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Next Library®? This Library!

24 September 2018

Gastbeitrag von Dr. Michael Roeder

Smart City – Smart Library – Next Library®

Vom 12. bis zum 15. September fand in einem eigens aufgebauten Konferenzcampus vor der Amerika-Gedenkbibliothek die Next Library® Conference 2018 statt. “Next Library®” ist eine eingetragene Warenmarke der Aarhus Kommunes Biblioteker. Bei der geschützten Ware soll es sich um die Bibliothek der Zukunft handeln.

Smart City

Volker Heller, Vorstand und Managementdirektor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), nach eigenem Verständnis „Bibliotheksmacher“ (1), führender Kopf des Next Library® Conference Berlin 2018 Teams, wies in einem Interview zur Vorbereitung der Konferenz nachdrücklich auf den engen Zusammenhang zwischen der von ihm anvisierten Bibliothek der Zukunft und dem Konzept der Smart City hin (S. 56). Daher zunächst: Worum geht es bei der Smart City?

Die Smart City-Strategie Berlin (April 2015) umreißt auf S. 3 Ausgangspunkt und Ziel ihres Konzepts folgendermaßen:

„Wie viele Metropolen weltweit steht auch Berlin vor verschiedenen Herausforderungen der Zukunft: Die wachsende Stadt […] verlang[t] nach […] Lösungsansätzen. Der Smart City-Ansatz zielt darauf, mit intelligenter Technik Lösungen für die ökologischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Herausforderungen Berlins zu finden.“ Das Endergebnis, die hochentwickelte Smart City, könnte dann so aussehen: „Die gesamte städtische Umgebung ist mit Sensoren versehen, die sämtliche erfassten Daten in der Cloud verfügbar machen. So entsteht eine permanente Interaktion zwischen Stadtbewohnern und der sie umgebenden Technologie. Die Stadtbewohner werden so Teil der technischen Infrastruktur einer Stadt.“ (Wikipedia: Smart City)

Im Endstadium wären die Smart City-Bewohner gläserne Menschen, die der digitalen Technik der Verwaltung Informationen geben, um im Gegenzug von ihr überwacht und gesteuert zu werden (also eine rein technische Interaktion).

Möchten wir Bürger das wirklich? Und überhaupt: Von einem gesamtgesellschaftlichen Gesichtspunkt aus muss man nach den Motiven der Politiker fragen, die das Wachstum großer Städte fördern und die die notwendigerweise daraus entstehenden Probleme dann steuerkostenaufwendig mit digitaler Technologie lösen wollen (Technikgläubigkeit), statt sich um die Belebung von kleineren Kommunen zu kümmern und sie lebenswerter zu machen. Folgerichtig wurde das Smart City-Konzept in diesem Jahr mit einem „Big Brother Award“ ausgezeichnet.

Smart Library

Und was haben unsere Bibliotheken nun mit dieser Smart City zu tun? Deren Protagonisten schreiben den Bibliotheken sogar eine wesentliche Rolle bei der Erreichung ihres Ziels zu; so sollen sie nach dem Willen des Senats-Strategiepapiers „Attraktive Bibliotheken für die Metropole Berlin“ (Juli 2016, S. 2f.) zu „zentralen Knotenpunkten einer Smart City“ werden, weshalb „in der Entwicklung zur Smart City, dem international florierenden Wirtschafts- und Wissensstandort und der impulsgebenden, kreativen und integrativen Hauptstadt, an der strategischen Planung eines vorbildlichen Systems Öffentlicher Bibliotheken – in der Kombination bezirklicher Bibliotheksnetze und der ZLB – kein Weg vorbeiführt“.
Wenn das alles so klappt, sind bis 2030 unsere Stadtbüchereien etwas ganz anderes geworden: „Begegnungsort und öffentliches Wohn- und Arbeitszimmer“, „Forum politischer Partizipation für die Kiez- und Metropolgesellschaft“, „metropolitaner ‚Placemaker‘ und Garant für die Attraktivität der Stadt“, „Ort der Freizeitgestaltung“ mit „‚Gaming‘-Angeboten“, „Ort des Willkommens“ und noch vieles mehr. Da ist es nur konsequent, dass in dieser „Vision von einer modernen Bibliothek“ das Wort Buch nicht ein einziges Mal vorkommt, denn Bücher spielen in diesen Vorstellungen fast keine Rolle mehr. (2)

