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Für die Schul­pri­va­ti­sie­rung die Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung ändern?

12 Oktober 2017

Foto­gra­fie: Frank C. Mül­ler, Baden-Baden, CC 2.5

Brief von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand an den Ber­li­ner Jus­tiz­se­na­tor:

Schul­bau und –Sanie­rung, Ver­schie­bung von Zustän­dig­kei­ten zwi­schen Bezir­ken und Land: Ist eine Ände­rung der Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung erfor­der­lich? 

Sehr gehr­ter Herr Dr. Beh­rendt,

[…]

Für Schu­len bzw. Bil­dungs­bau­ten schlägt die Fratz­scher-Kom­mis­si­on Infra­struk­tur­ge­sell­schaf­ten auf Län­der­ebe­ne vor, für uns ein Grund, die Schul­re­form in Ber­lin auf­merk­sam zu ver­fol­gen. Bis­her lie­gen uns nur weni­ge Doku­men­te vor, aus denen die Kon­tur der „Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve“ abge­le­sen wer­den könn­te (alle bei­gefügt):

  • Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve – Pha­se I“, Druck­sa­che 18/0351, 12.5.2017
  • Schul­bau und -sanie­rung in Ber­lin kurz-, mit­tel und lang­fris­tig (Pha­se I und Pha­se II) , 27.6.2017
  • Beschluss­vor­schlag des Aus­schus­ses für Finan­zen, Per­so­nal und Wirt­schaft für den Rat der Bür­ger­meis­ter „RdB-Vor­la­ge-Nr. R-172/2017“, 11.8.2017

Wir bit­ten, die­se Doku­men­te in die Beant­wor­tung der nach­fol­gen­den Fra­gen ein­zu­be­zie­hen.

Zu dem The­ma haben wir fol­gen­de Fra­gen:

  1. Ist es erfor­der­lich, die Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung zu ändern, wenn im Zuge der Schul­re­form …
  • die Bedarfs­pla­nung für Schu­len,
  • der Betrieb von Schu­len,
  • die Sanie­rung bestehen­der Schu­len,
  • der Neu­bau von Schu­len,
  • das wirt­schaft­li­che Eigen­tum an Schul-Grund­stü­cken und/oder Schul­ge­bäu­den oder
  • Schul-Grund­stü­cke und/oder Schul­ge­bäu­de

… von den Bezir­ken an das Land Ber­lin oder eine unmit­tel­bar oder mit­tel­bar lan­des­ei­ge­ne Gesell­schaft über­tra­gen wer­den?

  1. Wäre es mit der Lan­des­ver­fas­sung in der bestehen­den Form ver­ein­bar, wenn eine pri­vat­recht­li­che Gesell­schaft im unmit­tel­ba­ren oder mit­tel­ba­ren Eigen­tum des Lan­des Ber­lin Kre­di­te auf­nimmt, um Schul­aus­bau oder Neu­bau und/oder Schul­be­trieb vor­zu­neh­men und die­se Kre­di­te vom Land oder den Bezir­ken besi­chert wer­den, z.B. durch Miet- oder Lea­sing­ver­trä­ge im Zusam­men­hang mit den betrof­fe­nen Schul­ge­bäu­den?
  2. Wur­den Fra­gen der Ver­fas­sungs­kon­for­mi­tät der Schul­re­form bzw. even­tu­ell erfor­der­li­cher Anpas­sungs­be­darf der Lan­des­ver­fas­sung im Senat in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode schon ein­mal bera­ten? Wenn ja, um was ging es dabei, was waren die (Zwischen-)Ergebnisse?

Vie­len Dank im Vor­aus für die Unter­stüt­zung. Ob die Lan­des­ver­fas­sung geän­dert wer­den muss, ist mehr als nur aus abs­trak­ten demo­kra­tie­theo­re­ti­schen Erwä­gun­gen inter­es­sant. Viel­mehr hat die aktu­el­le Lan­des­re­gie­rung ja kei­ne ver­fas­sungs­än­dern­de Mehr­heit, es wären also zusätz­lich Stim­men aus dem Lager der Oppo­si­ti­on erfor­der­lich. Sol­che Stim­men gibt es unse­rer Erfah­rung nach im poli­ti­schen Pro­zess nur im Kuh­han­del gegen Zuge­ständ­nis­se. Es wäre für die Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner wich­tig, früh davon zu wis­sen, ob „R2G“ wegen der Schul­re­form sol­che Zuge­ständ­nis­se zur Umset­zung der Schul­re­form machen müss­te oder ob bzw. unter wel­chen Bedin­gun­gen man frei davon ist.

Mit herz­li­chen Grü­ßen

Carl-Fried­rich Waß­muth

Vor­stand Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand

gesen­det am 11.09.2017 an:

Herrn Jus­tiz­se­na­tor Dr. Dirk Beh­rendt
Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz
Salz­bur­ger Str. 21–25
10825 Ber­lin

erneut gesen­det am 12.10.2017.

 

3 Kommentare »

  • Hermann Wollner sagt:

    Die “Ver­fas­sungs­kon­for­mi­tät der Schul­re­form” wird durch kei­ne der oben gestell­ten Fra­gen bezwei­felt. Die Autoren der Schul­re­form in allen 3 Frak­tio­nen der gegen­wär­ti­gen Regie­rungs­ko­ali­ti­on gehen sowie­so von der “Kon­for­mi­tät” ihrer Hand­lun­gen mit der Ver­fas­sung aus.

    Die Ver­fas­sung muß nicht aus Sicht der im Abge­ord­ne­ten­haus ver­tre­te­nen Par­tei­en geän­dert wer­den, son­dern aus Sicht der Bür­ger, die die Ansicht ver­tre­ten, daß Lan­des­ei­gen­tum kei­ne “Han­dels­wa­re” ist, die man auf kür­ze­re oder län­ge­re Zeit ver­kau­fen kann.

    Dr. Her­mann Woll­ner

  • Gemeingut » Blog Archive » Nix drin – der Adventskalender des Berliner Senats sagt:

    […] man frei davon ist. Wir haben die­se wich­ti­ge Fra­ge Herrn Jus­tiz­se­na­tor Dr. Dirk Beh­rendt am 11.09. und 12.10.2017 […]

  • Gemeingut » Blog Archive » Berliner Morgenpost sagt Basta sagt:

    […] Fest­ge­zurrt? Nichts steht fest! Weder das kon­kre­te Modell noch irgend­ei­ner von den  dut­zen­den, womög­lich hun­der­ten Ver­trä­gen, die man für die Schul­bau­va­ri­an­te des Senats bräuch­te. Es wur­de noch nicht ein­mal beant­wor­tet, ob nicht die Lan­des­ver­fas­sung geän­dert wer­den muss – Jus­tiz­se­na­tor Dirk Beh­rendt ver­wei­gert dazu seit sechs Mona­te jede Aus­sa­ge. […]

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