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Trau­er um Jür­gen Schutte

29 Oktober 2018

Wir trau­ern um Jür­gen Schutte. Der Mit­be­grün­der von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand starb am 19. Okto­ber 2018. Mit ihm haben wir einen ech­ten Freund ver­lo­ren. Uns ver­bin­den nun noch die vie­len schö­nen Erin­ne­run­gen. In Gedan­ken sind wir auch bei Jür­gens Fami­lie, ins­be­son­de­re bei Frau Dr. Ulri­ke Faber, bei Micha­el Schutte und bei Ton­ia Jop­pi­en. Wir doku­men­tie­ren nach­fol­gend Zita­te, die uns anläss­lich sei­nes Todes zuge­sandt wur­den — Jür­gen war als Pro­fes­sor für Ger­ma­nis­tik von Lite­ra­tur begeis­tert. Außer­dem auch per­sön­li­che Wor­te von Men­schen, die mit Jür­gen gear­bei­tet, gefei­ert und gekämpft haben.

Die Trau­er­fei­er fin­det statt am Mon­tag, den 12. Novem­ber 2018 um 10 Uhr auf dem Alten St. Mat­thä­us-Fried­hof, Groß­gör­schen­stra­ße 12–14, 10829 Ber­lin.

…die Bücher waren uns­re Ver­bün­de­ten im Kampf gegen die feind­li­chen Gewal­ten. Peter Weiss (zitiert auch auf der Trau­er­an­zei­ge für Jür­gen)

 

Als ich Pro­fes­sor Jür­gen Schutte in unse­rer Anti­pri­va­ti­sie­rungs­grup­pe bei attac ken­nen­ge­lernt habe, habe ich gerät­selt: ist er ein His­to­ri­ker, ein Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, ein Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler oder gar ein Öko­nom? Er war so ver­siert und viel­sei­tig und hat die kom­ple­xes­ten öko­no­mi­schen Zusam­men­hän­ge so gut durch­schau­en und beschrei­ben kön­nen. Und dabei hat er sei­ne Text, Vor­trä­ge und Prä­sen­ta­tio­nen immer mit pas­sen­den und dazu noch lus­ti­gen Zita­ten aus Mär­chen oder Sagen­welt, aus dem Schatz der lite­ra­ri­schen Grö­ßen wie Ber­tolt Brecht oder Peter Weiss berei­chert und anschau­li­cher gemacht. Die Pro­jek­te der öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schaf­ten ana­ly­sier­te Jür­gen mit die­sem Hin­ter­grund und mach­te sie anschau­lich mit den Zita­ten aus Mär­chen wie zum Bei­spiel: „Oh wie gut, dass nie­mand weiß, dass ich Rum­pel­stilz­chen heiß“ (wenn ÖPP-Pro­jek­te in Kri­tik gera­ten und nicht mehr ÖPP hei­ßen sol­len).

Mit sei­nen zahl­rei­chen Tex­ten, Vor­trä­gen und sogar zwei Thea­ter­stü­cken hat er sehr viel dazu bei­getra­gen, dass die Nach­tei­le von Pri­va­ti­sie­rung in den letz­ten Jah­ren in der Öffent­lich­keit immer bekann­ter wur­den. Und er hat das als ein äußerst inter­es­san­ter, kri­ti­scher und zugleich ange­neh­mer Mit­strei­ter in unse­rem gemein­sam gegrün­de­ten Ver­ein Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand gemacht. Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te

 

Wir wis­sen alle, wir Men­schen leben zwei­mal: Erst in der Wirk­lich­keit, dann in der Erin­ne­rung. Ich habe mich heu­te an ihn erin­nert beim Abspie­len der DVD “Flüs­si­ges Ber­lin”, wo er bei unse­rem gemein­sa­men Thea­ter­stück in der zwei­ten Pha­se (Was­ser­tisch-Volks­be­geh­ren) auf die Lei­ter steigt, um das Stei­gen der Was­ser­ak­ti­en zu sym­bo­li­sie­ren. Claus Kitt­stei­ner

 

Zum Bei­spiel müss­te man begrei­fen,“ setz­te er hin­zu, „dass die Din­ge hoff­nungs­los sind, und trotz­dem ent­schlos­sen sein, sie zu ver­än­dern.“ … „Hoff­nungs­los, aber ent­schlos­sen. Illu­si­ons­los, aber lei­den­schaft­lich. Da man sowie­so ster­ben muss, kann man genau­so gut ver­su­chen, nicht blöd zu ster­ben. Kann man bis dahin genau­so gut auf­recht leben.“ Fran­cis Scott Fitz­ge­rald, zitiert in : Jor­ge Sem­prun,  Yves Mon­tand: Das Leben geht wei­ter.

 

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