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Rot-Rot-Grün beschließt klamm­heim­lich im Senat die Schul­pri­va­ti­sie­rung – obwohl die Anhö­rung der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” noch aus­steht

28 September 2018

Pres­se­mit­tei­lung von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) e.V.:

Wir haben es aus der Pres­se erfah­ren”, so beschreibt Carl Waß­muth, eine der fünf Ver­trau­ens­per­so­nen der Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len” und Vor­stand von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) die empö­ren­de Situa­ti­on. Focus online berich­te­te am spä­ten Nach­mit­tag des 26. Sep­tem­ber, dass die Howo­ge GmbH künf­tig gro­ße Sanie­rungs- und einen Teil der Neu­bau­maß­nah­men beim Inves­ti­ti­ons­pro­gramm zur Schul­bau­of­fen­si­ve über­neh­me. „Eine ent­spre­chen­de Vor­la­ge von Finanz­se­na­tor Dr. Mat­thi­as Kol­latz hat der Senat heu­te – nach Stel­lung­nah­me durch den Rat der Bür­ger­meis­ter – beschlos­sen”, weiß das Por­tal zu berich­ten [1]. Auf der Sei­te des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters fin­det sich eine ent­spre­chen­de Pres­se­mit­tei­lung, die auf eine Beschluss­fas­sung des Senats am 25. Sep­tem­ber abhebt [2].

 
Carl Waß­muth wei­ter: „Es macht schon stut­zig, dass kei­ne der gro­ßen Ber­li­ner Zei­tun­gen die Pres­se­mel­dung auf­ge­grif­fen hat, obwohl sie alle seit Mona­ten das The­ma beglei­ten. Wie wur­den sie infor­miert? Wir müs­sen anneh­men, dass der Senat mehr oder weni­ger klamm­heim­lich Fak­ten geschaf­fen hat. Zur Heim­lich­keit des Vor­ha­bens passt, dass seit Mona­ten unse­re Anfra­gen nach Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz auf Akten­ein­sicht zu den Howo­ge-Vor­gän­gen abge­wie­sen wer­den. Die Howo­ge ver­weist auf das Geschäfts­ge­heim­nis, der Senat behaup­tet, kei­ner­lei Akten oder Unter­la­gen ange­legt zu haben [3].”
 
Ger­lin­de Scher­mer, gleich­falls Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve: „Der Senat hat schein­bar Angst vor Fak­ten. Wäh­rend wir noch auf den Anhö­rungs­ter­min im Haupt­aus­schuss war­ten – es deu­tet sich an, dass die Anhö­rung am 7. Novem­ber statt­fin­den soll, aber eine Ent­schei­dung dazu soll erst am 8. Okto­ber fal­len –, ver­sucht der Senat über sei­nen Beschluß vor der Par­la­ments­be­ra­tung den Regie­rungs­frak­tio­nen den Rück­zug zu ver­bau­en. Die bis­her öffent­li­chen Schul­grund­stü­cke sol­len bis 2022 mit 1,5 Mil­li­ar­den Euro außer­halb des Lan­des­haus­hal­tes belie­hen wer­den, das ist der wah­re Kern und die Antriebs­kraft des Finanz­se­na­tors für win­di­ge Ver­trags­kon­struk­te. Dafür sol­len die Bür­ger­meis­ter der zwölf Bezir­ke 33-Jah­res-Ver­trä­ge unter­schrei­ben, ohne die Fol­gen über­schau­en zu kön­nen. Die Bezir­ke sind ja für die Schu­len zustän­dig, nicht der Finanz­se­na­tor. Wir haben ein Recht auf Finan­zie­rung des Schul­baus aus öffent­li­chem Haus­halts­geld!  Dafür zah­len wir Steu­ern.”
 
GiB kann aus der Pres­se­mit­tei­lung des Senats nicht ent­neh­men, dass es gegen­über der Beschluss­vor­la­ge des Finanz­se­na­tors vom April posi­ti­ve Fort­schrit­te gibt.  Die Kos­ten­kon­trol­le wird an ein pri­vat­recht­li­ches Unter­neh­men abge­ge­ben. Damit beschließt der Senat rund sechs Wochen vor der Anhö­rung der Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len” ein Pri­va­ti­sie­rungs-Kon­zept, das nach der Ban­ken­kri­se, der Was­ser­pri­va­ti­sie­rung und dem BER-Desas­ter für Ber­lin ein neu­es Finanz­aben­teu­er bedeu­tet. 
 
“Vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Ber­lins wol­len genau das nicht und haben daher unse­re Volks­in­itia­ti­ve unter­schrie­ben. Wir haben mehr als 30.000 Unter­schrif­ten gesam­melt und sind seit Anfang August offi­zi­ell als Volks­in­itia­ti­ve aner­kannt. Das Vor­ge­hen des Senats ist ein Schlag ins Gesicht der direk­ten Demo­kra­tie”, fin­det Carl Waß­muth. Der Bau­in­ge­nieur und Infra­struk­tur­ex­pe­re ist auch Eltern­ver­tre­ter und kann bestä­ti­gen, dass vie­le der gesam­mel­ten Unter­schrif­ten von Eltern und Schü­le­rIn­nen kom­men.
 
“Demo­kra­tie darf man nicht ler­nen, son­dern muss man erle­ben” [4], schreibt der Lan­des­ver­band Ber­lin von Bündnis90/Die Grü­nen auf sei­ner Web­sei­te. Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand lebt Demo­kra­tie mit sei­nen Akti­vi­tä­ten für den Erhalt der öffent­li­chen Daseins­vor­so­ge, erlebt sie aber nicht im poli­ti­schen All­tag der Haupt­stadt­re­gie­rung.
 
 
 
[3] Ant­wort der Senats­ver­wal­tung für Finan­zen auf eine IFG-Anfra­ge zur HOWO­GE im Rah­men der Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve vom 21.09.2018 (Sei­te 1, Sei­te 2); Anfra­ge

 

 

Pres­se­kon­takt: Carl Waß­muth

 

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