Home » Allgemein, Bildung, Infrastruktur, PPP

Kom­men­tar zum Stand­punkt­pa­pier „Zukunfts­vi­sio­nen ermög­li­chen – Spiel­räu­me der Schul­den­brem­se in den Bun­des­län­dern nut­zen“

7 August 2018

Schul­bau bald pri­vat !?
Bild: CC0 Crea­ti­ve Com­mons

Von Uli Scholz und Her­bert Storn

Am 25. Juli  erschien in der Frank­fur­ter Rund­schau, der Ber­li­ner Zei­tung und dem Köl­ner Stadt­an­zei­ger (Dumont-Grup­pe) ein weit­ge­hend iden­ti­scher Kom­men­tar von Mar­kus Sie­vers zur Schul­den­brem­se. Erfreu­lich, weil die erbärm­li­che Argu­men­ta­ti­ons­fas­sa­de der Schul­den­brem­se und ihre ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen auf die öffent­li­che Infra­struk­tur deut­lich wer­den. Da aber in dem Kom­men­tar von einer Initia­ti­ve zur „Schul­den­brem­se“ die Rede war, muss­te die­se Initia­ti­ve erst­mal gefun­den wer­den. Auf der Home­page der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, der Grup­pe “Alter­na­ti­ve Wirt­schafts­po­li­tik” und bei Axel Troost kann man fün­dig wer­den. Lei­der dient das dort ver­öf­fent­lich­te Papier [1] haupt­säch­lich der Ver­tei­di­gung und Recht­fer­ti­gung der Ber­li­ner “Schul­bau­of­fen­si­ve” durch “ÖÖP”, das kein ÖPP sein darf, weil ein sol­ches in der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung aus­ge­schlos­sen wur­de. Das hat der Kom­men­ta­tor Sie­vers kom­plett unter den Tisch fal­len las­sen, war­um auch immer.

In wel­cher Situa­ti­on wird das Papier ver­öf­fent­licht?

Das Papier wird in einer Situa­ti­on vor­ge­legt, wo in Ber­lin durch eine Volks­in­itia­ti­ve von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand und mit Unter­stüt­zung u. a. durch die GEW Anhö­run­gen in den jeweils zustän­di­gen Par­la­ments­aus­schüs­sen erzwun­gen wur­den, die dem­nächst statt­fin­den wer­den.  Das Papier schlägt sich auf die Sei­te des Senats, ist in die­sem Sinn also par­tei­lich.

Mit dem Senats­mo­dell lie­ge kein Ver­stoß gegen die Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung zu ÖPP vor, es wer­de damit kein  Schat­ten­haus­halt ein­ge­führt, es lie­ge kein Ver­stoß gegen die „Schul­den­brem­se“ nach dem Grund­ge­setz vor.

Das Papier ist ärger­lich, weil es lin­ke Kräf­te in einen Kon­flikt unter­ein­an­der zieht, der die gemein­sa­men Anstren­gun­gen gegen das Kre­dit­auf­nah­me­ver­bot durch die “Schul­den­brem­se” und die EU-Vor­schrif­ten (Maas­trich­ter Ver­trä­ge, Fis­kal­pakt, …) stark in den Hin­ter­grund tre­ten lässt, statt den Kampf gegen die­se “Rutsch­bahn in die Pri­va­ti­sie­rung” auf­zu­neh­men.

Beson­ders, wenn man aus den Medi­en erfah­ren muss, dass im Hin­ter­grund vom Ber­li­ner Senat bereits die Bera­tung des ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den der Lob­by-Orga­ni­sa­ti­on ÖPP-Deutsch­land-AG in Anspruch genom­men wird.

Ärger­lich ist auch, dass unter der Über­schrift “Mehr Trans­pa­renz wagen!” die Kri­tik der Intrans­pa­renz des Ber­li­ner Vor­ha­bens mit “Trans­pa­renz­klau­seln” als “ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­men der Poli­tik” ruhig­ge­stellt wird — wäh­rend bis­her alle struk­tu­rel­len Infor­ma­tio­nen zu dem Senats­pro­jekt unter erheb­li­chen Anstren­gun­gen und durch inves­ti­ga­ti­ve Maß­nah­men zuta­ge beför­dert wer­den muss­ten, bis hin zur Samm­lung von über 30.000 Unter­schrif­ten für eine Volks­in­itia­ti­ve zu offi­zi­el­len Anhö­run­gen! (Der Ber­li­ner Was­ser­tisch lässt grü­ßen!)

 Ein­schät­zung der Argu­men­ta­ti­on

 Die Autor/inn/en des Stand­punkt­pa­piers bestä­ti­gen eine Rei­he von Argu­men­ten, die Gemein­gut in Bür­ge­rin­nen­hand in die Dis­kus­si­on ein­ge­bracht hat. Bei­spiel: “Die recht­li­che Kon­struk­ti­on ist iden­tisch mit ÖPP-Miet­kauf­mo­del­len.” Die Autoren zei­gen klar auf, wie die Geheim­hal­tung der Geschäf­te und Ver­trä­ge lan­des­ei­ge­ner Unter­neh­men sicher­ge­stellt und Trans­pa­renz unmög­lich gemacht wird [2]. Sie benen­nen die Über­tra­gung von Schul­im­mo­bi­li­en an die HOWO­GE als for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung und bestä­ti­gen impli­zit, dass die “Eigen­tums­rech­te an den Gebäu­den” für Jahr­zehn­te an die Woh­nungs­bau-GmbH über­ge­hen.

