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Jah­res­be­rich­te

GiB-Jah­res­be­richt 2017

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,

Wer, wenn nicht wir!” – unter die­sem Mot­to strit­ten wir 2017 für den Erhalt der Daseins­vor­sor­ge. Im Fokus stand zunächst die geplan­te Grund­ge­setz­än­de­rung, mit der die Pri­va­ti­sie­rung von Auto­bah­nen und Schu­len geför­dert wer­den soll, ein Para­dig­men­wech­sel. Wir konn­ten die Poli­tik zu Bekennt­nis­sen gegen ÖPP und Pri­va­ti­sie­run­gen zwin­gen. Die Grund­ge­setz­än­de­rung selbst konn­ten wir hin­ge­gen nicht ver­hin­dern. 36 Stim­men fehl­ten bei der Abstim­mung im Bun­des­tag, um die Plä­ne zu ver­hin­dern. Dabei zeig­te eine reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge, die wir bei for­sa in Auf­trag gege­ben hat­ten: 63 Pro­zent der Befrag­ten fin­den es nicht gut, dass künf­tig pri­va­te Unter­neh­men Bau und Betrieb von Auto­bahn­ab­schnit­ten über­neh­men kön­nen. Die­se Über­zeu­gung einer deut­li­chen Mehr­heit stand somit dem Abstim­mungs­er­geb­nis in Bun­des­tag und Bun­des­rat dia­me­tral gegen­über. Umso wich­ti­ger ist es für uns, mit unse­rer Arbeit wei­ter­hin und am bes­ten noch ver­stärkt der pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­schen Mehr­heit zu ihrem Recht zu ver­hel­fen! Eine Aus­wahl unse­rer Akti­vi­tä­ten im Jahr 2017 haben wir unten ange­fügt. Das und noch mehr konn­ten wir nur machen, weil Sie und ande­re Spen­de­rIn­nen und För­der­mit­glie­der unse­re Arbeit finan­ziert haben. Wir dan­ken Ihnen für Ihre Unter­stüt­zung und freu­en uns, wenn Sie sich auch 2018 für die Gemein­gü­ter ein­set­zen.

Mit herz­li­chen Grü­ßen
Kat­rin Kusche und Carl Waß­muth für das GiB-Team

1. DAS GiB-BÜRO

Ende Juli 2017 ging Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te für ihr zwei­tes Kind in den Mut­ter­schutz und ist seit­dem in Eltern­zeit.  Auf frei­be­ruf­li­cher Basis deckt seit August Kat­rin Kusche einen Teil ihrer Auf­ga­ben ab. So ermög­lich­te uns Kat­rin Kusche die Erstel­lung der gera­de erschie­ne­nen Luna­par­k21-Extra-Aus­ga­be. Im Dezem­ber stieß Fio­na Thie­de zum Team im GiB-Büro hin­zu, die seit­her mit 15 Stun­den pro Woche vor allem Doro­thea Här­lins ehren­amt­li­che Kam­pa­gnen­lei­tung der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” unter­stützt.

2. UNSE­RE AKTI­VI­TÄ­TEN

Der Höhe­punkt unse­rer Tätig­kei­ten gegen Pri­va­ti­sie­rung kam im ver­gan­ge­nen Jahr mit den Abstim­mun­gen in Bun­des­tag und Bun­des­rat über die Grund­ge­setz­än­de­rung zur Schaf­fung einer Auto­bahn-GmbH. Für den Abschluss die­ser seit zwei­ein­halb Jah­ren lau­fen­den Kam­pa­gne boten wir noch ein­mal alles auf, was wir an per­so­nel­len und mate­ri­el­len Res­sour­cen mobi­li­sie­ren konn­ten. Wir infor­mier­ten Bevöl­ke­rung und Ent­schei­dungs­trä­ger umfas­send und nutz­ten dazu viel­fäl­ti­ge Kanä­le.
Des Wei­te­ren waren wir zwei Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen, die eben­falls in der ers­ten Jah­res­hälf­te viel Ener­gie und Arbeits­ein­satz von uns for­der­ten: Für den G20-Alter­na­tiv­gip­fel stell­te GiB als Trä­ger­or­ga­ni­sa­ti­on inhalt­li­ches und orga­ni­sa­to­ri­sches Know-how zur Ver­fü­gung. Die­se Auf­ga­be stemm­te Jana Mat­tert. Mehr als 2.000 Teil­neh­me­rIn­nen konn­ten in Ham­burg auf dem zwei­tä­gi­gen Kon­gress von einem brei­ten The­men­spek­trum pro­fi­tie­ren. Und mit der Hein­rich-Böll-Stif­tung hat­ten wir ver­ein­bart, eine Stu­die mit dem Titel „Gemein­wohl als Zukunfts­aufgabe“ her­aus­zu­ge­ben – Erschei­nungs­ter­min war der Tag der Daseins­vor­sor­ge am 22. Juni.
Nach einem Stra­te­gie­tref­fen im Juli kon­zen­trier­ten wir unse­re Arbeit auf die Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit zu ÖPP im Auto­bahn­be­reich sowie zur dro­hen­den Schul­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin.

2.1 Medi­en­ar­beit und Publi­ka­tio­nen

Unse­re wich­tigs­te Ver­öf­fent­li­chung im Jahr 2017 war die Stu­die „Gemein­wohl als Zukunfts­auf­ga­be“. In die von Jana Mat­tert, Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te und Carl Waß­muth ver­fass­te Schrift flos­sen Über­le­gun­gen und Recher­chen aus unse­rer Arbeit seit der GiB-Grün­dung ein. Wir konn­ten eini­ge zen­tra­le Pro­ble­me rund um ÖPP erst­mals in einem wis­sen­schaft­li­chen Rah­men aus­füh­ren und so auch eine über unse­re Krei­se hin­aus zitier­fä­hi­ge Quel­le schaf­fen.
2017 war auch ein Jahr inten­si­ver Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit. Wir gaben 23 Pres­se­mel­dun­gen her­aus und ver­schick­ten 12 Info­brie­fe. In zahl­rei­chen Medi­en erschie­nen Zita­te, Inter­views und Arti­kel von uns, dar­un­ter Spie­gel, Zeit, ARD „Bericht aus Ber­lin“, Frank­fur­ter Rund­schau, Ber­li­ner Zei­tung, Tages­spie­gel, taz, neu­es deutsch­land, Frei­tag, Lunapark21, jun­ge Welt und Ossietz­ky. Auch Blogs wie die Nach­denk­sei­ten grif­fen regel­mä­ßig unse­re Bei­trä­ge auf. Unser Video­clip „Nie­mand hat die Absicht, eine Auto­bahn zu pri­va­ti­sie­ren“ wur­de mehr als 26.000 Mal auf­ge­ru­fen. In der Süd­deut­schen Zei­tung konn­ten wir durch eine Ein­zel­spen­de eine ¼-sei­ti­ge Anzei­ge ver­öf­fent­li­chen, in der wir die Abge­ord­ne­ten auf­rie­fen, gegen die Auto­bahn-GmbH zu stim­men. Ein wich­ti­ges Mit­tel der Öffent­lich­keits­ar­beit war wie­der unse­re Web­site: 2017 haben wir 117 Blog­bei­trä­ge ver­öf­fent­licht.

2.2 Ver­an­stal­tun­gen und Aktio­nen (Aus­wahl)

  • 27.03./24.04: Anhö­run­gen im Bun­des­tag mit Lau­ra Valentukeviciute/Carl Waß­muth als Sach­ver­stän­di­gen
  • 15.05.: Kund­ge­bung des Bünd­nis­ses „Kei­ne Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft”  vor dem Reichs­tag
  • 17.05.: “Melkkuh”-Aktion und Unter­schrif­ten­über­ga­be gegen die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung
  • 02.06.: Akti­on vor dem Bun­des­rat vor der dor­ti­gen Abstim­mung der GG-Ände­run­gen
  • 19.09.: Stra­ßen­ak­ti­on vor dem Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um “ÖPP gesetz­lich stop­pen”
  • 03.11.: Pres­se­kon­fe­renz in Ber­lin gegen Schul­pri­va­ti­sie­rung, mit Han­ne­lo­re Wei­mar, Ger­lin­de Scher­mer, Ulrich Scholz, Carl Waß­muth
  • 25.11.: Akti­on “Schul-GmbH = Pri­va­ti­sie­rung” vor dem Lan­des­par­tei­tag Die Lin­ke Ber­lin
  • 29.11.: Auf­takt­tref­fen “Wer, wenn nicht wir!” in Ber­lin, seit­her fast wöchent­li­che Aktiv­en­tref­fen der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len”

2.3 Mit­glied­schaf­ten und Koope­ra­tio­nen

Akti­ve Ver­net­zungs­ar­beit leis­te­ten wir im Bünd­nis „Kei­ne Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft“. Dar­über hin­aus waren wir Teil des Bünd­nis­ses zur Vor­be­rei­tung des Gegen­gip­fels zu G20 in Ham­burg. Im Rah­men von gemein­sa­men Ver­an­stal­tun­gen, offe­nen Brie­fen oder Aktio­nen koope­rier­ten wir 2017 u.a. mit: APRI-Netz­werk, attac, Bahn für Alle, Ber­li­ner Was­ser­tisch, cam­pact!, Coun­ter Balan­ce, Erlass­jahr, Hein­rich-Böll-Stif­tung, Robin Wood, Re:Common, Urge­wald, den Ver.di Fach­be­rei­chen Gemein­den und Bund/Länder, Was­ser in Bür­ger­hand und WEED.

3. FINAN­ZEN

2017 konn­ten wir unse­re Ein­nah­men um cir­ca 60 Pro­zent stei­gern. Der Anstieg war vor allem auf unser Enga­ge­ment für den G20-Alter­na­tiv­gip­fel zurück­zu­füh­ren: Wir haben Antrag, Pro­jekt­lei­tung und Abrech­nung der För­de­rung durch die Nord­deut­sche Stif­tung über­nom­men und hat­ten somit zusätz­li­che Umsät­ze. Aber auch jen­seits die­ses Pro­jekts konn­ten wir unse­re Ein­nah­men gegen­über dem Vor­jahr um rund 24 Pro­zent stei­gern. Beson­ders das Enga­ge­ment unse­rer För­der­mit­glie­der und Spen­de­rIn­nen war wich­ti­ge Grund­la­ge, um die breit­ge­fä­cher­te Kam­pa­gnen­ar­beit finan­zi­ell zu stem­men. Kos­ten für Akti­ons- und Druck­ma­te­ria­li­en wie Ban­ner, Video­clip, Post­kar­ten, Auf­kle­ber und Fly­er fie­len vor allem im Rah­men unse­re Akti­vi­tä­ten gegen die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung an. Die Anzei­ge in der Süd­deut­schen Zei­tung ermög­lich­ten 40.000 € von der Stif­tung der GLS-Treu­hand.

4. GiB-AUS­BLICK 2018

Am 27./28. Janu­ar 2018 fand in Leip­zig unser dies­jäh­ri­ges Bun­des­tref­fen statt. Gemein­sam setz­ten wir fol­gen­de Schwer­punk­te für die wei­te­re Arbeit:

  1. Bun­des­wei­tes Enga­ge­ment gegen die fort­schrei­ten­de Pri­va­ti­sie­rung im Bereich von Schu­len und Schul­bau. Mit Hil­fe der Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len“ wol­len wir in Ber­lin die Not­brem­se zur Ver­hin­de­rung der vom Senat geplan­ten Schul-GmbH zie­hen. Das von einem rot-rot-grü­nen Senat geplan­te Pri­va­ti­sie­rungs­vor­ha­ben kann aus unse­rer Sicht einen Damm­bruch bil­den für die bun­des­wei­te Pri­va­ti­sie­rung von Schul­ge­bäu­den.
  2. Wir wol­len die fata­le Wir­kung der Schul­den­brem­se auf­de­cken.
  3. Auf Ebe­ne von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen ver­su­chen wir, einen gesetz­li­chen Stopp von ÖPP zu errei­chen.

Und wei­ter­hin wer­den wir mit Argus­au­gen den Auf­bau der Auto­bahn-GmbH ver­fol­gen und etwai­ge wei­ter­ge­hen­de Pri­va­ti­sie­rungs­ten­den­zen dort kri­tisch kom­men­tie­ren. Machen Sie mit: Betei­li­gen Sie sich an unse­ren Akti­vi­tä­ten, unter­stüt­zen Sie unse­re Arbeit wei­ter­hin finan­zi­ell. Unse­re Kam­pa­gnen gegen Pri­va­ti­sie­rung kos­ten viel Geld und Zeit, wir kön­nen das nur mit Ihrer Hil­fe stem­men!

 

Jah­res­be­richt 2016 – was wir zusam­men erreicht haben

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,

2016 war ein inten­si­ves Jahr für unse­re Arbeit gegen die Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge. Im Fokus stand die geplan­te Grund­ge­setz­än­de­rung, mit der Pri­va­ti­sie­run­gen von Bau und Betrieb von Schu­len und Auto­bah­nen geför­dert wer­den sol­len. Beson­ders gra­vie­rend: Bei die­sem Anlie­gen der Bun­des­re­gie­rung geht es nicht um ein ein­zel­nes Pro­jekt, son­dern um ein Para­dig­men­wech­sel – pri­va­te Inves­ti­tio­nen in die Daseins­vor­sor­ge sol­len per Grund­ge­setz ermög­licht wer­den!

Wir konn­ten ver­hin­dern, dass das Vor­ha­ben von der Regie­rung baga­tel­li­siert wird. Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Dob­rindt woll­te es ver­harm­lo­sen: das wäre ein rei­ne Ver­wal­tungs­re­form. Der Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el woll­te es ver­ste­cken: mit dop­pel­ter Pri­va­ti­sie­rungs­brem­se habe er die Pri­va­ti­sie­rung ver­hin­dert. Der Finanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le woll­te beschwich­ti­gen: ÖPP wer­de heu­te schon gemacht, es ände­re sich also nichts. Wir haben es geschafft, dass die­ses The­ma öffent­lich dis­ku­tiert und der Kern des Anlie­gens deut­lich wird.
Mit Hil­fe von Unter­schrif­ten­kam­pa­gnen, offe­nen Brie­fen an die Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen und Stra­ßen-Aktio­nen
haben wir mit dazu bei­ge­tra­gen, dass die­se mas­si­ve Pri­va­ti­sie­rung im Jahr 2016 nicht umge­setzt wur­de!

Eine Aus­wahl unse­rer Akti­vi­tä­ten im Jahr 2016 haben wir unten ange­fügt. Das und noch mehr konn­ten wir nur machen, weil Sie und meh­re­re ande­re Spen­de­rIn­nen und För­der­mit­glie­der unse­re Arbeit finan­ziert haben. Wir dan­ken Ihnen für Ihre Unter­stüt­zung und freu­en uns, wenn Sie sich auch 2017 für die Gemein­gü­ter ein­set­zen.

Mit herz­li­chen Grü­ßen

Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te und Carl Waß­muth für das GiB-Team

1. DAS GiB-BÜRO

In unse­rem Team gab es fol­gen­de Ver­än­de­run­gen: Cla­ra Statt­eg­ger-Sie­vers ist seit Febru­ar (anstel­le von Chris­ti­an
Weß­ling) für das Fund­rai­sing zustän­dig. Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te ist seit Mit­te April wie­der aus der Eltern­zeit zurück. Lau­ras bis­he­ri­ge Eltern­zeit­ver­tre­tung Jana Mat­tert bleibt im Team und über­nimmt unter ande­rem das The­ma PPP inter­na­tio­nal.

2. UNSE­RE AKTI­VI­TÄ­TEN

Unse­re Arbeit gegen die geplan­te Grund­ge­setz­än­de­rung haben wir in meh­re­ren Stra­te­gie­sit­zun­gen bera­ten. Als einen der wich­tigs­ten Hebel haben wir die Infor­ma­ti­ons­ar­beit iden­ti­fi­ziert und des­we­gen zahl­rei­che Info­ver­an­stal­tun­gen orga­ni­siert, Pres­se­ge­sprä­che geführt, Bei­trä­ge ver­öf­fent­licht und unse­re Kri­tik in den direk­ten Gesprä­chen mit Abge­ord­ne­ten deut­lich gemacht. Wir waren auch bei einer Anhö­rung im Bun­des­tag ver­tre­ten. Damit wir durch­set­zungs­fä­hi­ger wer­den, haben wir zusam­men mit Gewerk­schaf­ten, Umwelt­ver­bän­den und Anti­pri­va­ti­sie­rungs­in­itia­ti­ven das Bünd­nis „Kei­ne  Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft“ ins Leben geru­fen. Natür­lich haben wir auch wie­der Stra­ßen­ak­tio­nen durch­ge­führt und so Auf­merk­sam­keit auf das The­ma gelenkt.

2.1 Medi­en­ar­beit und Publi­ka­tio­nen

Am 15.01. haben GiB und Oxfam einen Pres­se­work­shop mit dem Titel „Pri­va­tes Kapi­tal und Daseins­vor­sor­ge -
die Dis­kus­si­on zu einer Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft“ aus­ge­rich­tet. Im Febru­ar wur­de unse­re Stu­die „Aktu­el­le
Ent­wick­lun­gen bei der Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land“ öffent­lich vor­ge­stellt, die wir im
Auf­trag der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und ver.di erstellt hat­ten. Zita­te, Inter­views und Bei­trä­ge von uns wur­den
ver­öf­fent­lich von: Spie­gel, Taz, Neu­es Deutsch­land, Frei­tag, Lunapark21, Jun­ge Welt, Ossietz­ky, Deutsch­land­funk,
ARD-Maga­zin Plus­Mi­nus, Radio Lora. Mehr­mals haben die Nach­denk­sei­ten, norberthaering.de, Labour Net
Ger­ma­ny und ande­re Blogs unse­re Bei­trä­ge auf­ge­grif­fen. Am 21.10. haben wir selbst die Son­der­bei­la­ge
„Melk­kuh Auto­bah­nen“ in der Taz ver­öf­fent­licht (65.000 Exem­pla­re). Außer­dem haben wir 67 Blog­bei­trä­ge
ver­öf­fent­licht, 16 Pres­se­mel­dun­gen her­aus­ge­ge­ben und 7 Info­brie­fe ver­sen­det. Auf unse­rem Blog erreich­ten wir
einen neu­en Rekord an Besu­che­rIn­nen: 5.664 an einem Tag.

2.2 Ver­an­stal­tun­gen und Aktio­nen

14.01. ver.di-Fach­dia­log im Deut­schen Bun­des­tag „Der Staat – in Zukunft eine Gesell­schaft mit
beschränk­ter Haf­tung?“ u.a. mit Carl Waß­muth
09.02. Auf­ruf “Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft ver­hin­dern” im Bun­des­rat, 5.000 Unter­schrif­ten an
Chris­ti­an Pegel, Minis­ter für Infra­struk­tur in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, über­reicht
19.02 GiB-Fach­tag „Ver­kehrs­po­li­ti­sche Kon­se­quen­zen einer Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft“
17.03 Unter­schrif­ten­über­ga­be: 254.000 Unter­schrif­ten an Bre­mens Ober­bür­ger­meis­ter Cars­ten Sie­lin für die Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen der Län­der über­reicht mit cam­pact
13.04 Bun­des­tags­an­hö­rung zur Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft, Carl Waß­muth als Sach­ver­stän­di­ger
22.04. “PPP-Pro­jekt Muse­um der Moder­ne? Die Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Moni­ka Grüt­ters muss
umsteu­ern!” Akti­on am Kul­tur­fo­rum

Mai Ber­lin Akti­ons­ta­ge: An 25 Orten pro­tes­tier­ten Men­schen gegen die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung und der Grund­ge­setz­än­de­rung mit STOP-Schil­dern und For­de­run­gen “Kei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung” und “Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung der Auto­bah­nen”
09.06 “Wie öffent­li­ches Bau­en ohne PPP finan­ziert wer­den kann“ — Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Jür­gen Lau­ber, Ulri­ke von Wie­sen­au und Ger­lin­de Scher­mer
16.6. 120 Men­schen pro­tes­tie­ren gegen die Zer­stö­rung von Ver­kehrs­in­fra­struk­tur: am Vor­mit­tag vor der Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz und am Nach­mit­tag vor dem Tref­fen im Kanz­le­rin­nen­amt.
14.07. Vor­trag bei der Eisen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft EVG, Prof. Dr. Jür­gen Schutte
15.10. Jana Mat­tert mit einem Vor­trag beim Bun­des­tref­fen von Was­ser in Bür­ger­hand
27.10. Vor­trag bei einer Ver.di-Tarifkonferenz in Ful­da von Carl Waß­muth
09.11. Fach­ge­spräch im Bun­des­tag „Gutes öffent­li­ches Bau­en“ mit Carl Waß­muth und Jür­gen Lau­ber
05.12. Rede­bei­trag Carl Waß­muth auf der Mon­tags­de­mo in Stutt­gart
08.12. Unter­schrif­ten­über­ga­be an Malu Drey­er und Erwin Sel­le­ring vor dem Bun­des­rat mit Rie­sen-Regis­trier­kas­se und dem Thea­ter­stück „Gabri­el ver­hin­dert Pri­va­ti­sie­rung“
13.12. Jana Mat­tert bei einer Podi­ums­dis­kus­si­on auf der Kon­fe­renz zur inter­na­tio­na­len Infra­struk­tur­po­li­tik in der Hein­rich-Böll-Stif­tung.

