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Kabi­nett bringt Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung in den Bun­des­tag ein

14 Dezember 2016
Aktion gegen die GG-Änderung vor dem Bundesrat am 8.12.2016. Bild: Campact

Akti­on von GiB und cam­pact gegen die GG-Ände­rung vor dem Bun­des­rat am 8.12.2016. Bild: Cam­pact

Pres­se­mit­tei­lung von GiB

Den vom Bun­des­ka­bi­nett heu­te vor­ge­leg­ten Ent­wurf zur Grund­ge­setz­än­de­rung samt Begleit­ge­setz (sie­he Anhang) kom­men­tiert Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te, Spre­che­rin von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB), wie folgt:

Die soge­nann­ten Pri­va­ti­sie­rungs­brem­sen haben so vie­le Löcher wie ein Schwei­zer Käse. Die for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung steht expli­zit im neu­en Grund­ge­setz­text. Die mate­ri­el­le Pri­va­ti­sie­rung von Unter­neh­mens­tei­len wie Toch­ter­ge­sell­schaf­ten oder Grund­stü­cke kann mit ein­fa­cher Mehr­heit in Kür­ze beschlos­sen wer­den. Öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaf­ten (ÖPP) und ande­re For­men von funk­tio­na­ler Pri­va­ti­sie­rung sol­len expli­zit erlaubt wer­den. In nur weni­gen Jah­ren könn­te die neu gegrün­de­te „Auto­bahn­ge­sell­schaft“ nur noch aus einer dün­nen bun­des­ei­ge­nen Hül­le bestehen, die Steu­er­geld und Maut an Kapi­tal­an­le­ger wei­ter­lei­tet. Fast alles ist da mög­lich: der Kauf von Toch­ter­fir­men, stil­le Betei­li­gun­gen, Genuß­schei­ne, Anlei­hen und natür­lich und vor allem ÖPP.“

In der Begrün­dung des Begleit­ge­set­zes heißt es ganz offen:

Sofern zusätz­lich pri­va­tes Kapi­tal in Infra­struk­tur­maß­nah­men flie­ßen soll, wäre dies, wenn die Wirt­schaft­lich­keit gege­ben ist, für Pro­jek­te der Gesell­schaft mög­lich. Dadurch soll die Mög­lich­keit geschaf­fen wer­den, dass sich Pri­va­te am Netz­aus­bau und –erhalt betei­li­gen kön­nen, so dass die Inves­ti­ti­ons­stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung in ihrer Wir­kung noch ver­stärkt wer­den kann. (S.109)

Dass damit statt dem Gemein­wohl die Inter­es­sen Drit­ter mas­siv beför­dert wür­den, kom­men­tiert Carl Waß­muth, Infra­struk­tur­ex­per­te von GiB:

Was wäre das für ein Weih­nachts­ge­schenk für Ver­si­che­run­gen und Ban­ken! Bei eini­gen knal­len sicher schon die Kor­ken. Aber viel­leicht freu­en sich die Lob­by­is­ten zu früh. Noch bestim­men in Deutsch­land der Bun­des­tag und der Bun­des­rat die Gesetz­ge­bung. Die­ses Vor­ha­ben kann und muss noch ver­hin­dert wer­den. Wir sind uns sicher: Je län­ger und genau­er die­ser Ent­wurf gele­sen wird, des­to stär­ker wird die Ableh­nung wer­den. Die Bür­ge­rIn­nen haben von dem Vor­ha­ben kei­ner­lei Vor­tei­le, dafür aber vie­le gra­vie­ren­de Nach­tei­le. Das wird zu Pro­tes­ten füh­ren.“

Der Ent­wurf zur Grund­ge­setz­än­de­rung als PDF

Der Ent­wurf des Geset­zes zur Neu­re­ge­lung des Bund-Län­der-Finanz­aus­gleichs als PDF

2 Kommentare »

  • nero sagt:

    Post­fak­ti­sche “Schwar­ze Null” : neu­er Schat­ten­haus­halt !

    Fak­ti­sche Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung : ÖPP-Pro­fi­te für 30 Jah­re !

  • Pressemitteilung von GiB: Kabinett bringt Autobahnprivatisierung in den Bundestag ein | zoom sagt:

    […] (pm_GiB) Den vom Bun­des­ka­bi­nett heu­te vor­ge­leg­ten Ent­wurf zur Grund­ge­setz­än­de­rung samt Begleit­ge­setz […]

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