch Regu­lie­rung nicht effek­tiv ver­hin­dert wer­den. In der Fra­ge der Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung hat­te der BRH die Gesetz­ent­wür­fe der Bun­des­re­gie­rung 2016 in einem eige­nen umfang­rei­chen Gut­ach­ten unter­sucht (http://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/gutachten-berichte-bwv/berichte/langfassungen/2016-bwv-gutachten-organisationsformen-und-finanzierungsvarianten-fuer-die-bundesfernstrassen). Es kann und soll dem­nach for­mell, mate­ri­ell und funk­tio­nal (d.h. per ÖPP) pri­va­ti­siert wer­den.

  • Der Ver­fas­sungs­recht­ler Prof. Dr. Georg Her­mes, der Infra­struk­tur­rechts­ex­per­te Dr. Hol­ger Weiß sowie der auf Infra­struk­tu­ren spe­zia­li­sier­te Öko­nom Prof. Dr. Thors­ten Beckers haben meh­re­re Gut­ach­ten zu dem The­ma erstellt: für ADAC, für das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Baden-Würt­tem­berg und für den Zen­tral­ver­band des Deut­schen Bau­ge­wer­bes (ZDB). Hermes/Weiß/Beckers war­nen drin­gend vor den ver­schie­dens­ten Pri­va­ti­sie­rungs­for­men im vor­ge­leg­ten Gesetz­ent­wurf. Hier das letz­te Gut­ach­ten von Hermes/Weiß/Beckers: http://www.w2k.de/fileadmin/medien/pdf/news/2016/ZDB_-_Kurzgutachten_Beurteilung_Art-90-GG-Entwurf_der_Bundesregierung_hinsichtlich_Privatisierungsschranken-v90.pdf

  • Prof. Dr. Chris­toph Möl­lers war bereit, einen von Attac und Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand „gele­ak­ten“ Zwi­schen­stand des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens zu bewer­ten (im Auf­trag der Bun­des­tags­frak­ti­on Bündnis90/Die Grü­nen). Möl­lers ist Pro­fes­sor für öffent­li­ches Recht in Müns­ter und sieht erheb­li­che Pri­va­ti­sie­rungs­ge­fah­ren. Das Gut­ach­ten kann hier ein­ge­se­hen wer­den: https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/02/160620_M%C3%B6llers_BFernstra%C3%9FenGafin_Wi.docx. Der Gesetz­ent­wurf, den Möl­lers bewer­tet hat, wur­de inzwi­schen zwar von der Regie­rung über­ar­bei­tet. Den­noch bleibt das meis­te von den Aus­sa­gen Möl­lers‘ wei­ter­hin gül­tig, ins­be­son­de­re sei­ne Ana­ly­se bestehen­der Pri­va­ti­sie­rungs­mög­lich­kei­ten sowie sein Kom­men­tar zur Umge­hung der Schul­den­brem­se.

  • In sei­nem Posi­ti­ons­pa­pier schreibt der ADAC: „Gegen umfang­rei­che funk­tio­na­le Pri­va­ti­sie­run­gen (Teil­netz­be­zo­ge­ne ÖPP – und Kon­zes­si­ons­ge­sell­schaf­ten) soll­ten aus Sicht der Nut­zer eben­falls grund­ge­setz­li­che Schutz­me­cha­nis­men nor­miert wer­den.“ Das Posi­ti­ons­pa­pier ist hier zu fin­den: https://www.adac.de/_mmm/pdf/sp_reform_bundesfernstrassen_fi_289098.pdf

  • Der ADAC hat auch ein wei­te­res Guta­chen bei Hermes/Weiß/Beckers beauf­tragt. Dar­in wird her­vor­ge­ho­ben: „Die BAB-Gesell­schaft unter­liegt hin­sicht­lich funk­tio­na­ler Pri­va­ti­sie­run­gen nach dem ÖPP-Ansatz grund­sätz­lich kei­ner­lei Beschrän­kun­gen. Folg­lich besteht die Mög­lich­keit, dass die BAB-Gesell­schaft Teil­netz-ÖPP rea­li­siert, was aus Sicht der Nut­zer nach­tei­lig ist und unter­blei­ben soll­te. Wei­ter­hin kann die unmit­tel­ba­re Bun­des­ver­wal­tung Kon­zes­sio­nen gemäß dem Fern­stra­ßen­bau­pri­vat­fi­nan­zie­rungs­ge­setz (FStrPriv­FinG) an Pri­va­te ver­ge­ben; nach einer ein­fach­ge­setz­li­chen Modi­fi­ka­ti­on könn­te dies auch bei Teil­net­zen erfol­gen.“ Das Gut­ach­ten ist hier zu fin­den: https://www.adac.de/_mmm/pdf/sp_privatisierungsschranken_gutachten_289099.pdf

