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GiB-Stu­die zu Zins­kos­ten im Schul­bau

9 März 2018

Die GiB-Autoren Ulrich Scholz und Carl Waß­muth haben in einer Kurz­stu­die unter­sucht, wel­che Kos­ten eine Aus­la­ge­rung in eine GmbH im Schul­bau ent­ste­hen kön­nen. Hier­bei haben sie ins­be­son­de­re die Zins­kos­ten in den Fokus genom­men. Es droht, dass die Hälf­te der Kre­dit­sum­me für Zin­sen auf­ge­wen­det wer­den muss. Das wür­de bedeu­ten, dass nur halb soviel Schu­len gebaut oder saniert wer­den könn­ten.

Kurz­stu­die

zur Wirt­schaft­lich­keit der Aus­la­ge­rung von Kre­di­ten für Schul­bau und -sanie­rung in Ber­lin aus dem Lan­des­haus­halt in eine GmbH

Ber­lin, den 04. März 2018, von Ulrich Scholz und Carl Waß­muth.

Die Stu­die zum down­load: bei der Ber­li­ner Zei­tung oder auf der auf der GiB-Sei­te

 

1.     Auf­ga­ben­stel­lung

Der Senat plant, Tei­le des Ber­li­ner Schul­baus (Sanie­rung und Neu­bau) von einer Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft bzw. einer Toch­ter die­ser Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft erbrin­gen zu las­sen[1] [2]. Die­se Gesell­schaft (nach­fol­gend Schul-GmbH genannt) soll dabei Inves­ti­tio­nen durch eige­ne Kre­di­te finan­zie­ren. Die Kre­dit­hö­he soll bis zu 1,2 Mrd. Euro[3] bzw. 1,5 Mrd. Euro[4] betra­gen. Der Finanz­se­na­tor bezeich­net die­ses Vor­ge­hen als „Kre­dit­fi­nan­zie­rung im öffent­li­chen Sek­tor“. Nach­fol­gend soll mit ganz über­schlä­gi­gen Betrach­tun­gen geprüft wer­den, ob die­se Kre­di­te das Wirt­schaft­lich­keits­ge­bot erfül­len, also güns­ti­ger als oder gleich güns­tig sind wie eine Kre­dit­auf­nah­me durch das Land Ber­lin selbst, bzw. ob die Kre­di­te teu­rer aus­fal­len wer­den.

Mehr­kos­ten muss ein Mehr­wert gegen­über­ste­hen, andern­falls die­nen sie nicht dem Gemein­wohl. Ent­spre­chen­de Rege­lun­gen gibt es in allen öffent­li­chen Haus­halts­ord­nun­gen Deutsch­lands, auch im Land Ber­lin. Soweit das Ent­ste­hen von mehr­wert­frei­en Mehr­kos­ten  im Vor­feld als sicher ange­nom­men wer­den kann und die­ser Umstand bekannt ist, die Mehr­kos­ten aber trotz­dem ver­an­lasst wer­den, machen sich die Ver­ant­wort­li­chen unter Umstän­den regress­pflich­tig. Auch straf­recht­lich kann ein sol­ches Vor­ge­hen Fol­gen haben: Las­sen sich Vor­satz und Vor­teils­nah­me nach­wei­sen, gilt der Straf­tat­be­stand der Untreue.

Die nach­fol­gen­de Kurz­stu­die stellt selbst kei­ne Wirt­schaft­lich­keits­stu­die für eine Aus­la­ge­rung von Schul­den für den Ber­li­ner Schul­bau dar. Es wird dar­in jedoch auf­ge­zeigt, dass die Fra­ge des Wirt­schaft­lich­keits­ge­bots bis­her nicht beant­wor­tet wur­de. Es wer­den Hin­wei­se auf­ge­zeigt, die dar­auf hin­deu­ten, dass Kre­di­te einer Schul-GmbH teu­rer aus­fal­len.

2.     Ein­schät­zung der Boni­tät

Kri­te­ri­en zur Ein­schät­zung der Refi­nan­zie­rungs­kos­ten einer Schul­bau-GmbH im öffent­li­chen Eigen­tum sind in den Kre­dit­kon­di­tio­nen der KfW (Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau) für kom­mu­na­le und sozia­le Unter­neh­men[5] zusam­men­ge­fasst. In Deutsch­land ange­bo­te­ne Infra­struk­tur­fi­nan­zie­run­gen sind „bank­durch­ge­lei­tet“, das heißt, nicht Inves­ti­ti­ons­ban­ken wie die KfW, son­dern die jewei­li­ge Haus­bank ent­schei­det über die Kon­di­tio­nen.[6] Kon­kret bestimmt die Bank mit ihrer Ein­schät­zung der Boni­tät des Unter­neh­mens und der wert­hal­ti­gen Besi­che­rung den Zins­satz, den die KfW dann ver­langt. Bei bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men kann man sich dar­über an Hand eines Ratings infor­mie­ren, bei der HOWO­GE nicht, da sie kei­ne Anlei­hen emit­tiert. Das Ber­li­ner Woh­nungs­un­ter­neh­men GEWO­BAG hat 2015 das sehr gute Moody´s-Rating A1 erhal­ten.[7] Die Bewer­tungs­ska­la der Rating­agen­tur beschreibt die Qua­li­tät von Kapi­tal­in­ves­ti­tio­nen in 21 Qua­li­täts­stu­fen, auf denen GEWO­BAG-Anlei­hen in der fünf­ten Stu­fe und damit schlech­ter als Staats­an­lei­hen der BR Deutsch­land (Aaa), Öster­reichs (Aa1), Frank­reichs (Aa2) und Bel­gi­ens (Aa3), aber bes­ser als islän­di­sche (A2) und pol­ni­sche (A3) Staats­an­lei­hen bewer­tet wer­den.[8]

Als Woh­nungs­un­ter­neh­men und in wich­ti­gen ratin­gre­le­van­ten Kenn­zah­len ist die GEWO­BAG mit der HOWO­GE ver­gleich­bar.[9] Zudem legt ein Ver­gleich mit den deut­lich schlech­te­ren Ratings nicht lan­des­ei­ge­ner Woh­nungs­un­ter­neh­men nahe, dass die Boni­tät des Haupt­ei­gen­tü­mers (bei der GEWO­BAG zu 97 % Ber­lin) bei die­sem Rating eine Rol­le gespielt hat.[10] Zum Ver­gleich der Refi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen wäre nun die brei­te­re und damit güns­ti­ge­re Streu­ung des GEWO­BAG-Port­fo­li­os im Ver­gleich zur HOWO­GE her­an­zu­zie­hen. Das ist aller­dings über­flüs­sig, weil ein sol­cher Ver­gleich zwei­er Unter­neh­men mit ver­schie­de­ner Rechts­form ohne­hin kei­ne belast­ba­re Grund­la­ge hat. Die im Ver­gleich zur GmbH wei­ter­rei­chen­den Ver­öf­fent­li­chungs­pflich­ten und die grö­ße­re Eigen­stän­dig­keit einer AG stel­len aus Sicht der Ban­ken posi­ti­ve Rating­fak­to­ren dar, die bei der HOWO­GE auf­grund der Rechts­form einer beschränkt haf­ten­den Gesell­schaft nicht gege­ben sind.