2.3 Mit­glied­schaf­ten und Koope­ra­tio­nen

Neben dem neu­en Bünd­nis „Kei­ne Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft“ sind wir seit 2016 aktiv im Bünd­nis und
Vor­be­rei­tungs­pro­zess des Gegen­gip­fels zu G20 in Ham­burg. Im Rah­men von gemein­sa­men Ver­an­stal­tun­gen,
offe­nen Brie­fen oder Aktio­nen koope­rier­ten wir im Jahr 2016 u.a. mit: Alli­anz der öffent­li­chen Was­ser­wirt­schaft,
APRI-Netz­werk, attac, Bahn für Alle, Ber­li­ner Was­ser­tisch, Braun­schwei­ger Bür­ger­initia­ti­ve BIBS, Coun­ter Balan­ce,
Erlass­jahr, Hein­rich-Böll-Stif­tung, Mühl­hei­mer Bür­ger­initia­ti­ve MBI, Netz­werk Selbst­hil­fe, Oxfam, Robin Wood,
Re:Common, Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, Urge­wald, Ver.di Netz­werk Was­ser sowie Fach­be­rei­che Gemein­den und
Bund/Länder, Ver­ei­ni­gung der Stra­ßen­wär­ter VdS­tra, Was­ser in Bür­ger­hand und WEED.

3. FINAN­ZEN

Das Jahr 2016 war auch finan­zi­ell geprägt vom The­ma Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung. Von Spen­de­rIn­nen,
För­der­mit­glie­dern und Stif­tun­gen haben wir mehr Geld für unse­re Kam­pa­gne bekom­men. So konn­ten wir
unse­re Öffent­lich­keits­ar­beit aus­wei­ten und z.B. eine taz-Bei­la­ge und einen Video-Clip finan­zie­ren. Eini­ge grö­ße­re
Rech­nun­gen müs­sen noch begli­chen wer­den, das ist mit Hil­fe des ent­stan­den Über­schus­ses auch mög­lich.

Ein­nah­men ins­ge­samt: 150.909 Euro

Aus­ga­ben ins­ge­samt: 127.055 Euro

4. AUS­BLICK

Die Regie­rung ver­folgt ihren Plan wei­ter und will nun zügig im Bun­des­tag und Bun­des­rat über die
Grund­ge­setz­än­de­run­gen abstim­men las­sen. Aber auch wir las­sen nicht locker: Wir wer­den bun­des­wei­te
Aktio­nen machen, Info­ver­an­stal­tun­gen durch­füh­ren, in Anhö­run­gen im Bun­des­tag unse­re Kri­tik äußern und
Druck auf die Abge­ord­ne­te aus­üben — z.B. im Rah­men einer Post­kar­ten­ak­ti­on. Machen Sie mit: betei­li­gen Sie
sich an unse­ren Akti­vi­tä­ten, unter­stüt­zen Sie unse­re Arbeit wei­ter­hin finan­zi­ell. Die Kam­pa­gne gegen
Pri­va­ti­sie­rung per Grund­ge­setz­än­de­rung kos­tet viel Geld und Zeit, wir kön­nen das nur mit Ihrer Hil­fe schaf­fen!

 

 

Jah­res­be­richt 2015

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,

2015 ist in der bis­he­ri­gen Geschich­te von GiB eines der ereig­nis­reichs­ten, und – wie wir fin­den – auch erfolg­reichs­ten Jah­re. Uner­reich­ter Höhe­punkt war dabei sicher der Coup von Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te, der es am 21. April gelang, Sig­mar Gabri­el vor lau­fen­den Kame­ras auf sei­ner eige­nen Pres­se­kon­fe­renz unse­re Unter­schrif­ten zu über­rei­chen. Aber auch unse­re sons­ti­gen Aktio­nen und Akti­vi­tä­ten kön­nen sich sehen las­sen. Im Zen­trum unse­rer Arbeit stand die Fratz­scher-Kom­mis­si­on mit ihren Vor­schlä­gen, Pri­vat­in­ves­to­ren den Zugriff auf unse­re Gemein­gü­ter zu ver­schaf­fen. Viel Spaß beim Lesen!

Es grüßt Sie: Carl Waß­muth für die Akti­ven von GiB

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I. ARBEITS­SCHWER­PUNK­TE

Das ers­te Halb­jahr 2015 war bestimmt von der Auf­klä­rung über Cha­rak­ter und Inhal­te der Arbeit der Fratz­scher-Kom­mis­si­on. Nach­dem der Abschluss­be­richt vor­lag, wur­de schnell deut­lich, dass das ers­te Pro­jekt dar­aus im Bereich der Fern­stra­ßen lie­gen soll­te. Zu die­sem The­ma arbei­te­ten wir dann ganz über­wie­gend in der zwei­ten Jah­res­hälf­te. Den ande­ren The­men wid­me­ten wir etwa zwan­zig Pro­zent unse­rer Arbeit, die­se Tätig­kei­ten bestan­den im Wesent­li­chen in der Teil­nah­me oder an der Mit­or­ga­ni­sa­ti­on von ein­zel­nen Ver­an­stal­tun­gen sowie in der Betei­li­gung an Bünd­nis­ak­ti­vi­tä­ten.

II. MIT­GLEID­SCHAF­TEN UND KOOPE­RA­TIO­NEN

Wir pfleg­ten auch 2015 vie­le Koope­ra­tio­nen. Nach­fol­gend eine Auf­lis­tung: + + Netz­werk Selbst­hil­fe (neu ab Janu­ar 2015!) + + Attac AG Pri­va­ti­sie­rung / PPP-Irr­weg-Kam­pa­gne (mit einer gemein­sa­men Kam­pa­gne gegen die geplan­te Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft) + + APRI-Netz­werk + + Bünd­nis Bahn für Alle (mit einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz) + + Ber­li­ner Ener­gie­tisch + + Hein­rich-Böll-Stif­tung , Urge­wald und WEED (Fach­ge­spräch mit NGOs am 18.03., Ver­an­stal­tung mit Dex­ter Whit­field am 19.03., Netz­werk­tref­fen am 10.06.) + + Hum­boldt Uni­ver­si­tät (gemein­sa­mer For­schungs­an­trag bei der Hans-Böck­ler-Stif­tung) + + Alli­anz öffent­li­che Was­ser­wirt­schaft, Netz­werk Was­ser, Ver.di Netz­werk Was­ser, Was­ser in Bür­ger­hand, Ber­li­ner Was­ser­tisch, Euro­pean Water Move­ment (mit der Arbeit zur euro­päi­schen Bür­ger­initia­ti­ve Was­ser) + + Ver.di, Fach­be­rei­che Gemein­den und Bund/Länder (mit einer Stu­die in Koope­ra­ti­on mit der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung) + + Bünd­nis gegen Pri­va­ti­sie­rung Frank­furt + + Mühl­hei­mer Bür­ger­initia­ti­ve MBI + + Braun­schwei­ger Bür­ger­initia­ti­ve BIBS + + WEED (Gemein­sa­mer Kurz­film „Lang­fris­ti­ge Inves­ti­tio­nen? — Pri­va­ti­sie­rung!“) + + Film­team WER RET­TET WEN? (mit dem Ver­sand der DVD zum Film­start) + + Hein­rich-Böll-Stif­tung , Erlass­jahr , Oxfam und wei­te­re ent­wick­lungs­po­li­ti­sche NGOs (Fach­ge­spräch am 15.12.) + +

III. VER­NET­ZUNG

Die bei­den wich­tigs­ten Medi­en zur Infor­ma­ti­on über unse­re Arbeit sind unse­re Web­sei­te sowie der etwa alle acht Wochen per Mail ver­sand­te Info­brief. Auf der Web­sei­te haben wir im ver­gan­ge­nen Jahr 45 Bei­trä­ge ver­öf­fent­licht, dar­un­ter 20 „Erst­ver­öf­fent­li­chun­gen“, also von uns erar­bei­te­te Inhal­te zu The­men rund um Pri­va­ti­sie­rung. Für neu am The­ma Inter­es­sier­te haben wir wie­der unse­re Stadt­tou­ren „Wem gehört Ber­lin?“ ver­an­stal­tet, die 2015 im Zeit­raum vom 23.5. bis zum 24.10. etwa alle zwei Wochen statt­fan­den. Um uns aus­zu­tau­schen und Stra­te­gi­en zu ent­wi­ckeln, haben wir 2015 zwei bun­des­wei­te Tref­fen durch­ge­führt (vom 16. bis 17.1. in Braun­schweig sowie am 10.5. in Ber­lin). Wei­te­re Tref­fen fan­den wie auch in den Jah­ren zuvor monat­lich in Ber­lin statt (immer am ers­ten Mon­tag im Monat im GiB-Büro). Auf unse­rem Som­mer­fest haben wir 2015 auch das fünf­jäh­ri­ge Bestehen von GiB gefei­ert.

IV. KUND­GE­BUN­GEN UND AKTIO­NEN

2015 orga­ni­sier­ten wir drei Öffent­lich­keits­ak­tio­nen: eine klei­ne (am 19.02. die Unter­schrif­ten­über­ga­be „Für eine Bahn unter demo­kra­ti­scher Kon­trol­le!“ am Kanz­ler­amt), eine mitt­le­re (am 26.02. die Akti­on vor dem BMWi zur Fratz­scher-Kom­mis­si­on „Zutritt nur für Ban­ken und Ver­si­che­run­gen“, die unter ande­rem in der Tages­zei­tung „Die Welt“ gebracht) sowie die gro­ße „Ham­pel­mann-Akti­on“ am 21.04. vor dem Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um mit anschlie­ßen­der Unter­schrif­ten­über­ga­be des Auf­rufs „Kein Aus­ver­kauf unse­rer Infra­struk­tur an Ver­si­che­run­gen und Ban­ken!“ Über die­se Akti­on wur­de in der Tages­schau berich­tet, die Über­ga­be der Unter­schrif­ten an Gabri­el brach­te der Sen­der „Vox“.

V. ANHÖ­RUN­GEN, VER­AN­STAL­TUN­GEN, DIS­KUS­SIO­NEN UND VOR­TRÄ­GE

22.02.: Vor­trag von Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te beim Bun­des­tref­fen der attac BAG Finanz­märk­te, Ber­lin, 16.3.: Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te bei der Bun­des­tags-Anhö­rung zur PKW-Maut (Finanz­aus­schuss) 21.4.: Vor­trag von Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te bei attac Ber­lin, 8./9.8: Work­shops von Ger­lin­de Scher­mer, Arno Behl­au und Sabi­ne Rei­ner auf der attac-Som­mer­aka­de­mie, 8.9.: Vor­trag von Carl Waß­muth bei der Böll­stif­tung in Ham­burg, 22.9.: Anhö­rung im Land­tag NRW mit Wer­ner Rüge­mer und Carl Waß­muth, 19.10. Work­shop beim DGB Dort­mund, Attac Dort­mund und dem Nach­denk­treff mit Jür­gen Schutte und Anne Schul­ze-Allen, 19.11.: Vor­trag von Doro­thea Här­lin bei der Glo­ba­le und attac in Würz­burg, 4.11.: Vor­trag von Carl Waß­muth bei der ver.di- BAG Ver­kehr, 9.10., 10.11. und 4.12.: Vor­trä­ge von Carl Waß­muth bei der Lin­ken im Bun­des­tag, 15.12.: Vor­trag von Jana Mat­tert bei einem Netz­werk­tref­fen in der Hein­rich-Böll-Stif­tung

VI. PRES­SE- UND ÖFFET­NLICH­KEITS­AR­BEIT

Eine Pres­se­schau sen­den wir mit den Info­brie­fen mit, sie wird daher hier nicht eigens dar­ge­stellt. Unse­re Pres­se­ar­beit fin­det über Kon­tak­te zu ein­zel­nen Jour­na­lis­tIn­nen statt, durch unse­re Öffent­lich­keits­ak­tio­nen sowie über Pres­se­mit­tei­lun­gen (2015: acht). Sel­ten ver­an­stal­ten wir Pres­se­kon­fe­ren­zen 2015: eine).

VII. INFOR­MA­TI­ONS­MA­TE­RI­AL

Neben den Info­brie­fen und den Bei­trä­gen für unse­re und ande­re Web­sei­ten sowie Zei­tun­gen / Zeit­schrif­ten haben wir auch 2015 eige­nes Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al erstellt. Wir ver­such­ten dabei, gezielt zwei Ziel­grup­pen zu bedie­nen: Grup­pe 1 sind Neu­ein­stei­ger im The­ma. Für sie erar­bei­te­ten wir:

  • einen eige­nen Fly­er („Infra­struk­tur: Ret­tung durch Pri­va­ti­sie­rung?“),
  • eine Power­Point-Prä­sen­ta­ti­on für Info­aben­de („Die neue ÖPP-Offen­si­ve“)
  • ein Erklär­vi­deo („Lang­fris­ti­ge Inves­ti­tio­nen? — Pri­va­ti­sie­rung!“ in Koope­ra­ti­on mit WEED).
  • Grup­pe 2 sind Abge­ord­ne­te, an die wir uns mit den fol­gen­den Mate­ria­li­en wand­ten:
  • Stel­lung­nah­me zum „Posi­ti­ons­pa­pier zur Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rung“ des Bun­des­ver­bands deut­scher Ban­ken (BdB)
  • Schrift­li­che Stel­lung­nah­me zur Pkw-Maut
  • Schrift­li­che Stel­lung­nah­men zur Land­tags­an­hö­rung in Düs­sel­dorf zu ÖPP und zur Fratz­scher-Infra­struk­tur­ge­sell­schaft
  • Schrift­li­che Stel­lung­nah­me zur Land­tags­an­hö­rung in Schles­wig-Hol­stein zu ÖPP

VIII. FINAN­ZEN

In der Gesamt­schau konn­ten wir im Jahr 2015 die finan­zi­el­le Basis für unse­re poli­ti­sche Arbeit gut aus­bau­en. Trotz eines not­wen­di­gen Zwi­schen­kre­dits für das „Som­mer­loch“ lie­gen wir mit unse­ren Ein­nah­men über dem für 2015 anvi­sier­ten Betrag. In der Unste­tig­keit unse­rer Ein­nah­men setzt sich aller­dings eine Schwie­rig­keit der ver­gan­ge­nen Jah­re fort. Hier wol­len wir eine stär­ke­re Sta­bi­li­tät hin­ein bekom­men, die die Kon­ti­nui­tät unse­rer Arbeit gewähr­leis­tet und auf deren Basis wir lang­fris­ti­ger pla­nen und Pro­jek­te anschie­ben kön­nen. Eine detail­lier­te Über­sicht über unse­re Ein­nah­men, Aus­ga­ben und ein Aus­blick auf 2016 ist auf der letz­ten Sei­te des Jah­res­be­richts zu fin­den. Die wich­tigs­ten Pos­ten waren:

Ein­nah­men aus per­sön­li­chen För­de­run­gen und Spen­den

Die Zahl unse­rer regel­mä­ßi­gen Spen­der und Spen­de­rin­nen wächst, im Jahr 2015 ist sie um 137 auf 224 gestie­gen. Der Umfang der regel­mä­ßi­gen Spen­den beträgt nun jähr­lich gut 25.000 Euro. Das sind fast ein Drit­tel unse­rer Jah­res­ein­nah­men wie -aus­ga­ben. Das freut uns sehr, weil uns ins­be­son­de­re die­se regel­mä­ßi­gen Ein­nah­men Pla­nungs­si­cher­heit im finan­zi­el­len wie im poli­ti­schen Sin­ne ver­schaf­fen. Auch die Zahl der Spen­de­rin­nen und Spen­der ist im Jahr 2015 auf ins­ge­samt 535 gewach­sen. Ein­zel­spen­den mach­ten mit 44.096 Euro wie auch in den Jah­ren zuvor den größ­ten Anteil an unse­ren Ein­nah­men aus. Gespen­det wur­de ins­be­son­de­re im Janu­ar 2015 im Zusam­men­hang mit unse­ren Akti­vi­tä­ten zur „ÖPP-Kom­mis­si­on“ von Sig­mar Gabri­el und im Dezem­ber 2015 im Zusam­men­hang mit unse­rem Auf­ruf gegen die Ein­rich­tung einer Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft. Das ist eine für uns wich­ti­ge Wür­di­gung unse­rer Arbeit, für die wir allen Unter­stüt­ze­rIn­nen dan­ken möch­ten!

Ein­nah­men von Stif­tun­gen und durch Gut­ach­ten

Bewil­ligt wur­den im Jahr 2015 zwei Anträ­ge bei der Stif­tung Men­schen­wür­de und Arbeits­welt im Umfang von ins­ge­samt 5500,- Euro. Mit den Gel­dern wur­de ins­be­son­de­re unse­re Arbeit gegen die Pri­va­ti­sie­rung im Ver­kehrs­sek­tor finan­ziert. Für das Jahr 2016 haben wir uns vor­ge­nom­men, mit Blick auf den nahen­den G20-Gip­fel in Deutsch­land 2017 inhalt­lich stär­ker das The­men­feld „PPP inter­na­tio­nal“ zu bear­bei­ten. In weni­ger als neun Mona­ten, am 1.12., wird Ange­la Mer­kel die Agen­da des G20-Gip­fels 2017 bekannt geben. PPP wird 2016 vor­aus­sicht­lich eines der 10 zen­tra­len The­men sein. Mit dem The­men­feld „PPP inter­na­tio­nal“ erwei­tert sich auch der Kreis der Stif­tun­gen, die für För­der­an­trä­ge von GiB infra­ge kom­men.

Zu den Stif­tungs­gel­dern sind the­ma­tisch auch die bezahl­ten Gut­ach­ten zu rech­nen. Hier erhiel­ten wir für eine Stu­die 5000,- Euro von der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und 2.500,- Euro von ver.di. Fasst man die Kate­go­ri­en Stif­tun­gen und Gut­ach­ten zusam­men, stie­gen dort unse­re Ein­nah­men auf knapp 16.000 Euro.

Aus­ga­ben

Auf­grund der höhe­ren Ein­nah­men konn­ten wir auch unse­re Aus­ga­ben stei­gern. Wir haben ins­ge­samt für Aktio­nen, Brie­fe und Publi­ka­tio­nen ca. 13.000 Euro mehr aus­ge­ge­ben. Wich­tigs­ter Aus­ga­be­pos­ten blei­ben jedoch wei­ter die Per­so­nal­kos­ten. GiB wur­de ja von ehren­amt­lich Täti­gen gegrün­det, damit die poli­ti­sche Arbeit gegen Pri­va­ti­sie­rung ver­ste­tigt wer­den kann. 2015 konn­ten wir in die­sem Sin­ne Gehäl­ter und Hono­ra­re für ca. 60 Stunden/Woche bezah­len, ver­teilt auf vier Per­so­nen. Eben­falls von den Mit­teln für Per­so­nal­kos­ten konn­ten wir die Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen für die Stadt­tour­lei­te­rIn­nen sowie für Akti­ve bestrei­ten, die für uns Work­shops aus­ge­rich­tet oder Vor­trä­ge gehal­ten haben.

Wie wei­ter?

2016 wol­len wir unse­re Anstren­gun­gen wei­ter stei­gern. Dazu pla­nen wir, 25.000 Euro mehr aus­zu­ge­ben als im Jahr 2015. Es gilt, den geplan­ten „Ein­be­zug pri­va­ten Kapi­tals in öffent­li­che Infra­struk­tu­ren“ auf­zu­hal­ten!
Dazu wol­len wir noch mehr Men­schen errei­chen und unse­re Tex­te in ein­fach les­ba­rer Form auf­be­rei­ten las­sen. Mit Ihrer Spen­de kön­nen wir dazu eine wei­te­re Hono­rar­stel­le schaf­fen. Bit­te unter­stüt­zen Sie uns des­halb auch in die­sem Jahr! Für die Plan­bar­keit beson­ders wich­tig sind die regel­mä­ßig ein­ge­hen­den För­der­sum­men: Enga­gie­ren Sie sich durch eine Mit­glied­schaft (ab 5 Euro/Monat) oder eine GiB-Paten­schaft (ab 25 Euro/Monat) für eine sta­bi­le Wei­ter­ar­beit unse­rer Initia­ti­ve. Ein­fach das Bei­tritts­for­mu­lar aus­fül­len, aus­schnei­den und an die umsei­tig ange­ge­be­ne Adres­se schi­cken, faxen oder mai­len.

IX. EIN­NAH­MEN- UND AUS­GA­BEN­TA­BEL­LE

 

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StadttourAktion gegen Autobahn-ÖPP von GiB und VdStra. Bild: GiBFoto: GiB

 

JAH­RES­BE­RICHT 2014

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,

im Jahr 2014 wur­de die Debat­te um Öffent­lich-Pri­va­te Part­ner­schaf­ten so inten­siv geführt wie lan­ge nicht: Gleich zu Jah­res­be­ginn lief der Film „Der geplün­der­te Staat“ von Ste­fan Aust und Tho­mas Ammann im Fern­se­hen. Wir haben für den Film vie­le Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen bei­ge­steu­ert und kamen auch selbst zu Wort. Eine wei­te­re Wel­le der Bericht­erstat­tung lös­te der Bun­des­rech­nungs­hof aus. Er kon­sta­tier­te in sei­nem Mai-Gut­ach­ten, dass ÖPP auf Auto­bah­nen schlicht unwirt­schaft­lich ist. Dar­auf­hin erklär­te Sach­sen-Anhalt den Ver­zicht auf wei­te­re ÖPPs und lös­te auch die lan­des­ei­ge­ne ÖPP-Lob­by-Agen­tur auf. Ins­ge­samt sank die Zahl der ÖPPs in den Län­dern und bei den Kom­mu­nen auf den his­to­ri­schen Tiefst­stand von ins­ge­samt vier
Pro­jek­ten. Wäre das Jahr im Juli zu Ende gewe­sen – wir hät­ten uns kaum eine erfolg­rei­che­re Bilanz wün­schen kön­nen.

Doch im August star­te­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Gabri­el eine Gegen­in­itia­ti­ve: Eine geheim tagen­de „Exper­ten­kom­mis­si­on“ soll­te die Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge vor­an­trei­ben. Das Ziel: neue ÖPP-Pro­jek­te in viel grö­ße­rem Umfang und mit den Ver­si­che­run­gen als neu­en Akteu­ren im ÖPP-Geschäft. Sofort began­nen wir zu dem neu­en ÖPP-Vor­stoß und zur Kom­mis­si­on so vie­le Infor­ma­tio­nen zu sam­meln und zu ver­brei­ten wie nur mög­lich. Dar­auf­hin häuf­ten sich Medi­en­be­rich­te zum The­ma, so dass wir noch mehr damit zu tun beka­men, Infor­ma­tio­nen und auch Ana­ly­sen an Jour­na­lis­ten zu ver­mit­teln.