  • Der DGB hat eine „Reso­lu­ti­on für eine zukunfts­fes­te Ver­kehrs­in­fra­struk­tur und gegen eine Pri­va­ti­sie­rung der Auto­bah­nen“ ver­ab­schie­det (http://www.dgb.de/unsere-autobahn). Bun­des­tag und Bun­des­rat wer­den auf­ge­for­dert, „jede Form der Pri­va­ti­sie­rung der Auto­bah­nen zu ver­hin­dern, Beschäf­ti­gung zu sichern und eine leis­tungs­fä­hi­ge Infra­struk­tur für den Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land zu schaf­fen.“

 Wir ver­öf­fent­li­chen immer wie­der Bei­trä­ge auf unse­ren Blog zu die­sem The­ma. Alle Bei­trä­ge, die die Grund­ge­setz­än­de­run­gen betref­fen, sind hier zu fin­den: https://www.gemeingut.org/category/gg-aenderung/

Nach­fol­gend eine Aus­wahl:

23.03.2017 „Zwei bis­her gehei­me Gut­ach­ten zur Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung auf­ge­taucht“: https://www.gemeingut.org/zwei-bisher-geheime-gutachten-zur-autobahnprivatisierung-aufgetaucht/

15.03.2017 „Ers­te Reak­ti­on auf das Erklär­vi­deo“: https://www.gemeingut.org/erste-reaktion-auf-das-erklaervideo/

09.03.2017 „Dis­kus­si­on Auto­bahn­re­form – Grund­ge­setz­än­de­rung für eine Pri­va­ti­sie­rung?“ https://www.gemeingut.org/diskussion-autobahnreform/

06.03.2017 „Der Aus­ver­kauf der Auto­bahn“ (Ver­öf­fent­li­chung bei „Blät­ter für Deut­sche und inter­na­tio­na­le Poli­tik“): https://www.gemeingut.org/der-ausverkauf-der-autobahn/

28.02.2017 „Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung: Dem Gro­Ko-Kro­ko fällt die Mas­ke her­un­ter“: https://www.gemeingut.org/autobahnprivatisierung-dem-groko-kroko-faellt-die-maske-herunter/

27.02.2017 „GEW gegen die Grund­ge­setz­än­de­rung“: https://www.gemeingut.org/gew-gegen-die-grundgesetzaenderung/

23.02.2017 „Erklär­vi­deo: Nie­mand hat die Absicht, eine Auto­bahn zu pri­va­ti­sie­ren?“: https://www.gemeingut.org/erklaervideo-niemand-hat-die-absicht-eine-autobahn-zu-privatisieren/

23.02.2017 „Akti­ons­sei­te Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung – nein, dan­ke!“: https://www.gemeingut.org/aktiv-werden/

07.02.2017 „Schul­pri­va­ti­sie­rung per Grund­ge­setz“: https://www.gemeingut.org/schulprivatisierung-per-grundgesetz/

25.01.2017 „Donald Trump will die US-ame­ri­ka­ni­sche Infra­struk­tur pri­va­ti­sie­ren“: https://www.gemeingut.org/donald-trump-will-die-us-amerikanische-infrastruktur-privatisieren/

23.01.2017 „Grund­ge­setz­än­de­rung – Aus­wir­kun­gen auf Ver­kehrs- und Bil­dungs­in­fra­struk­tur“: https://www.gemeingut.org/grundgesetzaenderung-zu-verkehrs-und-bildungsinfrastruktur/

25.12.2016 „Die gro­ße Besche­rung“: https://www.gemeingut.org/die-grosse-bescherung/

15.12.2016 „Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung – jetzt erst recht“: https://www.gemeingut.org/autobahnprivatisierung-jetzt-erst-recht/

14.12.2016 „Kabi­nett bringt Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung in den Bun­des­tag ein“: https://www.gemeingut.org/kabinett-bringt-autobahnprivatisierung-in-den-bundestag-ein/