Weni­ger güns­tig als bei Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten, in wel­cher Rechts­form auch immer, wären die Refi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen bei einer Schul­bau-Toch­ter­ge­sell­schaft der HOWO­GE. Die­se GmbH wür­de sich zum einen nicht im direk­ten Lan­des­ei­gen­tum befin­den und hät­te zum ande­ren höhe­re Risi­ko­auf­schlä­ge zu zah­len, weil Schul­bau- und -sanie­rungs­pro­jek­te zum Teil im vor­han­de­nen Bestand rea­li­siert wer­den müs­sen und alle Vor­ha­ben der Schul­se­na­to­rin zufol­ge durch Bei­rä­te mit­be­stimmt wer­den sol­len. Der­ar­ti­ge Fak­to­ren kön­nen mas­siv auf die Kre­dit­zins­ra­ten durch­schla­gen. Das bele­gen die Daten des Lan­des­be­triebs Schul­bau Ham­burg (SBH), des ein­zi­gen lan­des­ei­ge­nen Unter­neh­mens, das in Deutsch­land auf dem Gebiet des Schul­baus und Schul­be­triebs tätig ist. SBH wird aus­schließ­lich durch das eben­falls lan­des­ei­ge­ne Son­der­ver­mö­gen Schul­im­mo­bi­li­en Ham­burg finan­ziert, des­sen ein­zi­ger Geschäfts­zweck eben hier­in besteht. Bezüg­lich der Refi­nan­zie­rung kön­nen die durch­schnitt­li­chen Port­fo­lio­zins­sät­ze des Son­der­mö­gens Schul­im­mo­bi­li­en aus den jähr­li­chen Bilan­zen errech­net wer­den. Sie lie­gen um mehr als das Dop­pel­te höher als die­je­ni­gen ande­rer Ham­bur­gi­scher Lan­des­be­trie­be. Ob das auf höhe­re Risi­ko­auf­schlä­ge der Ban­ken zurück­zu­füh­ren ist, kann nicht mit letz­ter Sicher­heit geklärt wer­den, solan­ge der Ham­bur­gi­sche Senat gegen­über der Bür­ger­schaft nähe­re Aus­künf­te ver­wei­gert[11].

  Son­der­ver­mö­gen Schul­im­mo­bi­li­en Ham­burg Stadt und Hafen der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg Mehr­be­las­tung des Son­der­ver­mö­gens
2015 7,86 % 2,76 % 5,1 %
2016 5,29 % 2,48 % 2,8 %

Tabel­le 1: Port­fo­lio­zins­sät­ze zwei­er Ham­bur­gi­scher Lan­des­be­trie­be

Die Daten bele­gen, dass Boni­tät und Refi­nan­zie­rungs­kos­ten eines lan­des­ei­ge­nen Schul­bau­be­triebs denen von Kom­mu­nen oder lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten kei­nes­falls gleich­kom­men. Im Gegen­teil: Deut­lich höhe­re Refi­nan­zie­rungs­kos­ten als beim Mut­ter­kon­zern sind bei einer Schul-GmbH als Toch­ter­fir­ma weder aus­zu­schlie­ßen noch unwahr­schein­lich. Da sich die Schul-GmbH nicht im direk­ten Lan­des­ei­gen­tum befin­den wür­de, könn­te eine künf­ti­ge Haus­bank ihre Boni­tät sogar noch vor­sich­ti­ger ein­schät­zen, als das schon beim lan­des­ei­ge­nen Son­der­ver­mö­gen in Ham­burg erkenn­bar ist.

3.     Ein­schät­zung der wert­hal­ti­gen Besi­che­rung

Bezüg­lich des zwei­ten Kri­te­ri­ums, des Werts der Besi­che­rung, hat der Finanz­se­na­tor bis­her Erb­bau­ver­trä­ge und Ende 2017 auch schuld­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen ins Gespräch gebracht. Hier spricht der Ver­gleich mit dem Son­der­ver­mö­gen Schul­im­mo­bi­li­en Ham­burg eben­so wenig für gerin­ge­re Risi­ko­auf­schlä­ge wie bei der Boni­täts­ein­schät­zung, weil der Immo­bi­li­en­be­stand der HOWO­GE-Schul-GmbH – abhän­gig von den Ent­schei­dun­gen des Senats von Ber­lin – nach den aktu­el­len Ver­laut­ba­run­gen viel­leicht 20 Neu­bau- und eben­so vie­le Gesamt­sa­nie­rungs­pro­jek­te umfas­sen wür­de. Der Immo­bi­li­en­be­stand betrü­ge weni­ger als ein Zehn­tel der Ham­bur­ger all­ge­mein­bil­den­den Schu­len.

Ein Ver­gleich von Erb­bau- und schuld­recht­li­chen Ver­trä­gen bezüg­lich der Wert­hal­tig­keit ist ein Pro­blem, das wegen des Feh­lens prak­ti­scher Erfah­run­gen und vor allem der Ver­trags­ent­wür­fe erst ein­mal rein theo­re­tisch wäre. Aus zahl­rei­chen frü­her abge­schlos­se­nen ÖPP-Ver­trä­gen lie­gen den­noch Erfah­run­gen und für Ber­li­ner Schu­len auch Unter­su­chun­gen aus dem Jahr 2007 vor. Die­sen zufol­ge reicht eine Besi­che­rung mit schuld­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen kei­nes­falls aus, um beim Schul­bau kom­mu­nal­kre­dit­ähn­li­che Kon­di­tio­nen zu sichern. Sol­che Kon­di­tio­nen haben die Ban­ken gegen­über den PPP-Pro­jekt­ge­sell­schaf­ten bis­her stets nur im Gegen­zug gegen einen Ein­re­de­ver­zicht zuge­stan­den. Durch den Ein­re­de­ver­zicht wer­den Zins und Til­gung ver­trag­lich vom Bau getrennt, sodass die Ban­ken mit den Bau­ri­si­ken nicht das Gerings­te zu tun haben und folg­lich auch kei­ne Risi­ko­auf­schlä­ge berech­nen. Unter­su­chun­gen für den Schul­bau in Ber­lin beleg­ten im Jahr 2007, dass kom­mu­nal­kre­dit­ähn­li­che Kon­di­tio­nen (theo­re­ti­scher Zins­auf­schlag ledig­lich 0,3 %) nur durch die Ver­ein­ba­rung eines Ein­re­de­ver­zichts der betrof­fe­nen Bezir­ke Rei­ni­cken­dorf[12] und Span­dau[13] gesi­chert wer­den kön­nen. Ver­pflich­tungs­er­mäch­ti­gun­gen, wie sie damals von den Bezir­ken Rei­ni­cken­dorf und Span­dau bean­tragt und im Abge­ord­ne­ten­haus abge­lehnt wur­den, wären kei­ne Garan­tie, dass die Bezir­ke im Fall von Bau­män­geln den jeweils ver­ein­bar­ten Miet­zins auch tat­säch­lich ent­rich­ten müss­ten[14], eben des­we­gen schlu­gen die Bera­tungs­fir­men und die TU Ber­lin damals den Ein­re­de­ver­zicht vor.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit der Kre­dit­be­si­che­rung ist die von der KfW für den Inves­ti­ti­ons­kre­dit kom­mu­na­le und sozia­le Unter­neh­men vor­ge­schla­ge­ne Siche­rungs­über­eig­nung[15]. Sie wäre aller­dings mit der Über­tra­gung des Eigen­tums an die Bank ver­bun­den[16] und damit nicht vom Koali­ti­ons­ver­trag der Senats­par­tei­en gedeckt, der zwar Grund­stücks­über­tra­gun­gen vom Land oder von Lan­des­un­ter­neh­men[17] ermög­li­chen, Eigen­tums­über­tra­gun­gen aber grund­sätz­lich auf den „lan­des­ei­ge­nen Kreis­lauf“ beschrän­ken soll[18].

In Fra­ge käme als drit­te Mög­lich­keit eine Patro­nats­er­klä­rung der HOWO­GE gegen­über ihrer Schul­bau-Toch­ter. Um aner­ken­nungs­fä­hig zu sein, müss­te die HOWO­GE dafür aller­dings mit dem Miet­woh­nungs­be­stand haf­ten.[19] Das wäre poli­tisch höchst bri­sant und stand bis­her auch nicht zur Debat­te.