Natürlich sind in Zeiten, in denen der Einpersonenhaushalt (im Norden Europas) der häufigste Haushaltstyp ist (3), Orte nötig, an denen man ohne Konsumzwang andere treffen kann, miteinander klönen, einfach zusammen sein, Musik machen, den Kindern vorlesen, an Kulturveranstaltungen teilnehmen uvm. Offenbar gibt es diese Orte viel zu wenig. Wenn also Politiker und Stadtverwaltungen insofern etwas für ihre Bürger tun wollten, sollten sie viel mehr soziokulturelle Zentren ermöglichen, vorzugsweise solche, die von den Bürgern selbst verwaltet werden. Aber warum tun sie gerade das nicht, sondern bemühen sich gemeinsam mit sogenannten Bibliotheksmachern, die Bibliotheken ihrer Kernaufgaben zu berauben? Das obige Strategiepapier gibt eine erste Antwort: In ihm kommen die Bürger mit ihren eigentlichen Wünschen und Bedürfnissen nämlich überhaupt nicht vor, dafür wird an erster Stelle als Nutznießer der Smart Library der „international florierende Wirtschaftsstandort“ genannt, das heißt, es geht bei der Umwandlung darum, die Bibliotheken als Mittel im Konkurrenzkampf der Metropolen untereinander einzusetzen.

Weitere Ziele von Politik und Verwaltung bei der Schaffung von Smart Libraries

Blicken wir auf einige schon jetzt sichtbare Veränderungen in unseren Bezirksbibliotheken – verursacht unter anderem durch die vom Senat vorgegebene Kosten-Leistungs-Rechnung – und auf von Politikern geäußerte Absichten: stark gelichtete Regale, weil Bücher wegen geringerer Ausleihe weggeworfen werden; vorwiegend Anschaffung von Ratgebern und Unterhaltungsliteratur, darunter insbesondere Bestseller, zur „Grundversorgung“; Installation von überflüssigen Informationsmonitoren „zur Inspiration der Besucherinnen und Besucher“ sowie Gaming-Zonen mit Spielekonsole inklusive Virtual-Reality-Brille, wo Erwachsene „einfach und kostenlos virtuelle Welten erfahren“ und dabei „ihre Scheu verlieren“ können, „denn dies ist die Zukunft“. (4)

Daraus kann man schon ablesen, was mit der Smart Library auf uns Bürger zukommt:

  • gezielte Absenkung des Angebots vor Ort, also bewußte intellektuelle Verflachung der Bezirksbibliotheken („Grundversorgung“)
  • die Vernichtung von Bestand aus vorwiegend statistischen Gründen (Kosten-Leistungs-Rechnung) stellt eine Verschleuderung von Volksvermögen dar
  • diese Vernichtung zusammen mit der beschränkten Anschaffungspraxis bedeutet eine Kostenabwälzung auf uns Nutzer, denn wer mehr möchte, muss aus anderen Büchereien ausleihen, was seit August 2017 auch innerhalb des eigenen Bezirks drei Euro je Medium kostet
  • durch die Umwandlung der Bibliotheken zu Freizeitheimen spart man sich soziokulturelle Zentren, insbesondere solche, die selbstverwaltet sind und damit nur beschränkt der behördlichen Kontrolle unterliegen
  • Gewöhnung der Bürger an umfassende Digitalisierung, denn die größte Herausforderung bei der Etablierung der Smart City sind die Menschen, besonders der Teil von ihnen, der nicht willens oder „in der Lage ist, Online-Transaktionen zu machen“ (5).
  • hinzu kommt: Privatisierung des Bestandsaufbaus zugunsten von Großunternehmen (ekz oder Hugendubel) zulasten qualifizierter Bibliotheksmitarbeiter und des örtlichen Buchhandels – und sowieso ohne Einbeziehung der Nutzer.

Und der Blick auf Dokk1 in Aarhus lässt erahnen, was in nächster Zeit unsere Bibliotheken und deren Beschäftigte noch zu erwarten haben: Umwandlung in fachfremde Servicestationen, die Personalausweise verlängern, über Zahnhygiene informieren, Kitaplätze vergeben, Baugenehmigungen erteilen, 3D-Druckern ausleihen und so weiter – vieles davon heutzutage Aufgaben der Bürgerämter und anderer Abteilungen der Verwaltung, in Zukunft dann, nach einem riesigen Rationalisierungsschritt, Hauptaufgabe der Smart Libraries.

Was geht dadurch verloren?

Verloren gehen die Kernaufgaben der Bibliothek: ein Ort zu sein, der uns Bürgern Informations-, Wissens- und Bildungsangebote fachlicher und literarischer Art macht, und zwar in Form eines reichbestückten Medienbestandes in Freihandaufstellung und durch qualifizierte digitale Angebote.