Neue pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­sche Argu­men­te brin­gen die Autor/inn/en aller­dings nicht ein, viel­mehr ver­su­chen sie, die bekann­ten Argu­men­te zu wider­le­gen. Dies geschieht ers­tens durch die Wahl des Gegen­stands, näm­lich Ber­lins, zwei­tens durch eine enge kame­ra­lis­ti­sche Sicht­wei­se und drit­tens durch Beschö­ni­gung der mit der Pri­va­ti­sie­rung ver­bun­de­nen Risi­ken für den Lan­des­haus­halt. Vier­tens und vor allem aber durch eine kon­se­quen­te Wei­ge­rung, die Ursa­chen der Schul­bau­schwä­che Ber­lins in den Fokus zu neh­men.

Zu Ers­tens: In Ber­lin wur­de seit cir­ca 1995 erheb­lich weni­ger inves­tiert und erheb­lich weni­ger Per­so­nal in der öffent­li­chen Ver­wal­tung vor­ge­hal­ten als in ver­gleich­ba­ren Groß­städ­ten. Gemes­sen an den pri­va­ten Haus­halts­ein­kom­men und den Steu­er­ein­nah­men ist Ber­lin eine der ärms­ten Regio­nen. [3] Dem­ge­gen­über wächst die Bevöl­ke­rung und mehr noch die Zahl schul­pflich­ti­ger Kin­der ver­gli­chen mit ande­ren Armuts­re­gio­nen sehr schnell. Den Autor/inn/en muss wider­spro­chen wer­den, wenn sie hier­aus ablei­ten, Ber­lin wür­de sich als “Fall­bei­spiel” anbie­ten. Im Gegen­teil, die Fak­ten spre­chen ein­deu­tig für eine regio­nal ver­schärf­te Schul­bau­schwä­che. Hin­zu kommt, dass mit ähn­li­chen Situa­tio­nen in eini­gen Kom­mu­nen in Nord­rhein-West­fa­len ganz anders umge­gan­gen wird als in Ber­lin. Das Stand­punkt­pa­pier wird ande­ren Bun­des­län­dern – der Anspruch wird im Titel genannt – schon bei der Wahl des “Fall­bei­spiels” nicht gerecht.

 Zu Zwei­tens. Das Argu­ment, “dass der mas­si­ve Aus­ga­be­be­darf Ber­lins … nicht aus dem Kern­haus­halt gedeckt wer­den kann”, wäre nur dann ver­tret­bar, wenn die Schul­den­re­gel des Grund­ge­set­zes ohne Ein­schrän­kung durch einen Kon­junk­tur­fak­tor schon jetzt gel­ten wür­de. Das wird aber – wenn Ber­lin bis dahin so wei­ter­re­giert wird – erst ab 2020 der Fall sein. Dem­entspre­chend bele­gen die Autor/inn/en ihre Behaup­tung auch nicht, son­dern set­zen sie als “evi­dent” vor­aus. Ohne Nach­weis bleibt die damit auf­ge­stell­te The­se, ohne for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung wür­den ent­we­der nicht genü­gend Schul­plät­ze geschaf­fen oder es müss­ten ande­re not­wen­di­ge Aus­ga­ben bei Per­so­nal oder Infra­struk­tur noch wei­ter gekürzt wer­den. Lei­der ermun­tert die­se The­se nicht gera­de zur Prü­fung von Alter­na­ti­ven. Zudem behaup­ten die Autor/inn/en, die “Kri­ti­ker” der Pri­va­ti­sie­rung von Schu­len wür­den “die Mög­lich­keit der For­fai­tie­rung, also des Wei­ter­ver­kaufs der For­de­rung, mit der Pri­va­ti­sie­rung von öffent­li­chem Eigen­tum” ver­wech­seln, wie sie bei der Staats­ver­schul­dung gang und gäbe ist. Rich­tig ist dage­gen, dass die Schul­trä­ger in Ber­lin mit den ein­re­de­frei­en Ver­trä­gen ihre Ver­ant­wor­tung für nach­hal­ti­ges Pla­nen und Bau­en an die HOWO­GE (und die an die Gene­ral­pla­ner und -unter­neh­mer) abge­ben sol­len, was bei Haus­halts­fi­nan­zie­rung über Lan­des­an­lei­hen eben gera­de nicht der Fall wäre.

Zu Drit­tens. Das Risi­ko einer künf­ti­gen Haus­halts­mehr­be­las­tung im Ver­gleich zu kon­ven­tio­nel­ler Haus­halts­fi­nan­zie­rung als beherrsch­bar dar­zu­stel­len, ist in einer kon­sis­ten­ten Argu­men­ta­ti­on gar nicht mög­lich. Zu den kras­sen Wider­sprü­chen, in die sich die Autor/inn/en an die­sem sprin­gen­den Punkt ver­stri­cken, spä­ter im Detail.