Mög­lich­kei­ten der Besi­che­rung Wich­ti­ge Cha­rak­te­ris­ti­ka, Nach­tei­le
schuld­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen
  • Solan­ge die Ver­trags­ent­wür­fe feh­len, ist eine Bewer­tung kaum mög­lich
  • Mach­bar­keits­stu­di­en bzw. Wirt­schaft­lich­keits­ver­gleichs­rech­nun­gen für Ber­li­ner Schu­len aus dem Jahr 2007 hat­ten belegt, dass schuld­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen als Besi­che­rung nicht aus­rei­chend waren, um kom­mu­nal­kre­dit­ähn­li­che Kon­di­tio­nen zu sichern
Ein­re­de­ver­zicht
  • Zins und Til­gung ver­trag­lich vom Bau getrennt, Ban­ken berech­nen kei­ne oder nur gerin­ge Risi­ko­auf­schlä­ge
  • bekannt aus Öffent­lich-Pri­va­ten Part­ner­schafts (ÖPP)-Verträgen
  • Risi­ken aus dem Bau lie­gen beim Land Ber­lin, das aber gleich­zei­tig kei­ne Steue­rungs­mög­lich­kei­ten bezüg­lich die­ser Risi­ken mehr hat, sie­he dazu auch Pro­zes­se um Bau- und Erfül­lungs­män­gel von in ÖPP betrie­be­nen Schu­len
Siche­rungs­über­eig­nung
  • mit der Über­tra­gung des Eigen­tums an die Bank ver­bun­den
  • außer­halb des lan­des­ei­ge­nen Kreis­laufs und somit Ver­stoß gegen den Koali­ti­ons­ver­trag
Patro­nats­er­klä­rung der HOWO­GE gegen­über ihrer Schul­bau-Toch­ter
  • HOWO­GE wür­de mit dem Miet­woh­nungs­be­stand haf­ten
Besi­che­rung durch Grund­schuld
  • ver­fas­sungs­recht­li­che Pro­ble­me wegen der Auf­ga­be der Daseins­vor­sor­ge durch den Staat wahr­schein­lich
  • Feh­len eines Mark­tes für Schul­ge­bäu­de lässt Ban­ken, wenn über­haupt, nur das Gelän­de ver­wer­ten
Bürg­schaft des Lan­des für die Schul-GmbH
  • Ähn­lich wie Ein­re­de­ver­zicht, Risi­ken aus dem Bau fal­len letzt­lich an das Land Ber­lin, das aber gleich­zei­tig kei­ne Steue­rungs­mög­lich­kei­ten bezüg­lich die­ser Risi­ken mehr hat (s.o.)

Tabel­le 2: Mög­lich­kei­ten der Besi­che­rung von Infra­struk­tur­kre­di­ten

Vier­tens wäre die Besi­che­rung der Schul­bau­kre­di­te durch Grund­schuld mög­lich. Die­se Schuld wäre auf­grund ver­fas­sungs­recht­li­cher Beden­ken gegen die Auf­ga­be der Daseins­vor­sor­ge durch den Staat und durch das Feh­len eines Mark­tes für Schul­ge­bäu­de aber wenig wert­hal­tig. Die Bank könn­te, wenn über­haupt, nur das Gelän­de ver­wer­ten, und hät­te außer­dem mit Ver­fas­sungs­kla­gen zu rech­nen.

Schließ­lich bleibt, fünf­tens, die Besi­che­rung durch eine Bürg­schaft des Lan­des für die Schul-GmbH. Die­se Form der Besi­che­rung wür­de das Risi­ko der Ban­ken min­dern, da im Fal­le der Miet­min­de­rung oder -ver­wei­ge­rung der Bezir­ke auf­grund von Bau­män­geln oder Ver­zug frü­her oder spä­ter das Land ein­zu­sprin­gen hät­te. Die Tren­nung von Bau und Finan­zie­rung wäre genau wie der Ein­re­de­ver­zicht aller­dings nur für die Ban­ken von Vor­teil, wie zahl­rei­che Pro­zes­se um Bau- und Erfül­lungs­män­gel der in öffent­lich-pri­va­ter Part­ner­schaft (ÖPP) betrie­be­nen Schu­len bele­gen, sie­he das kata­stro­pha­le Bei­spiel der Schu­len im Land­kreis Offen­bach.

4.     Zins­er­war­tung

Zins­er­war­tun­gen sind immer mehr oder weni­ger falsch, weil es Schät­zun­gen sind. Mit die­sem, sei­nem stärks­ten Argu­ment weist der Finanz­se­na­tor pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­sche Beden­ken denn auch gern zurück. Dem­ge­gen­über zei­gen Erfah­run­gen und Unter­su­chun­gen, dass güns­ti­ge Zins­kon­di­tio­nen nur durch eine mög­lichst voll­stän­di­ge Über­tra­gung des Bau­ri­si­kos auf die staat­li­che Sei­te erreich­bar sind.

Tat­säch­lich sind Kre­di­te, egal ob sie kom­mu­na­len oder ande­ren Unter­neh­men bewil­ligt wer­den, Bank­pro­duk­te. Sie wei­sen wie eh und je auch jetzt einen brei­ten Zins­kor­ri­dor auf: Zins­ge­bun­de­ne Neu­kre­di­te (Lauf­zeit 20 Jah­re) bot die KfW kom­mu­na­len Unter­neh­men Ende Dezem­ber 2017 mit Maxi­mal­zins­sät­zen von 2,35 % bis 8,75 % an. Bei einer Lauf­zeit von 30 Jah­ren (Zins­bin­dung 20 Jah­re) wäre die Maxi­mal­zins­ra­te 9,25 %.[20] Dem­ge­gen­über hät­ten Kom­mu­nen Ende Dezem­ber 2017 Maxi­mal­zins­sät­ze von 0,54 % (20 Jah­re) und 0,70 % (30 Jah­re) zu zah­len gehabt, bei jeweils zehn­jäh­ri­ger Zins­bin­dung[21]. Eine recht­lich selb­stän­di­ge Ein­heit wie die HOWO­GE und mehr noch eine Toch­ter­fir­ma erhält sol­che Kon­di­tio­nen nicht, son­dern muss mit Zins­auf­schlä­gen zwi­schen zwei und mehr als acht Pro­zent rech­nen. Die lan­des­ei­ge­ne Inves­ti­ti­ons­bank Ber­lin bie­tet den Ser­vice detail­lier­ter Zins­in­for­ma­tio­nen zwar nicht, ihr Ange­bot ist mit der Beschrän­kung auf bank­durch­ge­lei­te­te Kre­di­te[22] mit bank­üb­li­chen Sicher­hei­ten[23] in den rele­van­ten Para­me­tern aber iden­tisch mit dem der KfW.

Pro­gno­sen auf­grund von Modell­rech­nun­gen sind erst dann mög­lich, wenn der Senat eine Ent­schei­dung bezüg­lich der Besi­che­rung der Kre­di­te getrof­fen hat. Die Dimen­si­on kann an Hand des KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dits für kom­mu­na­le und sozia­le Unter­neh­men aber über­schlä­gig ver­an­schau­licht wer­den.

Eine empi­ri­sche Vor­ge­hens­wei­se hät­te davon aus­zu­ge­hen, dass Boni­tät und Besi­che­rung eines lan­des­ei­ge­nen Schul­bau­be­triebs im Zins­auf­schlag von 2,8 % im Port­fo­lio­zins­satz des Ham­bur­ger Son­der­ver­mö­gens Schul­im­mo­bi­li­en abge­bil­det sind. Die­ser Auf­schlag kann bei der Ein­schät­zung der Zins­er­war­tung einer HOWO­GE-Schul­bau-GmbH über­nom­men wer­den. Da der theo­re­tisch nied­rigs­te Mini­mal­zins des KfW-Kre­dits 1,31 %[24] beträgt, ergibt sich unter Berück­sich­ti­gung der Schul­bau­fi­nan­zie­rung in Ham­burg mit einem Zins­auf­schlag von 2,8 % ein Mini­mal­zins von 4,11 %. Da der theo­re­tisch nied­rigs­te Maxi­mal­zins 2,35 % beträgt, wäre mit einem Zins­auf­schlag von 2,8 % auch ein Zins­satz 5,15 % nicht unwahr­schein­lich.

Die Kre­dit­zins­ra­ten des KfW-Kre­dits wer­den in neun Preis­klas­sen A bis I dar­ge­stellt. Bei die­sen spielt der Mini­mal­zins­satz kei­ne Rol­le, statt­des­sen gibt die KfW nur Maxi­mal­zins­sät­ze an. Ein Zins­satz von 4,11 % ent­sprä­che der Preis­klas­se E auf der KfW-Ska­la – also genau der mitt­le­ren[25]. Kal­ku­lier­te man wie die KfW aus­schließ­lich in Maxi­mal­zins­ra­ten, wäre hier­in gegen­über der güns­tigs­ten Preis­klas­se A (Zins­satz 2,35 %) ein Risi­ko­auf­schlag von nur 1,76 % ent­hal­ten, was ange­sichts der empi­ri­schen Daten als abso­lut gerecht­fer­tigt erscheint.