Next Library®

Next Library® Conference Berlin 2018 – Internationale Zukunftskonferenz für Öffentliche Bibliotheken scheint die Speerspitze der Smart Library-Bewegung zu sein. Man versteht sich selbst als eine internationale Gemeinschaft von „vorwärtsdenkenden Bibliotheksfachleuten, Erneuerern und Entscheidern, die Grenzen überschreiten und Änderungen herbeiführen zugunsten des Lernens (6) im 21. Jahrhundert“”. Und über diese Veranstaltung der „Bibliotheksführer und -erneuerer aus weltweit 96 Staaten“ heißt es, sie sei „mehr als eine Konferenz; es ist eine Gemeinschaft“ (eig. Übers.).

Wenn man davon ausgeht, dass Konferenz bedeutet, dass dort vor allem Besprechungen, Diskussionen unterschiedlicher Standpunkte, Beratungen und Erfahrungsaustausch stattfinden, dann sah man schon nach einem Blick auf das Programm bestätigt, dass diese Veranstaltung tatsächlich keine Konferenz war, sondern ein Gemeinschaftserlebnis, das auf einen gemeinsamen Kurs einstimmen sollte: Auf zwei Tage verteilt, fanden in sechs Blöcken 33 interaktive Workshops (Parallel Sessions) statt sowie  48 Kurzpräsentationen (Ignite Talks: je fünf Minuten lang, begleitet von 20 Folien im 15-Sekunden-Takt; Motto: “Belehre uns, aber faß dich kurz!“). Hinzu kam an vier Tagen je ein Impulsvortrag (Keynote) zur Einstimmung:

Impulsvortrag David Lankes (Professor für Bibliothekswissenschaften, Direktor der School of Library and Information Science der University of South Carolina/USA – als Videoaufzeichnung: A Manifesto for Global Librarianship).
In seinem Brief an eine Altbekannte beschrieb er – als Vorbereitung dieser Konferenz – die Bibliothekare der Zukunft: Ihre Aufgabe „sollte nicht sein, alles zu sammeln, was unsere Gesellschaft braucht, sondern eine klügere, bewusstere und offenere Gesellschaft in die Welt zu entsenden“. Die Bibliothek der Zukunft würde „Motor der Veränderung der Welt zum Besseren“ sein und ihre Bibliothekare „engagierte Berater, die der Gesellschaft helfen, klügere Entscheidungen zu treffen“. Sein Fazit: „Die Gesellschaft braucht uns, denn es gibt nur wenig andere, die ihr helfen können.“ – Bibliothekare als Weltverbesserer: das wirft eine Menge Fragen auf, zum Beispiel: Wer bildet sie dazu aus? Mit welchem politischen Standpunkt? Wen sollen sie beraten? Gegen wen? Wessen Entscheidungen sind offenbar nicht klug genug? Und dann natürlich: Warum sollen sie nicht das sammeln, „was unsere Gesellschaft braucht“ und was dann Bibliotheksbesucher selbst nutzen können, um eine bessere Gesellschaft nach ihren eigenen Vorstellungen zu schaffen? Soll diesen ihre politische Aktivität aus der Hand genommen werden, und sollen sie vertrauensvoll abwarten, dass Bibliothekare „eine klügere Gesellschaft in die Welt entsenden”? Wo bleibt da der mündige Bürger?

Impulsvortrag Nina Simon (Direktorin des Museum of Art and History, Santa Cruz/USA)
Ihr Anliegen ist Partizipation (Teilhabe). Die Programmleiter der Konferenz, T. Leik und J. Pranke, resümierten ihren Standpunkt für die Konferenz dahingehend, dass „Bibliotheken als Kultur- und Bildungseinrichtungen Orte [sind], an denen Demokratie immer wieder neu eingeübt wird“ (S. 11). – Geht es ihr um Demokratie in der Bibliothek (Bestandsaufbau, innere Ausgestaltung)? Die ist schon lange fällig in Form von Mitsprache der Nutzer. Oder meint sie Demokratie in der Gesellschaft? Letztere gehört doch in die Gesellschaft selbst und wird im übrigen ausgeübt. Und was das „Einüben“ betrifft: Jeder, der je als Bürger mit Ver- oder Abgeordneten zu tun hatte, weiß, wie sie die Partizipation der Bürger (Bürgerbeteiligung) zwar im Munde führen, aber wie zuwider sie den meisten in der Praxis ist und wie nötig diese Politiker das Einüben hätten, aber sie werden kaum je dazu in die Bibliothek kommen. Wenn stattdessen Bürger dort Demokratie „einüben“ sollen, erinnert das an ein Placebo und bedeutet die Entmündigung des souveränen Bürgers.

