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Kla­re Kan­te gegen Pri­va­ti­sie­rung

15 Mai 2017

Deutsch­land, Ber­lin, 15.05.2017, Akti­on vor dem Reichs­tag: Kei­ne Grund­ge­setzaen­de­rung und kei­ne Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung!, Buend­nis “Kei­ne Fern­stras­sen­ge­sell­schaft”, Gemein­gut in Bue­r­ge­rIn­nen­hand, Robin Wood, Die Lin­ke, Buend­nis 90 / Die Grue­nen, © Rolf Zoell­ner.

Brei­tes Bünd­nis for­dert heu­te vor dem Bun­des­tag: Kei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung — kei­ne Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung

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Ber­lin, den 15.5.2017. In der Woche 15.–19. Mai stellt die Gro­ße Koali­ti­on Wei­chen für die Grund­ge­setz­än­de­rung und die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung. Heu­te tagen die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den und wol­len sich über die Ände­run­gen bei der geplan­ten Grund­ge­setz­än­de­rung eini­gen. Am 19. Mai soll im Bun­des­tag dar­über dann abge­stimmt wer­den. Das Bünd­nis “Kei­ne Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft” warnt davor, dass die Ände­run­gen kei­nen wirk­li­chen Schutz vor Pri­va­ti­sie­rung gewähr­leis­ten wer­den und hat heu­te um 12:00 Uhr eine Pro­test­kund­ge­bung vor dem Reichs­tag abge­hal­ten.

Carl Waß­muth von GiB kom­men­tiert das wie folgt:

Die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung muss ver­hin­dert wer­den. Die heu­te von der Koali­ti­on ver­han­del­ten Ände­rungs­vor­schlä­ge sind schon bekannt. Nur lei­der tau­gen sie nichts, weil sie den Kern des Pro­blems ver­feh­len. Nie­mand rüt­telt an der ent­schei­den­den neu­en For­mu­lie­rung im Grund­ge­setz, dass die Auto­bah­nen eine GmbH wer­den sol­len. Das zemen­tiert das Prin­zip: Gewinn­ma­xi­mie­rung vor Gemein­wohl. Des­we­gen for­dern wir heu­te vom Bun­des­tag, dass er die­ser Grund­ge­setz­än­de­rung nicht zustimmt.”

Moni­ka Lege, Ver­kehrs­ex­per­tin der Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Robin Wood ergänzt:

Eine pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­te Infra­struk­tur­ge­sell­schaft blo­ckiert die drin­gend not­wen­di­ge Ver­kehrs­wen­de für den Kli­ma­schutz.”

Ant­je Schu­ma­cher-Ber­ge­lin von ver.di sagt dazu:

ver.di erteilt einer unmit­tel­ba­ren oder ver­deck­ten Pri­va­ti­sie­rung der Auto­bahn­ver­wal­tung eine kla­re Absa­ge. Pla­nung, Bau, Ver­wal­tung und Betrieb der Bun­des­au­to­bah­nen und aller Bun­des­fern­stra­ßen müs­sen Auf­ga­ben der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge blei­ben und sind kein Ren­di­te­lie­fe­rant für Ban­ken und Ver­si­che­run­gen. Für die Beschäf­tig­ten erwar­tet ver.di, dass Bund und Län­der ihre poli­ti­sche Zusa­ge, die Arbeits- und Ein­kom­mens­be­din­gun­gen der Beschäf­tig­ten umfas­send zu sichern, ein­hal­ten. Kon­kret for­dert ver.di: Frei­wil­lig­keit beim Über­gang zur Bun­des­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft, tarif­ver­trag­li­che Rege­lun­gen für die neue Bun­des­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft und zur Über­lei­tung, Siche­rung der Rech­te der Per­so­nal­rä­te.”

Uwe Hiksch von Natur­Freun­de bewer­tet die geplan­te Reform wie folgt:

Die Natur­Freun­de Deutsch­lands leh­nen die vor­ge­schla­ge­nen Geset­zes­än­de­run­gen ab. Die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur ist Teil der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge und muss in öffent­li­cher Hand blei­ben. Die geplan­ten Grund­ge­setz­än­de­run­gen sind ein Ein­stieg in die Mög­lich­keit von noch mehr pri­vat­fi­nan­zier­ten Stra­ßen. Die Mehr­kos­ten bezah­len wie­der ein­mal die Steu­er­zah­le­rin­nen und Steu­er­zah­ler.”

Was­ser­tisch Ber­lin, Dr. Ulri­ke Köl­ver:

Die Bun­des­re­gie­rung will im Eil­tem­po eine Grund­ge­setz­än­de­rung durch den Bun­des­tag jagen, die das Fun­da­ment der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge nach­hal­tig zer­rüt­tet. Auch mit den Ände­rungs­vor­schlä­gen zur Regie­rungs­vor­la­ge bleibt es dabei: Der Pri­va­ti­sie­rung im Kern­be­reich der Daseins­vor­sor­ge durch Öffent­lich Pri­va­te Part­ner­schaf­ten wer­den Tor und Tür geöff­net: Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung, Schul­sa­nie­rungs­pri­va­ti­sie­rung, zuguns­ten von üppi­gen Pro­fi­ten der Ban­ken und Ver­si­che­run­gen, die in den öffent­li­chen Gütern lukra­ti­ve ‘Anla­ge­mög­lich­kei­ten’ sieht (wie Finanz­mi­nis­ter Schäub­le frei­mü­tig zugibt). Zu Las­ten von uns allen, die wir die­se öffent­li­chen Güter mit unse­ren Steu­ern bereits bezahlt haben. Beim Ber­li­ner Was­ser hat sich schon dras­tisch gezeigt, wie schäd­lich ÖPP ist. Bei der hier vor­ge­se­he­nen Grö­ßen­ord­nung ist das Berau­bung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in ganz gro­ßem Stil.“