Ein wie auch immer gear­te­ter Zins­auf­schlag auf­grund der Ham­bur­ger Erfah­run­gen könn­te auch als rein hypo­the­tisch abge­lehnt wer­den. Auch aus die­ser Sicht bie­tet sich der KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit für kom­mu­na­le und sozia­le Unter­neh­men aber zur Abschät­zung der Refi­nan­zie­rungs­kos­ten an, weil er nur an öffent­li­che Unter­neh­men ver­ge­ben wird und spe­zi­el­le Risi­ken von Pri­vat­fir­men hier kei­ne Rol­le spie­len. Um nicht zu völ­lig unrea­lis­ti­schen Ergeb­nis­sen zu kom­men, müss­te in die­ser Sicht­wei­se davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die neun Preis­klas­sen des KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dits kei­ne Hirn­ge­spins­te sind, son­dern die bis­he­ri­gen Finan­zie­rungs­er­fah­run­gen unter den aktu­el­len Refi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen öffent­li­cher Unter­neh­men hin­rei­chend kor­rekt abbil­den. Im ent­spre­chen­den Kor­ri­dor zwi­schen 2,35 % und 9,25 % p.a. ist es unter Berück­sich­ti­gung der dar­ge­stell­ten Erwar­tun­gen zur Boni­tät und zum Besi­che­rungs­wert der geplan­ten Schul-GmbH eine zurück­hal­ten­de Annah­me, dass ihr Kre­di­te der mitt­le­ren Preis­klas­se E ange­bo­ten wür­den, mit einem Zins­satz von 4,15 %.

Im Ergeb­nis lässt sich die Erwar­tung eines Kre­dit­zins­ni­veaus deut­lich ober­halb von 4 % auf zwei völ­lig ver­schie­de­nen Wegen begrün­den. Es wäre Auf­ga­be des Senats zu bele­gen, war­um die Refi­nan­zie­rungs­kos­ten einer Schul­bau GmbH denen von Lan­des­an­lei­hen oder Woh­nungs­bau­kre­di­ten ähneln soll­ten, obwohl die Refi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen ganz ande­re sind und auch alle vor­han­de­nen Erfah­run­gen einer sol­chen Pro­gno­se wider­spre­chen.

5.     Dimen­si­on der Mehr­be­las­tung des Lan­des­haus­halts

Für den Ver­gleich der unter­schied­li­chen Gesamt­kos­ten ent­spre­chend den ver­schie­de­nen Annah­men wur­de zunächst ein annui­tä­ti­scher Schul­den­dienst mit vier­tel­jähr­li­cher Til­gung in fixen Raten zugrun­de gelegt. Um die Ver­gleich­bar­keit des KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dits mit Lan­des­an­lei­hen zu gewähr­leis­ten, wur­de kei­ne til­gungs­freie Zeit berück­sich­tigt. Das führt zu einer güns­ti­gen Ver­zer­rung der Mehr­be­las­tung des Lan­des­haus­halts durch eine Schul-GmbH.

Ange­nom­men wur­de eine Inves­ti­ti­ons­sum­me von 1 Mil­li­ar­de €, die der Senat dem Ver­neh­men nach min­des­tens pri­vat finan­zie­ren las­sen will.

  Inves­ti­ti­ons­sum-me bis 2028 Zah­lungs­ver­pflich-tung bis 2038 Dif­fe­renz zum kon­ven-tio­nel­len Schul­bau
Lan­des­an­lei­hen 0,7 % 1.000.000 1.070.000 0
KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit
theo­re­ti­sche Annah­me 1,31 % 1.000.000 1.131.000 61.000
mini­ma­le Annah­me 4,11 % 1.000.000 1.411.010 341.010
maxi­ma­le Annah­me 5,15 % 1.000.000 1.515.010 445.010

Tabel­le 3: Vari­an­ten (in Tau­send €) bei Til­gung über 20 Jah­re[26]

Die Mehr­be­las­tung des Lan­des­haus­halts kann durch eine pri­vat­recht­li­che Finan­zie­rung im Umfang von 1 Mil­li­ar­de € kaum unter 341 Mil­lio­nen € lie­gen, 34 % Pro­zent der ursprüng­li­chen Inves­ti­ti­ons­sum­me. Min­des­tens acht bis zehn Schu­len könn­ten in Ber­lin nicht gebaut wer­den, wenn Steu­er­gel­der in der ent­spre­chen­den Grö­ßen­ord­nung pri­va­ti­siert wer­den wür­den.

Die­ses Sze­na­rio ist bezüg­lich der Gesamt­zins­last das güns­tigs­te, weil es eine ste­ti­ge Til­gung der Kre­di­te vor­aus­setzt. Aus den Bilan­zen der HOWO­GE ergibt sich dem­ge­gen­über ein in den ver­gan­ge­nen Jah­ren dau­ernd ange­stie­ge­ner Schul­den­stand, was kein Anzei­chen einer regel­mä­ßi­gen Schul­den­til­gung ist. Wenn man nicht davon aus­geht, dass die Til­gungs­pra­xis einer Schul­bau-Toch­ter der HOWO­GE eine völ­lig ande­re wäre, erscheint es mehr als frag­lich, ob es über­haupt zu einer ste­ti­gen Til­gung käme. In die­sem Fall sind die ver­schie­dens­ten Sze­na­ri­en mög­lich. Im Fall einer Til­gung am Ende der Lauf­zeit wür­den sich Mehr­kos­ten gemäß der fol­gen­den Tabel­le erge­ben.

  Inves­ti­ti­ons­sum-me bis 2028 Zah­lungs­ver­pflich-tung bis 2038 Dif­fe­renz zum kon­ven-tio­nel­len Schul­bau
Lan­des­an­lei­hen 0,7 % 1.000.000 1.149.713 0
KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit
theo­re­tisch 1,31 % 1.000.000 1.297.318 147.605
mini­ma­le Annah­me 4,11 % 1.000.000 2.237.943 1.088.230
maxi­ma­le Annah­me 5,15 % 1.000.000 2.730.144 1.580.431

Tabel­le 4: Vari­an­ten (in Tau­send €) bei Til­gung nach 20 Jah­ren[27]

Bei Til­gung der Schul­bau­kre­di­te am Ende der Lauf­zeit käme die HOWO­GE-Toch­ter das Land min­des­tens dop­pelt so teu­er zu ste­hen wie eine kon­ven­tio­nel­le Finan­zie­rung. Jeder zwei­te Schul­bau in kon­ven­tio­nel­ler Finan­zie­rung wäre infol­ge der Über­füh­rung ins Pri­vat­recht ohne ent­spre­chen­de Erhö­hung der Inves­ti­ti­ons­sum­me nicht mög­lich.

6.     Aus­blick

Bei öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schaf­ten (ÖPP) erbringt typi­scher­wei­se eine Pro­jekt­ge­sell­schaft Leis­tun­gen an meh­re­ren Stand­or­ten im Paket (For­fai­tie­rung) und ver­kauft ihre For­de­rung gegen­über dem öffent­li­chen Auf­trag­ge­ber an die finan­zie­ren­de Bank mit der ver­trag­li­chen Fest­le­gung, dass der Auf­trag­ge­ber sei­ne Zah­lungs­ver­pflich­tung bedin­gungs­los erfüllt (Ein­re­de­ver­zicht). Für die Nut­zung ent­rich­tet der öffent­li­che Auf­trag­ge­ber fes­te Ent­gel­te unab­hän­gig von der Qua­li­tät der tat­säch­lich erbrach­ten Leis­tung. Die­se ein­sei­ti­ge Risi­ko­al­lo­ka­ti­on ist für ÖPP-Pro­jek­te cha­rak­te­ris­tisch[28],  in der Öffent­lich­keit aber zur­zeit nicht ver­mit­tel­bar, nach­dem Risi­ken vie­ler­orts ein­ge­tre­ten sind und die öffent­li­chen Haus­hal­te erheb­lich belas­ten. Wird eine Risi­ko­über­tra­gung auf die staat­li­che Sei­te aller­dings nicht ver­trag­lich ver­ein­bart, dann bil­den die finan­zie­ren­den Ban­ken die Risi­ken in Zins­auf­schlä­gen ab, die eine pri­vat­recht­li­che Finan­zie­rung von vorn­her­ein als unat­trak­tiv erschei­nen las­sen wür­den.[29] In wel­cher Höhe sol­che Auf­schlä­ge anfal­len könn­ten, wur­de oben mit Bezug auf die Erfah­run­gen im Ham­bur­ger Schul­bau dar­ge­stellt.

