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Par­tei Die Lin­ke pri­va­ti­siert Schu­len – und zün­det eine Nebel­bom­be

26 November 2017

25.11.17, GiB-Demo vor dem Tagu­gungs­ort des Lan­des­par­tei­ta­ges der Par­tei Die Lin­ke, Foto © Frank Wecker

Pres­se­mit­tei­lung von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) e.V.

Die Debat­ten der Par­tei Die Lin­ke auf ihrem Lan­des­par­tei­tag am 25. Novem­ber 2017 sind aus Sicht von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) ein wei­te­rer Schritt in Rich­tung Schul­pri­va­ti­sie­rung. Dazu Carl Waß­muth von GiB:

Die Mehr­heit der Dele­gier­ten der Par­tei Die Lin­ke hat sich ges­tern dafür ent­schie­den, mit der Schul­pri­va­ti­sie­rung wei­ter­zu­ma­chen. Inner­par­tei­li­che Kri­ti­ker wur­den ‘erfolg­reich’ über­stimmt. Grund­stü­cke, Schul­ge­bäu­de und Bau­auf­trä­ge im Wert von eini­gen Mil­li­ar­den Euro lie­fert die Links­par­tei so ohne Not Pri­vat­in­ves­to­ren aus. Schu­len wer­den von Lern­or­ten zu Maschi­ne­ri­en, in denen bilan­zier­te Gewinn­stei­ge­rung obers­te Maxi­me wird.”

Par­al­lel dazu stei­gen die Schul­den der öffent­li­chen Hand in den neu eröff­ne­ten Schat­ten­haus­hal­ten. Doro Zin­ke vom DGB fin­det das ‘ganz schön schlau’. Wir nicht!”

Um den ekla­tan­ten Wider­spruch zwi­schen Pro­gram­ma­tik und Wahl­ver­spre­chen und die­ser enor­men Pri­va­ti­sie­rungs­po­li­tik zu ver­de­cken, hat die Lin­ke auf ihrem Lan­des­par­tei­tag jetzt noch eine gewal­ti­ge Nebel­bom­be gezün­det: Man möch­te mit einem Volks­ent­scheid eine “Pri­va­ti­sie­rungs­brem­se” in die Lan­des­ver­fas­sung brin­gen. Dazu Ger­lin­de Scher­mer vom GiB und Ver­trau­ens­per­son des Ber­li­ner Was­ser­volks­ent­scheids:

Der Vor­schlag eines ver­fas­sungs­än­dern­den Volks­ent­scheids, ini­tiert durch die Regie­rungs­par­tei Die Lin­ke, ist der Ver­such den Volks­ent­scheid zu kapern. Es ist das alte Spiel: Statt selbst das Pri­va­ti­sie­ren blei­ben zu las­sen, pro­pa­giert die Par­tei­füh­rung das grooo­ße Ziel. Die Par­tei Die Lin­ke soll­te sich an Ihre alten Lie­der erin­nern und Far­be beken­nen: ‘Sag mir, wo Du stehst und wel­chen Weg Du gehst.’ In dem Lied heißt es auch: ‘Wir haben ein Recht dar­auf dich zu erken­nen. Auch nicken­de Mas­ken nüt­zen uns nichts -
Ich will beim rich­ti­gen Namen dich nen­nen Und dar­um zeig mir dein wah­res Gesicht!’

Es wird der Par­tei­füh­rung der Lin­ken durch die­ses durch­sich­ti­ge Manö­ver nicht gelin­gen, von der Unglaub­wür­dig­keit ihrer eige­nen Poli­tik abzu­len­ken! Das wer­den ihre Wäh­ler im Osten mer­ken, denn die ken­nen die Masche von frü­her, als jede Kri­tik an den Ver­hält­nis­sen mit dem Ver­weis auf den Klas­sen­feind und Welt­frie­den tot gemacht wur­de.”

Für den kom­men­den Mitt­woch hat GiB alle stadt­po­li­ti­schen Initia­ti­ven und Ein­zel­per­so­nen zu einem Tref­fen ein­ge­la­den, die eine Pri­va­ti­sie­rung der Schu­len ver­hin­dern wol­len. Dazu Doro­thea Här­lin von attac:

Die­se expli­zit ver­lo­ge­ne Hal­tung der Lin­ken wird die Mobi­li­sie­rung stär­ken. Wir haben das Tref­fen ini­iert, um den Wider­stand gegen die geplan­te Schul­pri­va­ti­sie­rung zu unter­stüt­zen. Dazu haben wir den Titel gewählt: ‘Wer, wenn nicht wir?’ Wer es noch nicht wahr­ge­nom­men hat­te, weiß seit ges­tern: Die Par­tei Die Lin­ke ver­hin­dert die Schul­pri­va­ti­sie­rung nicht, sie betreibt sie!”

GiB hat­te auch vor dem Par­tei­tag demons­triert. Vie­le Dele­gier­te waren irri­tiert – sie hat­ten noch gar nicht wahr­ge­nom­men, dass ihre Par­tei­füh­rung eine Pri­va­ti­sie­rung betreibt.

 

Hin­ter­grund zu einem ver­fas­sungs­än­dern­den Volks­ent­scheid in Ber­lin

Ein ver­fas­sungs­än­dern­der Volks­ent­scheid hat enorm hohe Hür­den:

Ein die Ver­fas­sung von Ber­lin ändern­des Gesetz ist durch Volks­ent­scheid ange­nom­men, wenn eine Mehr­heit von min­des­tens zwei Drit­teln der Teil­neh­mer und zugleich min­des­tens die Hälf­te der zum Abge­ord­ne­ten­haus Wahl­be­rech­tig­ten zustimmt.”

Ein ver­fas­sungs­än­dern­der Volks­ent­scheid benö­tigt 66,7 Pro­zent Wahl­be­tei­li­gung – der erfolg­rei­che Volks­ent­scheid zum Ber­li­ner Was­ser (gleich­zei­tig einer der erfolg­reichs­ten Volks­ent­schei­de bun­des­weit) hat­te 27,5 Pro­zent Wahl­be­tei­li­gung, die letz­ten Wah­len zum Abge­ord­ne­ten­haus hat­te 66,9 Pro­zent Wahl­be­tei­li­gung.

Einem ver­fas­sungs­än­dern­den Volks­ent­scheid muss min­des­tens die Hälf­te der zum Abge­ord­ne­ten­haus Wahl­be­rech­tig­ten zustim­men, das waren zuletzt 1.242.690 Men­schen.  Gleich­zei­tig haben nur 856.455 haben einer der drei R2G-Par­tei­en die Stim­me gege­ben. Und sogar nur 255.701 haben der Par­tei Die Lin­ke ihre Stim­me gege­ben. Das sind gera­de mal 10,3 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten.

 

Lese­emp­feh­lung

Eine detail­lier­te Aus­ein­an­der­set­zung mit der Argu­men­ta­ti­on der Lin­ken ist hier ver­öf­fent­licht: Ant­wort GiB auf Argu­men­te Lin­ke. GiB hat das 16-sei­ti­ge Papier auch am 25. Novem­ber 2017 vor dem Tagungs­ort des Lan­des­par­tei­tags der Par­tei Die Lin­ka an inter­es­sier­te Dele­gier­te ver­teilt.

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