Sol­che Öffent­lich­keits­ar­beit ist wich­tig: Wenn nicht debat­tiert wird, kann die Regie­rung ihre Plä­ne ohne nen­nens­wer­ten Wider­stand durch­set­zen. Aber wir wol­len das neue Pri­va­ti­sie­rungs­vor­ha­ben in 2015 nicht nur dis­ku­tie­ren, son­dern auch auf­hal­ten. Dazu haben wir die neue Kam­pa­gne „Kei­nen Aus­ver­kauf unse­rer Infra­struk­tur an Ver­si­che­run­gen und Ban­ken!“ gestar­tet. Mit Ihrer Hil­fe kön­nen wir es schaf­fen, die Aus­wei­tung von ÖPP zu ver­hin­dern und zu einer demo­kra­ti­schen Kon­trol­le der Gemein­gü­ter zu kom­men.

Mit die­ser opti­mis­ti­schen Ein­schät­zung grü­ßen Sie

Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te und die Akti­ven von GiB

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I. UNSE­RE ARBEITS­SCHWER­PUNK­TE

Wir leg­ten den Schwer­punkt 2014 auf Pres­se-, Infor­ma­ti­ons- und Bil­dungs­ar­beit. Dazu recher­chier­ten wir inten­siv, führ­ten Hin­ter­grund­ge­sprä­che und infor­mier­ten die Öffent­lich­keit über aktu­el­le Ent­schei­dun­gen und Ereig­nis­se. Dabei half uns die Pfle­ge inten­si­ver Kon­tak­te mit Poli­ti­ke­rIn­nen auf Bun­des-, Lan­des- und kom­mu­na­ler Ebe­ne. Wir konn­ten unse­re Argu­men­te gegen ÖPP in Gesprä­chen und Kor­re­spon­denz aus­führ­lich dar­le­gen und für par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen nutz­bar machen.

Unse­re drei inhalt­li­chen Schwer­punk­te in 2014 waren:

  • Pri­va­ti­sie­run­gen im Ver­kehrs­be­reich: Fol­gen der for­mel­len Pri­va­ti­sie­rung bei der Deut­schen Bahn AG sowie die ÖPP-Pro­jek­te beim Auto­bahn­bau und -Betrieb
  • ÖPP und Schul­den­trans­pa­renz: Die Ver­schleie­rung von Schul­den durch ÖPP im Zuge der “Schwarze-Null”-Politik der Bun­des­re­gie­rung
  • Die neue ÖPP-Kom­mis­si­on von Sig­mar Gabri­el und die Vor­stö­ße der Bun­des­re­gie­rung, pri­va­tem Kapi­tal den Weg in öffent­li­che Infra­struk­tu­ren zu berei­ten.

Unse­re Infor­ma­tio­nen und Posi­tio­nen fan­den den Weg in die Medi­en: In der Fol­ge ent­stand eine ver­stärk­te gesell­schaft­li­che Wahr­neh­mung und Debat­te, ins­be­son­de­re eine über­wie­gend kri­ti­sche Bericht­erstat­tung zu ÖPP. Nicht zuletzt die­ser Ent­wick­lung ist auch die schwin­den­de Popu­la­ri­tät der pri­va­ten Inves­ti­ti­ons­mo­del­le geschul­det, die sich auch im Rück­gang der Zahl von ÖPP-Pro­jek­ten bei den Län­dern und in den Kom­mu­nen aus­drückt.

Unse­re Akti­vi­tä­ten im Ein­zel­nen:

  • Das The­ma ÖPP und Auto­bahn stellt für uns seit 2013 einen wich­ti­gen Arbeits­be­reich dar. Im ver­gan­ge­nen Jahr haben wir wie­der­holt auf die absurd anmu­ten­den Plä­ne des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums auf­ge­macht, nach denen Bau- oder Sanie­rungs­pro­jek­te pri­va­ti­siert wer­den müs­sen, auch wenn dadurch für die öffent­li­che Hand meh­re­re Mil­li­ar­den Euro Mehr­kos­ten ent­ste­hen. Im Rah­men unse­rer Kam­pa­gne ver­fass­ten wir einen offe­nen Brief und sam­mel­ten Unter­schrif­ten. Wir tra­ten in einen Dia­log mit dem Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss, unter ande­rem mit deren Vor­sit­zen­der Bet­ti­na Hage­dorn, der wir — eben­so wie dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um — einen Fra­gen­ka­ta­log vor­leg­ten.
    Wäh­rend der Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss unse­re Fra­gen beant­wor­te­te, hüllt sich das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Schwei­gen. Wir wer­den nach­ha­ken!
  • Zum The­ma Bahn­pri­va­ti­sie­rung haben wir im Rah­men der Bahn­kon­fe­renz „20 Jah­re Bahn­re­form – 20 Jah­re Stutt­gart 21“ im April in Stutt­gart einen Work­shop ange­bo­ten und dazu einen umfang­rei­chen Reader her­aus­ge­bracht. Außer­dem haben wir in Zusam­men­ar­beit mit dem Bünd­nis „Bahn für Alle“ einen Offe­nen Brief an Ange­la Mer­kel ver­fasst und eine Unter­schrif­ten­ak­ti­on mit der For­de­rung der Demo­kra­ti­sie­rung der Bahn gestar­tet. Eben­falls in Koope­ra­ti­on mit dem Bünd­nis „Bahn für Alle“ betei­lig­ten wir uns an meh­re­ren Aktio­nen gegen die geplan­te Abschaf­fung der Nacht­zü­ge.
  • Kei­ne Schul­den­ver­schleie­rung durch ÖPP: Wir haben die The­men Spar­zwän­ge durch die “Schwarze-Null”-Politik der Bun­des­re­gie­rung und ÖPP als Instru­ment zur Schul­den­ver­schleie­rung in Ver­bin­dung gebracht. In Koope­ra­ti­on mit ver.di ver­an­stal­te­ten wir im Juni eine Pres­se­kon­fe­renz unter dem Titel „ÖPP ist Teil des Pro­blems, nicht der Lösung“. Dar­in stell­ten wir dar, wie das Ver­ste­cken von öffent­li­chen Schul­den mit­tels ÖPP geför­dert wird. Zeit­gleich star­te­ten wir unse­ren Auf­ruf: „Kei­ne Tricks: ÖPP-Schul­den offen­le­gen“.
  • Die Offen­le­gung der neu­en Pri­va­ti­sie­rungs­of­fen­si­ve der Bun­des­re­gie­rung hat in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2014 einen gro­ßen Raum ein­ge­nom­men und wird uns auch wei­ter beschäf­ti­gen. Hier haben wir inten­si­ve Recher­che betrie­ben und unse­re Ergeb­nis­se in einem Work­shop an Jour­na­lis­tIn­nen wei­ter­ge­ge­ben, der tat­säch­lich die Bericht­erstat­tung zum The­ma erfolg­reich anstieß. Wir haben den orga­ni­sa­to­ri­schen Rah­men für eine Kam­pa­gne zur Gabri­el-Kom­mis­si­on geschaf­fen. 2015 soll die­se Kam­pa­gne an Fahrt gewin­nen. Hier­für pla­nen wir eine eige­ne Akti­ons­sei­te, Argu­men­ta­ti­ons­hil­fen, eine Brief­kam­pa­gne an Abge­ord­ne­te und öffent­lich­keits­wirk­sa­me Aktio­nen.

II. VER­AN­STAL­TUN­GEN UND DIS­KUS­SIO­NEN

Wir haben unse­re inhalt­li­che Arbeit und Kri­tik in zahl­rei­chen loka­len und inter­na­tio­na­len Ver­an­stal­tun­gen vor­ge­stellt und uns dabei mit ande­ren Akti­ven aus­ge­tauscht. Beson­ders her­vor­he­ben möch­ten wir die Tref­fen und Gesprä­che mit Men­schen aus Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en, Mol­da­wi­en, Polen, Ungarn, Marok­ko oder Tune­si­en. Dazu waren wir in Paris, Stock­holm, Lon­don und Leip­zig.

Die Pro­ble­me mit inter­na­tio­na­len ÖPP-Pro­jek­ten und die Pri­va­ti­sie­rungs­plä­ne des EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten Jean-Clau­de Juncker haben wir gemein­sam mit Urge­wald und WEED, die eben­falls zu die­sem The­ma arbei­ten, in zwei GiB-Info­aben­den zum The­ma gemacht.

Ins­ge­samt haben wir 2014 fünf Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­siert und an zwölf Dis­kus­sio­nen teil­ge­nom­men. Einen wich­ti­gen Bau­stein unse­rer Infor­ma­ti­ons­ar­beit stellt die neu ent­wi­ckel­te und im letz­ten Jahr in ers­ter Sai­son umge­setz­te pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­sche Stadt­tour „Wem gehört Ber­lin?“ dar. Die­ses For­mat hilft uns, mehr Men­schen einen neu­en Zugang zum The­ma Pri­va­ti­sie­rung zu ermög­li­chen.

Und last but not least haben wir unse­re Kri­tik auch öffent­lich sicht­bar gemacht: Am 5. Dezem­ber pro­tes­tier­ten wir zusam­men mit den aus Göt­tin­gen ange­reis­ten Stra­ßen­wär­ter vor dem Bun­des­tag. Die Akti­on, mit der wir sogar im ARD-Maga­zin Plus­mi­nus lan­de­ten, wand­te sich gegen die igno­ran­te Hal­tung des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums, die Kri­tik des Bun­des­rech­nungs­hofs zu negie­ren und den Län­dern ÖPP als alter­na­tiv­los vor­zu­schrei­ben.

III. ÖFFENT­LICH­KEITS­AR­BEIT

2014 haben wir 40 Blog­bei­trä­ge für unse­re Web­sei­te geschrie­ben, aber auch vie­le Gast­bei­trä­ge ver­fasst und sind zudem eini­ge Medi­en­ko­ope­ra­tio­nen ein­ge­gan­gen. Ein wich­ti­ger Bei­trag im ver­gan­ge­nen Jahr war die ARD-Doku­men­ta­ti­on „Der geplün­der­te Staat“. Als Exper­tIn­nen kamen wir in der Zeit­schrift „Neue Gesellschaft/ Frank­fur­ter Hef­te“ in der Aus­ga­be „Kla­re Sicht auf TTIP“ im Bei­trag „TTIP: Motor für Pri­va­ti­sie­rung und Public Pri­va­te Part­nership“ zu Wort.
Des­wei­te­ren wur­den wir u.a. bei den Nach­denk­sei­ten mit dem Arti­kel „Pri­vat­in­ves­ti­tio­nen und Daseins­vor­sor­ge sind ein Wider­spruch“ rezi­piert, sowie in der taz im Arti­kel „Koope­ra­ti­on von Pri­vat und Staat“. Ein uner­war­te­tes Lob erhiel­ten wir durch die FAZ im Arti­kel „Schul­den machen, ohne Schul­den zu machen“ – die von die­ser Sei­te uner­war­tet deut­li­che Kri­tik an ÖPP stützt sich auf ein Zitat von uns. Die Links zu den Bei­trä­gen fin­det ihr auf unse­rer Web­site oder auf den jewei­li­gen Web­sites und Blogs.

Eine wich­ti­ge Ver­öf­fent­li­chung sind unse­re Info­brie­fe, die alle sechs bis acht Wochen erschei­nen und eine Ein­schät­zung zu den neu­es­ten Ent­wick­lun­gen sowie die Pres­se­schau mit aus­ge­such­ten Medi­en­bei­trä­gen beinhal­ten. Die Info­brie­fe kön­nen auf unse­rer Web­site­un­ter Info­brief jeder­zeit nach­ge­le­sen wer­den. Dort kann man sich auch für den  Info­brief anmel­den.

GiB-Fak­ten­blät­ter sind ein wei­te­res For­mat unse­rer Ver­öf­fent­li­chun­gen. Sie stel­len eine aus­führ­li­che Infor­ma­ti­ons­quel­le zu ÖPP dar, die aber viel Recher­che­ar­beit und Auf­wand bei der Erstel­lung erfor­dern. In 2014 sind fünf Fak­ten­blät­ter erschie­nen: Nr. 12 „Vier Haupt­punk­te der Dis­kus­si­on zu PPP“, Nr. 13. „Auto­bahn-PPP“, Nr. 14: „PPP in Rat­häu­sern“, Nr. 15 „Pro­jekt-Bond-Initia­ti­ve“, Nr. 16 „Die neue Pri­va­ti­sie­rungs­of­fen­si­ve: Gabri­els ÖPP-Kom­mis­si­on“.

IV. KOM­MU­NI­KA­TI­ON UND VER­NET­ZUNG

Auch im Jahr 2014 haben wir dar­auf Wert gelegt, die Koope­ra­tio­nen mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen aus­zu­bau­en, um unse­re öffent­li­che Wahr­nehm­bar­keit und Wirk­sam­keit zu erhö­hen. Im Ein­zel­nen sind wir bei fol­gen­den Pro­jek­ten und The­men Koope­ra­tio­nen ein­ge­gan­gen:

  • Bahn­pri­va­ti­sie­rung gemein­sam mit dem Bünd­nis „Bahn für Alle“ und dem Ber­li­ner S-Bahn-Tisch
  • Auto­bahn-ÖPP mit dem Ver­band deut­scher Stra­ßen­wär­ter (VdS­Tra)
  • Umge­hung der Schul­den­brem­se und Ana­ly­se der Rech­nungs­hof-Berich­te mit ver.di/Fachbereich Gemein­den
  • Was­ser­pri­va­ti­sie­rung mit dem Ber­li­ner Was­ser­tisch, der Alli­anz der öffent­li­chen Was­ser­wirt­schaft (AöW) und dem ver.di Unter­stüt­zer­kreis der Euro­päi­schen Bür­ger­initia­ti­ve „Was­ser ist Men­schen­recht“ (EBI)
  • Inter­na­tio­na­le ÖPP-Pro­jek­te mit Urge­wald und WEED, attac Frank­reich und Euro­pean Ser­vices Stra­te­gy Unit (ESSU) aus Groß­bri­tan­ni­en
  • Tagung „Für star­ke, demo­kra­ti­sche und soli­da­ri­sche Kom­mu­nen“ in Erfurt mit der attac AG Kom­mu­nen
  • Stadt­tour „Wem gehört Ber­lin?“ mit den attac-AGen Pri­va­ti­sie­rung und Argu­men­te
  • Unter­stüt­zung der pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­schen Doku­men­ta­ti­on „Wer ret­tet Wen?“ des Film­kol­lek­tivs Kern­film
  • Mit­glied­schaf­ten: Bünd­nis „Bahn für Alle“, Stadt von Unten, Bünd­nis zur Ver­tei­di­gung der kom­mu­na­len Selbst­be­stim­mung Hei­li­gen­ha­fen, Netz­werk Selbst­hil­fe, Initia­ti­ve Trans­pa­ren­te Zivil­ge­sell­schaft

V. FINAN­ZEN

Im Jahr 2014 haben wir es geschafft, soviel Geld für unse­re poli­ti­sche Arbeit zusam­men zu bekom­men, wie wir es uns auch als Ziel gesetzt hat­ten — dar­über haben wir uns sehr gefreut. Aller­dings waren die Ein­nah­men noch unre­gel­mä­ßig: Gegen Jah­res­mit­te muss­ten kür­zer tre­ten und unter ande­rem den geplan­ten Druck eines Fly­ers absa­gen. Unse­re finan­zi­el­le Decke ist immer noch dünn und wir hof­fen, dass wir sie im Jahr 2015 soweit auf­pols­tern kön­nen, dass die Kon­ti­nui­tät unse­rer Arbeit nicht mehr gefähr­det ist. Eine detail­lier­te Über­sicht über unse­re Ein­nah­men, Aus­ga­ben und den Aus­blick für 2014 ist wei­ter unten zu fin­den. Im Fol­gen­den eine Dar­stel­lung der wich­tigs­ten Pos­ten.

EIN­NAH­MEN

Per­sön­li­che För­de­run­gen und Spen­den:

Auch die­ses Jahr ist die Zahl der För­der­mit­glie­der und PatIn­nen wei­ter gestie­gen, wir haben auf die­sem Weg Ein­nah­men in Höhe von 15.343 Euro erzielt. Das freut uns sehr, weil uns ins­be­son­de­re die­se regel­mä­ßi­gen Ein­nah­men Pla­nungs­si­cher­heit im finan­zi­el­len wie im poli­ti­schen Sin­ne ver­schaf­fen. Die Zahl unse­rer För­der­mit­glie­der, die uns mit Bei­trä­gen bis zu 100 Euro monat­lich unter­stüt­zen, liegt inzwi­schen bei 29. Außer­or­dent­lich stark ist 2014 die Zahl der ein­ma­li­gen und Dau­er-Spen­den gestie­gen – von 35 auf 61, sie haben uns mit ins­ge­samt 34.587 Euro unter­stützt. Wir füh­ren das vor allem dar­auf zurück, dass GiB im Jahr 2014 medi­al eine gro­ße Reich­wei­te erreich­te. Beson­ders stark ist die Spen­den­an­zahl im Herbst und vor Weih­nach­ten gestie­gen, was nicht zuletzt auf gro­ßes Inter­es­se an unse­rer Arbeit zur „ÖPP-Kom­mis­si­on“ von Sig­mar Gabri­el zurück­zu­füh­ren ist. Das ist eine für uns wich­ti­ge Wür­di­gung unse­rer Arbeit, für die wir allen Unter­stüt­ze­rIn­nen dan­ken möch­ten!

Stif­tun­gen:

Ins­ge­samt konn­ten wir 11.443 Euro bei fol­gen­de Stif­tun­gen ein­wer­ben: Netz­werk Selbst­hil­fe e.V. (670 Euro und 656 Euro), Stif­tung Men­schen­wür­de Arbeits­welt (464 Euro und 3.182 Euro), Ver­ein der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke e.V. (450 Euro), Stif­tung BGAG Wal­ter Hes­sel­bach (5.000 Euro) und Rosa-Luxem­burg Stif­tung (1.000 Euro). Mit den Gel­dern wur­de unse­re Arbeit an fol­gen­den Pro­jek­ten ermög­licht: Für die Ent­wick­lung und Umset­zung der Stadt­tour „Wem gehört die Welt?“, für die Wei­ter­ar­beit am ÖPP-Archiv, für das Druck­ma­te­ri­al zur ÖPP-Kom­mis­si­on von Gabri­el sowie für unse­re Arbeit im Bereich Pri­va­ti­sie­rung und ÖPP im Ver­kehrs­we­sen.

Sons­ti­ges:

Durch den Ver­kauf von Mate­ria­li­en und durch Vor­trä­ge haben wir ver­gan­ge­nes Jahr 1.462 Euro ein­ge­nom­men. Bezahl­te Gut­ach­ten, die unter der glei­chen Posi­ti­on sum­miert wer­den, haben wir 2014 ent­ge­gen unse­rer Pla­nung nicht ein­ge­wor­ben und die zuge­hö­ri­ge Zeit statt­des­sen in die Recher­chen zur Gabri­el-Kom­mis­si­on gesteckt. Das wur­de mög­lich, weil wir zu dem neu­en The­ma über die Ein­zel­spen­den so vie­le Mit­tel hat­ten, dass die Min­der­ein­nah­men dadurch aus­ge­gli­chen wer­den konn­ten.

AUS­GA­BEN

Unse­re Aus­ga­ben sind – eben­so wie die Ein­nah­men – sowohl im Ver­gleich mit dem Vor­jahr als auch im Ver­gleich mit den Plan­zah­len, gestie­gen. Wir konn­ten mit unse­rem Res­sour­cen­ein­satz auch poli­tisch mehr bewe­gen als im Vor­jahr: Unse­re Kri­tik an ÖPP und ihrer Lob­by kam bes­ser in die Öffent­lich­keit, was sich auch in einer gestie­ge­nen Anzahl an kri­ti­schen Arti­keln, Repor­ta­gen und Inter­views wie­der­spie­gel­te.

Der größ­te Aus­ga­ben­pos­ten sind die Gehäl­ter und Hono­ra­re. Dort haben wir die wöchent­li­che Arbeits­zeit im Bereich Koor­di­na­ti­on und Öffent­lich­keits­ar­beit von 20 auf 30 Stun­den dabei auf­ge­stockt, in den Berei­chen Tech­nik und Fund­rai­sing haben wir eben­falls deut­lich erhöht. Wir sind bewusst vom Plan abge­wi­chen, um der Dyna­mik der neu­en Ent­wick­lung mit der Gabri­el-Kom­mis­si­on gerecht zu wer­den.

Die Sach­kos­ten haben sich leicht ver­rin­gert, hier haben wir ver­sucht zu spa­ren. Die Rei­se­kos­ten sind vor allem des­we­gen nied­ri­ger aus­ge­fal­len, weil sie für uns von den Ver­an­stal­tern über­nom­men wor­den sind.

Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­ta­bel­le

Ein­nah­men Ist 2013 Soll 2014 Ist 2014 Soll 2015
Über­trag 5.592,67 15.136,81 10.835,81 16.300,00
Bewe­gungs­stif­tung 10.000,00 0,00 0,00 0,00
GiB-PatIn­nen 10.130,00 11.000,00 10.791,00 11.300,00
För­der­mit­glie­der 1.545,00 2.000,00 4.551,61 7.000,00
Spen­den­auf­ru­fe 14.172,41 18.500,00 34.586,77 36.000,00
Stif­tun­gen u.a. För­der­ein­rich­tun­gen 12.651,00 16.000,00 11.422,70 12.000,00
Mate­ria­li­en, Vor­trags­ho­no­ra­re, Gut­ach­ten etc. 6.182,08 11.000,00 1.461,80 2.500,00
Gesamt­sum­me Ein­nah­men 60.273,16 73.636,81 73.649,69 85.100,00
Aus­ga­ben    
Per­so­nal Ist 2013 Soll 2014 Ist 2014 Soll 2015
Gehalt (Koor­di­na­ti­on und Öffent­lich­keits­ar­beit) -21.956,94 -27.000,00 -31.906,06 -32.000,00
Hono­ra­re (Fund­rai­sing und Web), Ehren­amts­pau­scha­len -6.567,49 -9.000,00 -14.197,38 -28.000,00
Zuwen­dun­gen für Prak­ti­kan­tIn­nen 0,00 -200,00 0,00 -1.500,00
Zwi­schen­sum­me Per­so­nal­kos­ten -28.524,43 -36.200,00 -46.103,44 -61.500,00
Sach­kos­ten Ist 2013 Soll 2014 Ist 2014 Soll 2015
Büro-Mie­te -3.826,92 -3.900,00 -2.870,19 -4.500,00
Büro-Mate­ri­al -528,25 -600,00 -517,99 -600,00
Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und Web -944,69 -950,00 -1.252,32 -1.300,00
Kon­to­kos­ten 0,00 0,00 -354,44 -450,00
Por­to und Ver­sand -2.181,13 -3.000,00 -1.960,85 -3.000,00
Rei­se- u. Teil­nah­me­kos­ten, Fach­li­te­ra­tur -2.073,29 -2.100,00 -1.077,46 -2.000,00
Publi­ka­tio­nen -1.583,88 -2.000,00 -1.053,15 -2.000,00
Mate­ri­al für Aktio­nen -178,50 -200,00 -412,43 -500,00
Rechts­kos­ten -80,26 -50,00 0,00 -50,00
Aus­stat­tung: PC, Büro­mö­bel etc. 0,00 -550,00 0,00 -500,00
Zins­lo­se Kre­di­te -2.520,00 -2.500,00 -1.730,00 0,00
Zwi­schen­sum­me Sach­kos­ten -13.916,92 -15.850,00 -11.228,83 -14.900,00
Gesamt­aus­ga­ben Pers. u. Sach­kos­ten -42.441,35 -52.050,00 -57.332,27 -76.400,00
Sal­do 17.831,81 21.586,81 16.317,42 8.700,00

 

 

VI. WIE WEI­TER?

In der ers­ten Jah­res­hälf­te 2015 wol­len wir ver­hin­dern, dass Gabri­el, Schäub­le und Dob­rindt den Ein­stieg pri­va­ter Inves­to­ren als alter­na­tiv­los und selbst­ver­ständ­lich nutz­brin­gend dar­stel­len kön­nen. Wir wer­den die Vor­schlä­ge der soge­nann­ten ÖPP-Kom­mis­si­on auf inhalt­li­cher Ebe­ne dele­gi­ti­mie­ren und die Pri­va­ti­sie­rungs­plä­ne der Bun­des­re­gie­rung poli­tisch skan­da­li­sie­ren. Höhe­punkt die­ses Regie­rungs­vor­ha­bens wer­den ver­mut­lich die Ergeb­nis­vor­stel­lung der Gabri­el-Kom­mis­si­on und der Inves­ti­ti­ons­kon­gress des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums im April sein. Im Anschluss wird die Finanz- und Ver­si­che­rungs­bran­che aller Vor­aus­sicht nach Vor­schlä­ge zu Geset­zes­än­de­run­gen vor­le­gen – auch zu Grund­ge­setz­än­de­run­gen. Dazu kommt ver­mut­lich die Anre­gung der Grün­dung pri­va­ti­sie­rungs­kom­pa­ti­bler Struk­tu­ren wie einer “Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rungs­ver­wal­tung” und zuge­hö­ri­ger Anla­ge­fonds. Wir wol­len offen­le­gen, dass dahin­ter die ein­sei­ti­gen Inter­es­sen pri­va­ter Kapi­tal­an­le­ger ste­hen.

Unse­re wei­te­ren Plä­ne und Betä­ti­gungs­fel­der für das Jahr 2015:

  • Wir wer­den die inter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen in Bezug auf ÖPP gemein­sam mit unse­ren Kon­tak­ten, v.a. in Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich in Deutsch­land bekannt machen. „Pro­ject Bonds“ (inter­na­tio­na­le ÖPP-Pro­jek­te) und der Juncker-Inves­ti­ti­ons­plan bil­den den euro­päi­schen Rah­men auch für die ÖPPs in Deutsch­land. Was uns droht, muss­ten ande­re Län­der schon erle­ben – nur wis­sen davon bis­her weni­ge. Für März haben wir des­we­gen den bri­ti­schen ÖPP-Kri­ti­ker Dex­ter Whit­field ein­ge­la­den und wer­den gemein­sam mit ihm meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen bestrei­ten.
  • Wir wol­len unse­re Arbeit am ÖPP-Regis­ter soweit brin­gen, dass die zahl­rei­chen Nega­tiv­bei­spie­le all­ge­mein abge­ru­fen wer­den kön­nen und es Jour­na­lis­tIn­nen und Bür­ger-Initia­ti­ven damit mög­lich ist, die “ÖPP-ist-wirtschaftlicher”-Behauptungen kon­kret zu wider­le­gen.

Das Bud­get für die geplan­ten Akti­vi­tä­ten beläuft sich auf rund 85.000 Euro. Um die­se Sum­me zu errei­chen und die Akti­vi­tä­ten durch­füh­ren zu kön­nen, brau­chen wir Ihre Hil­fe.

UNTER­STÜT­ZEN SIE BIT­TE DIE ARBEIT VON GIB!

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Oder via Über­wei­sung an:

Emp­fän­ger: Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand
IBAN: DE20 43060967 1124229100
BIC: GENODEM 1 GLS
GLS Bank

Für die Plan­bar­keit unse­rer Arbeit sind die regel­mä­ßig ein­ge­hen­den För­der­sum­men beson­ders wich­tig: Enga­gie­ren Sie sich durch eine Mit­glied­schaft (ab 5 Euro/Monat) oder eine GiB-Paten­schaft (ab 25 Euro/Monat) für eine sta­bi­le Wei­ter­ar­beit unse­rer Initia­ti­ve.

Bild: Kostas Koufogiorgos

Bild: Kos­tas Kou­fo­gior­gos

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Jah­res­be­richt 2013

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,

Mit­te Janu­ar hat­te ich auf einem Sym­po­si­um zur Umset­zung des Men­schen­rechts auf Was­ser ein inter­es­san­tes Erleb­nis: Ein Refe­rent schil­der­te Pro­jek­te, die aufs Haar genau klan­gen wie PPP-Pro­jek­te. Aber die Begrif­fe PPP und ÖPP kamen in sei­nem Bei­trag nicht vor. Als die Dis­kus­si­on eröff­net wur­de, stell­te ich die Fra­ge, ob mit dem Vor­trag PPP-Pro­jek­te gemeint sei­en und, falls ja, war­um das Modell so posi­tiv dar­ge­stellt wor­den sei, obwohl doch bereits so vie­le nega­ti­ve Erkennt­nis­se vor­lä­gen. Der Refe­rent ant­wor­te­te sinn­ge­mäß wie folgt: „Man muss das dif­fe­ren­ziert betrach­ten. Das, wovon ich rede, ist kein PPP.“ Und füg­te hin­zu: „Das ist was ganz ande­res – das ist Pri­va­te Sec­tor Par­ti­ci­pa­ti­on, also, PSP!“. Das Publi­kum brach in Geläch­ter aus.

Ich war in die­sem Moment doch über­rascht — von der Ant­wort auf mei­ne Fra­ge, aber auch von der Reak­ti­on des Publi­kums auf die Ant­wort. Bei­des hat mir deut­lich vor Augen geführt, wie weit wir mit der Kri­tik an PPP in Deutsch­land schon gekom­men sind: PPP-Lob­by­is­ten ist es pein­lich gewor­den, das Wort in den Mund zu neh­men. Und gleich­zei­tig sind den Bür­ge­rIn­nen hier­zu­lan­de PPP-Model­le schon so geläu­fig, die Nach­tei­le so prä­sent, dass sprach­li­che Aus­flüch­te sie spon­tan zum Lachen brin­gen.

Die­sen Trend bestä­tigt auch die neu­es­te dbb-Umfra­ge: dem­nach ist die Zahl der Men­schen, die kei­ne wei­te­ren Pri­va­ti­sie­run­gen wol­len bzw. sich ihre Rück­ab­wick­lung wün­schen, von 78 Pro­zent in 2012 auf 84 Pro­zent in 2013 gewach­sen. Gleich­zei­tig fin­den wei­ter Ver­käu­fe statt, wer­den hohe Hür­den vor Rekom­mu­na­li­sie­run­gen errich­tet und mit dem Inkraft­tre­ten der Schul­den­brem­se mel­det sich ein neu­er Sach­zwang. Auf­klä­rung und Mei­nungs­trends allein wer­den nicht aus­rei­chen, um unse­re Gemein­gü­ter unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le zu brin­gen. Wir müs­sen aktiv Pri­va­ti­sie-run­gen ver­hin­dern und gleich­zei­tig kon­kre­ten Alter­na­ti­ven zum Durch­bruch ver­hel­fen.

Wir dan­ken allen, die uns bis­her ide­ell und finan­zi­ell unter­stützt haben, und freu­en uns, wenn Sie uns auch wei­ter­hin zur Sei­te ste­hen. Mehr zur För­de­rung von GiB am Ende die­ses Jah­res­be­richts oder gleich hier.

Mit bes­ten Grü­ßen
Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te

P.S. Es freut uns sehr, dass unser Kreis sich aus­wei­tet und immer mehr neue Men­schen hin­zu kom­men. Um kei­nen zu über­rum­peln, haben wir uns ent­schie­den in unse­ren Info­brie­fen, auf der Web­sei­te und ande­ren Kanä­len von „Du“ auf „Sie“ umzu­stei­gen.

P.P.S. Die For­de­rung nach Trans­pa­renz spielt in unse­rer Arbeit eine sehr wich­ti­ge Rol­le. Wir rich­ten die­sen Anspruch auch an uns selbst und haben des­we­gen, neben der regel­mä­ßi­gen Ver­öf­fent­li­chung von Jah­res­be­rich­ten, im Febru­ar 2014 auch die Initia­ti­ve Trans­pa­ren­te Zivil­ge­sell­schaft unter­zeich­net.

***

I. GIB IN AKTI­ON

Das Jahr 2013 begann mit dem Streit um die Pri­va­ti­sie­rung eines Abschnitts der Auto­bahn 7. Peter Ram­sau­er, zu die­sem Zeit­punkt noch Ver­kehrs­mi­nis­ter, ver­such­te PPP mit Bas­ta-Metho­den durch­zu­set­zen. Per Dekret soll­te das zustän­di­ge Land Nie­der­sach­sen, das PPP ablehn­te, zur Aus­schrei­bung der Sanie­rungs­maß­nah­men via PPP gezwun­gen wer­den. Die War­nun­gen des Bun­des­rech­nungs­hofs wur­den bei­sei­te gefegt, der mas­si­ve Wider­stand der Beschäf­tig­ten igno­riert. GiB hat Kon­takt mit den Men­schen vor Ort gehal­ten und mit der Akti­on unter dem Mot­to „Raum­sau­er, wir sind sau­er! Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung der A7“ vor dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Ber­lin den Fern­seh­ka­me­ras einen PPP-Gold­esel prä­sen­tiert. In Wit­ten tru­gen wir auch dazu bei, dass ein dro­hen­des PPP-Pro­jekt erfolg­reich abge­wen­det wer­den konn­te. Aller­dings nicht mit Aktio­nen, son­dern mit einem ande­ren Instru­ment – einer Ana­ly­se, die wir für die Rats­frak­ti­on Bür­ger­fo­rum Wit­ten zu den dor­ti­gen PPP-Pro­jek­ten gemacht haben.

Die für uns größ­te Akti­on im Jahr 2013 fand im Juni statt, als wir die Kam­pa­gne „Pri­va­ti­sie­rung been­den: PPP jetzt stop­pen!“ star­te­ten. In einem Brief wand­ten wir uns an die Abge­ord­ne­ten des künf­ti­gen Bun­des­tags und for­der­ten sie zum Umden­ken in Sachen PPP auf. Das Schrei­ben und die Unter­schrif­ten haben wir in einer medi­en­wirk­sa­men Akti­on am Tag der Kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des Bun­des­ta­ges im Okto­ber an Ver­tre­te­rIn­nen der SPD, der Grü­nen und der Lin­ken über­ge­ben. Ob des­we­gen die SPD – immer­hin PPP-Initia­to­rin der ers­ten Stun­de – in den Koali­ti­ons-ver­hand­lun­gen ein Ende die­ses Modells gefor­dert hat? Die Wei­ter­ver­fol­gung von PPP kam lei­der dann doch in den Koali­ti­ons­ver­trag, aber der klei­ne Erfolg gibt uns Mut.

Im Rah­men öffent­li­cher Aktio­nen, Kund­ge­bun­gen und Stra­ßen­fes­ten waren wir die­ses Jahr wie­der viel unter­wegs und haben Infor­ma­tio­nen zu Pri­va­ti­sie­rung und PPP unter die Leu­te gebracht. Eine Über­sicht über unse­re Aktio­nen befin­det sich hier.


II. VER­AN­STAL­TUN­GEN UND DIS­KUS­SIO­NEN

Auch im Jahr 2013 haben wir zahl­rei­che Info­ver­an­stal­tun­gen und Work­shops

ange­bo­ten oder als Refe­ren­tIn­nen dar­an Teil genom­men: in Ber­lin, Braun­schweig, Han­no­ver, Ham­burg, Husum, Nord­hau­sen, Pforz­heim oder Wei­mar. Die Lis­te unse­rer Ver­an­stal­tun­gen ist hier zu fin­den.

Im Febru­ar hat­ten wir eini­ge Tage lang den Wis­sen­schaft­ler Dex­ter Whit­field aus Irland zu Gast. In meh­re­ren Work­shops und einer öffent­li­chen Dis­kus­si­on beka­men wir einen tie­fen Ein­blick in die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen zu PPP in Groß­bri­tan­ni­en, aber auch welt­weit. Dar­über hin­aus waren sei­ne Hin­wei­se zum Auf­bau der von ihm betreu­ten ESSU-Data­ba­se für uns eine gro­ße Hil­fe beim Auf­bau unse­res eige­nen PPP-Archivs.

Auch bei den regu­lä­ren monat­li­chen GiB-Tref­fen konn­ten wir eine Rei­he von Vor­trä­gen orga­ni­sie­ren, unter ande­rem zu den The­men: Pro­ject-Bonds-Initia­ti­ve auf EU-Ebe­ne, Rekom­mu­na­li­sie­rung, Genos­sen­schaf­ten, Gemein­gü­ter und demo­kra­ti­sche Kon­trol­le.


III. PRES­SE- UND ÖFFENT­LICH­KEITS­AR­BEIT

Auf unse­rer Web­sei­te haben wir im Jahr 2013 fünf­zig Pres­se­mel­dun­gen und Arti­kel zu PPP und Pri­va­ti­sie­rung sowie ver­wand­ten The­men ver­öf­fent­licht. Meh­re­re Bei­trä­ge wur­den auch in ande­ren Medi­en und Blogs auf­ge­grif­fen, z.B. Nach­denk­sei­ten, Frank­fur­ter Rund­schau, taz, Neu­es Deutsch­land sowie den Zeit­schrif­ten Con­tras­te, Ossietz­ky, und SPW.

Im Okto­ber haben wir die Preis­ver­lei­hung des PPP-Inno­va­ti­ons­prei­ses durch die Lob­by-Agen­tur Bun­des­ver­band PPP zum Anlass genom­men, zusam­men mit ver.di eine Pres­se­kon­fe­renz mit dem Titel „Gesucht wird die nächs­te Elb­phil­har­mo­nie“ aus­zu­rich­ten. Dort haben wir die bis­he­ri­gen Preis­trä­ger unter die Lupe genom­men und der Öffent­lich­keit auf­ge­zeigt, dass sich der Skan­dal um die Ham­bur­ger Elb­phil­har­mo­nie, Preis­trä­ge­rin 2007, durch­aus ver­all­ge­mei­nern lässt. Die Stein gewor­de­ne Ham­bur­ger Pres­ti­ge­sucht ist ein typi­sches Bei­spiel der PPP-Pra­xis, wenn auch ein beson­ders kost­spie­li­ges.

Auch außer­halb der Pres­se­kon­fe­ren­zen haben wir Jour­na­lis­tIn­nen mit Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu Pri­va­ti­sie­rung und PPP ver­sorgt.

Im letz­ten Jahr haben wir außer­dem unser Info­pa­ket erwei­tert: Die Fak­ten­blät­ter-Rei­he – eine Samm­lung unse­rer Grund­la­gen­ar­beit – zählt mitt­ler­wei­le zwölf Aus­ga­ben.

Für die Mobi­li­sie­rung zu unse­rem Auf­ruf „Pri­va­ti­sie­rung been­den: PPP jetzt stop­pen!“ haben wir zwei Video­clips pro­du­ziert. Unter dem Titel PPP ist wenn… “, machen die Clips kurz und prä­gnant deut­lich, was PPP ist und wel­che Fol­gen PPP haben kann.

Außer­dem haben wir den inter­es­san­ten und infor­ma­ti­ven Trick­film „Rekom­mu­na­li­sie­rung: Unser Was­ser zurück in die öffent­li­che Hand!“ – eine Gemein­schafts­pro­duk­ti­on von Muni­ci­pal Ser­vice Pro­ject, Trans­na­tio­nal Insti­tu­te und Cor­po­ra­te Euro­pe Obser­va­to­ry – über­setzt.

Ganz wesent­lich trug auch die Nomi­nie­rung von GiB für den taz-Pan­ter­preis für Men­schen und Initia­ti­ven, „die sich mit gro­ßem per­sön­li­chen Ein­satz für ande­re stark machen und mutig Miss­stän­de auf­de­cken“, dazu bei, dass das The­ma Pri­va­ti­sie­rung und PPP sowie die Arbeit von GiB stär­ker in die Öffent­lich­keit rück­te.


IV. KOM­MU­NI­KA­TI­ON UND VER­NET­ZUNG

Neben den bereits erwähn­ten Koope­ra­tio­nen haben sich letz­tes Jahr erfreu­li­cher­wei­se auch zahl­rei­che wei­te­re erge­ben, zum Teil mit neu­en Mit­strei­tern, aber auch mit „älte­ren Bekann­ten“: Ber­li­ner Was­ser­tisch, Ber­li­ner Ener­gie­tisch, Bünd­nis Bahn für Alle, Was­ser in Bür­ger­hand, attac, Anti­pri­va­ti­sie­rungs­netz­werk APRI, ver.di und DGB, Alli­anz der öffent­li­chen Was­ser­wirt­schaft (AöW), Bünd­nis gegen Pri­va­ti­sie­rung / Frank­furt, Wem gehört Ber­lin?, Mül­hei­mer Bür­ger­initia­ti­ve MBI, Braun­schwei­ger Bür­ger­initia­ti­ve BIBS, Our World Is Not for Sale (OWINFS), Food & Water Watch, EPSU und eini­ge mehr. Wir haben gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lun­gen und Brie­fe geschrie­ben, unse­re Peti­tio­nen gegen­sei­tig unter­stützt, Bun­des­tref­fen, öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen und Pres­se­kon­fe­ren­zen orga­ni­siert und durch­ge­führt, für ver­schie­de­ne Demos und Kund­ge­bun­gen mobi­li­siert (und dann dar­an teil­ge­nom­men) oder uns ein­fach gegen­sei­tig bera­ten und mit guten Tipps ver­sorgt.

In der Regel orga­ni­sie­ren wir ein­mal im Jahr ein Bun­des­tref­fen, um mit unse­ren Mit­strei­te­rIn­nen und Sym­pa­thi­san­tIn­nen aus ganz Deutsch­land zusam­men­zu­kom­men, uns zu bera­ten und aus­zu­tau­schen. Im letz­ten Jahr konn­ten wir die­ses wich­ti­ge Netz­werk-Ereig­nis sogar zwei Mal statt­fin­den las­sen: Ende Janu­ar in Braun­schweig und Ende Novem­ber, zusam­men mit der attac-AG Kom­mu­nen, in Han­no­ver. Im Rah­men des letz­te­ren Tref­fens haben wir span­nen­de Ide­en für das Jahr 2014 ent­wi­ckelt, die im Aus­blick 2014 dar­ge­stellt sind.


VI. FINAN­ZEN

Der finan­zi­el­le Spiel­raum, der GiB im Jahr 2013 zur Ver­fü­gung stand, fiel am Ende etwas klei­ner aus als erwar­tet. Gleich­zei­tig ist jedoch auch die Dif­fe­renz zwi­schen unse­ren Wün­schen und der finan­zi­el­len Ent­wick­lung etwas klei­ner gewor­den als in den Jah­ren 2011 und 2012. Wir freu­en uns dar­über, dass GiB im Alter von gut drei Jah­ren ein Stück­chen pro­fes­sio­nel­ler dar­in gewor­den ist, unser Zie­le und Mög­lich­kei­ten mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren. Wir sind aber noch kei­nes­wegs „über den Berg“ und von einer dau­er­haft trag­fä­hi­gen Ein­nah­me­si­tua­ti­on noch weit ent­fernt. Gemes­sen an der Not­wen­dig­keit, die Auf­klä­rung über und die Mobi­li­sie­rung gegen die rück­sichts­lo­se Ver­wer­tung der Gemein­gü­ter zu orga­ni­sie­ren, sind die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Men­schen und Mit­tel eher ein knap­pes Gut. Ins­be­son­de­re fehlt uns Geld für pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung im IT- sowie im Recher­che­be­reich. Eine Über­sicht über unse­re Ein­nah­men, Aus­ga­ben sowie der Aus­blick auf 2014 fin­den sich wei­ter unten. Im Fol­gen­den eine Über­sicht der wich­tigs­ten Pos­ten.