Um durch die Umver­tei­lung von Bau­ri­si­ken ein aus der Sicht pri­va­ter Inves­to­ren güns­ti­ges Risi­ko-Ertrags­ver­hält­nis bei öffent­li­chen Infra­struk­tur­pro­jek­ten her­zu­stel­len, scheint ein gro­ßer insti­tu­tio­nel­ler Rah­men erfor­der­lich zu sein. So bie­tet die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on gemein­sam mit der Euro­päi­schen Inves­ti­ti­ons­bank ein Bün­del von Instru­men­ten an, um finan­zi­el­le Risi­ken so zwi­schen öffent­li­chen und pri­va­ten Akteu­ren zu tei­len, dass pri­va­te Inves­to­ren und Pri­va­te-Equi­ty-Fonds Kapi­tal in Infra­struk­tur­pro­jek­te inves­tie­ren[30].  Die „Euro­pa-2020-Pro­jekt­an­lei­hen-Initia­ti­ve inno­va­ti­ve Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rung“ kom­bi­niert Dut­zen­de öffent­li­che För­der­instru­men­te wie zum Bei­spiel „Risk-sharing arran­ge­ments“ (Risi­ko­ver­tei­lungs­in­stru­men­te) mit Bei­hil­fen[31] oder auch EU-Garan­ti­en[32]. Wäh­rend ÖPP-Pro­jekt­ge­sell­schaf­ten zur Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rung typi­scher­wei­se mit BB+ bzw. BBB- gera­tet wer­den[33] — mit den ent­spre­chen­den Zinns­auf­schlä­gen – ist das Ziel der Pro­jekt­an­lei­hen­in­itia­ti­ve ein Rating im Sin­gle-A-Bereich, da dies in den Anla­ge­richt­li­ni­en vie­ler insti­tu­tio­nel­ler Inves­to­ren ver­langt wird.  Die Pro­jekt­an­lei­hen­in­itia­ti­ve adres­siert zwar nicht Schul­bau­pro­jek­te, son­dern die Sek­to­ren Ver­kehr, Ener­gie und Infor­ma­ti­ons- sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en, ihre 35 Ein­zel­in­stru­men­te machen aber deut­lich, mit wel­chem Auf­wand ver­sucht wird, Infra­struk­tur­pro­jek­te zu einer siche­ren Kapi­tal­an­la­ge zu machen. In Zins­sät­zen aus­ge­drückt, ent­sprä­che dem ange­streb­ten erst­klas­si­gen Rating ein Zins­satz unter 2 % p.a., der Zins­ab­stand zum bei ÖPP-Pro­jek­ten typi­schen BBB-Rating beträgt über 3 %. So bie­tet die Repu­blik Ita­li­en (Rating BBB)[34] ihre 2034 fäl­li­gen Staats­an­lei­hen aktu­ell zu einem Zins­satz von 5,2 % p.a. an[35].

Auf Bun­des­ebe­ne befin­det sich ein sol­ches Instru­men­ta­ri­um erst in Vor­be­rei­tung. Anfor­de­run­gen dar­an hat der Unter­neh­mens­dienst­leis­ter Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers 2016 for­mu­liert und unter ande­rem eine „wirk­sa­me Risi­ko­über­tra­gung auf die betref­fen­de Pro­jekt­ge­sell­schaft“ gefor­dert[36]. Glaubt man den Unternehmensberater/inne/n, dann könn­te eine Ber­li­ner Schul-GmbH Pilot­funk­ti­on haben, denn: „Im Bereich der steu­er­fi­nan­zier­ten Infra­struk­tur gibt es dar­über hin­aus ins­be­son­de­re in den Stadt­staa­ten Ber­lin und Ham­burg die Ten­denz, eine Auf­ga­ben­tei­lung im Sin­ne des ÖPP-Gedan­kens unter Ein­bin­dung öffent­li­cher Part­ner umzu­set­zen (z. B. Ein­bin­dung ört­li­cher Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten), die anstel­le eines pri­va­ten Part­ners Finan­zie­rungs- und Manage­ment­auf­ga­ben über­neh­men (sog. öffent­lich-öffent­li­che Part­ner­schaft – ÖÖP).“[37]

7.     Fazit

Eine Schul-GmbH in Ber­lin hät­te bei zurück­hal­ten­der Ein­schät­zung und unter Berück­sich­ti­gung der bis­her ver­füg­ba­ren För­der­instru­men­te mit einem Finan­zie­rungs­zins­satz ober­halb von 4 % p.a. zu rech­nen, falls der Ber­li­ner Senat nicht zu einem Ein­re­de­ver­zicht oder einer Lan­des­bürg­schaft bereit sein soll­te. Kom­mu­nal­kre­dit­ähn­li­che Kon­di­tio­nen, wie sie die Senats­par­tei­en ver­spre­chen, kön­nen anders nicht erreicht wer­den. Wenn der Senat auf die­ses Instru­ment ver­zich­tet, müss­te er die Wirt­schaft­lich­keit der Schul-GmbH im Ver­gleich zur kon­ven­tio­nel­len Finan­zie­rung im Lan­des­haus­halt bele­gen. Hier­für gibt es zwei Mög­lich­kei­ten:

  • Der Senat könn­te ers­tens ver­su­chen nach­zu­wei­sen, dass die Kre­dit­zin­sen der GmbH nur ganz unwe­sent­lich höher sind als die­je­ni­gen von Lan­des­an­lei­hen bzw. Kom­mu­nal­kre­di­ten. Kom­mu­nal­kre­dit­ähn­lich nann­ten die Bera­tungs­ge­sell­schaf­ten und die TU Ber­lin 2007 Kon­di­tio­nen, die um 0,3 % p.a. über den Kom­mu­nal­kre­dit­zin­sen lie­gen[38]. Da Lan­des­an­lei­hen zur­zeit mit 0,7 % p.a. ver­zinst wer­den, wäre also der Nach­weis zu füh­ren, dass die Schul-GmbH Kre­dit­zin­sen nicht über 1,0 % zu zah­len hät­te.
  • Zwei­tens könn­te der Senat wirt­schaft­li­che Vor­tei­le einer GmbH im Umfang von min­des­tens 341 Mil­lio­nen € bis 2038 bele­gen, da der zu erwar­ten­de Kre­dit­zins­satz von über 4 % zu einer Mehr­be­las­tung des Lan­des­haus­halts im Ver­gleich zur kon­ven­tio­nel­len Finan­zie­rung in die­ser Höhe führt. Dem Umstand, dass die Schul-GmbH wirt­schaft­li­cher arbei­ten könn­te, ste­hen — neben den Finan­zie­rungs­kos­ten! — zunächst erheb­li­che wei­te­re Mehr­kos­ten ent­ge­gen: Die Grün­dungs­kos­ten der GmbH, dem­ge­gen­über sind die öffent­li­chen Ver­wal­tun­gen bereits exis­tent und – abge­se­hen von Per­so­nal­man­gel – sofort arbeits­fä­hig. Auch wer­den die Per­so­nal­kos­ten höher aus­fal­len, da eine GmbH nicht die Vor­tei­le von siche­rer Beschäf­ti­gung, Fami­li­en­freund­lich­keit etc., bie­ten kann. Es ist viel­mehr abseh­bar, dass die Stel­len kaum 10 Jah­re bestehen wer­den und den Mit­ar­bei­tern nach Abschluss der Schul­bau­of­fen­si­ve gekün­digt wird. Die völ­lig feh­len­de Erfah­rung im Schul­bau und dort ins­be­son­de­re im Bau­en im Schul­bau­be­stand wird in eini­gen Pro­jek­ten eben­falls Mehr­kos­ten ver­ur­sa­chen. Und nicht zuletzt belas­tet die sehr wahr­schein­li­che Pflicht zur Umsatz­steu­er­zah­lung das Kos­ten­ge­fü­ge.