 Zu Vier­tens. Ber­lin konn­te jüngst eine Sum­me von cir­ca  500 Mil­lio­nen Euro weder ver­pla­nen noch inves­tie­ren, die im Haus­halt 2017 für Schul­bau­in­ves­ti­tio­nen ein­ge­plant wor­den waren. Dies ent­spricht in etwa der Fort­schrei­bung der im Novem­ber 2017 vor­ge­stell­ten Ergeb­nis­se der Kurz­stu­die von Gemein­gut in Bür­ge­rin­nen­hand zur mög­li­chen Höhe von Schul­bau­in­ves­ti­tio­nen. [4] In ähn­li­cher Höhe nahm Ber­lin Ende 2017 eine Son­der­til­gung sei­ner Schul­den vor. [5] Die Zah­lungs­mit­tel waren übrig. In Ber­lin liegt kei­ne Liqui­di­täts-, son­dern eine spe­zi­fi­sche Schul­bau­schwä­che vor, infol­ge Per­so­nal­man­gels in öffent­li­chen Ver­wal­tun­gen und der regio­na­len Bau­wirt­schaft.

Ber­lin hat das, was ande­re Gebiets­kör­per­schaf­ten auch getan haben (die offi­zi­el­le Poli­tik des „schlan­ken Staats“ bzw. des “Mager­staa­tes”), beson­ders exten­siv betrie­ben.

Den Autor/inn/en des Papiers ist zu dan­ken, dass sie den Unsinn der grund­ge­setz­li­chen Schul­den­re­gel noch ein­mal anhand aktu­el­ler Ent­wick­lun­gen belegt haben.

Die Schul­den­re­gel hat aber nur am Ran­de mit der Ber­li­ner Per­so­nal­man­gel­si­tua­ti­on zu tun. Die­se wur­de zwar seit 2015 breit öffent­lich dis­ku­tiert, nach­dem die finan­zi­el­len Mit­tel des dama­li­gen Son­der­ver­mö­gens Infra­struk­tur der wach­sen­den Stadt (SIWA) Jahr für Jahr nur zu Bruch­tei­len aus­ge­ge­ben wer­den konn­ten, aber ein­ge­stan­de­ner­ma­ßen war es nie die Absicht des Senats, die­ses Pro­blem zu lösen, son­dern eine Lösung für mehr Schul­plät­ze zu prä­sen­tie­ren. Der Staats­se­kre­tär in der SenBJF, Mark Rack­les: “Mich inter­es­sier­te zu kei­nem Zeit­punkt das Pro­blem (schon gar nicht des­sen his­to­risch-poli­ti­sche Her­lei­tung) — mich inter­es­siert immer nur die Lösung!“ [6] Dem­entspre­chend muss­te der Rat der Bür­ger­meis­ter das 2017 vor­ge­leg­te “Per­so­nal­po­li­ti­sche Akti­ons­pro­gramm” des Senats als “bei wei­tem nicht aus­rei­chend” qua­li­fi­zie­ren [7] und Ergän­zun­gen vor­schla­gen, die gemes­sen an den tat­säch­li­chen Her­aus­for­de­run­gen (meh­re­re Hun­dert Pla­ner, vie­le Tau­sen­de Aus­zu­bil­den­de und Arbei­ten­de am Bau) aller­dings eben­falls unzu­rei­chend sind. Die vom Senat prä­sen­tier­te Lösung (Bau und Sanie­rung der Grund­schu­len in zen­tra­ler Ver­ant­wor­tung der Sen­Stadt­Wohn – Über­tra­gung prak­tisch aller Stand­or­te für neue wei­ter­füh­ren­de Schu­len ins Pri­vat­recht bei der HOWO­GE) ist folg­lich nur eine Teil­lö­sung, bei der die vol­le staat­li­che Ver­ant­wor­tung für den Bau und die Sanie­rung nur noch für die Grund­schu­len vor­ge­se­hen ist.

Aus Sicht der ver­ant­wort­li­chen Politiker/innen ist die Ver­schie­bung eines Teils des Pro­blems zur HOWO­GE durch­aus sinn­voll, denn der damit ver­bun­de­ne Ver­zicht auf eine geeig­ne­te poli­ti­sche Lösung des Per­so­nal­pro­blems wird ihnen über kurz oder lang wie eine Pro­phe­zei­ung Recht geben, die sich von selbst erfüllt. Der (Personal)Politikverzicht wird die Frei­heits­gra­de abseh­bar so weit ver­rin­gern, dass eine Pri­va­ti­sie­rung wie vom Senat geplant in eini­gen Jah­ren tat­säch­lich als alter­na­tiv­los erschei­nen kann. So wür­de ein per­so­nal­po­li­ti­sches Pro­gramm die betrof­fe­nen Teil­ar­beits­märk­te erst in frü­hes­tens drei Jah­ren spür­bar ent­las­ten, so wird die Schul­den­re­gel 2020 auch in Ber­lin voll zur Anwen­dung kom­men und die Liqui­di­tät begren­zen, so wächst der Sanie­rungs­stau Tag für Tag, weil die HOWO­GE mit ihren vor­han­de­nen Struk­tu­ren noch gar nicht in die Pla­nung ein­stei­gen kann.