EIN­NAH­MEN

Per­sön­li­che För­de­run­gen und Spen­den: Es freut uns sehr, dass immer mehr Men­schen GiB unter­stüt­zen, die wir zuvor nicht kann­ten. Dies spie­gelt für uns die posi­ti­ve Ent­wick­lung wider, dass die Arbeit von GiB nun zuneh­mend bekann­ter wird und das Ver­trau­en in unse­re Initia­ti­ve wächst. Die­se Ten­denz gilt sowohl für För­der­mit­glie­der als auch für Spen­de­rIn­nen. Der Kreis der GiB-För­der­mit­glie­der ist im Jahr 2013 wei­ter gewach­sen: Zur­zeit unter­stüt­zen uns 35 Men­schen mit ihren regel­mä­ßi­gen Bei­trä­gen zwi­schen 5 und 100 Euro pro Monat. Damit tru­gen sie 2013 einen bedeu­ten­den Anteil in Höhe von 10.130 Euro zur Finan­zie­rung unse­rer Arbeit. Die dau­er­haf­te Unter­stüt­zung durch Mit­glieds­bei­trä­ge ist uns beson­ders wich­tig, weil die­se es uns ermög­li­chen, kon­ti­nu­ier­lich an The­men zu arbei­ten oder auf die drin­gen­den Pro­ble­me spon­tan zu reagie­ren, ohne in unse­rer Arbeit von begrenz­ten und auf­wän­dig zu bean­tra­gen­den Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen abhän­gig zu sein. Auch Spen­de­rIn­nen waren letz­tes Jahr groß­zü­gi­ger und sorg­ten für ins­ge­samt 14.172 Euro an Ein­nah­men.

Stif­tun­gen: Die drei­jäh­ri­ge För­de­rung durch die Bewe­gungs­stif­tung hat­te sich ver­ein­ba­rungs­ge­mäß von Jahr zu Jahr ver­rin­gert, sodass unse­re Auf­ga­be jeweils dar­in bestand, die „Lücke“ gegen­über dem Vor­jahr durch eige­ne Anstren­gun­gen zu schie­ßen. Die letz­te Rate von 10.000 Euro haben wir Anfang 2013 erhal­ten und im Jahr 2014 müs­sen wir nun finan­zi­ell auf eige­nen Füßen ste­hen. Von wei­te­ren Stif­tun­gen haben wir ins­ge­samt 12.651 Euro bekom­men, die sich wie folgt zusam­men set­zen: Ver­ein der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke (200 Euro), BGAG Wal­ter Hes­sel­bach (7.400 Euro), Rosa-Luxem­burg-Stif­tung (750 Euro), Stif­tung Men­schen­wür­de und Arbeits­welt (3.645 Euro) und Netz­werk Selbst­hil­fe (656 Euro).

Sons­ti­ges: Eine wei­te­re wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le stell­ten unse­re Vor­trä­ge, Mate­ria­li­en und zwei Gut­ach­ten zu PPP dar (gut 6.000 Euro).

AUS­GA­BEN

Auch die meis­ten unse­rer Aus­ga­ben sind etwas nied­ri­ger aus­ge­fal­len als geplant:

  • Per­so­nal­kos­ten bil­den die größ­te Sum­me, wobei ein klei­ner Rück­gang zu ver­zeich­nen ist (auf 31.219 Euro). Der Grund dafür ist eine Pau­se im Fund­rai­sin­gbe­reich und die dau­er­haf­te Unter­be­set­zung im IT-Bereich. Vor allem letz­te­res wol­len wir im Jahr 2014 ändern, dar­über hin­aus aber auch die längst not­wen­di­ge Stun­den­er­hö­hung im Bereich Koor­di­na­ti­on schaf­fen.

  • Der Bereich Sach­kos­ten hat sich nicht wesent­lich erhöht und blieb bei einer ähn­li­chen Grö­ßen­ord­nung wie im Vor­jahr (13.917 Euro). Eben­so wie im Jahr 2012 haben wir auch 2013 kei­ne gro­ßen Aus­ga­ben für Akti­ons­ma­te­ri­al gehabt. Das liegt einer­seits dar­an, dass wir kei­ne auf­wän­di­gen und teu­ren Akti­ons­ma­te­ria­li­en benut­zen und ande­rer­seits dar­an, dass vie­le unse­rer Akti­vi­tä­ten in Form von Öffent­lich­keits- und Kam­pa­gnen­ar­beit über Online-Medi­en erfol­gen. Das ist z.B. bei der Erhö­hung der Kos­ten im Online-Bereich zu sehen.

Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­ta­bel­le

Ein­nah­men Ist 2012 Soll 2013 Ist 2013 Soll 2014
Über­trag 7.937,52 5.592,67 5.592,67 15.136,81
Bewe­gungs­stif­tung 20.000,00 10.000,00 10.000,00 0,00
GiB-PatIn­nen 10.425,00 12.000,00 10.130,00 11.000,00
För­der­mit­glie­der 120,00 1.500,00 1.545,00 2.000,00
Spen­den­auf­ru­fe 6.945,00 11.300,00 14.172,41 18.500,00
Stif­tun­gen, För­der­ein­rich­tun­gen 9.961,85 19.000,00 12.651,00 16.000,00
Mate­ria­li­en, Vor­trags­ho­no­ra­re 3.923,92 1.150,00 3.182,08 1.000,00
Gut­ach­ten, For­schung 0,00 0,00 3.000,00 10.000,00
Gesamt­sum­me Ein­nah­men 59.313,29 60.542,67 60.273,16 73.636,81
Aus­ga­ben
Per­so­nal Ist 2012 Soll 2013 Ist 2013 Soll 2014
Gehalt (Koor­di­na­ti­on) -23.592,49 -23.600,00 -21.956,94 -27.000,00
Hono­rar (Fund­rai­sing) -9.620,00 -9.000,00 -6.567,49 -9.000,00
Hono­rar (Web­mas­ter) -5.075,85 -5.100,00 -210,00 -9.000,00
Hono­ra­re, Ehren­amts­pau­scha­len -1.945,00 -2.000,00 -2.485,00 -2.000,00
Zuwen­dun­gen für Prak­ti­kan­tIn­nen 0,00 -200,00 0,00 -200,00
Zwi­schen­sum­me Per­so­nal­kos­ten -40.233,34 -39.900,00 -31.219,43 -47.200,00
Sach­kos­ten Ist 2012 Soll 2013 Ist 2013 Soll 2014
Büro-Mie­te -4.653,28 -4.100,00 -3.826,92 -3.900,00
Büro-Mate­ri­al -1.022,62 -1.100,00 -528,25 -600,00
Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und Web -285,74 -300,00 -944,69 -950,00
Por­to und Ver­sand -1.003,59 -1.800,00 -2.181,13 -3.000,00
Rei­se- u.Teilnahmekosten, Fach­li­te­ra­tur -2.527,29 -2.600,00 -2.073,29 -2.100,00
Publi­ka­tio­nen -1.723,88 -2.000,00 -1.583,88 -2.000,00
Mate­ri­al für Aktio­nen -735,38 -2.000,00 -178,50 -200,00
Rechts­kos­ten 0,00 -50,00 -80,26 -50,00
Aus­stat­tung: PC, Büro­mö­bel etc. -535,50 -550,00 0,00 -550,00
Zins­lo­se Kre­di­te -1.000,00 -2.500,00 -2.520,00 -2.500,00
Zwi­schen­sum­me Sach­kos­ten -13.487,28 -17.000,00 -13.916,92 -15.850,00
Gesamt­aus­ga­ben Pers.u.Sachkosten -53.720,62 -56.900,00 -45.136,35 -63.050,00
Sal­do 5.592,67 3.642,67 15.136,81 10.586,81

VII. WIE WEI­TER?

Die für das Jahr 2014 geplan­ten Akti­vi­tä­ten sind Ergeb­nis eini­ger Stra­te­gie- und Bun­des­tref­fen im Jahr 2013, bei denen wir im grö­ße­ren Kreis über unse­re künf­ti­gen Schrit­te dis­ku­tiert haben. Ent­stan­den ist eine Mischung aus den not­wen­digs­ten Schrit­ten einer­seits und aus den für uns inter­es­san­ten Betä­ti­gungs­fel­dern ande­rer­seits. Denn wir sind der Mei­nung: Wenn wir die Pri­va­ti­sie­rungs­po­li­tik dau­er­haft und ernst­haft bekämp­fen wol­len, darf der Spaß an der Arbeit nicht feh­len :)

Im Jahr 2014 haben wir vor:

  • einen Pri­va­ti­sie­rungs­mel­der ein­zu­rich­ten, damit man über die PPP- und Pri­va­ti­sie­rungs­pro­jek­te schnel­ler infor­mie­ren kann,

  • eine Akti­vis­tIn­nen­bör­se zu star­ten und damit eine bes­se­re Ver­net­zung der Akti­ven zu ermög­li­chen,

  • das PPP-Regis­ter (bis­her PPP-Archiv) öffent­lich zugäng­lich zu machen,

  • Kon­takt zu Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen auf­neh­men, um sie bei der Abwehr von PPP zu unter­stüt­zen. Zudem ver­an­stal­ten wir gemein­sam mit den attac-AGs Kom­mu­nen und Pri­va­ti­sie­rung einen Kon­gress für Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen im Herbst 2014.

  • Ende März star­ten wir gemein­sam mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen im Bünd­nis „Bahn für Alle“ einen Auf­ruf gegen die for­mel­le Bahn­pri­va­ti­sie­rung und laden ein zum Kon­gress „20 Jah­re Bahn­re­form – 20 Jah­re Stutt­gart 21“ von 25.–27. April in Stutt­gart.

Natür­lich wer­den wir auch wei­ter­hin lau­fen­de poli­ti­sche Ereig­nis­se ver­fol­gen, wobei wir auf zwei Ent­wick­lun­gen beson­ders gespannt sind: Einer­seits auf die Offen­le­gung der durch PPP ver­ur­sach­ten Ver­schul­dung (die Offen­le­gung ist seit 2014 für alle EU-Län­der ver­pflich­tend). Und ande­rer­seits auf die Ein­hal­tung der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung, neue PPP-Pro­jek­te einer „neu­tra­len“ und „trans­pa­ren­ten“ Wirt­schaft­lich­keits­prü­fung zu unter­zie­hen. Wir wer­den Sie zeit­nah über die Umset­zung die­ser Vor­ha­ben infor­mie­ren und natür­lich Druck auf Poli­ti­ke­rIn­nen machen, damit ihre Erklä­run­gen kei­ne lee­ren Ver­spre­chen blei­ben.

Das Bud­get für unse­re geplan­ten Akti­vi­tä­ten 2014 beläuft sich auf rund 70.000 Euro. Um die­se Sum­me zu stem­men brau­chen wir Sie an unse­rer Sei­te und freu­en uns, wenn Sie im Jahr 2014 die Arbeit von GiB unter­stüt­zen! Jede Spen­de hilft!


EIN­LA­DUNG ZU EINER MIT­GLIED­SCHAFT BEI GiB

Für die kon­ti­nu­ier­li­che Anti­pri­va­ti­sie­rungs­ar­beit sind ins­be­son­de­re die regel­mä­ßi­gen För­der­bei­trä­ge hilf­reich. Des­we­gen laden wir Sie ein, GiB-Mit­glied (ab 5 Euro/Monat) oder GiB-Patin/Pa­te (ab 25 Euro/Monat) zu wer­den. Dafür müs­sen Sie ledig­lich unse­re Zie­le und Grund­sät­ze tei­len.

Für die Mit­glied­schaft, fül­len Sie bit­te das Bei­tritts­for­mu­lar und sen­den Sie es an: Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) e.V., Wei­den­weg 37, 10249 Ber­lin oder per Fax.: 030 37 30 22 96. Oder schi­cken Sie uns das aus­ge­füll­te For­mu­lar per Mail an info@gemeingut.org.


 

Jah­res­be­richt 2012

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,das Jahr 2013 star­te­te mit einem Eklat: Haar­scharf wur­de die Pri­va­ti­sie­rung eines Abschnitts der Auto­bahn A7 gestoppt. Das PPP-Pro­jekt soll­te ein Volu­men von 700 Mil­lio­nen Euro haben. Das Nach­be­ben ist noch spür­bar: Das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ver­sucht Druck auf die Lan­des­re­gie­rung aus­zu­üben und die Bau­in­dus­trie beschimpft die Kri­tik als „Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gne“. Kein Wun­der, denn die PPP-Lob­by hat ein Mil­li­ar­den-Stück vom Gemein­gü­ter­ku­chen ver­passt und zwei PPP-freund­li­che Par­tei­en haben an Boden verloren.Die Schlag­zei­le aus der nie­der­säch­si­schen Pres­se „Wer pri­va­ti­siert ver­liert Wah­len“ passt im Jahr 2013 für die gan­ze Bun­des­re­pu­blik und wir laden euch dazu ein, in die­sen span­nen­den Mona­ten, gemein­sam mit uns, noch stär­ker für unse­re Gemein­gü­ter zu kämp­fen und den Pri­va­ti­sie­re­rIn­nen die Sit­ze im Bun­des­tag zu verwehren.Am Ende die­ses Berich­tes könnt ihr lesen, was wir 2013 vor­ha­ben. Aber zuerst laden wir euch ein, das ereig­nis­rei­che Jahr 2012 Revue pas­sie­ren zu las­sen und euch dar­an zu freu­en, was wir alle für den Schutz unse­rer Gemein­gü­ter geschafft haben.Mit soli­da­ri­schen Grüßen,Laura Valen­tu­ke­vici­ute­für GiB
GiB in Akti­on
Das Jahr 2012 stand unter dem Slo­gan „PPP ade!“. Mit der Pres­se­kon­fe­renz Anfang Janu­ar 2012 haben wir eine kri­ti­sche Bilanz zur 12-jäh­ri­gen PPP-Erfah­rung in Deutsch­land gezo­gen. Wir haben den Bun­des­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le dazu auf­ge­for­dert, PPP end­lich zu eva­lu­ie­ren und zu stop­pen. Auch soll die größ­te PPP-Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on, Part­ner­schaf­ten Deutsch­land AG, die aus unse­ren Steu­er­gel­dern finan­ziert wird, abge­schafft. Unse­ren Brief haben bis Ende Juni Bür­ge­rIn­nen aus über 1000 Städ­ten und Gemein­den unterzeichnet.Wir haben auf den Stra­ßen von Ber­lin, Pots­dam, Mainz und Frank­furt gegen PPP pro­tes­tiert und Infor­ma­tio­nen zu PPP ver­brei­tet. Wir haben die Poli­ti­ke­rIn­nen auf dem Weg in die PPP-Kon­fe­ren­zen empfangen.Und wir haben die ers­te Euro­päi­sche Bür­ger­initia­ti­ve gegen die Pri­va­ti­sie­rung von Was­ser­ver- und Abwas­ser­ent­sor­gung „Was­ser ist ein Men­schen­recht“ unter­stützt. Aus unse­rer Arbeit wis­sen wir: Die Bür­ge­rIn­nen leh­nen PPP ganz über­wie­gend ab. Das soll öffent­lich sicht­bar wer­den. Mit ins­ge­samt zehn öffent­lich­keits­wirk­sa­men Aktio­nen in die­sem Jahr sind wir die­sem Ziel ein gutes Stück näher­ge­kom­men. All unse­re Aktio­nen im Jahr 2012 sind hier auf­ge­lis­tet.
Ver­an­stal­tun­gen und Dis­kus­sio­nen
Neben zahl­rei­chen Work­shops, Ver­an­stal­tun­gen und Dis­kus­sio­nen (s. Deutsch­land­kar­te), konn­ten wir die­ses Jahr unse­re PPP-Kri­tik sogar in den Bun­des­tag tra­gen: Ende Okto­ber, zur öffent­li­chen Anhö­rung zu PPP wur­de als einer von ins­ge­samt acht Sach­ver­stän­di­gen Carl Waß­muth von GiB vom Ver­kehrs­aus­schuss ein­ge­la­den. Die Kri­tik an PPP über­wog in der Anhö­rung – und sie kam nicht nur von GiB, son­dern auch von der Wis­sen­schaft, den mit­tel­stän­di­schen Bau­un­ter­neh­men, den Rech­nungs­hö­fen und den Gewerk­schaf­ten. Eine Über­sicht zu all unse­ren Ver­an­stal­tun­gen und Work­shops im Jahr 2012 fin­det ihr hier.
Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit
Die Pres­se­kon­fe­renz „PPP ade! 12 Jah­re sind genug“ haben wir am 3. Janu­ar 2012 als Kater­früh­stück orga­ni­siert. Gemein­sam mit ver.di stell­te GiB eine Zwölf-Jah­res-Bilanz von PPP in Deutsch­land auf. Die Pres­se­kon­fe­renz zog eine Wel­le kri­ti­scher Bericht­erstat­tung nach sich. Dar­über hin­aus hat nach unse­rer Beob­ach­tung seit Mit­te 2012 kei­ne ernst zu neh­men­de Zei­tung einen PPP loben­den Bei­trag mehr veröffentlicht.Auf par­la­men­ta­ri­scher Ebe­ne wer­den par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen und Anträ­ge, Anre­gun­gen von GiB auf­ge­nom­men. Ins­be­son­de­re zur Trans­pa­renz konn­te erreicht wer­den, dass nun doku­men­tiert ist, wel­che zahl­rei­chen Sach­ver­hal­te die Bun­des­re­gie­rung im Zusam­men­hang mit PPP nicht eva­lu­iert. In unse­ren Arti­keln, Blog­bei­trä­gen sowie Inter­views in der Pres­se oder Audi­o/Vi­deo-Medi­en haben wir diver­se Pro­ble­me, die mit Pri­va­ti­sie­rung ein­her­ge­hen, beleuch­tet. Eine Über­sicht zu all unse­ren Pres­se­ar­ti­keln und Blog­bei­trä­gen fin­det ihr hier.
Inter­na­tio­na­le Pro­jek­te
Eine unse­rer zen­tra­len inter­na­tio­na­len Akti­vi­tä­ten war die Rei­se nach Mar­seil­le und die Bericht­erstat­tung vom dort statt­fin­den­den Alter­na­ti­ven Welt­was­ser­fo­rum FAME. Durch Refe­ren­tIn­nen in Work­shops haben wir das inter­na­tio­na­le Tref­fen der Was­ser­be­we­gung nicht nur aktiv mit­ge­stal­tet, son­dern auch umfang­reich doku­men­tiert: Wir haben Kurz­vi­de­os für das FAME-Tage­buch auf unse­rer Web­sei­te pro­du­ziert und im Anschluss einen Sam­mel­band aus Bei­trä­gen zu welt­wei­ten Was­ser­kämp­fen mit dem Titel „…nicht für Pro­fit“ ver­öf­fent­licht. Eini­ge der Auf­nah­men wur­den im Fern­se­hen ausgestrahlt.Als zwei­te wich­ti­ge Publi­ka­ti­on mit inter­na­tio­na­len Bei­trä­gen im Jahr 2012 ist eine Samm­lung von Bei­trä­gen aus der Euro­päi­schen Som­mer­uni­ver­si­tät von attac (ENA) erschie­nen, die 2011 in Frei­burg statt­fand. Unter dem Titel „Kampf um die Gemein­gü­ter in Euro­pa“ fin­den sich in dem Heft zahl­rei­che Arbei­ten von euro­päi­schen Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, Akti­vis­tIn­nen und Gewerk­schaf­te­rIn­nen, die sich gegen Pri­va­ti­sie­rung ein­set­zen.
Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ver­net­zung
Als eine wesent­li­che Auf­ga­be von GiB sehen wir es an, die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen ver­schie­de­nen akti­ven Grup­pen zu unter­stüt­zen. Dazu haben wir im ver­gan­ge­nen Jahr:40 Bei­trä­ge auf der Web­sei­te ver­öf­fent­licht4 Info­brie­fe ver­schickt58.501 Besu­che­rIn­nen auf unse­rer Sei­te infor­miert25 Aktiv­en­tref­fen orga­ni­siert (Pro­jekt­pla­nung, inhalt­li­che Arbeit, bun­des­wei­te Ver­net­zung)ca. 300 Bür­ge­rIn­nen­an­fra­gen per Tele­fon und E-Mail bear­bei­tet1 GiB-Som­mer­fest gefei­ert1 Online-Forum für Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen gestar­tet
Finan­zen
Auch im Jahr 2012 konn­ten wir poli­tisch mehr poli­ti­sche Erfol­ge auf­wei­sen als bei der Sta­bi­li­sie­rung unse­rer finan­zi­el­len Basis. Das immer noch klei­ne Bud­get von GiB ermög­licht wei­ter­hin nur die Arbeit an den drin­gends­ten Bau­stel­len. Gleich­zei­tig erfor­dert es sehr viel ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment. Auch wird die PPP-Lob­by immer aggres­si­ver und akti­ver, da die Stim­mung zu PPP sicht­bar kippt. Um dage­gen hal­ten kön­nen, benö­ti­gen wir viel Unter­stüt­zung, ins­be­son­de­re finan­zi­ell.EIN­NAH­MENPer­sön­li­che För­de­run­gen und Spen­den: Wir freu­en uns sehr über den Zuwachs von Unter­stüt­ze­rIn­nen und Spen­de­rIn­nen im Jahr 2012, die mit ihrem regel­mä­ßi­gen oder ein­ma­li­gen Bei­trä­gen eine wich­ti­ge finan­zi­el­le Basis für unse­re Arbeit dar­stel­len. Ins­ge­samt för­dern uns der­zeit 28 PatIn­nen (10 PatIn­nen mehr als 2011) mit Zuwen­dun­gen zwi­schen 25 und 50 Euro pro Monat. Neu hin­zu­ge­kom­men sind Ende 2012 wei­te­re fünf För­der­mit­glie­der, die GiB mit einem regel­mä­ßi­gen Monats­bei­trag zwi­schen 5 und 10 Euro finan­zi­ell unter­stüt­zen. Dar­über hin­aus sind auch vie­le klei­ne­re und grö­ße­re Ein­zel­spen­den auf dem GiB-Kon­to ange­kom­men und haben unse­ren Spen­den­topf um knapp 7.000 Euro gefüllt.Stiftungen: Unse­re bis­lang wich­tigs­te För­de­rung durch die Bewe­gungs­stif­tung läuft 2013 aus. Im Rah­men der Drei-Jah­re-För­de­rung haben wir insg. 60.000 Euro bekom­men, in drei Raten auf­ge­teilt (2011: 30.000 Euro, 2012: 20.000 Euro, 2013: 10.000 Euro). Wei­te­re Stif­tun­gen, von denen wir im Jahr 2012 Pro­jekt­gel­der in Höhe von ins­ge­samt 7.200 Euro bekom­men haben, sind: Stif­tung Mit­ar­beit (270 Euro), Netz­werk Selbst­hil­fe (500 Euro), Rosa-Luxem­burg-Stif­tung (1.035 Euro), Stif­tung Nord-Süd-Brü­cken (1.500 Euro), Stif­tung Men­schen­wür­de und Arbeits­welt (2.721 Euro) sowie der EED (1.155 Euro).Sonstiges: Der Ver­kauf von Druckerzeug­nis­sen, Hono­rar­zah­lun­gen für unse­re Exper­ti­se und Kos­ten­er­stat­tun­gen für GiB-Akti­ons­ma­te­ri­al haben 2012 Ein­nah­men in Höhe von 3.700 Euro ein­ge­bracht. Wir haben also noch Luft nach oben und freu­en uns auf eure Anfra­gen und Bestel­lun­gen.AUS­GA­BENDer Unter­halt des Büros stellt einen der größ­ten Pos­ten in unse­rer Aus­ga­ben­lis­te dar. Auch nächs­tes Jahr wol­len wir die­se wich­ti­ge Anlauf­stel­le auf­recht erhal­ten. Auch die haupt­amt­li­che Unter­stüt­zung mit einer hal­ben und zwei Hono­rar-Stel­len ist für unse­re Arbeit uner­läss­lich. Die Mie­te des Büros belief sich auf 4.700 Euro pro Jahr, die Per­so­nal­kos­ten betru­gen 40.000 Euro. Wei­te­re Büro­aus­ga­ben wie Ver­sand-, Mate­ri­al-, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten und ande­re betru­gen ca. 8.000 Euro. Für Akti­ons­ma­te­ri­al haben wir die­ses Jahr weni­ger aus­ge­ge­ben als im Jahr zuvor (740 Euro in 2012 und 3.550 Euro in 2011). Das liegt dar­an, dass die meis­ten unse­rer Akti­vi­tä­ten in Form von Pres­se- oder Öffent­lich­keits­ar­beit über Online-Medi­en erfolgt sind. Das Mate­ri­al für unse­re größ­te Akti­on – die „PPP ade!“-Unterschriftenübergabe am 25.6. – wur­de von unse­rem Koope­ra­ti­ons­part­ner ver.di pro­du­ziert.Wir hof­fen auf ein finan­zi­ell erfolg­rei­che­res Jahr 2013 und dan­ken allen unse­ren PatIn­nen, För­der­mit­glie­dern und Spen­de­rIn­nen, die mit ihrem Bei­trag unse­re kon­ti­nu­ier­li­che Arbeit gegen Pri­va­ti­sie­rung ermög­li­chen. Im Fol­gen­den eini­ge der wich­tigs­ten Pos­ten.
Wie wei­ter?
Wir alle haben dazu bei­ge­tra­gen, dass die von der PPP-Lob­by pro­gnos­ti­zier­te Erho­lung auf dem PPP-Markt nach dem Ein­bruch im Jahr 2010, nicht wie geplant ein­ge­tre­ten ist, dass sogar die Mas­sen­me­di­en kein gutes Wort über PPP ver­lie­ren und, dass immer mehr Rats­frak­tio­nen das PPP-Kon­strukt durch­schau­en und ablehnen.Der nächs­te Schritt ist die bun­des­wei­te Ableh­nung von PPP. Um das zu errei­chen, dür­fen wir 2013 nicht locker las­sen, son­dern müs­sen wei­ter am Ball blei­ben! Im Rah­men unse­res stra­te­gi­schen Bun­des­tref­fens der Anti­pri­va­ti­sie­rungs­in­itia­ti­ven im Janu­ar 2013 haben wir des­halb fol­gen­de nächs­te Schrit­te geplant:
  1. Im Wahl­jahr 2013 wol­len wir die Posi­tio­nen der Abge­ord­ne­ten und der Bun­des­tags­kan­di­da­tIn­nen stär­ker unter die Lupe neh­men und wer­den ins­be­son­de­re die PPP-Befür­wor­te­rIn­nen unter ihnen dazu ein­la­den, in öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen ihre Argu­men­ta­ti­on zu PPP dar­zu­le­gen sowie unse­re Kri­tik dazu zu hören. Uns ist klar, dass wir die Über­zeu­gungs­tä­te­rIn­nen nicht von PPP abbrin­gen wer­den, aber die zen­tra­le Erfah­rung unse­rer Arbeit lehrt uns: Je mehr über die geplan­ten Pro­jek­te öffent­lich dis­ku­tiert wird, des­to unwahr­schein­li­cher wird deren Rea­li­sie­rung per PPP. Wenn ihr mit­ma­chen möch­tet, indem ihr z. B. in eurer Stadt eine öffent­li­che Ver­an­stal­tung zu PPP orga­ni­sie­ren wollt, mel­det euch bei uns unter info@gemeingut.org.
  2. Wir star­ten eine Umfra­ge zu PPP auf dem Web­por­tal www.abgeordnetenwatch.de und laden euch dazu ein, die Ant­wor­ten der Poli­ti­ke­rIn­nen zu ver­fol­gen und wei­ter nach­zu­fra­gen. Genaue Infor­ma­tio­nen dazu fin­det ihr in Kür­ze auf unse­rer Web­sei­te www.gemeingut.org.
  3. Dar­über hin­aus haben wir vor, ein umfang­rei­ches PPP-Archiv auf­zu­bau­en. Denn weder die Bun­des­re­gie­rung noch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt oder eine ande­re glaub­wür­di­ge Quel­le ver­fügt über erfor­der­li­che Daten, um z. B. auch nur fol­gen­de simp­le Fra­ge zu beant­wor­ten: Wie vie­le öffent­li­che Was­ser­ver­sor­ger gibt es in Deutsch­land?

