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Abge­ord­ne­ten­haus nickt Schul­bau-Pri­va­ti­sie­rung ab

29 November 2018

Pres­se­mit­tei­lung Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) :

In der heu­ti­gen Ple­nar­sit­zung soll das Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus über die “dring­li­che Beschluss­emp­feh­lung” des Regie­rungs­frak­tio­nen ent­schei­den. In der Vor­la­ge geben die Abge­ord­ne­ten freie Hand für eine Unter­zeich­nung des Rah­men­ver­trag mit der zwar lan­des­ei­ge­nen, aber pri­vat­recht­li­chen Howo­ge Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft mbH. Umfang­rei­che Beden­ken der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” gegen­über dem Modell wer­den weg­ge­wischt.

Doro­thea Här­lin, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve, kom­men­tiert die Ent­schei­dung wie folgt:

Der heu­te den Abge­ord­ne­ten vor­ge­leg­te “dring­li­cher Ent­schlie­ßungs­an­trag” liest sich wie ein Wunsch­zet­tel an den Weih­nachts­mann. Wer soll die­se Wün­sche erfül­len? Wir alle Steu­er­zah­len­den, denn wir haben am Ende die Zeche zu bezah­len. Statt kla­ren gesetz­li­chen Vor­ga­ben, wie z.B. ein Ober­gren­ze für die schon jetzt explo­die­ren­den Kos­ten, wer­den in blu­mi­ger Spra­che Wün­sche geäu­ßert. Da wer­den die evtl. not­wen­di­gen Con­tai­ner wäh­rend der Bau­ar­bei­ten als “flie­gen­de Klas­sen­zim­mer” mög­lichst in Holz­bau­wei­se in Aus­sicht gestellt.”

Das Par­la­ment igno­riert ent­schei­den­de Fak­ten: Die Regie­rungs­frak­tio­nen haben einen “Ent­schlie­ßungs­an­trag” ver­ab­schie­det ohne Infor­ma­ti­on dar­über, ob der vom Finanz­se­na­tor beab­sich­tig­te Schat­ten­haus­halt über­haupt nach deut­schen und EU-Regeln recht­mä­ßig ist. Die Abge­ord­ne­ten haben auf jede Debat­te über den Rah­men­ver­trag mit der Howo­ge mbH ver­zich­tet, den der Senat erst am 6. Novem­ber  bekannt gemacht hat, eben­so auf jede Debat­te über die erst am 12. Novem­ber ver­öf­fent­lich­ten Gut­ach­ten, die den vom Senat bestrit­te­nen Tat­be­stand einer Pri­va­ti­sie­rung bestä­ti­gen.

Dr. Ulri­ke Köl­ver, Spre­che­rin von GiB sagt:

Das Abge­ord­ne­ten­haus gibt dem pri­va­ti­sie­rungs­freu­di­gen Sena­tor Kol­latz freie Hand und unter­schreibt mit der Zustim­mung für den Ent­schlie­ßungs­an­trag einen Blan­ko­scheck. Obwohl der Sena­tor das Par­la­ment nicht aus­rei­chend infor­miert hat und sei­ne Kon­troll­mög­lich­kei­ten sehr stark ein­ge­schränkt hat. Durch den Pri­va­ti­sie­rungs­ver­trag sol­len die Ber­li­ner Schu­len für 37 Jah­re – gut sie­ben Legis­la­tur­pe­ri­oden – der Howo­ge über­eig­net wer­den.”

Carl Waß­muth Vor­stand­mit­glied von GiB und Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve sagt:

Das Par­la­ment lässt sich vom Senat zum Durch­wink­ver­ein der Regie­rung degra­die­ren. Die drei Regie­rungs­par­tei­en ver­sto­ßen mit ihrem Beschluss zur heu­te vor­lie­gen­den „dring­li­chen Beschluss­emp­feh­lung” sogar gegen ihre eige­nen Basis­ent­schei­dun­gen aus den Par­tei­ta­gen. Gera­de das bestä­tigt: für direk­te Demo­kra­tie müs­sen weit mehr Durch­set­zungs­rech­te erstrit­ten wer­den.”

Ein Kommentar »

  • schulz sagt:

    Laut der Titel­sei­te der Ber­li­ner Mor­gen­post vom 2.12.18 wer­den auch regio­na­le Bau­un­ter­neh­men nicht von der “Schul­bau­of­fen­si­ve” pro­fi­tie­ren.

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