Ange­sichts des mise­ra­blen Gebäu­de­zu­stands der Schu­len spricht vie­les dafür, dass die fast zwei Jah­re, die der Senat bis­her ver­tan hat, eigent­lich dop­pelt oder drei­fach gezählt wer­den müss­ten.

Unbe­re­chen­ba­re Haus­halts­mehr­be­las­tung

Nach­dem die Aus­wir­kun­gen  der “Schuldenbremsen”-Politik und einer fal­schen Haushalts“konsolidierung” zu Recht kri­ti­siert wor­den sind, schei­nen die Autor/inn/en alles zuvor Gesag­te zu ver­ges­sen und zau­bern aus dem in Vor­be­rei­tung befind­li­chen Ber­li­ner ÖPP-Modell ein ÖÖP-Kon­strukt, das sie dann zur bun­des­wei­ten Nach­ah­mung und als Aus­weg aus der “Schul­den­brem­se” pro­pa­gie­ren.

Von “Erpro­bung” – wie es die Autor/inn/en des Stand­punkt­pa­piers (S. 5) nen­nen — kann übri­gens kei­ne Rede sein, wenn ein der­art gro­ßes Pro­jekt, das sogar das bis­her größ­te ÖPP-Pro­jekt im Land­kreis Offen­bach über­trifft, für 25 Jah­re und län­ger auf die Schie­ne gesetzt wer­den soll­te.

Schon der “ent­schei­den­de Unter­schied zu ÖPP”, “dass pri­va­te Inves­to­ren außen vor blei­ben”, kann nur Kopf­schüt­teln her­vor­ru­fen.

Rich­tig ist das Gegen­teil: Gera­de sie sol­len den Schul­bau finan­zie­ren, denn die HOWO­GE soll die Kre­di­te am Markt auf­neh­men. Damit nicht genug. Die von öffent­li­chen För­der­ban­ken ange­bo­te­nen Infra­struk­tur­fi­nan­zie­run­gen sind auf­grund der zwin­gen­den Bank­durch­lei­tung immer an die Kre­dit­kon­di­tio­nen der Haus­bank gebun­den, die für den Kre­dit haf­tet. Das per „Ein­re­de­ver­zicht“ risi­ko­los gestell­te Finanz­pro­dukt ist ja das, wor­auf pri­va­te Ban­ken und Fonds scharf sind, und was mit Hil­fe pri­va­ter Bera­ter wie Bern­ward Kul­le (vor­mals ÖPP-Deutsch­land AG, jetzt PD Bera­ter der öffent­li­chen Hand) oder Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers hin­ter den Kulis­sen vor­be­rei­tet wird.

Außer­dem soll nicht “die HoWo­Ge die Schu­len sanie­ren” (Stand­punkt­pa­pier S. 5), son­dern sie soll ledig­lich einen Gene­ral­un­ter­neh­mer beauf­tra­gen, mit Sub­un­ter­neh­men zu bau­en, zu sanie­ren und die Bewirt­schaf­tung zu über­neh­men. Denn die HoWo­Ge hat gar nicht das Per­so­nal, schließ­lich schafft sie ja schon den Nach­hol­be­darf im Woh­nungs­bau nicht.

Auch die ande­ren genann­ten Merk­ma­le sind Merk­ma­le von ÖPP. Zu Recht schrei­ben die Autor/inn/en: “Die recht­li­che Kon­struk­ti­on ist iden­tisch mit soge­nann­ten ÖPP-Miet­kauf­mo­del­len.” (S. 5)

Auch in Frank­furt am Main wur­de bei einem ÖPP-Pro­jekt  (IGS-West) des­sen Cha­rak­ter vor­über­ge­hend geleug­net, indem es als “Miet­kauf­mo­dell” bezeich­net wur­de, was sich aber dank einer kri­ti­schen Öffent­lich­keit nicht lan­ge hal­ten ließ, bevor zuge­ge­ben wur­de, dass es ein wei­te­res ÖPP-Pro­jekt sei.

Der Haupt­nach­teil die­ses Modell ist die Zins­kos­ten­dif­fe­renz”“ (S. 5). Das ist aber bei­lei­be nicht der ein­zi­ge gra­vie­ren­de Nach­teil. Ent­schei­dend sind neben den Bera­ter­kos­ten hier vor allem die ein­sei­ti­ge Risi­ko­ver­la­ge­rung auf Staat und Kom­mu­ne durch den schon genann­ten Ein­re­de­ver­zicht und die lan­ge Lauf­zeit.