Dar­über hin­aus haben wir auf dem Bun­des­tref­fen vie­le wei­te­re Ide­en bespro­chen, die wir in der nächs­ten Zeit mit Ener­gie und Freu­de anpa­cken wer­den.

Viel von dem, was wir uns für 2012 vor­ge­nom­men hat­ten, konn­ten wir erfolg­reich umset­zen. Und so hof­fen wir, die anste­hen­den wich­ti­gen Auf­ga­ben auch die­ses Jahr zu meis­tern. Das geht natür­lich nur gemein­sam, mit eurer Hil­fe.

Wir freu­en uns auch in Zukunft über eure finan­zi­el­le Unter­stüt­zung auf das Spen­den­kon­to von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand:

KTO 1124229100

BLZ 43060967

GLS-Bank.

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Jah­res­be­richt 2011

I. Unse­re Zie­le – eine Bilanz

I.I. Orga­ni­sa­to­ri­sche Zie­le: Auf­bau unse­rer Struk­tu­ren

Nach lan­gem Hin und Her mit dem Finanz­amt und dem Amts­ge­richt wur­de GiB am 4.11.2011 end­lich in das Ver­eins­re­gis­ter ein­ge­tra­gen und hat am 18.11.2011 die Bestä­ti­gung der Gemein­nüt­zig­keit für die Jah­re 2010 und 2011 bekom­men.
Das GiB-Büro in Ber­lin wur­de eta­bliert und arbeits­fä­hig aus­ge­stat­tet – besucht uns im Wei­den­weg 37, 10243 Ber­lin!
Die geplan­te 90%-Stelle wur­de, ver­teilt auf drei Teil­zeit­stel­len, aus­ge­schrie­ben und besetzt mit:
Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te für die Koor­di­na­ti­on, Dirk Kramm für Tech­nik und Web­sei­te und Carl Waß­muth für die Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit. Das Büro­team wur­de zeit­wei­se von einem Prak­ti­kan­ten und einer Hono­rar­kraft unter­stützt.
Das GiB-Logo wur­de aus­ge­ar­bei­tet und Mate­ria­li­en für die Dar­stel­lung von GiB erstellt.
Eine tech­nisch und inhalt­lich anspruchs­vol­le Web­sei­te ent­stand.
Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren wur­den eta­bliert: regel­mä­ßi­ge Tref­fen, regel­mä­ßi­ge Tele­fon­kon­fe­ren­zen, struk­tu­rier­te Mai­ling­lis­ten, regel­mä­ßi­ger Info­brief.

I.II. Unse­re über­grei­fen­den poli­ti­schen Zie­le

PPP gerät in Ver­ruf

Das Modell PPP, unser der­zei­ti­ger Schwer­punkt in der Arbeit gegen Pri­va­ti­sie­rung, gerät immer mehr in Ver­ruf: Ein hoch­ran­gi­ger PPP-Lob­by­ist, Prof. Dr. Han­nes Rehm, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­ra­tes der ÖPP AG (Part­ner­schaf­ten Deutsch­land AG) und bis Juli 2011 der Spre­cher des „SoFFin“, sprach von einer „Ein­trü­bung des gene­rel­len Mei­nungs­um­fel­des für ÖPP“: „Ich möch­te behaup­ten, das liegt vor allem an der sich ver­stär­ken­den kri­ti­schen Hal­tung der Poli­tik und man­cher gesell­schaft­li­cher Grup­pen gegen­über dem zwei­ten „P“. Die Kri­tik an ÖPP kommt in Deutsch­land vor allem aus Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, von Gewerk­schaf­ten und häu­fig auch von der Poli­tik selbst.“ Zu dem unge­woll­ten, aber will­kom­me­nen Lob mehr hier.
Indi­ka­to­ren für eine zuneh­mend kri­ti­sche Wahr­neh­mung von PPP ist die stei­gen­de Zahl der Pres­se­an­fra­gen an uns, zugleich flie­ßen unse­re Inhal­te auch stär­ker ein (Zah­len s. unten). Anfang des Jah­res 2012, nach unse­rer Pres­se­kon­fe­renz „PPP ade!“ sind meh­re­re PPP-kri­ti­sche Arti­kel erschie­nen — eini­ge davon auch ohne direk­tes Zutun von uns. Das zeugt davon, dass ver­mehrt auch ande­re Akteu­re sich kri­tisch mit PPP aus­ein­an­der­set­zen. Seit dem Jahr 2011 zäh­len zu den PPP-Kri­ti­ke­rIn­nen auch die Bun­des- und Lan­des­rech­nungs­hö­fe, der Bund der Steu­er­zah­ler, die Mit­el­stands­ver­tre­ter des Zen­tral­bunds Deut­sches Bau­ge­wer­be, die Alli­anz der öffent­li­chen Was­ser­wirt­schaft, die Fried­rich-Ebert-Stif­tung und der Ver­band Deut­scher Archi­tek­ten- und Inge­nieur­ver­ei­ne. Gegen PPP spre­chen sich immer mehr Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen aus. Auch ste­hen mit­ler­wei­le drei PPP-kri­ti­sche MdBs (je einer von der SPD, der Lin­ken und den Grü­nen) sowie ein PPP-kri­ti­scher MdE (Grü­ne) mit uns in engem Aus­tausch und stim­men sich fach­lich in ihrem Vor­ge­hen mit uns ab.

Volks­ent­schei­de gegen Pri­va­ti­sie­rung

Anfang des Jah­res wur­de mit den Stim­men von 666.000 Ber­li­ne­rIn­nen das bun­des­weit ers­te Gesetz zur Offen­le­gung eines PPP-Ver­trags in einer Volks­ab­stim­mung ver­ab­schie­det. In Ita­li­en wur­de per Volks­ent­scheid die Was­ser­pri­va­ti­sie­rung im gan­zen Land ver­bo­ten, das hat auch die Dis­kus­si­on über bun­des- oder sogar EU-wei­te Volks­ent­schei­de gegen die Pri­va­ti­sie­rung unse­rer Gemein­gü­ter beför­dert. Mit­ler­wei­le bil­det sich schon eine auch von Gewerk­schaf­ten unter­stütz­te Initia­ti­ve für ein EU-wei­tes Ver­bot der Libe­ra­li­sie­rung der Was­ser­wirt­schaft. Wir sehen die Unter­stüt­zung und Initi­ie­rung von den sol­chen Volks­be­geh­ren als eine der wich­tigs­ten Auf­ga­ben von GiB und haben sie nach unse­ren Kräf­ten unter­stützt. Mehr dazu auf S. 4.

Stim­mung wen­det sich den Gemein­gü­tern zu

Immer mehr Kom­mu­nen erwä­gen eine Rekom­mu­na­li­sie­rung. 2011 wur­den in Ham­burg, Stut­gart und Ber­lin vier Volks­ent­schei­de für gro­ße Unter­neh­men der öffent­li­chen Hand orga­ni­siert. Das Kli­ma für Rekommunalisie­rungen wird durch die Finanz­kri­se begüns­tigt, even­tu­ell öff­net sich sogar ein „Gele­gen­heits­fens­ter“ für die Mobi­li­sie­rung zu mehr demo­kra­ti­scher Kon­trol­le über Gemein­gü­ter. Das bestä­tigt sich auch in uns nahe­ste­hen­den Orga­ni­sa­tio­nen: Die kri­ti­sche Hal­tung zu PPP hat sich bei GEW, Ver.di und DGB, in der Par­tei die Lin­ke, in der Rosa Luxem­burg- und Hans-Böck­ler-Stif­tung ver­fes­tigt, wir haben dort inzwi­schen Ansprech- und Koope­ra­ti­ons­part­ne­rIn­nen mit einer kla­ren PPP-kri­ti­schen Hal­tung.

II. Unse­re Akti­vi­tä­ten

II.I. Aktio­nen

Das ers­te und gleich­zei­tig inten­sivs­te Pro­jekt von GiB in 2011 war die Unter­stüt­zungs­kam­pa­gne zum Volks­ent­scheid des Ber­li­ner Was­ser­tischs vom 13. Febru­ar 2011 zur Offen­le­gung der Geheim­ver­trä­ge zu den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben, die Kam­pa­gne „Wollt ihr wis­sen“.

War­um „Wollt ihr wis­sen “?

Ende 2010 ging noch eine gefühl­te Mehr­heit in Ber­lin davon aus, alle Was­ser­ver­trä­ge sei­en bereits offen gelegt. Der Volks­ent­scheid zur Offen­le­gung der Ver­trä­ge droh­te an zu gerin­ger Wahl­be­tei­li­gung zu schei­tern. „Wollt ihr wis­sen …?“ bezog sich auf 100 von uns öffent­lich prä­sen­tier­te offe­ne Fra­gen zum Ber­li­ner Was­ser: Ohne eine voll­stän­di­ge Offen­le­gung aller Ver­trä­ge und Neben­ab­re­den, so unse­re The­se, sei ihre Beant­wor­tung nicht mög­lich.

Inten­si­ve Pres­se­ar­beit

Im Zeit­raum von einem Monat ver­öf­fent­lich­ten wir 12 Pres­se­mi­tei­lun­gen und hiel­ten zwei Pres­se­kon­fe­ren­zen ab. Unter ande­rem prä­sen­tier­ten wir sym­bo­lisch 180 gehei­me Akten­ord­ner, um das Aus­maß der poli­ti­schen Geheim­nis­krä­me­rei bild­lich dar­zu­stel­len.

Video­spots

Knapp 30 Ber­li­ne­rIn­nen kamen in unser spon­tan zum Film­stu­dio umfunk­tio­nier­tes GiB-Büro und frag­ten in die Kame­ra: „Wir wol­len wis­sen .…was pas­siert, wenn das Ber­li­ner Rohr­netz von Veo­lia und RWE ähn­lich ver­nach­läs­sigt wird wie die S-Bahn von der DB? …in wel­chem Zustand unser Trink­was­ser­netz ist? …ob bald 75% der Fische in der Spree weib­lich sind? …war­um Paris den Ver­trag mit Veo­lia nicht ver­län­gert hat? …in wel­chem Zustand RWE und Veo­lia uns das Trink­was­ser- und Abwas­ser­netz zurück­ge­ben müs­sen?“ und vie­les mehr. Zu sehen unter www.wollt-ihr-wissen.de/videos/

Cyber-Deba­ten

Neben zahl­rei­chen Bür­ge­rIn­nen, die die Dis­kus­si­ons­fo­ren unse­rer Inter­net­sei­te nutz­ten, waren bald auch die Pres­se­spre­cher der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be (BWB) und von Veo­lia water sehr aktiv dar­in, ihre Mei­nung auf unse­rer Web­sei­te kund zu tun. Den Rekord hält der Spre­cher von Veo­lia Was­ser — er schrieb knapp 30 Bei­trä­ge mit ins­ge­samt über 30.000 Zei­chen. Eine Woche nach der Ver­öf­fent­li­chung unse­rer „100 Fra­gen“ stell­ten zudem die BWB elf Web-Sei­ten mit unse­rer Kam­pa­gnen-Sei­te zum Ver­wech­seln ähn­li­chen Web­adres­sen online – eine unse­riö­se Pra­xis, die unter Inter­net-Exper­tIn­nen als „Typo­s­qua­ting“ bekannt ist. Dort gaben die BWB vor, unse­re Fra­gen zu beant­wor­ten. Mit­ler­wei­le führt Wiki­pe­dia in sei­nem Ein­trag zu Typo­s­qua­ting die BWB als „Bei­spiel aus jüngs­ter Zeit“ an für Typo­s­qua­ting bei „aus wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Grün­den geführ­ten Kämp­fen“.

Stra­ßen -Aktio­nen:
  • Janu­ar 2011: Anlass für eine gut auf­ge­nom­me­ne Stra­ßen­ak­ti­on war das hart­nä­cki­ge Schwei­gen des Ber­li­ner Senats zum Was­ser­volks­ent­scheid: In Anklang an Luthers The­sen­an­schlag nagel­ten wir „95 Fra­gen zum Ber­li­ner Was­ser an die Rote Rat­haus­tür“.
  • Febru­ar 2011: Eine „Gol­de­ne Uni­ver­sal­schrau­be für beson­ders ver­dreh­tes Argu­men­tie­ren“ erhielt der Ber­li­ner Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Klaus Lede­rer von uns ver­lie­hen, als sym­bo­li­sche Aus­zeich­nung für fol­gen­de Phra­se: „Ein erfolg­rei­cher Volks­ent­scheid lie­fe ver­mut­lich dar­auf hin­aus, dass er fol­gen­los blei­ben wür­de und sich die anschlie­ßen­de Ent­äu­schung in Pas­si­vi­tät nie­der­schlägt.“
  • März 2011: Welt­was­ser­tag: Par­ty mit Public Viewing des Doku­men­tar­films „Water Makes Money“ über Was­ser­pri­va­ti­sie­rung und -rekom­mu­na­li­sie­rung von L. Fran­ke und H. Lorenz.
  • April 2011: Kund­ge­bung gegen den inter­na­tio­na­len Was­ser-Kon­gress mit dem dreis­ten Namen „Water Meets Money“ mit Kurz­thea­ter zur Was­ser­pri­va­ti­sie­rung, Aus­zü­gen aus der Men­schen­rechts­er­klä­rung und einem Socken­pup­pen­thea­ter. Was­ser wur­de auch mit direkt vor Ort gedruck­tem Geld ver­stei­gert, zum Abschluss gab es eine wei­te­re öffent­li­che Auf­füh­rung des Films „Water Makes Money“. Von der Akti­on gibt es einen Kurz­film: htp://www.youtube.com/watch?v=8X9H6sgeizc. PM und Fotos: www.gemeingut.org/2011/04/pressemiteilung-protest-gegen-lobbyistentagung-zeigt-wasser-ist­keine-ware-sondern-menschenrecht/
  • Juli 2011: Die Spree­pa­ra­de ist in Ber­lin eine Pflicht­ver­an­stal­tung für Pri­va­ti­sie­rungs­geg­ne­rIn­nen. Wir haben Mate­ria­li­en gegen Pri­va­ti­sie­rung ver­teilt und unse­ren Pro­test auf einem Ban­ner, in Rede­bei­trä­gen und auf Sprech­bla­sen öffent­lich gemacht.
  • August 2011: Auf der Euro­päi­schen Som­mer­aka­de­mie von atac (Euro­pean Net­work Aca­de­my – ENA) prä­sen­tier­ten wir in einer als Kund­ge­bung gestal­te­ten Pres­se­kon­fe­renz unse­re Publi­ka­ti­on „PPP­Handreichung für Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen“. Das ers­te Exem­plar über­reich­ten wir der pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­schen Stadt­rä­tin Ire­ne Vogel von der Unab­hän­gi­gen Lis­te Frei­burg. Dazu wur­den Tex­te zu Aspek­ten von Was­ser­pri­va­ti­sie­rung welt­weit ver­le­sen, das “Lied vom Was­ser” gesun­gen und beglei­tet von der Frei­bur­ger Tromm­ler­grup­pe “Sam­bas­ta” bil­de­ten wir eine klei­ne Demo durch die Innen­stadt. Zum Abschluss führ­ten wie eine Doku­men­tar­sa­ti­re auf, in der alle Tex­te voll­stän­dig aus Ori­gi­nal­zi­ta­ten von PPP-Lob­by­is­ten gebil­det wur­de (sie­he auch www.gemeingut.org/2011/08/ena-2011-demo-am-bertholdsbrunnen/)
Bun­des- und euro­pa­wei­te Akti­vi­tä­ten gegen PPP, die GiB unter­stützt hat

Zwei Refe­ren­den in Ham­burg („Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung gegen den Bür­ger­wil­len“ und „Unser Ham­burg – Unser Netz“) und ein Bür­ger­be­geh­ren in Stut­gart für die Rekom­mu­na­li­sie­rung der Kon­zes­sio­nen „Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung Stut­gart“: Ver­brei­tung der Infor­ma­tio­nen über die Lis­ten, die
Web­sei­te und face­book. Ein­la­dung der Refe­ren­den-Initia­to­rIn­nen als Refe­ren­tIn­nen in unse­ren Work­shops und Tref­fen.
Refe­ren­dum gegen die Was­ser­pri­va­ti­sie­rung in Ita­li­en (Juni 2011): Öffent­lich­keits- und Pres­se­ar­beit in Deutsch­land als Mobi­li­sie­rung für die Teil­nah­me am Volks­ent­scheid, Ver­brei­tung des in Deutsch über­setz­ten Geset­zes­tex­tes, Rede­bei­trag auf der Groß­de­mo in Rom.