08.12.2016 „Pro­test gegen geplan­te Grund­ge­setz­än­de­rung vor dem Bun­des­rat“: https://www.gemeingut.org/protest-gegen-geplante-grundgesetzaenderung-vor-dem-bundesrat/

07.12.2016 „Kabi­nett will Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung beschlie­ßen“: https://www.gemeingut.org/kabinett-will-autobahnprivatisierung-beschliessen/

05.12.2016 „Bun­des­rech­nungs­hof warnt in neu­em Gut­ach­ten vor Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung per ÖPP“: https://www.gemeingut.org/bundesrechnungshof-warnt-in-neuem-gutachten-vor-autobahnprivatisierung-per-oepp/

27.11.2016 „Gabri­el ret­tet die Auto­bah­nen doch nicht vor der Pri­va­ti­sie­rung“: https://www.gemeingut.org/gabriel-rettet-die-autobahnen-doch-nicht-vor-der-privatisierung/

25.11.2016 „Trump und die Pri­va­ti­sie­rung von Auto­bah­nen“: https://www.gemeingut.org/trump-und-die-privatisierung-von-autobahnen/

18.11.2016 „Sit­zen unse­re Auto­bah­nen auch bald in Steu­er­oa­sen?“: https://www.gemeingut.org/sitzen-unsere-autobahnen-auch-bald-in-steueroasen/

14.11 2016 „Kas­per­thea­ter: Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rer Gabri­el prä­sen­tiert sich als Ret­ter vor Pri­va­ti­sie­rung“: https://www.gemeingut.org/kaspertheater-autobahnprivatisierer-gabriel-praesentiert-sich-als-retter-vor-privatisierung/

03.11.2016 „Ein­schät­zung zum Stand der Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung“: https://www.gemeingut.org/einschaetzung-zum-stand-der-autobahnprivatisierung/

03.11.2016 „Offe­ner Brief zur Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung: Kei­ne Vor­ent­schei­dun­gen außer­halb der Par­la­men­te“: https://www.gemeingut.org/offener-brief-zur-autobahnprivatisierung-keine-vorentscheidungen-ausserhalb-der-parlamente/

02.11.2016 „Das wird teu­er“: https://www.gemeingut.org/texte-aus-der-taz-sonderbeilage-das-wird-teuer/

01.11.2016 „Geheim­sa­che Grund­ge­setz­än­de­rung“: https://www.gemeingut.org/texte-aus-der-taz-sonderbeilage-geheimsache-grundgesetzaenderung/

01.11.2016 „Wie die Pri­va­ti­sie­rung umge­setzt wer­den soll“: https://www.gemeingut.org/texte-aus-der-taz-sonderbeilage-wie-die-privatisierung-umgesetzt-werden-soll/

05.07.2016 „Offe­ner Brief – kei­ne Vor­fest­le­gung auf die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung“: https://www.gemeingut.org/offener-brief-keine-vorfestlegung-auf-die-autobahnprivatisierung/

16.06.2016 „Bür­ge­rIn­nen for­dern Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen auf: Kei­ne Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung“: https://www.gemeingut.org/buergerinnen-fordern-ministerpraesidentinnen-auf-keine-autobahnprivatisierung/

16.06.2016.“Neues Rechts­gut­ach­ten zeigt: Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung löst kei­ne Pro­ble­me, aber schafft vie­le neue“: https://www.gemeingut.org/neues-rechtsgutachten-zeigt-autobahnprivatisierung-loest-keine-probleme-aber-schafft-viele-neue/

Ein Kommentar »

  • Manfred Korte sagt:

    Vom BMFi geht ein star­ker Druck zu ÖPP aus. Dazu wur­de die GmbH PD gegrün­det, die kos­ten­lo­se Bera­tun­gen zum The­ma ÖPP anbie­tet. Das Geld dafür kann nur vom BMFi kom­men, denn ande­ren­falls wäre diePD GmbH in Kür­ze plei­te.
    Herr Schäub­le denkt wohl an sein poli­ti­sches Ver­mächt­nis, die Schwar­ze Null, die schon vom Ansatz her eine from­me Täu­schung ist. Denn die Schwar­ze Null ist nur durch den Ver­zicht auf drin­gen­de Inves­ti­tio­nen in die öffent­li­che Infrastru­tur zu hal­ten. Womit wir dann bei die­ser neu­en Gesell­schaft wären, die nur einen Sinn bekommt, wenn die Pri­vat­wirt­schaft hin­zu gezo­gen wird, ÖPP halt.

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