Durch den Ein­re­de­ver­zicht bleibt das vol­le Risi­ko bei den Schul­trä­gern, die HOWO­GE muss kei­ner­lei Risi­ken tra­gen, und so wird die Schwel­le zur mate­ri­el­len Pri­va­ti­sie­rung über­tre­ten. Privatisierungskritiker/innen wei­sen auf eine zusätz­li­che Pri­va­ti­sie­rung von Steu­er­mit­teln hin, näm­lich sehr gro­ße Haus­halts­ri­si­ken, weil nicht nur der Schul­bau (und dabei vor allem im maro­den Bestand) im Ver­gleich zum Woh­nungs­bau erheb­lich höhe­re Finan­zie­rungs­ri­si­ken beinhal­tet, son­dern das HOWO­GE-Modell des Senats auch noch jeden denk­ba­ren Anreiz zum nach­hal­ti­gen Pla­nen für die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft aus­schließt.

Es grenzt schon an pole­mi­sche Ver­zer­rung, dass die Autor/inn/en des Stand­punkt­pa­piers den Hin­weis dar­auf als Ver­wechs­lung von Haus­halts­in­stru­men­ten hin­stel­len. Die genann­ten Risi­ken sind rein kame­ra­lis­tisch zwar nicht dar­stell­bar, auch weil die Mehr­kos­ten nicht exakt pro­gnos­ti­ziert wer­den kön­nen. Dass sie in aller Regel aber ein­tre­ten und von Län­dern bezie­hungs­wei­se Kom­mu­nen dann auch begli­chen wer­den müs­sen, zeigt eine lan­ge Rei­he von Erfah­run­gen mit ÖÖP/ÖPP-Pro­jek­ten im Schul­bau (Frank­furt am Main, Land­kreis Offen­bach, Mag­de­burg, …) Die Ber­li­ner DEGE­WO-Schu­len, für die Jahr­zehn­te lang Mie­te gezahlt wer­den muss­te, obwohl sie nicht mehr nutz­bar waren, sind da nur der Anfang gewe­sen.

Im Übri­gen bestä­ti­gen auch die AutorIn­nen, dass es zu sol­chen “Kon­flik­ten und sogar Rechts­strei­tig­kei­ten” kom­men kann (S. 6). Wie ein “klu­ges Betei­li­gungs­ma­nage­ment des Lan­des als Eigen­tü­me­rin der HoWo­Ge” die­se Strei­tig­kei­ten ver­mei­den soll­te, erschließt sich durch die allent­hal­ben beob­acht­ba­re Pra­xis von “Betei­li­gungs­ma­nage­ments” jeden­falls nicht. Und dazu muss man nicht ein­mal den Haupt­stadt­flug­ha­fen her­an­zie­hen.

Es ist frag­wür­dig genug, das ÖÖP-Modell des Senats, ein ÖPP-Modell mit allen nach­tei­li­gen Pri­va­ti­sie­rungs­as­pek­ten, mit dem Bau und der Sanie­rung von Schu­len in Eigen­re­gie auf eine Ebe­ne zu zie­hen. Dies aber mit Bin­sen­weis­hei­ten (“Gesell­schaft­li­che Mehr­hei­ten ent­schei­den über Pri­va­ti­sie­run­gen” – Stand­punkt­pa­pier S. 6) zu begrün­den, ist schon mehr als Pole­mik.

Trans­pa­renz ? In Ber­lin immer nur auf Druck?!

 Beson­ders pikant und wirk­lich­keits­fremd wird es unter der Über­schrift “Mehr Trans­pa­renz wagen!” Die Autor/inn/en beschrei­ben zunächst zutref­fend die bru­ta­le Trans­pa­renz­ver­wei­ge­rung der ÖPP-Pra­xis:

Die Steue­rung von Lan­des­be­tei­li­gun­gen, egal ob pri­vat­recht­lich oder öffent­lich-recht­lich auf­ge­stellt, erfolgt über die gesell­schafts­recht­lich vor­ge­se­he­nen Unter­neh­mens­gre­mi­en (Auf­sichts­rat, Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung). Ver­trau­li­che Unter­neh­mens­in­for­ma­tio­nen (Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se) erhält das Par­la­ment nur zur Ein­sicht­nah­me im Daten­raum. Noti­zen dür­fen gemacht wer­den, die­se ver­blei­ben aber vor Ort und wer­den nur für die jewei­li­ge Sit­zung des zustän­di­gen Betei­li­gungs­aus­schus­ses des Abge­ord­ne­ten­hau­ses aus­ge­teilt, der dann unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit tagt. Das Manage­ment der Unter­neh­men ist dar­über hin­aus nicht auto­ma­tisch wei­sungs­ge­bun­den und kann die Her­aus­ga­be von Infor­ma­tio­nen ver­wei­gern bzw. ver­zö­gern, da es zuerst ein­mal nur die gesell­schafts­recht­li­chen Vor­ga­ben erfül­len muss.” (S. 7)

Aber dann kommt’s dicke:

In einem ÖÖP-Modell stellt sich die Ver­trau­lich­keit jedoch anders dar als bei­spiels­wei­se bei der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft Ber­lin Bran­den­burg, die im Wett­be­werb mit ande­ren Unter­neh­men steht.” (S. 7)

Man reibt sich ver­wun­dert die Augen: Die HoWo­Ge steht nicht im Wett­be­werb mit ande­ren Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men?