Bis­lang ist nicht erkenn­bar, wie einer der bei­den Nach­wei­se geführt wer­den könn­te. Eine Schul-GmbH kann vor­aus­sicht­lich nicht den Vor­ga­ben der Lan­des­haus­halts­ord­nung ent­spre­chend pri­vat­recht­lich finan­ziert wer­den. Ver­su­che, die Refi­nan­zie­rung zu neu­ar­ti­gen, güns­ti­gen Kon­di­tio­nen zu sichern, füh­ren sogar zu der kon­kre­ten Gefahr einer mate­ri­el­len Pri­va­ti­sie­rung von Schu­len auf Pro­jekt­ebe­ne, wenn künf­tig pro­jekt­ge­bun­de­ne För­der­instru­men­te des Bun­des oder der EU in Anspruch genom­men wer­den soll­ten: „Die Rating­agen­tu­ren wer­den meist auch dar­auf bestehen, dass die Pro­jekt­an­lei­he von einer beson­de­ren Zweck­ge­sell­schaft bege­ben wird.“[39] Um auf die­sem Weg güns­ti­ge Refi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen im Pri­vat­recht ver­ein­ba­ren zu kön­nen, müss­te die HOWO­GE also Pro­jekt­ge­sell­schaf­ten initi­ie­ren, an denen neben der lan­des­ei­ge­nen GmbH auch pri­va­te Akteu­re (klas­si­scher­wei­se Bau­un­ter­neh­men) betei­ligt wären. Damit wäre die Gren­ze zwi­schen öffent­lich-pri­va­ter und öffent­lich-öffent­li­cher Part­ner­schaft end­gül­tig über­schrit­ten.

Anla­ge 1: Zins und Til­gung

Für den Ver­gleich der unter­schied­li­chen Gesamt­kos­ten der ver­schie­de­nen Annah­men wur­de ein annui­tä­ti­scher Schul­den­dienst mit vier­tel­jähr­li­cher Til­gung in fixen Raten zugrun­de gelegt. Um die Ver­gleich­bar­keit des KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dits mit Lan­des­an­lei­hen zu gewähr­leis­ten, wur­de kei­ne til­gungs­freie Zeit berück­sich­tigt, was zu einer güns­ti­gen Ver­zer­rung der Mehr­be­las­tung des Lan­des­haus­halts durch eine Schul­bau-GmbH führt.

Jahr Schuld in der Jah­res­mit­te in TE Til­gung Zins bei

0,7 % p.a.

Zins und Til­gung
2019 975.000 50.000 6.825 56.825
2020 925.000 50.000 6.475 56.475
2021 875.000 50.000 6.125 56.125
2022 825.000 50.000 5.775 55.775
2023 775.000 50.000 5.425 55.425
2024 725.000 50.000 5.075 55.075
2025 675.000 50.000 4.725 54.725
2026 625.000 50.000 4.375 54.375
2027 575.000 50.000 4.025 54.025
2028 525.000 50.000 3.675 53.675
2029 475.000 50.000 3.325 53.325
2030 425.000 50.000 2.975 52.975
2031 375.000 50.000 2.625 52.625
2032 325.000 50.000 2.275 52.275
2033 275.000 50.000 1.925 51.925
2034 225.000 50.000 1.575 51.575
2035 175.000 50.000 1.225 51.225
2036 125.000 50.000 875 50.875
2037 75.000 50.000 525 50.525
2038 25.000 50.000 175 50.175
Sum­me 70.000 1.070.000

Tabel­le 5: Vari­an­te Lan­des­an­lei­hen bei Til­gung über 20 Jah­re, Anga­ben in Tau­send €

Jahr Schuld in der Jah­res­mit­te in TE Til­gung Zins bei 1,31% p.a. Zins und Til­gung
2019 975.000 50.000 12.773 62.773
2020 925.000 50.000 12.118 62.118
2021 875.000 50.000 11.463 61.463
2022 825.000 50.000 10.808 60.808
2023 775.000 50.000 10.153 60.153
2024 725.000 50.000 9.498 59.498
2025 675.000 50.000 8.843 58.843
2026 625.000 50.000 8.188 58.188
2027 575.000 50.000 7.533 57.533
2028 525.000 50.000 6.878 56.878
2029 475.000 50.000 6.223 56.223
2030 425.000 50.000 5.568 55.568
2031 375.000 50.000 4.913 54.913
2032 325.000 50.000 4.258 54.258
2033 275.000 50.000 3.603 53.603
2034 225.000 50.000 2.948 52.948
2035 175.000 50.000 2.293 52.293
2036 125.000 50.000 1.638 51.638
2037 75.000 50.000 983 50.983
2038 25.000 50.000 328 50.328
Sum­me 131.010 1.131.000

Tabel­le 6: Vari­an­te KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit zu 1,31 % p.a. bei Til­gung über 20 Jah­re, Anga­ben in Tau­send €

Jahr Schuld in der Jah­res­mit­te in TE Til­gung Zins bei 4,11% p.a. Zins und Til­gung
2019 975.000 50.000 40.073 90.073
2020 925.000 50.000 38.018 88.018
2021 875.000 50.000 35.963 85.963
2022 825.000 50.000 33.908 83.908
2023 775.000 50.000 31.853 81.853
2024 725.000 50.000 29.798 79.798
2025 675.000 50.000 27.743 77.743
2026 625.000 50.000 25.688 75.688
2027 575.000 50.000 23.633 73.633
2028 525.000 50.000 21.578 71.578
2029 475.000 50.000 19.523 69.523
2030 425.000 50.000 17.468 67.468
2031 375.000 50.000 15.413 65.413
2032 325.000 50.000 13.358 63.358
2033 275.000 50.000 11.303 61.303
2034 225.000 50.000 9.248 59.248
2035 175.000 50.000 7.193 57.193
2036 125.000 50.000 5.138 55.138
2037 75.000 50.000 3.083 53.083
2038 25.000 50.000 1.028 51.028
Sum­me 411.010 1.411.010

Tabel­le 7: Vari­an­te KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit zu 4,11 % p.a. bei Til­gung über 20 Jah­re, Anga­ben in Tau­send €

Jahr Schuld in der Jah­res­mit­te in TE Til­gung Zins bei 5,15% p.a. Zins und Til­gung
2019 975.000 50.000 50.213 100.213
2020 925.000 50.000 47.638 97.638
2021 875.000 50.000 45.063 95.063
2022 825.000 50.000 42.488 92.488
2023 775.000 50.000 39.913 89.913
2024 725.000 50.000 37.338 87.338
2025 675.000 50.000 34.763 84.763
2026 625.000 50.000 32.188 82.188
2027 575.000 50.000 29.613 79.613
2028 525.000 50.000 27.038 77.038
2029 475.000 50.000 24.463 74.463
2030 425.000 50.000 21.888 71.888
2031 375.000 50.000 19.313 69.313
2032 325.000 50.000 16.738 66.738
2033 275.000 50.000 14.163 64.163
2034 225.000 50.000 11.588 61.588
2035 175.000 50.000 9.013 59.013
2036 125.000 50.000 6.438 56.438
2037 75.000 50.000 3.863 53.863
2038 25.000 50.000 1.288 51.288
Sum­me 515.010 1.515.010

Tabel­le 8: Vari­an­te KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit zu 5,15 % p.a. bei Til­gung über 20 Jah­re, Anga­ben in Tau­send €

 

Dia­gramm 1: Zin­sen und Til­gung KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­di­te zu 0,7%, 1,31%, 4,11%, 5,15 % p.a. bei annui­tä­ti­scher Zah­lung über 20 Jah­re, Anga­ben in Tau­send €

 

Dia­gramm 2: Sum­me von Zin­sen / Gesamt­til­gung Til­gung KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­di­te zu
0,7%, 1,31%, 4,11%, 5,15 % p.a. bei annui­tä­ti­scher Zah­lung über 20 Jah­re, Anga­ben in Tau­send €