Wir wer­den bun­des­weit wahr­ge­nom­men und bekom­men Anfra­gen bzgl. der Unter­stüt­zung bei der Bekämp­fung diver­ser PPP-Pro­jek­te. Lei­der kön­nen wir auf­grund unse­rer man­geln­den Res­sour­cen nur weni­ge die­ser Anfra­gen aus­rei­chend bear­bei­ten und die Unter­stüt­zung nicht im benö­tig­ten Umrfang
leis­ten.

Grup­pen­un­ter­stüt­zung und Ver­net­zung

Für die stär­ke­re Unter­stüt­zung der Grup­pen haben wir beim letz­ten Bun­des­tref­fen ein Info- und Unter­stüt­zungs­pa­ket ent­wi­ckelt. Das Paket soll im ers­ten Quar­tal 2012 fürs Ver­schi­cken an die Grup­pen bereit­ste­hen. Der Aus­bau einer dezen­tra­len Akti­ons­bör­se zum Aus­tausch von Akti­ons­ide­en, –berich­ten, –mate­ria­li­en, –auf­ru­fen und –erfah­run­gen ist gera­de in Bear­bei­tung und soll zeit­nah mit dem Akti­ons­pa­ket den Grup­pen zur Ver­fü­gung ste­hen.
Für das kom­men­de Jahr steht außer­dem an, die Ver­net­zung der PPP-Geg­ne­rIn­nen aktiv zu betrei­ben: Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen gegen PPP, Archi­tek­ten und Inge­nieu­re gegen PPP, Kreis der PPP-kri­ti­schen Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, Kreis der PPP-kri­ti­schen Schul­lei­te­rIn­nen u.ä.

II.II. Ver­an­stal­tun­gen:

Wir haben im Jahr 2011 elf Work­shops und Info­ver­an­stal­tun­gen ange­bo­ten (ohne die monat­li­chen GiB-Tref­fen) und haben zu zehn Ver­an­stal­tun­gen Refe­ren­tIn­nen ent­sandt. Neue Akti­ve fin­den zu uns ins­be­son­de­re durch die Work­shops, die wir anbie­ten (z.B. ENA, Wachs­tums­kon­gress etc.) sowie durch die bun­des­wei­ten Tref­fen und die monat­li­chen GiB-Tref­fen in Ber­lin. Die monat­li­chen GiB-Tref­fen
fin­den jeden ers­ten Mon­tag im Monat, ab 19:00 Uhr im GiB-Büro stat.
II.III. Publi­ka­tio­nen und Mul­ti­me­dia­bei­trä­ge:
Im Jahr 2011 haben wir vie­le Publi­ka­tio­nen ver­öf­fent­licht und eini­ges an Mate­ri­al bereit­ge­stellt:

  • Ca. 40 selbst ver­fass­te Arti­kel und Kom­men­ta­re (die meis­ten ste­hen auch auf der Web­sei­te www.gemeingut.org) Eine Zusam­men­stel­lung der Bei­trä­ge schi­cken wir euch bei Inter­es­se ger­ne zu
  • die Bro­schü­re „PPP-Hand­rei­chung“ (20 Sei­ten A6, Auf­la­ge 2.000 Stück)
  • in Zusam­men­ar­beit mit der öster­rei­chi­schen Gewerk­schaft Vida und der Redak­ti­on von Luna­park 21 das Heft Lunapark21/extra „Daseins­vor­sor­ge und Demo­kra­tie“ (48 Sei­ten, Auf­la­ge 3.000 Stück)
  • drei Gast­bei­trä­ge zu Pri­va­ti­sie­rung in der Zeit­schrift Lunapark21 (je 20.000 Zei­chen, Auf­la­ge jeweils 5.000 Stück)
  • einen Infobrief/extra, ab Herbst monat­li­che Rund­brie­fe (in Digi­tal­form). Den Info­brief bestel­len: infobrief@gemeingut.org
  • Wer­be­fly­er für GiB (10.000 Stück), Spen­den­post­kar­ten (1.200 Stück) in fünf Moti­ven zur Pri­va­ti­sie­rungs­kri­tik und ein Auf­kle­ber (500 Stück). Außer­dem haben wir einen Buton (250 Stück) pro­du­ziert.

GiB-Publi­ka­tio­nen fin­det ihr hier: www.gemeingut.org/material/

Es wur­den 14 Kurz­vi­de­os für die Kam­pa­gne „Wollt ihr wis­sen“ und ein Kurz­film für die Akti­on „Water meets Geld­gier“ gedreht. Außer­dem es wur­de ein Audio­bei­trag zu GiB und unse­ren Ver­an­stal­tun­gen bei der ENA pro­du­ziert (nach­hö­ren: www.gemeingut.org/2011/10/ena-was-macht-gib-so-wichtig/).

II.VI. Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on:

Für Anfra­gen sind wir von Mon­tag bis Frei­tag im Büro erreich­bar. Den Infor­ma­ti­ons­fluss ver­su­chen wir über die monat­li­chen Info­brie­fe kon­ti­nu­ier­lich zu hal­ten, die wir seit dem Herbst ver­sen­den. Neben dem Info­brief ver­sor­gen wir unse­re Lis­ten und die Web­sei­te lau­fend mit Arti­keln, Mul­ti­me­dia­bei­trä­gen und Kom­men­ta­ren sowohl aus eige­ner Pro­duk­ti­on als auch aus den­bun­des­wei­ten Medi­en. Die Web­sei­te ist eines der wich­tigs­ten unse­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en und wird, wie geplant, durch­schnit­lich 50 Mal pro Tag besucht, aller­dings mit gro­ßen Schwan­kun­gen. Ins­be­son­de­re zwei unse­rer Arti­kel, die im „Nachdenkseiten“-Blog ver­öf­fent­licht wur­den, haben ver­gleichs­wei­se hohe Besu­che­rIn­nen­zah­len auf unse­rer Web­sei­te gene­riert: 800 und 700 in weni­gen Tagen. Für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Medi­en­ver­tre­te­rIn­nen haben wir einen eige­nen Pres­se­ver­tei­ler auf­ge­baut, bzw. den aus der Zeit der PPP-Irr­weg-Kam­pa­gne aus­ge­wei­tet. Im Jahr 2011 haben wir 18 Pres­se­an­fra­gen bekom­men und haben 21 Pres­se­mi­tei­lun­gen (allei­ne und in Zusam­men­ar­beit mit atac, dem Ber­li­ner Was­ser­tisch u.a.) ver­fasst.

III. Auf­bau des Fund­rai­sings

III.I. Ernüch­tern­de Bilanz

Eines der Zie­le mit der Grün­dung von GiB als Ver­ein war, eine dau­er­haft über­le­bens­fä­hi­ge Struk­tur auf­zu­bau­en. Dazu bedarf es neben viel ehren­amt­li­cher Unter­stüt­zung des kon­ti­nu­ier­li­chen Ein­wer­ben von Miteln, neu­deutsch „Fund­rai­sing“. Die selbst gestell­te Auf­ga­be, Struk­tu­ren für ein Fund­rai­sing auf­zu­bau­en und gleich­zei­tig schon genü­gend Spen­den für die zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten in 2011 zu gewin­nen, haben wir die­ses Jahr nicht erfüllt. Vor­nehm aus­ge­drückt machen wir zu viel Poli­tik und schau­en zu wenig dar­auf, ob wir dafür auch von jeman­dem Geld bekom­men kön­nen. In Zah­len: Zusätz­lich zu den Gel­dern aus der Basis­för­de­rung haben wir stat der geplan­ten 52.000 Euro nur knapp 30.000 Euro ein­ge­wor­ben.
Bei aller nega­ti­ver Bilanz: der Trend ist ein­deu­tig posi­tiv. Seit dem Som­mer wer­den wir beim Fund­rai­sing von einer kom­pe­ten­ten Hono­rar­kraft unter­stützt. Gleich­zei­tig haben wir unse­ren Schwer­punkt deut­lich stär­ker auf das Stif­tungs­fund­rai­sing und auf Koope­ra­tio­nen ver­legt, mit guten ers­ten Ergeb­nis­sen. Wir haben eine Daten­bank aus­ge­wählt, instal­liert, weit­ge­hend alle vor­han­de­nen Daten ein­ge­pflegt und zu zehnt eine online-Schu­lung dazu wahr­ge­nom­men.

Par­al­lel dazu haben wir uns im Bereich Fund­rai­sing wei­ter­ge­bil­det: Auf einer zwei­tä­gi­gen Schu­lung durch attac, andert­halb Tage bei der Kara­wa­ne in Ham­burg sowie auf einem zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten der Bewe­gungs­stif­tung.

III.II. Finan­zen

Die Aus­ga­ben im ers­ten Halb­jahr waren gemäß Finanz­plan ca. 5.000 Euro / Monat. Im zwei­ten Halb­jahr muss­te deut­lich gekürzt wer­den, die Aus­ga­ben betru­gen daher ca. 3.500 Euro / Monat.

Die Ein­nah­men waren deut­lich unter den Vor­ga­ben im Finanz­plan. Die größ­te finan­zi­el­le Stüt­ze war der Bei­trag der Bewe­gungs­sti­fung mit 30.000 Euro. Die zweit­größ­te Sum­me bil­de­ten die Ein­nah­men, die wir von den Drit­ten für unse­re Akti­vi­tä­ten bekom­men haben. Damit sind gemeint: die Alli­anz der öffent­li­chen Was­ser­wirt­schaft (1000 Euro), attac (2.300 Euro), Stif­tung Men­schen­wür­de Arbeits­welt (3689 Euro), Netz­werk Selbst­hil­fe (243 Euro), BGAG Wal­ter Hes­sel­bach Stif­tung (3.000 Euro), Grü­ne Liga (180 Euro), Erstat­tung der Rei­se­aus­ga­ben (477 Euro). Die Ein­nah­men aus Grün­dungs­pa­tIn­nen­bei­trä­gen betru­gen 6.925 Euro und aus Spen­den 2.888 Euro.

Es wur­den außer­dem zwei zins­lo­se Pri­vat­kre­di­te in Höhe von 6.000 Euro auf­ge­nom­men, die 2012 und 2013 fäl­lig zur Rück­zah­lung wer­den.

III.III. Ausgaben/Einnahmen 2011 und Kos­ten- und Finan­zie­rungs­plan 2011 — 201

Ein­nah­men Soll 2011 Ist 2011 Soll 2012
Bewe­gungs­stif­tung 30.000,00 30.000,00 20.000,00
Grün­dungs­pa­tIn­nen (18) 20.000,00 6.925,00 7.200,00
Geziel­te Anfra­ge bei Ein­zel­per­so­nen 10.000,00 2.887,91 6.000,00
Spen­den­auf­ru­fe (mail­auf­ru­fe) an Adres­sen von PPP-Irr­weg 10.000,00 0,00 2.000,00
Direk­te Spen­den aus Inter­net (Über­wei­sung, PayPal, Flattr) 400,00 0,00 1.000,00
Wer­bung um För­der­mit­glie­der 6.000,00 0,00 3.000,00
Geziel­te Anfra­gen bei ver­di / Hans-Böck­ler-St. / EU 0,00 10.000,00
Bezah­lung Drit­ter für Akti­vi­tä­ten im Rah­men der Zie­le der G.i.B 2.000,00 10.890,19 20.000,00
Sons­ti­ge Ein­nah­men 265,19 300,00
Ver­kauf Mate­ria­li­en (Kurz­film, Hand­rei­chun­gen) 1.000,00 0,00 1.000,00
Spen­den­auf­ruf (Brief) an die ca. 200 Spen­der von Bahn für alle 3.000,00 0,00 0,00
Zins­lo­se Kre­di­te 0,00 6.000,00 -4.000,00
Sum­me 82.400,00 56.968,29 66.500,00
Aus­ga­ben

Per­so­nal Soll 2011 Ist 2011 Soll 2012
Koor­di­na­ti­on -22.500,00 -23587,14 -22.500,00
Pres­se-, Öffent­lich­keits­ar­beit -9.000,00 -5.191,69 -9.000,00
Web­mas­ter -9.000,00 -9.011,83 -9.000,00
Praktikant_innen / Ehren­amts­pau­scha­le -4.800,00 -500,00 -2.400,00
Fund­rai­sing -1.884,00 -800,00 -9.000,00
Wei­te­re Per­so­nal­kos­ten: Lay­out, Kom­mu­ni­ka­ti­on 0,00 -2.341,45 0,00
Per­so­nal­kos­ten -47.184,00 -38.885,11 -51.900,00




Sach­kos­ten Soll 2011 Ist 2011 Soll 2012
Büro-Mie­te -3.000,00 -5.417,29 -4.970,00
Büro-Mate­ri­al -800,00 -1.241,93 -1.000,00
Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on -600,00 -361,47 -400,00
Por­to und Ver­sand -600,00 -98,65 -500,00
Reisekosten/Teilnahmekosten/Fachliteratur -1.500,00 -1.407,67 -1.500,00
Publi­ka­tio­nen -1.000,00 -1.120,00 -1.500,00
Aktio­nen und Akti­ons­ma­te­ri­al -5.500,00 -3.536,70 -3.600,00
Rechts­kos­ten 0,00 0,00 0,00
Ver­eins­grün­dung -500,00 -93,70 0,00
Aus­stat­tung: Com­pu­ter, Büro­mö­bel etc. -2.000,00 -1.815,50 -500,00
Sach­kos­ten -15.500,00 -15.092,91 -13.970,00




Sum­me Per­so­nal und Sach­kos­ten -62.684,00 -53.978,02 -65.870,00
Über­trag 0,00 2.990,27
Kos­ten und Über­trag -62.684,00 -53.978,02 -62.879,73
Bilanz 19.716,00 2.990,27 3.620,27

Für unse­re Arbeit im Jahr 2012 brau­chen wir knapp 65.000 Euro. 20.000 Euro wer­den über den Bei­trag der Bewe­gungs­stif­tung gedeckt und wei­te­re 7.000 € pla­nen wir über die Bei­trä­ge unse­rer Grün­dungs­pa­tIn­nen zu sichern. Aus­ser­dem erhof­fen wir uns einen Zuwachs von För­der­mit­glie­dern und regel­mä­ßi­gen Spen­den — denn nur auf der Basis von kon­ti­nu­ier­li­chen Ein­nah­men kön­nen wir unse­re Akti­vi­tä­ten zuver­läs­sig pla­nen und durch­füh­ren. Im Jahr 2012 haben wir unter ande­rem Fol­gen­des vor:

  • den bun­des­wei­ten Auf­ruf für den Stopp der PPP-Pro­jek­te und die öffent­lich­ke­tis­wirk­sa­me Über­ga­be der Unter­schrif­ten an den Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le
  • das „Ers­te Hil­fe Paket“ — das Info- und Mate­ri­al­pa­ket für die Grup­pen für die Vor­trä­ge, Aktio­nen und Demos
  • Work­shops bei und Doku­men­ta­ti­on von FAME — Alter­na­ti­ven Was­ser­fo­rum in Mar­seil­le 2012.
Auch in Zukunft freu­en wir uns über Ihre finan­zi­el­le Unter­stüt­zung auf das Spen­den­kon­to von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand: KTO 1124229100, BLZ 43060967, GLS-Bank.

 

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de von GiB,

Mit­te Janu­ar hat­te ich auf einem Sym­po­si­um zur Umset­zung des Men­schen­rechts auf Was­ser ein inter­es­san­tes Erleb­nis: Ein Refe­rent schil­der­te Pro­jek­te, die aufs Haar genau klan­gen wie PPP-Pro­jek­te. Aber die Begrif­fe PPP und ÖPP kamen in sei­nem Bei­trag nicht vor. Als die Dis­kus­si­on eröff­net wur­de, stell­te ich die Fra­ge, ob mit dem Vor­trag PPP-Pro­jek­te gemeint sei­en und, falls ja, war­um das Modell so posi­tiv dar­ge­stellt wor­den sei, obwohl doch bereits so vie­le nega­ti­ve Erkennt­nis­se vor­lä­gen. Der Refe­rent ant­wor­te­te sinn­ge­mäß wie folgt: „Man muss das dif­fe­ren­ziert betrach­ten. Das, wovon ich rede, ist kein PPP.“ Und füg­te hin­zu: „Das ist was ganz ande­res – das ist Pri­va­te Sec­tor Par­ti­ci­pa­ti­on, also, PSP!“. Das Publi­kum brach in Geläch­ter aus.

Ich war in die­sem Moment doch über­rascht — von der Ant­wort auf mei­ne Fra­ge, aber auch von der Reak­ti­on des Publi­kums auf die Ant­wort. Bei­des hat mir deut­lich vor Augen geführt, wie weit wir mit der Kri­tik an PPP in Deutsch­land schon gekom­men sind: PPP-Lob­by­is­ten ist es pein­lich gewor­den, das Wort in den Mund zu neh­men. Und gleich­zei­tig sind den Bür­ge­rIn­nen hier­zu­lan­de PPP-Model­le schon so geläu­fig, die Nach­tei­le so prä­sent, dass sprach­li­che Aus­flüch­te sie spon­tan zum Lachen brin­gen.

Die­sen Trend bestä­tigt auch die neu­es­te dbb-Umfra­ge: dem­nach ist die Zahl der Men­schen, die kei­ne wei­te­ren Pri­va­ti­sie­run­gen wol­len bzw. sich ihre Rück­ab­wick­lung wün­schen, von 78 Pro­zent in 2012 auf 84 Pro­zent in 2013 gewach­sen. Gleich­zei­tig fin­den wei­ter Ver­käu­fe statt, wer­den hohe Hür­den vor Rekom­mu­na­li­sie­run­gen errich­tet und mit dem Inkraft­tre­ten der Schul­den­brem­se mel­det sich ein neu­er Sach­zwang. Auf­klä­rung und Mei­nungs­trends allein wer­den nicht aus­rei­chen, um unse­re Gemein­gü­ter unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le zu brin­gen. Wir müs­sen aktiv Pri­va­ti­sie-run­gen ver­hin­dern und gleich­zei­tig kon­kre­ten Alter­na­ti­ven zum Durch­bruch ver­hel­fen.

Wir dan­ken allen, die uns bis­her ide­ell und finan­zi­ell unter­stützt haben, und freu­en uns, wenn Sie uns auch wei­ter­hin zur Sei­te ste­hen. Mehr zur För­de­rung von GiB am Ende die­ses Jah­res­be­richts oder gleich hier.

Mit bes­ten Grü­ßen
Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te

P.S. Es freut uns sehr, dass unser Kreis sich aus­wei­tet und immer mehr neue Men­schen hin­zu kom­men. Um kei­nen zu über­rum­peln, haben wir uns ent­schie­den in unse­ren Info­brie­fen, auf der Web­sei­te und ande­ren Kanä­len von „Du“ auf „Sie“ umzu­stei­gen.

P.P.S. Die For­de­rung nach Trans­pa­renz spielt in unse­rer Arbeit eine sehr wich­ti­ge Rol­le. Wir rich­ten die­sen Anspruch auch an uns selbst und haben des­we­gen, neben der regel­mä­ßi­gen Ver­öf­fent­li­chung von Jah­res­be­rich­ten, im Febru­ar 2014 auch die Initia­ti­ve Trans­pa­ren­te Zivil­ge­sell­schaft unter­zeich­net.