Die Autor/inn/en ori­en­tie­ren zwar auf “ein klu­ges Betei­li­gungs­ma­nage­ment” bei der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft HOWO­GE sowie auf “Trans­pa­renz­klau­seln” in Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten und Ver­trä­gen.

Dem steht jedoch schon eine so simp­le Vor­schrift wie das Ber­li­ner Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz ent­ge­gen (§ 7 Schutz des Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­ses), das Trans­pa­renz im Sin­ne der Autor/inn/en gera­de aus­schließt. Zudem folgt die aktu­el­le Recht­spre­chung auch den Vor­schrif­ten des HGB und des GmbHG zur Geheim­hal­tung getreu­lich wie eh und je. [8] Die Ver­tre­ter des Eigen­tü­mers sind in die­ser Eigen­schaft nun ein­mal der GmbH ver­pflich­tet und machen sich durch ander­wei­ti­ges Han­deln straf­bar. Ange­sichts die­ser Rechts­la­ge erklä­ren die Autor/inn/en des Stand­punkt­pa­piers lei­der auch nicht, wie das von der Par­tei Die Lin­ke gefor­der­te Pri­va­ti­sie­rungs­ver­bot in der Lan­des­ver­fas­sung über­haupt jus­ti­zia­bel sein könn­te.

Zumin­dest die damals Betei­lig­ten soll­te die Erin­ne­rung an den “mas­si­ven Druck eines erfolg­rei­chen Volks­be­geh­rens” zur Offen­le­gung der Ver­trä­ge zur Teil­pri­va­ti­sie­rung der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be (S. 7) ahnen las­sen, wel­che Hür­den bei der Trans­pa­renz zu über­win­den sind.

Die “eier­le­gen­de Woll­milch-Sau”

ÖÖP ist grund­ge­setz­kon­form” ist der vor­letz­te Absatz über­schrie­ben. Und wei­ter:

Die Kre­dit­auf­nah­me bei der HoWo­Ge stellt kei­ne Umge­hung der Schul­den­brem­se dar, viel­mehr steht sie voll­kom­men im Ein­klang mit den recht­li­chen Vor­ga­ben des Grund­ge­set­zes.  Aber die nega­ti­ven Kon­se­quen­zen der Schul­den­brem­se wer­den neu­tra­li­siert oder wenigs­tens abge­mil­dert. Es ist sinn­voll, die Nut­zung des Spiel­raums, den die Rege­lung im Grund­ge­setz bie­tet, poli­tisch offen­siv zu kom­mu­ni­zie­ren. Denn die Vor­tei­le über­wie­gen. Durch die vor­ge­schla­ge­nen ÖÖP-Rege­lun­gen kön­nen in Ber­lin trotz Schul­den­brem­se Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen in gro­ßem Stil rea­li­siert wer­den.“

Die Begrün­dung ist aben­teu­er­lich:

Auch kommt es im Miet­kauf­mo­dell lang­fris­tig nicht zu einem Anstieg der Ver­schul­dung Ber­lins, da die Kre­di­te der HoWo­Ge inner­halb von 25 Jah­ren zurück­ge­zahlt wer­den müs­sen – dies steht im Ein­klang mit dem wich­tigs­ten Ziel der Schul­den­brem­se. Da die rea­le Nut­zungs­dau­er weit über dem bilan­zi­el­len Abschrei­bungs­zeit­raum liegt, steigt damit auch das Net­to­ver­mö­gen des Lan­des. Mit dem ÖÖP-Modell ent­steht kein Schat­ten­haus­halt und lang­fris­tig auch kei­ne zusätz­li­che Ver­schul­dung des Lan­des, die HoWo­Ge als öffent­li­ches Unter­neh­men ein­ge­schlos­sen. Die Kre­dit­auf­nah­me der HoWo­Ge wird viel­mehr weit­ge­hend an den Lebens­zy­klus der Inves­ti­tio­nen gekop­pelt.“

Damit wären ja alle staat­li­chen Kre­dit­auf­nah­men in Form von Til­gungs­dar­le­hen und alle zeit­lich fest­ge­leg­ten Anlei­hen, mit denen Inves­ti­tio­nen getä­tigt wer­den, von der “Schul­den­brem­se” gar nicht betrof­fen. Die Infra­struk­tur wäre geret­tet! Und es gäbe nur noch das Pro­blem der Per­so­nal­kos­ten!

Da bleibt nur Kopf­schüt­teln …

Bleibt “lei­der” noch die EU, die einen Strich durch die Rech­nung machen könn­te (S. 8,9). Also wei­ter unge­deck­te Schecks für das Senats-Modell, denn dass aus dem Kern­haus­halt der Nach­hol­be­darf nicht gedeckt wer­den kann (S. 2 unten), bedeu­tet nichts ande­res als: aus Schat­ten­haus­hal­ten erst recht nicht!

Den Mager­staat end­lich über­win­den!