Anla­ge 2: Anga­ben zu Ratings

Long Therm Long Therm Long Therm Long Therm Stand
Moody‘s S&P Fitch DBRS
Däne­mark Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Deutsch­land Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Luxem­burg Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Nie­der­lan­de Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Nor­we­gen Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Schwe­den Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Schweiz Aaa AAA AAA AAA Mar 17
Finn­land Aa1 AA+ AA+ AA (high) Mar 17
Groß­bri­tan­ni­en Aa1 AA AA AAA Mar 17
Öster­reich Aa1 AA+ AA+ AAA Mar 17
Frank­reich Aa2 AA AA AAA Mar 17
Bel­gi­en Aa3 AA AA- AA (high) Mar 17
Est­land A1 AA- A+ - Mar 17
Tsche­chi­sche Repu­blik A1 AA- A+ - Mar 17
Polen A2 BBB+ A- A Mar 17
Slo­wa­kei A2 A+ A+ A (high) Mar 17
Irland A3 A+ A A (high) Mar 17
Lett­land A3 A- A- - Mar 17
Litau­en A3 A- A- - Mar 17
Mal­ta A3 A- A A Mar 17
Bul­ga­ri­en Baa2 BB+ BBB- - Mar 17
Ita­li­en Baa2 BBB- BBB+ BBB (high) Mar 17
Spa­ni­en Baa2 BBB+ BBB+ A (low) Mar 17
Rumä­ni­en Baa3 BBB- BBB- - Mar 17
Ungarn Baa3 BBB- BBB- - Mar 17
Por­tu­gal Ba1 BB+ BB+ BBB (low) Mar 17
Russ­land Ba1 BB+ BBB- - Mar 17
Tür­kei Ba1 BB BB+ BB (high) Mar 17
Kroa­ti­en Ba2 BB BB - Mar 17
Alba­ni­en B1 B+ - - Mar 17
Zypern B1 BB BB- B Mar 17
Grie­chen­land Caa3 B- CCC CCC (high) Mar 17

 

Tabel­le 9: Lis­te von Län­der­ra­tings in abstei­gen­der Rei­hen­fol­ge[40]

Der Schwei­zer Ver­gleichs­dienst für Ban­ken und Ver­si­che­run­gen Money­land gibt zu Ratings und den Rating­agen­tu­ren an:

Stan­dard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch sind die drei gröss­ten Rating-Agen­tu­ren der Welt («Big Three»). Sie bewer­ten die Kre­dit­wür­dig­keit (Boni­tät) von Staa­ten und pri­va­ten Unter­neh­mun­gen.

«AAA» bezie­hungs­wei­se «Aaa» ist für alle drei Rating­agen­tu­ren die Höchst­no­te: sie bezeich­net höchs­te Kre­dit­wür­dig­keit. «D» bezie­hungs­wei­se «C» (Moody’s) bezeich­net die Zah­lungs­un­fä­hig­keit des ent­spre­chen­den Staa­tes oder Unter­neh­mens. Es wird jeweils zwi­schen einer kurz­fris­ti­gen («short term») und län­ger­fris­ti­gen («long term») Bewer­tung unter­schie­den.“

Tabel­le 10: Ratingum­schrei­bun­gen von Moody‘s, Statndard & Poors und Fitch[41]

Die Autoren

Ulrich Scholz

Jg. 1965, Diplom­leh­rer­stu­di­um, 1990 bis 1992 Redak­teur der “Ber­li­ner Stim­me”, 1992 und 1993 Refe­rent von Dr. Wal­ter Rom­berg, MdEP und Finanz­mi­nis­ter a.D., 1993–1995 Refe­ren­da­ri­at als Leh­rer, seit­dem Sekun­dar­schul­leh­rer in Ber­lin. Zuletzt von Ulrich Scholz ver­öf­fent­licht:

Ulrich Scholz / Carl Waß­muth (2017): „Kurz­stu­die zur Ent­wick­lung der Aus­ga­ben für Schul­bau und-sanie­rung in Ber­lin 2012 bis 2017“, Stu­die im Auf­trag von GiB, online unter https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/11/Kurzstudie-Ausgaben-Schulbau-und-Sanierung-2012-bis-2017.pdf

 

Carl Waß­muth

Jg. 1969, Diplom­bau­in­ge­nieur, seit 2001 Bera­ten­der Inge­nieur für das Bau­we­sen, Mit­be­grün­der von Gemein­gut in Bür­ge­rin­nen­hand, Autor ver­schie­de­ner Schrif­ten zu Infra­struk­tu­ren, u.a. :

Jana Mat­tert / Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te / Carl Waß­muth (2017): „Gemein­wohl als Zukunfts­auf­ga­be – Öffent­li­che Infra­struk­tu­ren zwi­schen Daseins­vor­sor­ge und Finanz­märk­ten“, Stu­die von GiB in Koope­ra­ti­on mit der Hein­rich-Böll-Stif­tung, 144 Sei­ten, 7 Tabel­len, 25 far­bi­ge Abbil­dun­gen, ISBN 978–3-86928–163-6, online: https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/06/Endf-Gemeinwohl-als-Zukunftsaufgabe_Web.pdf

Dr. Bern­hard Knie­rim / Lud­wig Lind­ner / Karl-Heinz Lude­wig / Carl Waß­muth (2017): „Aus­wir­kun­gen der geplan­ten Auto­bahn­re­form auf die künf­ti­ge Höhe der Pkw-Maut in Deutsch­land“, Stu­die im Auf­trag von GiB, online unter https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/05/2017–04-25_-Maut-Gutachten_GiB.pdf

Kat­ja Thie­le / Carl Waß­muth (2016), „Aktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei der Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land mit beson­de­rem Fokus auf Bun­des­fern­stra­ßen“, Stu­die im Auf­trag von ver.di und der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2016/02/Studie_Privatisierung_Fernstrassen_-2016_02_09.pdf

 

[1] Ant­wort des Staats­se­kre­tärs Mark Rack­les auf die Schrift­li­che Anfra­ge der Abge­ord­ne­ten Bet­ti­na König vom 21.07.2017 am 05.07.2017

[2] Gegen­über dem RBB Kul­tur­ra­dio äußer­te zuletzt Finanz­staats­se­kre­tär Klaus Fei­ler sinn­ge­mäß, dass die Vari­an­te mit der Grün­dung einer Howo­ge-Toch­ter-GmbH nicht mehr wei­ter ver­folgt wer­de, sie­he dazu auch Mar­tin Kles­mann (2018): “Howo­ge über­nimmt den Bau von Schu­len nun doch selbst”, in der Ber­li­ner Zei­tung am 21.02.2018, online unter www.berliner-zeitung.de/berlin/riskante-entscheidung-howoge-uebernimmt-den-bau-von-schulen-nun-doch-selbst-29735416 sowie Susan­ne Vieth-Ent­us (2018): „Ber­lins Bezir­ke sol­len künf­tig Schu­len mie­ten“ im Tages­spie­gel am 21.02.2018, online unter www.tagesspiegel.de/berlin/senatskonzept-zum-schulbau-berlins-bezirke-sollen-kuenftig-schulen-mieten/20985296.html

[3] Regi­na Kitt­ler, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on Die Lin­ke im Abge­ord­ne­ten­haus in der Aktu­el­len Stun­de „Tur­bo-Schul­bau statt Ver­ant­wor­tungs-Ping­pong – Schul­sa­nie­rung in Ber­lin vor­an­trei­ben“ am 19.10.2017

[4] Finanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz-Ahnen: „Die Kre­dit­auf­nah­me wird wahr­schein­lich in einer Grö­ßen­ord­nung von 1 bis 1,5 Mil­li­ar­den Euro im Zeit­raum bis 2026 lie­gen“, Ber­li­ner Zei­tung, 7.11.2017: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/marode-schulen-sanierungs-offensive-zerrt-an-politiker-nerven-28776332

[5] Der Kre­dit­höchst­be­trag pro Vor­ha­ben ist hier 50 Mio. €. Bei mehr­jäh­ri­gen Vor­ha­ben gel­ten ein­zel­ne Bau­ab­schnit­te jeweils als ein Vor­ha­ben. Die Zins­bin­dungs­frist ist wahl­wei­se 10 oder 20 Jah­re, das ers­te Jahr ist lauf­zeit­un­ab­hän­gig til­gungs­frei, getilgt wird in fixen Drei­mo­nats­ra­ten.