I. GIB IN AKTI­ONDas Jahr 2013 begann mit dem Streit um die Pri­va­ti­sie­rung eines Abschnitts der Auto­bahn 7. Peter Ram­sau­er, zu die­sem Zeit­punkt noch Ver­kehrs­mi­nis­ter, ver­such­te PPP mit Bas­ta-Metho­den durch­zu­set­zen. Per Dekret soll­te das zustän­di­ge Land Nie­der­sach­sen, das PPP ablehn­te, zur Aus­schrei­bung der Sanie­rungs­maß­nah­men via PPP gezwun­gen wer­den. Die War­nun­gen des Bun­des­rech­nungs­hofs wur­den bei­sei­te gefegt, der mas­si­ve Wider­stand der Beschäf­tig­ten igno­riert. GiB hat Kon­takt mit den Men­schen vor Ort gehal­ten und mit der Akti­on unter dem Mot­to „Raum­sau­er, wir sind sau­er! Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung der A7“ vor dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Ber­lin den Fern­seh­ka­me­ras einen PPP-Gold­esel prä­sen­tiert. In Wit­ten tru­gen wir auch dazu bei, dass ein dro­hen­des PPP-Pro­jekt erfolg­reich abge­wen­det wer­den konn­te. Aller­dings nicht mit Aktio­nen, son­dern mit einem ande­ren Instru­ment – einer Ana­ly­se, die wir für die Rats­frak­ti­on Bür­ger­fo­rum Wit­ten zu den dor­ti­gen PPP-Pro­jek­ten gemacht haben.Die für uns größ­te Akti­on im Jahr 2013 fand im Juni statt, als wir die Kam­pa­gne „Pri­va­ti­sie­rung been­den: PPP jetzt stop­pen!“ star­te­ten. In einem Brief wand­ten wir uns an die Abge­ord­ne­ten des künf­ti­gen Bun­des­tags und for­der­ten sie zum Umden­ken in Sachen PPP auf. Das Schrei­ben und die Unter­schrif­ten haben wir in einer medi­en­wirk­sa­men Akti­on am Tag der Kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des Bun­des­ta­ges im Okto­ber an Ver­tre­te­rIn­nen der SPD, der Grü­nen und der Lin­ken über­ge­ben. Ob des­we­gen die SPD – immer­hin PPP-Initia­to­rin der ers­ten Stun­de – in den Koali­ti­ons-ver­hand­lun­gen ein Ende die­ses Modells gefor­dert hat? Die Wei­ter­ver­fol­gung von PPP kam lei­der dann doch in den Koali­ti­ons­ver­trag, aber der klei­ne Erfolg gibt uns Mut.Im Rah­men öffent­li­cher Aktio­nen, Kund­ge­bun­gen und Stra­ßen­fes­ten waren wir die­ses Jahr wie­der viel unter­wegs und haben Infor­ma­tio­nen zu Pri­va­ti­sie­rung und PPP unter die Leu­te gebracht. Eine Über­sicht über unse­re Aktio­nen befin­det sich hier.
II. VER­AN­STAL­TUN­GEN UND DIS­KUS­SIO­NENAuch im Jahr 2013 haben wir zahl­rei­che Info­ver­an­stal­tun­gen und Work­shops ange­bo­ten oder als Refe­ren­tIn­nen dar­an Teil genom­men: in Ber­lin, Braun­schweig, Han­no­ver, Ham­burg, Husum, Nord­hau­sen, Pforz­heim oder Wei­mar. Die Lis­te unse­rer Ver­an­stal­tun­gen ist hier zu finden.Im Febru­ar hat­ten wir eini­ge Tage lang den Wis­sen­schaft­ler Dex­ter Whit­field aus Irland zu Gast. In meh­re­ren Work­shops und einer öffent­li­chen Dis­kus­si­on beka­men wir einen tie­fen Ein­blick in die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen zu PPP in Groß­bri­tan­ni­en, aber auch welt­weit. Dar­über hin­aus waren sei­ne Hin­wei­se zum Auf­bau der von ihm betreu­ten ESSU-Data­ba­se für uns eine gro­ße Hil­fe beim Auf­bau unse­res eige­nen PPP-Archivs.Auch bei den regu­lä­ren monat­li­chen GiB-Tref­fen konn­ten wir eine Rei­he von Vor­trä­gen orga­ni­sie­ren, unter ande­rem zu den The­men: Pro­ject-Bonds-Initia­ti­ve auf EU-Ebe­ne, Rekom­mu­na­li­sie­rung, Genos­sen­schaf­ten, Gemein­gü­ter und demo­kra­ti­sche Kon­trol­le.

III. PRES­SE- UND ÖFFENT­LICH­KEITS­AR­BEIT

Auf unse­rer Web­sei­te haben wir im Jahr 2013 fünf­zig Pres­se­mel­dun­gen und Arti­kel zu PPP und Pri­va­ti­sie­rung sowie ver­wand­ten The­men ver­öf­fent­licht. Meh­re­re Bei­trä­ge wur­den auch in ande­ren Medi­en und Blogs auf­ge­grif­fen, z.B. Nach­denk­sei­ten, Frank­fur­ter Rund­schau, taz, Neu­es Deutsch­land sowie den Zeit­schrif­ten Con­tras­te, Ossietz­ky, und SPW.

Im Okto­ber haben wir die Preis­ver­lei­hung des PPP-Inno­va­ti­ons­prei­ses durch die Lob­by-Agen­tur Bun­des­ver­band PPP zum Anlass genom­men, zusam­men mit ver.di eine Pres­se­kon­fe­renz mit dem Titel „Gesucht wird die nächs­te Elb­phil­har­mo­nie“ aus­zu­rich­ten. Dort haben wir die bis­he­ri­gen Preis­trä­ger unter die Lupe genom­men und der Öffent­lich­keit auf­ge­zeigt, dass sich der Skan­dal um die Ham­bur­ger Elb­phil­har­mo­nie, Preis­trä­ge­rin 2007, durch­aus ver­all­ge­mei­nern lässt. Die Stein gewor­de­ne Ham­bur­ger Pres­ti­ge­sucht ist ein typi­sches Bei­spiel der PPP-Pra­xis, wenn auch ein beson­ders kost­spie­li­ges.

Auch außer­halb der Pres­se­kon­fe­ren­zen haben wir Jour­na­lis­tIn­nen mit Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu Pri­va­ti­sie­rung und PPP ver­sorgt.

Im letz­ten Jahr haben wir außer­dem unser Info­pa­ket erwei­tert: Die Fak­ten­blät­ter-Rei­he – eine Samm­lung unse­rer Grund­la­gen­ar­beit – zählt mitt­ler­wei­le zwölf Aus­ga­ben.

Für die Mobi­li­sie­rung zu unse­rem Auf­ruf „Pri­va­ti­sie­rung been­den: PPP jetzt stop­pen!“ haben wir zwei Video­clips pro­du­ziert. Unter dem Titel PPP ist wenn… “, machen die Clips kurz und prä­gnant deut­lich, was PPP ist und wel­che Fol­gen PPP haben kann.

Außer­dem haben wir den inter­es­san­ten und infor­ma­ti­ven Trick­film „Rekom­mu­na­li­sie­rung: Unser Was­ser zurück in die öffent­li­che Hand!“ – eine Gemein­schafts­pro­duk­ti­on von Muni­ci­pal Ser­vice Pro­ject, Trans­na­tio­nal Insti­tu­te und Cor­po­ra­te Euro­pe Obser­va­to­ry – über­setzt.

Ganz wesent­lich trug auch die Nomi­nie­rung von GiB für den taz-Pan­ter­preis für Men­schen und Initia­ti­ven, „die sich mit gro­ßem per­sön­li­chen Ein­satz für ande­re stark machen und mutig Miss­stän­de auf­de­cken“, dazu bei, dass das The­ma Pri­va­ti­sie­rung und PPP sowie die Arbeit von GiB stär­ker in die Öffent­lich­keit rück­te.


IV. KOM­MU­NI­KA­TI­ON UND VER­NET­ZUNG

Neben den bereits erwähn­ten Koope­ra­tio­nen haben sich letz­tes Jahr erfreu­li­cher­wei­se auch zahl­rei­che wei­te­re erge­ben, zum Teil mit neu­en Mit­strei­tern, aber auch mit „älte­ren Bekann­ten“: Ber­li­ner Was­ser­tisch, Ber­li­ner Ener­gie­tisch, Bünd­nis Bahn für Alle, Was­ser in Bür­ger­hand, attac, Anti­pri­va­ti­sie­rungs­netz­werk APRI, ver.di und DGB, Alli­anz der öffent­li­chen Was­ser­wirt­schaft (AöW), Bünd­nis gegen Pri­va­ti­sie­rung / Frank­furt, Wem gehört Ber­lin?, Mül­hei­mer Bür­ger­initia­ti­ve MBI, Braun­schwei­ger Bür­ger­initia­ti­ve BIBS, Our World Is Not for Sale (OWINFS), Food & Water Watch, EPSU und eini­ge mehr. Wir haben gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lun­gen und Brie­fe geschrie­ben, unse­re Peti­tio­nen gegen­sei­tig unter­stützt, Bun­des­tref­fen, öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen und Pres­se­kon­fe­ren­zen orga­ni­siert und durch­ge­führt, für ver­schie­de­ne Demos und Kund­ge­bun­gen mobi­li­siert (und dann dar­an teil­ge­nom­men) oder uns ein­fach gegen­sei­tig bera­ten und mit guten Tipps ver­sorgt.

In der Regel orga­ni­sie­ren wir ein­mal im Jahr ein Bun­des­tref­fen, um mit unse­ren Mit­strei­te­rIn­nen und Sym­pa­thi­san­tIn­nen aus ganz Deutsch­land zusam­men­zu­kom­men, uns zu bera­ten und aus­zu­tau­schen. Im letz­ten Jahr konn­ten wir die­ses wich­ti­ge Netz­werk-Ereig­nis sogar zwei Mal statt­fin­den las­sen: Ende Janu­ar in Braun­schweig und Ende Novem­ber, zusam­men mit der attac-AG Kom­mu­nen, in Han­no­ver. Im Rah­men des letz­te­ren Tref­fens haben wir span­nen­de Ide­en für das Jahr 2014 ent­wi­ckelt, die im Aus­blick 2014 dar­ge­stellt sind.


VI. FINAN­ZEN

Der finan­zi­el­le Spiel­raum, der GiB im Jahr 2013 zur Ver­fü­gung stand, fiel am Ende etwas klei­ner aus als erwar­tet. Gleich­zei­tig ist jedoch auch die Dif­fe­renz zwi­schen unse­ren Wün­schen und der finan­zi­el­len Ent­wick­lung etwas klei­ner gewor­den als in den Jah­ren 2011 und 2012. Wir freu­en uns dar­über, dass GiB im Alter von gut drei Jah­ren ein Stück­chen pro­fes­sio­nel­ler dar­in gewor­den ist, unser Zie­le und Mög­lich­kei­ten mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren. Wir sind aber noch kei­nes­wegs „über den Berg“ und von einer dau­er­haft trag­fä­hi­gen Ein­nah­me­si­tua­ti­on noch weit ent­fernt. Gemes­sen an der Not­wen­dig­keit, die Auf­klä­rung über und die Mobi­li­sie­rung gegen die rück­sichts­lo­se Ver­wer­tung der Gemein­gü­ter zu orga­ni­sie­ren, sind die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Men­schen und Mit­tel eher ein knap­pes Gut. Ins­be­son­de­re fehlt uns Geld für pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung im IT- sowie im Recher­che­be­reich. Eine Über­sicht über unse­re Ein­nah­men, Aus­ga­ben sowie der Aus­blick auf 2014 fin­den sich wei­ter unten. Im Fol­gen­den eine Über­sicht der wich­tigs­ten Pos­ten.

EIN­NAH­MEN

Per­sön­li­che För­de­run­gen und Spen­den: Es freut uns sehr, dass immer mehr Men­schen GiB unter­stüt­zen, die wir zuvor nicht kann­ten. Dies spie­gelt für uns die posi­ti­ve Ent­wick­lung wider, dass die Arbeit von GiB nun zuneh­mend bekann­ter wird und das Ver­trau­en in unse­re Initia­ti­ve wächst. Die­se Ten­denz gilt sowohl für För­der­mit­glie­der als auch für Spen­de­rIn­nen. Der Kreis der GiB-För­der­mit­glie­der ist im Jahr 2013 wei­ter gewach­sen: Zur­zeit unter­stüt­zen uns 35 Men­schen mit ihren regel­mä­ßi­gen Bei­trä­gen zwi­schen 5 und 100 Euro pro Monat. Damit tru­gen sie 2013 einen bedeu­ten­den Anteil in Höhe von 10.130 Euro zur Finan­zie­rung unse­rer Arbeit. Die dau­er­haf­te Unter­stüt­zung durch Mit­glieds­bei­trä­ge ist uns beson­ders wich­tig, weil die­se es uns ermög­li­chen, kon­ti­nu­ier­lich an The­men zu arbei­ten oder auf die drin­gen­den Pro­ble­me spon­tan zu reagie­ren, ohne in unse­rer Arbeit von begrenz­ten und auf­wän­dig zu bean­tra­gen­den Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen abhän­gig zu sein. Auch Spen­de­rIn­nen waren letz­tes Jahr groß­zü­gi­ger und sorg­ten für ins­ge­samt 14.172 Euro an Ein­nah­men.

Stif­tun­gen: Die drei­jäh­ri­ge För­de­rung durch die Bewe­gungs­stif­tung hat­te sich ver­ein­ba­rungs­ge­mäß von Jahr zu Jahr ver­rin­gert, sodass unse­re Auf­ga­be jeweils dar­in bestand, die „Lücke“ gegen­über dem Vor­jahr durch eige­ne Anstren­gun­gen zu schie­ßen. Die letz­te Rate von 10.000 Euro haben wir Anfang 2013 erhal­ten und im Jahr 2014 müs­sen wir nun finan­zi­ell auf eige­nen Füßen ste­hen. Von wei­te­ren Stif­tun­gen haben wir ins­ge­samt 12.651 Euro bekom­men, die sich wie folgt zusam­men set­zen: Ver­ein der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke (200 Euro), BGAG Wal­ter Hes­sel­bach (7.400 Euro), Rosa-Luxem­burg-Stif­tung (750 Euro), Stif­tung Men­schen­wür­de und Arbeits­welt (3.645 Euro) und Netz­werk Selbst­hil­fe (656 Euro).

Sons­ti­ges: Eine wei­te­re wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le stell­ten unse­re Vor­trä­ge, Mate­ria­li­en und zwei Gut­ach­ten zu PPP dar (gut 6.000 Euro).

AUS­GA­BEN

Auch die meis­ten unse­rer Aus­ga­ben sind etwas nied­ri­ger aus­ge­fal­len als geplant:

  • Per­so­nal­kos­ten bil­den die größ­te Sum­me, wobei ein klei­ner Rück­gang zu ver­zeich­nen ist (auf 31.219 Euro). Der Grund dafür ist eine Pau­se im Fund­rai­sin­gbe­reich und die dau­er­haf­te Unter­be­set­zung im IT-Bereich. Vor allem letz­te­res wol­len wir im Jahr 2014 ändern, dar­über hin­aus aber auch die längst not­wen­di­ge Stun­den­er­hö­hung im Bereich Koor­di­na­ti­on schaf­fen.

  • Der Bereich Sach­kos­ten hat sich nicht wesent­lich erhöht und blieb bei einer ähn­li­chen Grö­ßen­ord­nung wie im Vor­jahr (13.917 Euro). Eben­so wie im Jahr 2012 haben wir auch 2013 kei­ne gro­ßen Aus­ga­ben für Akti­ons­ma­te­ri­al gehabt. Das liegt einer­seits dar­an, dass wir kei­ne auf­wän­di­gen und teu­ren Akti­ons­ma­te­ria­li­en benut­zen und ande­rer­seits dar­an, dass vie­le unse­rer Akti­vi­tä­ten in Form von Öffent­lich­keits- und Kam­pa­gnen­ar­beit über Online-Medi­en erfol­gen. Das ist z.B. bei der Erhö­hung der Kos­ten im Online-Bereich zu sehen.

Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­ta­bel­le

Ein­nah­men Ist 2012 Soll 2013 Ist 2013 Soll 2014
Über­trag 7.937,52 5.592,67 5.592,67 15.136,81
Bewe­gungs­stif­tung 20.000,00 10.000,00 10.000,00 0,00
GiB-PatIn­nen 10.425,00 12.000,00 10.130,00 11.000,00
För­der­mit­glie­der 120,00 1.500,00 1.545,00 2.000,00
Spen­den­auf­ru­fe 6.945,00 11.300,00 14.172,41 18.500,00
Stif­tun­gen, För­der­ein­rich­tun­gen 9.961,85 19.000,00 12.651,00 16.000,00
Mate­ria­li­en, Vor­trags­ho­no­ra­re 3.923,92 1.150,00 3.182,08 1.000,00
Gut­ach­ten, For­schung 0,00 0,00 3.000,00 10.000,00
Gesamt­sum­me Ein­nah­men 59.313,29 60.542,67 60.273,16 73.636,81
Aus­ga­ben
Per­so­nal Ist 2012 Soll 2013 Ist 2013 Soll 2014
Gehalt (Koor­di­na­ti­on) -23.592,49 -23.600,00 -21.956,94 -27.000,00
Hono­rar (Fund­rai­sing) -9.620,00 -9.000,00 -6.567,49 -9.000,00
Hono­rar (Web­mas­ter) -5.075,85 -5.100,00 -210,00 -9.000,00
Hono­ra­re, Ehren­amts­pau­scha­len -1.945,00 -2.000,00 -2.485,00 -2.000,00
Zuwen­dun­gen für Prak­ti­kan­tIn­nen 0,00 -200,00 0,00 -200,00
Zwi­schen­sum­me Per­so­nal­kos­ten -40.233,34 -39.900,00 -31.219,43 -47.200,00
Sach­kos­ten Ist 2012 Soll 2013 Ist 2013 Soll 2014
Büro-Mie­te -4.653,28 -4.100,00 -3.826,92 -3.900,00
Büro-Mate­ri­al -1.022,62 -1.100,00 -528,25 -600,00
Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und Web -285,74 -300,00 -944,69 -950,00
Por­to und Ver­sand -1.003,59 -1.800,00 -2.181,13 -3.000,00
Rei­se- u.Teilnahmekosten, Fach­li­te­ra­tur -2.527,29 -2.600,00 -2.073,29 -2.100,00
Publi­ka­tio­nen -1.723,88 -2.000,00 -1.583,88 -2.000,00
Mate­ri­al für Aktio­nen -735,38 -2.000,00 -178,50 -200,00
Rechts­kos­ten 0,00 -50,00 -80,26 -50,00
Aus­stat­tung: PC, Büro­mö­bel etc. -535,50 -550,00 0,00 -550,00
Zins­lo­se Kre­di­te -1.000,00 -2.500,00 -2.520,00 -2.500,00
Zwi­schen­sum­me Sach­kos­ten -13.487,28 -17.000,00 -13.916,92 -15.850,00
Gesamt­aus­ga­ben Pers.u.Sachkosten -53.720,62 -56.900,00 -45.136,35 -63.050,00
Sal­do 5.592,67 3.642,67 15.136,81 10.586,81

VII. WIE WEI­TER?

Die für das Jahr 2014 geplan­ten Akti­vi­tä­ten sind Ergeb­nis eini­ger Stra­te­gie- und Bun­des­tref­fen im Jahr 2013, bei denen wir im grö­ße­ren Kreis über unse­re künf­ti­gen Schrit­te dis­ku­tiert haben. Ent­stan­den ist eine Mischung aus den not­wen­digs­ten Schrit­ten einer­seits und aus den für uns inter­es­san­ten Betä­ti­gungs­fel­dern ande­rer­seits. Denn wir sind der Mei­nung: Wenn wir die Pri­va­ti­sie­rungs­po­li­tik dau­er­haft und ernst­haft bekämp­fen wol­len, darf der Spaß an der Arbeit nicht feh­len :)

Im Jahr 2014 haben wir vor:

  • einen Pri­va­ti­sie­rungs­mel­der ein­zu­rich­ten, damit man über die PPP- und Pri­va­ti­sie­rungs­pro­jek­te schnel­ler infor­mie­ren kann,

  • eine Akti­vis­tIn­nen­bör­se zu star­ten und damit eine bes­se­re Ver­net­zung der Akti­ven zu ermög­li­chen,

  • das PPP-Regis­ter (bis­her PPP-Archiv) öffent­lich zugäng­lich zu machen,

  • Kon­takt zu Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen auf­neh­men, um sie bei der Abwehr von PPP zu unter­stüt­zen. Zudem ver­an­stal­ten wir gemein­sam mit den attac-AGs Kom­mu­nen und Pri­va­ti­sie­rung einen Kon­gress für Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen im Herbst 2014.

  • Ende März star­ten wir gemein­sam mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen im Bünd­nis „Bahn für Alle“ einen Auf­ruf gegen die for­mel­le Bahn­pri­va­ti­sie­rung und laden ein zum Kon­gress „20 Jah­re Bahn­re­form – 20 Jah­re Stutt­gart 21“ von 25.–27. April in Stutt­gart.

Natür­lich wer­den wir auch wei­ter­hin lau­fen­de poli­ti­sche Ereig­nis­se ver­fol­gen, wobei wir auf zwei Ent­wick­lun­gen beson­ders gespannt sind: Einer­seits auf die Offen­le­gung der durch PPP ver­ur­sach­ten Ver­schul­dung (die Offen­le­gung ist seit 2014 für alle EU-Län­der ver­pflich­tend). Und ande­rer­seits auf die Ein­hal­tung der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung, neue PPP-Pro­jek­te einer „neu­tra­len“ und „trans­pa­ren­ten“ Wirt­schaft­lich­keits­prü­fung zu unter­zie­hen. Wir wer­den Sie zeit­nah über die Umset­zung die­ser Vor­ha­ben infor­mie­ren und natür­lich Druck auf Poli­ti­ke­rIn­nen machen, damit ihre Erklä­run­gen kei­ne lee­ren Ver­spre­chen blei­ben.

Das Bud­get für unse­re geplan­ten Akti­vi­tä­ten 2014 beläuft sich auf rund 70.000 Euro. Um die­se Sum­me zu stem­men brau­chen wir Sie an unse­rer Sei­te und freu­en uns, wenn Sie im Jahr 2014 die Arbeit von GiB unter­stüt­zen! Jede Spen­de hilft!


EIN­LA­DUNG ZU EINER MIT­GLIED­SCHAFT BEI GiB

Für die kon­ti­nu­ier­li­che Anti­pri­va­ti­sie­rungs­ar­beit sind ins­be­son­de­re die regel­mä­ßi­gen För­der­bei­trä­ge hilf­reich. Des­we­gen laden wir Sie ein, GiB-Mit­glied (ab 5 Euro/Monat) oder GiB-Patin/Pa­te (ab 25 Euro/Monat) zu wer­den. Dafür müs­sen Sie ledig­lich unse­re Zie­le und Grund­sät­ze tei­len.

Für die Mit­glied­schaft, fül­len Sie bit­te das Bei­tritts­for­mu­lar und sen­den Sie es an: Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) e.V., Wei­den­weg 37, 10249 Ber­lin oder per Fax.: 030 37 30 22 96. Oder schi­cken Sie uns das aus­ge­füll­te For­mu­lar per Mail an info@gemeingut.org.


 

Um kei­ne Nach­rich­ten von GiB mehr zu erhal­ten kli­cken Sie bit­te hier.

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