Das Bei­spiel Ber­lin zeigt ein­dring­lich, dass wir unwei­ger­lich bei der Pri­va­ti­sie­rung von Gemein­gü­tern lan­den, solan­ge das Pro­blem des Per­so­nal­man­gels in öffent­li­chen Ver­wal­tun­gen und der regio­na­len Bau­wirt­schaft nicht gelöst wird. Es ist Zeit für eine Kehrt­wen­de, denn noch sind Alter­na­ti­ven vor­han­den. So darf Ber­lin — und durf­te seit 2016 sehr wohl — zu his­to­risch güns­tigs­ten Kon­di­tio­nen neue Schul­den auf­neh­men, müss­te das aber noch nicht ein­mal, um per­so­nal­po­li­tisch vor­an­zu­kom­men. Die vor­han­de­ne Liqui­di­tät bie­tet sich außer­dem an, um einen neu­en staat­li­chen Bau­be­trieb mit ent­spre­chen­dem Eigen­ka­pi­tal aus­zu­stat­ten und ein groß ange­leg­tes Aus­bil­dungs­pro­gramm durch ein Pra­xis­pro­gramm zu ergän­zen.

In eini­gen Kom­mu­nen wie Frank­furt am Main wer­den seit der Kom­mu­nal­wahl von 2016 auch schon ansatz­wei­se Alter­na­ti­ven prak­ti­ziert, obwohl auch hier die Kor­rek­tur einer Mager­staat-Poli­tik der Ver­gan­gen­heit eben dau­ert:

  • aus­rei­chend Finanz­mit­tel für Bau- und Finan­zie­rung von Schu­len bereit­stel­len
  • dafür sor­gen, dass die­se Finanz­mit­tel auch aus­ge­schöpft wer­den kön­nen und nicht wie bis­her oft nur zu 40 Pro­zent
  • aus­rei­chend städ­ti­sches Per­so­nal für Pla­nung und Con­trol­ling ein­stel­len (wie es Frank­furt sogar mit einem eige­nen Amt für Bau und Immo­bi­li­en – ABI gemacht hat)
  • Grund­stü­cke bereit­stel­len, das heißt, der Grund­stücks­spe­ku­la­ti­on einen Rie­gel vor­zu­schie­ben
  • für eine nach­hal­ti­ge genera­tio­nen­ge­rech­te Finanz­aus­stat­tung sor­gen

Den gemein­sa­men Kampf gegen die “Schul­den­brem­se” füh­ren, damit nicht die öffent­li­che Infra­struk­tur ver­fällt und auf Pri­va­ti­sie­run­gen aus­ge­wi­chen wer­den muss!

Die Autor/inn/en des Stand­punkt­pa­piers benen­nen lei­der nicht, wel­che Par­tei­en die skiz­zier­te Poli­tik des Abbaus der staat­li­chen Net­to­in­ves­ti­tio­nen vor­an­ge­trie­ben haben. Denn dann müss­te ja gefragt wer­den, ob dort ein Umbe­sin­nungs­pro­zess ein­ge­lei­tet wur­de. (S. 1 oben) Die jüngst vom Ber­li­ner Senat vor­ge­nom­me­ne Son­der­til­gung stimmt da nicht gera­de opti­mis­tisch. [9]

Die Autor/inn/en schrei­ben:

Die­se gesamt­wirt­schaft­li­che Inves­ti­ti­ons­schwä­che wur­de in den letz­ten Jah­ren umfäng­lich ana­ly­siert und dis­ku­tiert. Trotz­dem hat ein Kurs­wech­sel der Bun­des­po­li­tik bis­her nicht statt­ge­fun­den. Die Dog­men schwar­zer und roter Nul­len fei­ern wei­ter fröh­li­che Urstän­de.” (S.2 oben)

Das mag für kri­ti­sche Fach­leu­te gel­ten, aber die­se Tei­löf­fent­lich­keit ist viel zu klein. Erst eine Kam­pa­gne, die Gewerk­schaf­ten und kri­ti­sche Mas­sen­in­itia­ti­ven ein­be­zieht, zur Revi­si­on der “Schul­den­brem­se”, min­des­tens zur Wie­der­an­wen­dung der “gol­de­nen Regel” könn­te eine ent­spre­chend brei­te öffent­li­che Dis­kus­si­on in Gang set­zen und even­tu­ell etwas bewir­ken.

Mit schein­ba­ren Tricks wie ÖÖP lässt sich das Pro­blem weder lösen noch auch nur umschif­fen.

Dass es schon so schwie­rig ist, bei SPD und Grü­nen die drin­gend not­wen­di­gen “sub­stan­zi­el­len Erhö­hun­gen der Ein­nah­men des Gesamt­staats” (S. 2) pro­gram­ma­tisch zu ver­an­kern, zeigt, wie weit die ideo­lo­gi­sche Ver­blen­dung reicht.

Der Kri­tik an dem Kre­dit­auf­nah­me­ver­bot durch die “Schul­den­brem­se” auf den Sei­ten 3 und 4 kann weit­ge­hend gefolgt wer­den. Sie soll­te Teil der über­fäl­li­gen Kam­pa­gne zur Ret­tung der Hand­lungs­fä­hig­keit des Staa­tes und der Kom­mu­nen sein.