Impulsvortrag Stefan Kaduk (geschäftsführender Partner der Musterbrecher Managementberater, Forschungspartner der Universität der Bundeswehr München)
Zur Charakterisierung des Redners und seiner Gedankenwelt zwei Zitate: „Zukünftig müssen wir experimentell – statt in der gewohnten Meilenstein-Projektlogik – an einer neuen Führungshaltung arbeiten. Diese ist geprägt von Leidenschaft, sie nutzt die kollektive Intelligenz und setzt auf eine frei atmende Organisation.” (Wochenblatt Deggendorf, 12.1.2018) Und: „[Musterbrecher] arbeiten vorwiegend am System — und nicht im System. Sie schaffen Wettbewerbsvorteile 2. Ordnung, indem sie mutig experimentieren. Die alte Projektlogik hat ausgedient. Oder kann man ernsthaft glauben, durch das Abarbeiten von Meilensteinen eine Kultur der Leidenschaft zu erzeugen?“ (Musterbrecher) – Die Einladung an S. Kaduk wies darauf hin, dass es Hindernisse zu überwinden gilt – bei den Nutzern allemal und wohl auch bei einem Teil der Bibliothekare – auf dem Weg zu dieser Art von Bibliothek, und dass diese führenden Bibliotheksmacher die menschlichen Hindernisse mit Leidenschaft (im Sport heißt das Zauberwort „Emotionen“) zu überrennen hoffen statt auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen, wie sie in verschiedenen Umfragen (7) deutlich wurden.

Impulsvortrag Sandi Hilal (palästinensische Architektin und Wissenschaftlerin; politisch engagiert für die Menschen vor Ort)

Eine ihrer zentralen Ideen lautet, dass akademische Erkenntnis zu ideologisch sei; ihr stellt sie diejenige Erkenntnis gegenüber, die dem eigenen Lebenszusammenhang entspringt. Eine weitere zentrale Idee nennt sie „ständige Vorläufigkeit“ („Permanent Temporariness“). – Beide Konzepte entsprechen den Lebensumständen von Menschen, deren Lage gekennzeichnet ist durch permanente Unsicherheit und Bildungsferne. Folglich sind diese Konzepte für die hiesigen Verhältnisse eigentlich nicht nutzbar, denn Bibliotheken sollen der vielfältigen Bevölkerung hier ein differenziertes und anspruchsvolles Angebot machen, was außerdem dauerhafte Strukturen erfordert. Jedoch zeigen die Bestrebungen der „Bibliotheksmacher“ in ZLB und Bezirken erstaunliche Parallelen zu S. Hilals aus der Not geborenen Konzepten: Einerseits findet sich ihre Geringschätzung höherer Bildung hier wieder in der Beschränkung der Bezirksbibliotheken auf bloße „Grundversorgung“ sowie in der geplanten Absenkung des Niveaus der ZLB, während gleichzeitig propagiert wird, dass der direkte Austausch der Leser untereinander der intensiven Nutzung des Medienbestands überlegen sei. Andererseits ähneln V. Hellers Überlegungen (S. 55) zu „Experimentieren mit neuen Funktionen“ und „schnell gemeinsam an Ideen zu arbeiten“ stark der erzwungenen „ständigen Vorläufigkeit“ eines palästinensischen Flüchtlingslagers.

Was setzen wir dagegen?

Eine Bibliothek ist nach unserer Vorstellung ein Ort, der uns Bürgern Informations-, Wissens- und Bildungsangebote fachlicher und literarischer Art macht, und zwar in Form eines reichbestückten Medienbestandes in Freihandaufstellung und von qualifizierten digitalen Angeboten. Wesentlich ist, dass dort das ungebundene, zweckfreie Interesse aller Nutzer gefördert wird statt nur die Vermittlung von verwertbarem Wissen. Daher sind die Nutzer bei der Bestandspflege (Neuerwerb, Aussortieren) beteiligt; Aussortieren findet grundsätzlich nur nach eng gefassten inhaltlichen Kriterien statt. Auf Wunsch werden die Nutzer in die Arbeit in einer Bibliothek einschließlich Benutzung der digitalen Medien eingewiesen; nicht vor Ort vorrätige Medien können kostenlos aus anderen VÖBB-Bibliotheken ausgeliehen werden. Die Bibliothek bietet – getrennt von den Lese- und Arbeitsbereichen – Platz für gemeinsame Aktivitäten wie Spiele, Vorlesen und Gespräche sowie geschlossene, kostenlos nutzbare Räume für Arbeitsgruppen; ein kleines Café ergänzt diesen Bereich. Und schließlich seien in dieser nicht vollständigen Aufzählung noch Veranstaltungen zu kommunalen, politischen und literarischen Themen genannt.

