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Ver­trau­ens­per­so­nen der Volks­in­itia­ti­ve for­dern: Öffent­li­che Schu­len in öffent­li­cher Hand!

7 November 2018

Die schrift­li­che Stel­lung­nah­me der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len”, die zur Anhö­rung vor­ge­legt wur­de, kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den.

 

Pres­se­mit­tei­lung von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB):

Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len“ stell­te skan­da­lö­se Fak­ten zur Schul­pri­va­ti­sie­rung in der heu­ti­gen Anhö­rung im Abge­ord­ne­ten­haus detail­liert vor

Ber­lin, den 7. Novem­ber 2018: Heu­te wur­den die Ver­trau­ens­per­so­nen der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” (Druck­sa­che 18/1238) in einer gemein­sa­mes Sit­zung des Haupt­aus­schus­ses und des Aus­schus­ses für Bil­dung, Jugend und Fami­lie im Abge­ord­ne­ten­haus Ber­lin ange­hört. Die Anhö­rung wur­de durch die Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len“ erwirkt, indem von Janu­ar bis Juli die­sen Jah­res 30.402 Unter­stüt­ze­rIn­nen­un­ter­schrif­ten gesam­melt wur­den. Die Volks­in­itia­ti­ve wen­det sich gegen die vom Senat geplan­te Pri­va­ti­sie­rung von Schul­bau und Schul­sa­nie­rung in Ber­lin.

Carl Waß­muth, Vor­stand von GiB und Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve, kom­men­tier­te das Vor­ha­ben des Senats wie folgt:

Jahr­zehn­te­lang wur­de die Daseins­vor­sor­ge in Ber­lin Stück für Stück pri­va­ti­siert, weil wir angeb­lich nicht mehr genug Geld haben. Mitt­ler­wei­le spru­deln die Steu­ern, der Senat kann das Geld nicht so schnell aus­ge­ben, wie es her­ein­kommt. Da kün­dig­te die rot-rot-grü­ne Regie­rung an, sie wol­le die Schu­len for­mell pri­va­ti­sie­ren, für den Fall, dass wir 2020 kein Geld haben. Jetzt haben wir noch mal mehr Ein­nah­men, und es ist bald 2019. Da behaup­tet der Senat, die Ber­li­ner Schu­len wären drei­mal teu­rer als jede ande­re Schu­le in Deutsch­land – und des­we­gen wäre doch nicht genug Geld da für Schu­len und des­we­gen müss­ten wir sie pri­va­ti­sie­ren. Egal was pas­siert – immer pri­va­ti­sie­ren? Das machen die Men­schen in Ber­lin nicht mehr mit.“

Ger­lin­de Scher­mer, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve und ehe­ma­li­ge SPD Abge­ord­ne­te im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus, sag­te zur Anhö­rung:

Das The­ma brennt den Men­schen in Ber­lin unter den Nägeln. Das Inter­es­se ist groß: Über 200 Unter­stüt­ze­rIn­nen der Volks­in­itia­ti­ve sind zur heu­ti­gen Anhö­rung ins Abge­ord­ne­ten­haus gekom­men. So ein gro­ßes Inter­es­se haben die Abge­ord­ne­ten sel­ten gese­hen — das weiß ich aus eige­ner Erfah­rung. Allein schon das soll­te bei jedem ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten Fra­gen und Zwei­fel an dem Vor­ha­ben des Senats auf­kei­men las­sen.“

Ger­lin­de Scher­mer weiter:

Ange­peilt wird offen­sicht­lich eine Pri­va­ti­sie­rung, die über eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung weit hin­aus geht. Kon­troll­rech­te sind im Pri­vat­recht aus­ge­he­belt, selbst wenn das Land zu 100% Gesell­schaf­ter bleibt. Gleich­zei­tig geben die Abge­ord­ne­ten die Ver­fü­gungs­ge­walt über den Haus­halt ab – das ist die Ent­mach­tung des Par­la­ments.“

Sie­grun Bofin­ger, Vertrauens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve, kom­men­tier­te die geplan­te Schul­pri­va­ti­sie­rung wie folgt:

Es ist wider­sin­nig, dass Ver­tre­ter der Par­tei­en, die 2009 für die Auf­nah­me der Schul­den­brem­se in die Ver­fas­sung gestimmt haben, jetzt ver­su­chen, die­se zu umge­hen, indem sie einen Teil der Schu­len zwecks Sanie­rung und Schul­neu­bau­ten für 25 bis 33 Jah­re per Erb­bau­recht der Howo­ge über­eig­nen.“

Doro­thea Här­lin, Vor­stand von GiB und Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve, warn­te vor den schwer­wie­gen­den Fol­gen des Senats­vor­ha­bens:

Die Sicher­heit für die Kre­di­te der Howo­ge sol­len die 25- bis 33-jäh­ri­gen Miet­ver­trä­ge der Bezir­ke mit der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft sein. Das ist ein ekla­tan­ter Para­dig­men­wech­sel. Die­se Schu­len wer­den so zum Faust­pfand für Ban­ken.“

Doro­thea Här­lin wei­ter:

Wie wir hören, soll der Rah­men­ver­trag, der die ent­schei­den­den Wei­chen für die kom­men­den Jahr­zehn­te stellt, ges­tern unter­zeich­net wor­den sein. Das ist ein Schlag ins Gesicht der direk­ten Demo­kra­tie, zeigt es doch, dass der Senat selbst den Abge­ord­ne­ten damit noch nicht ein­mal die Chan­ce gibt, unse­re Beden­ken und Alter­na­ti­ven gründ­lich zu prü­fen.“

Han­ne­lo­re Wei­mar, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve und ehe­ma­li­ge Schul­lei­te­rin, sieht ein gro­ßes Pro­blem in der Zen­tra­li­sie­rung der Schu­len:

Zen­tra­li­sie­rung ist der fal­sche Weg, denn sie berück­sich­tigt nicht die unter­schied­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Stand­or­te sowie den spe­zi­fi­schen Bedarf der Ein­zel­schu­le und behin­dert die Par­ti­zi­pa­ti­on der schu­li­schen Gre­mi­en.“

Die schrift­li­che Stel­lung­nah­me der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len”, die zur Anhö­rung vor­ge­legt wur­de, kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Die Anhö­rung wur­de von Sven Ditt­gen (VIDEO­FAR­MERS) gefilmt, hier geht es zum Mitt­schnitt.

Mehr zu den fünf Ver­trau­ens­per­so­nen fin­den Sie im Bei­trag “Wer sind die Ver­trau­ens­per­so­nen der Volks­in­itia­ti­ve ‘Unse­re Schu­le’?

Fotos aus der Anhö­rung auf unse­rem Flickr-Kanal.

Pres­se­kon­takt: Carl Waß­muth, Wei­den­weg 37, 10249 Ber­lin, Tel.: 030 37 300 442

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