Dazu gehört auch die kri­ti­sche Auf­ar­bei­tung des Pro­zess der Ver­an­ke­rung von ÖPP im Grund­ge­setz 2017, des­sen Aus­wir­kun­gen noch gar nicht abge­schätzt wer­den kön­nen und dem alle Lan­des­re­gie­run­gen nach der erpres­se­ri­schen Ver­knüp­fung mit dem Län­der­fi­nanz­aus­gleich wenn auch unter Pro­test zuge­stimmt haben.

Es sind aber nicht nur sol­che Finanz­kon­struk­tio­nen, son­dern die Ideo­lo­gie und Poli­tik “Pri­vat vor Staat”, wie sie die CDU in Hes­sen unter Roland Koch zum offi­zi­el­len Regie­rungs­pro­gramm erho­ben hat­te, der die “Schul­den­brem­se” wie eine “Rutsch­bahn” zuar­bei­tet.

Schließ­lich müss­te von mar­xis­ti­schen Kri­ti­ke­rIn­nen auch das unge­bän­dig­te anla­ge­su­chen­de Kapi­tal genannt wer­den, das den öffent­li­chen Bereich in ein Kapi­tal­ver­hält­nis zu ver­wan­deln sucht.

Es ist also nicht nur “aus öko­no­mi­scher Sicht will­kür­lich” (S. 3 oben), dass und wie das Ver­schul­dungs­ver­bot gesetz­lich ver­an­kert wur­de, son­dern es ist für das Pri­vat­ka­pi­tal durch­aus logisch und nütz­lich – für die­je­ni­gen ohne Kapi­tal aller­dings nicht. Ganz im Gegen­teil!

Erst wenn dies per­ma­nent ins Bewusst­sein geho­ben wird, lässt sich viel­leicht gesell­schaft­lich etwas bewe­gen.

Und schließ­lich müss­te die Unter­schei­dung von Sach- und Per­so­nal­in­ves­ti­tio­nen als “inves­ti­ve” und “kon­sum­ti­ve” Aus­ga­ben end­lich über­wun­den wer­den. Denn mitt­ler­wei­le konn­te die öffent­li­che Kri­tik an den zwar bereit­ge­stell­ten, aber nicht abge­ru­fe­nen, weil man­gels Per­so­nal nicht ver­plan­ba­ren Haus­halts­mit­teln auf allen Ebe­nen ins Bewusst­sein geho­ben wer­den.

 

Berlin/Frankfurt am Main, 5. August 2018

______________________________________________________________________

[1] https://www.axel-troost.de/de/article/9843.zukunftsinvestitionen-ermöglichen.html

Papier vom 25.7.2018  (Dul­li­en, Hir­schel, Priewe, Rei­ner, Tro­chow­ski, Troost, Tru­ger, Wolf)

[2] Die Mit­glie­der des Betei­li­gungs­aus­schus­ses dür­fen die Ver­trä­ge in einem “Daten­raum” anse­hen, aber weder ihre Noti­zen mit­neh­men noch auch nur außer­halb nicht­öf­fent­li­cher Sit­zun­gen über das Gese­he­ne spre­chen.

[3] Die Gemein­de­steu­er­ein­nah­men betru­gen pro Ein­woh­ner 2014 nur die Hälf­te der­je­ni­gen Ham­burgs und nur ein Drit­tel der Ein­nah­men in Frank­furt am Main

[4] GiB: Kurz­stu­die zur Ent­wick­lung der Aus­ga­ben für Schul­bau und -sanie­rung in Ber­lin 2012 bis 2017

[5] Ber­li­ner Mor­gen­post, 23.11.17

[6] SenBJF: Ber­lin baut neue Schu­len, Mai 2018

[7] RdB-Vor­la­ge Nr. R 172/2017 vom 11.08.17

[8] Am 2.8.18 urteil­te das Amts­ge­richt Bot­trop, dass der DKP-Stadt­rat Micha­el Ger­ber durch sei­ne öffent­li­che Infor­ma­ti­on über die Höhe der Erfolgs­be­tei­li­gung bei der städ­ti­schen Ent­sor­gungs­fir­ma Geschäfts­ge­heim­nis­se ver­ra­ten habe: https://www.jungewelt.de/artikel/337277.freispruch-mit-makel.html

[9] “Nach einer Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung wür­den ziel­ge­rich­te­te öffent­li­che Inves­ti­tio­nen in qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Kitas und Ganz­tag­schu­len, in bezahl­ba­ren Wohn­raum für Bevöl­ke­rungs­grup­pen mit mitt­le­ren und nied­ri­gen Ein­kom­men sowie in eine moder­ne digi­ta­le Infra­struk­tur ins­be­son­de­re im Ver­gleich mit einer sofor­ti­gen Schul­den­til­gung nicht nur das Wachs­tum und die Beschäf­ti­gung  stei­gern, son­dern auch die Ein­kom­mensun­gleich­heit in Deutsch­land ver­rin­gern.“ (S. 1 unten, Her­vor­he­bung d.Verf.)

 

 

Kommentar hinterlassen:

Hinterlasse dein Kommentar. Du kannst die Kommentare auch via RSS abonnieren.

Sei freundlich. Bleib beim Thema. Kein Spam.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.