Dr. Michael Roeder für die Bürgerinitiative Berliner Stadtbibliotheken

 

Materialien:

Anmerkungen:
(1) Tatsächlich ist V. Heller jedoch weder von seiner Ausbildung noch von seiner Praxis her Bibliotheksfachmann. Er hat u.a. Kulturmanagement studiert und ist seit Mitte der 90er Jahre als Kulturverwalter tätig, zuletzt in Berlin 2005–2012 als Leiter der Abt. V Kultur der Senatskanzlei und seit 2012 als Managementdirektor ZLB.
(2) Vgl. dazu diesen Bericht des Deutschlandfunks aus dem Jahr 2015 über die Bücherei einer Kleinstadt in Dänemark, dem führenden Land in Sachen Smart Library, wo es heißt: „Ganz vereinzelt finden sich auch ein paar Regale mit Büchern, Zeitschriften, CDs oder DVDs zum Ausleihen. Der Bibliothekschef: ‚Ja es ist eine moderne Bücherei – es ist die Zukunft der Bücherei!‘”
(3) Lt. Statistischem Bundesamt sind 2016 in Deutschland 41 Prozent der Haushalte Einpersonenhaushalte, im Land Berlin 51 Prozent; in der Heimat der Smart Library, Skandinavien, sind es 43 (Dänemark) bis 52 Prozent (Schweden).
(4) Für mehr Einzelheiten und für die Quellennachweise der Zitate siehe die Kapitel Informationsmonitore, Gaming-Zonen und Die Ideologie von der Grundversorgungsbücherei‘.
(5) V. Heller hält sich zugute, dass er seine ZLB und auch noch alle 80 Bezirksbibliotheken, die „jede Menge Computerarbeitsplätze“ haben, der Senats- und den Bezirksverwaltungen zur Bewältigung ihrer Probleme angeboten hat (S. 56)
(6) Wer wie Next Library ® Bibliotheken darauf beschränkt, ein Ort des Lernens zu sein, sieht offenbar den Menschen vorrangig unter dem Gesichtspunkt seiner beruflichen Verwertbarkeit. Ein souveränes Individuum zeichnet sich aber gerade auch dadurch aus, dass es in der Bibliothek seinen eigenen, auch völlig zweckfreien Interessen nachgehen möchte. Diese Beschränkung ist letztlich eine Absage an die Emanzipation des einzelnen und hat logischerweise auch Konsequenzen für den Bestand, vor allem den künstlerischen und wissenschaftlichen. –
(7)Institut für Demoskopie Allensbach, „Die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland“ (November 2015): 76 Prozent der Befragten möchten vor allem ein umfangreiches Angebot an Büchern, E-Books, Zeitschriften, Musik und Filmen.
Nutzung und Einstellungen zu den Angeboten und Dienstleistungen der Berliner Bibliotheken (August 2014): „Die Befragungsergebnisse zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit — neun von zehn befragten Berliner/innen — die Öffentlichen Bibliotheken für unabdingbar hält, um die Grundversorgung mit Fach- und Unterhaltungsmedien in Form von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, CDs, DVDs, Noten und elektronischen Medien für breite Bevölkerungsschichten zu sichern.“ Und: „Das Kerngeschäft der Öffentlichen Bibliotheken Berlins ist nach wie vor Medien für ein breites Publikum bereit zu stellen.“; dazu die Grafik zur Frage „Was tun Sie konkret vor Ort?”
– Zusammenfassung der Kinder-Medien-Studie 2018 im Börsenbatt (7. August 2018): „Kinder mögen am liebsten gedruckte Bücher“”.
– „Was Menschen an Bibliotheken wichtig finden“ (Umfrage des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft, 11.8.2017). Dort heißt es unter 4.: „Nicht die Bibliothek ist unmodern und hält an überkommenden Aufgaben (…) fest und ‚verliert‘ deshalb Nutzerinnen und Nutzer, sondern die ’neuen Aufgaben‘, die sich die Bibliothek zuschreibt, sind gar nicht die, die Menschen besonders an Bibliotheken schätzen.“

Für Rückfragen: Peter Delin

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