Tho­mas Eber­hardt-Kös­ter von attac Deutsch­land:

Die­ses Pro­jekt wird auf den Weg gebracht, um öffent­li­che Infrast­uk­tur zu pri­va­ti­sie­ren und auf Kos­ten der Steu­er­zah­len­den Ren­di­ten für Ver­mö­gen­de mög­lich zu machen.”

Dr. Wer­ner Reh, Lei­ter Ver­kehrs­po­li­tik beim BUND:

Die Bun­des­au­to­bahn­ge­sell­schaft wür­de das Ziel der inte­grier­ten Ver­kehrs­pla­nung end­gül­tig beer­di­gen. Es geht dann um die Durch­set­zung von Stra­ßen­bau-Pres­ti­ge­pro­jek­ten zu Las­ten von Kli­ma­schutz und Natur. Und um weni­ger Trans­pa­renz und Bür­ger­rech­te. Schon heu­te hebeln Schäub­le und Dob­rindt die Demo­kra­tie durch ihren 10-Mil­li­ar­den Deal mit den Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen aus.”

Alle Infor­ma­tio­nen zur Kund­ge­bung unter: http://www.keine-autobahnprivatisierung.de/

Für Pres­se­an­fra­gen:
Carl-Fried­rich Waß­muth (Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand): Tel.: 0179 772 4334, info@gemeingut.org
Moni­ka Lege (ROBIN WOOD e.V.): Tel. 040 380 892 12
Uwe Hiksch (Natur­Freun­de Deutsch­lands), Tel. 0176–62015902, hiksch@naturfreunde.de

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Das Bünd­nis “Kei­ne Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft” besteht aus: Attac Deutsch­land, BUND, „Bür­ger­bahn statt Bör­sen­bahn“ (BsB), Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB), Natur­freun­de Deutsch­land, Robin Wood, Ver­band der Stra­ßen­wär­ter VdS­tra, Ver.di sowie Was­ser­tisch Ber­lin. Mehr Infor­ma­tio­nen unter www.keine-autobahnprivatisierung.de

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15. Mai 2017: Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung Ber­li­ner Wassertisch/Gemeingut in Bür­ge­rIn­nen­hand

Auf­ruf an alle Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten: Ver­wei­gern Sie eine Abstim­mung zu den Grund­ge­setz-Ände­run­gen unter Zeit­druck und ohne adäqua­te Lese­zeit. Eine der mas­sivs­ten Pri­va­ti­sie­run­gen des Gemein­we­sens steht Deutsch­land vor der Bun­des­tags­wahl ins Haus. 13 Grund­ge­setz­än­de­run­gen sol­len in der Sit­zungs­wo­che vom 15. – 19. Mai durch den Bun­des­tag gebracht wer­den, in denen auch die Ände­run­gen ent­hal­ten sind, die die recht­li­che Grund­la­ge für die Auto­bahn- und Schul­pri­va­ti­sie­rung schaf­fen. Nach meh­re­ren Son­der­sit­zun­gen der Regie­rungs­par­tei­en tagen am 15. Mai die Ver­tre­ter der Gro­ßen Koali­ti­on. Bis zu die­sem Zeit­punkt ken­nen die Par­la­men­ta­ri­er des deut­schen Bun­des­ta­ges noch nicht die kon­kre­ten Ver­fas­sungs­än­de­run­gen, über die sie nur vier Tage spä­ter, am 19. Mai, im Bun­des­tag abstim­men sol­len.

Ulri­ke von Wie­sen­au erklär­te am Mon­tag in einer Stel­lung­nah­me: “Am 19. Mai sol­len die Par­la­men­ta­ri­er des deut­schen Bun­des­ta­ges über ein Paket von Geset­zes­än­de­run­gen abstim­men. deren kon­kre­ter Text Ihnen erst weni­ge Tage vor­liegt. Das ist umso aben­teu­er­li­cher, als der Gesetz­ent­wurf, der nun intrans­pa­rent und unter hohem Zeit­druck durch die Gre­mi­en gejagt wer­den soll, seit Mit­te Dezem­ber 2016 vor­liegt.”

Es ist aus­ge­schlos­sen, die kom­ple­xen Sach­ver­hal­te mit gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen für das Gemein­we­sen in die­ser kur­zen Zeit adäquat zu durch­drin­gen. Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand und Ber­li­ner Was­ser­tisch for­dern die Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges, die die Inter­es­sen der Bevöl­ke­rung zu ver­tre­ten haben, dazu auf, die Abstim­mung zum jetz­ti­gen Zeit­punkt zu ver­wei­gern und sich aus­rei­chen­de Zeit für Erfas­sung, Bera­tung und Ein­schät­zung der Sach­ver­hal­te aus­zu­be­din­gen.”

Ulri­ke von Wie­sen­au

Ber­li­ner Was­ser­tisch

Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB)

Tel.: +49(0) 30- 781 4604 +49(0)1573–4077795

www.berliner-wassertisch.net www.gemeingut.org

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