[6] KfW Merk­blatt Kom­mu­na­le und sozia­le Infra­struk­tur: „Die KfW gewährt Kre­di­te aus die­sem Pro­gramm aus­schließ­lich über Kre­dit­in­sti­tu­te (Ban­ken und Spar­kas­sen), die für die von ihnen durch­ge­lei­te­ten Kre­di­te die Haf­tung über­neh­men … Für Ihren Kre­dit sind bank­üb­li­che Sicher­hei­ten erfor­der­lich. Form und Umfang der Besi­che­rung ver­ein­ba­ren Sie mit Ihrem Kre­dit­in­sti­tut.“, 26.12.17, 5:43 h: https://www.kfw.de/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000000077-M-Kommunale-und-Soziale-Unternehmen-148.pdf

[7] https://www.moodys.com/research/Moodys-erteilt-A1-Rating-fr-GEWOBAG-Wohnungsbau-AG-Berlin–PR_329480

[8] https://de.tradingeconomics.com/country-list/rating

[9] Bilanz­sum­men, Umsät­ze, EBIT­DA, EBIT und Beschäf­tig­ten­zahl sind ähn­lich, beim Eigen­ka­pi­tal­an­teil weist die HOWO­GE auf­grund feh­len­der Emis­sio­nen zur­zeit ein deut­lich güns­ti­ge­res Ver­hält­nis auf, sie­he Senats­ver­wal­tung für Finan­zen: Betei­li­gungs­be­richt 2017, https://www.berlin.de/sen/finanzen/vermoegen/downloads/artikel.7206.php

[10] Die Deut­sche Anning­ton wur­de von S&P mit BBB+ gera­tet:  http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2017/bbsr-online-01–2017-dl.pdf?__blob=publicationFile&v=5

[11] Bür­ger­schaft der Frei­en und Hansestadt Ham­burg, DS 21/4224, 24.05.16: „Im Übri­gen sieht der Senat zur Wah­rung der Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se der Ver­trags­part­ner in stän­di­ger Pra­xis grund­sätz­lich davon ab, zu Kauf­prei­sen von ein­zel­nen Grund­stü­cken Stel­lung zu bezie­hen. Das Son­der­ver­mö­gen Schul­im­mo­bi­li­en hat im Zeit­raum 2012 bis 2015 Ein­zah­lun­gen aus der Abga­be von Sach­an­la­ge­ver­mö­gen in Höhe von ins­ge­samt 23 Mil­lio­nen Euro ver­bucht.“: http://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/52632/das-musterflächenprogramm-im-schulbau-und-seine-konsequenzen.pdf

[12] VBD Bera­tungs­ge­sell­schaft für Behör­den mbH: Mach­bar­keits­stu­die Schu­len in Rei­ni­cken­dorf: „Risi­ken, die der pri­va­te Part­ner tra­gen soll, wer­den von ihm bewer­tet und in sei­ner Preis­kalkulation durch ent­spre­chen­de Risi­ko­auf­schlä­ge berück­sich­tigt. Die Über­tra­gung von Risi­ken, die der Pri­va­te nicht abschät­zen oder nicht steu­ern kann, wür­de zu einer erhebli­chen Ver­teue­rung des Ange­bots füh­ren. Im Inter­es­se einer wirt­schaft­li­chen Gesamt­lö­sung kommt der Erar­bei­tung einer opti­ma­len Risi­ko­al­lo­ka­ti­on daher zen­tra­le Bedeu­tung zu.“ , in: 02.05.2007, Zugriff am 24.12.17, 05:35 h: https://www.parlament-berlin.de/ados/16/Haupt/vorgang/h16-0321.A_Anlage3-v.pdf

[13] End­be­richt Wirt­schaft­lich­keits­ver­gleichs­rech­nung Span­dau. Paket V: „Der Risi­ko­trans­fer spielt sowohl zu Beginn der Pro­jekt­struk­tu­rie­rung und der Wirt­schaft­lich­keits­ana­ly­se als auch bei der Erstel­lung und Ver­hand­lung der Ver­trä­ge eine tra­gen­de Rol­le. Grund­sätz­lich soll­te die­je­ni­ge Ver­trags­par­tei das Risi­ko über­neh­men, die die­ses am bes­ten beein­flus­sen und somit steu­ern kann. Dar­aus resul­tiert, dass eine Risi­ko­tei­lung zwi­schen den pri­va­ten Bie­tern und dem Bezirk als Auf­trag­ge­ber statt­fin­den muss. Ein voll­stän­di­ger Risi­ko­trans­fer auf den Pri­va­ten wür­de zu über­höh­ten Risi­ko­auf­schlä­gen und damit zu einem unwirt­schaft­li­chen Ergeb­nis füh­ren.“ In: Haupt­aus­schuss AH Ber­lin, 14.08.2007: Druck­sa­che h16-0321.A: https://www.parlament-berlin.de/ados/16/Haupt/vorgang/h16-0321.A-v.pdf

[14] VBD Bera­tungs­ge­sell­schaft für Behör­den mbH: Mach­bar­keits­stu­die Schu­len in Rei­ni­cken­dorf, 02.05.2007: „Die Erklä­rung des Ein­re­de­ver­zichts ermög­licht die Erlan­gung kom­mu­nal­kre­dit­ähn­li­cher Kon­di­tio­nen für die Finan­zie­rung. Die Abga­be der Ein­re­de­ver­zichts­er­klä­rung ist zugleich Vor­aus­set­zung für die Ein­bin­dung von zins­güns­ti­gen Kre­di­ten des Pro­gramms Kom­mu­nal finan­zie­ren der KfW-För­der­bank.“ Zugriff am 24.12.17, 05:35 h: https://www.parlament-berlin.de/ados/16/Haupt/vorgang/h16-0321.A_Anlage3-v.pdf

[15] https://www.kfw.de/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000000070-M-Investitionskredit-Kommunen-208.pdf

[16] https://de.wikipedia.org/wiki/Kreditsicherung

[17] Koali­ti­ons­ver­trag der Senats­par­tei­en, S. 72: „Grund­stücks­über­tra­gun­gen zum Ver­kehrs­wert vom Land oder von Lan­des­un­ter­neh­men an ande­re Lan­des­ge­sell­schaf­ten müs­sen mög­lich sein. Nicht mehr betriebs­not­wen­di­ge Grund­stü­cke fal­len gegen Ersatz des Buch­wer­tes, wel­cher jedoch den gut­ach­ter­li­chen Ver­kehrs­wert nicht über­stei­gen darf, an das Land zurück, sofern das Par­la­ment nichts ande­res beschließt.“

[18] Ebd., S. 66: „Denk­bar ist bei­spiels­wei­se das Prin­zip des Miet­kaufs, soweit der Miet­kauf im lan­des­in­ter­nen Kreis­lauf statt­fin­det.“

[19] https://de.wikipedia.org/wiki/Patronatserkl%C3%A4rung

[20] KfW Inves­ti­ti­ons­kre­dit kom­mu­na­le und sozia­le Unter­neh­men, Kon­di­tio­nen­über­sicht, Zugriff am 26.12.17, 5:43 h: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger?ProgrammNameNr=148

[21] KfW Inves­ti­ti­ons­kre­dit Kom­mu­nen, 22.12.2017, Zugriff am 27.12.2017, 8:40 h: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Öffentliche-Einrichtungen/Kommunale-soziale-Basisversorgung/Finanzierungsangebote/Investitionskredit-Kommunen-(208)/

[22] Zugriff am 27.12.17, 14:50 h: https://www.ibb.de/de/foerderprogramme/berlin-infra.html

[23] Zugriff am 27.12.17, 14:50 h: https://www.ibb.de/media/dokumente/foerderprogramme/wirtschaftsfoerderung/berlin-infra/berlininfra_merkblatt.pdf

[24] 27.12.17: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Öffentliche-Einrichtungen/Kommunale-soziale-Basisversorgung/Finanzierungsangebote/Investitionskredit-kommunale-Unternehmen-(148)/

[25] Til­gungs­zeit­raum 20 Jah­re, was den bis­he­ri­gen Pla­nun­gen des Senats am nächs­ten kommt

[26] KfW-Inves­ti­ti­ons­kre­dit für kom­mu­na­le und sozia­le Unter­neh­men

[27] Ebd.

[28] Kai-Eicker Wolf, Patrick Schrei­ner: Mit Tem­po in die Pri­va­ti­sie­rung. Auto­bah­nen, Schu­len, Ren­te – und was noch?, Köln 2017: 14

[29] Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers: Gut­ach­ter­li­che Stel­lung­nah­me  für das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie: Recht­li­che und insti­tu­tio­nel­le Vor­aus­set­zun­gen zur Ein­füh­rung neu­er For­men zur pri­va­ten Finan­zie­rung öffent­li­cher Infra­struk­tur­vor­ha­ben unter Ein­bin­dung einer staat­li­chen Infra­struk­tur­ge­sell­schaft: 47: „Die wirk­sa­me Über­tra­gung von Pro­jekt­ri­si­ken auf pri­va­te Inves­to­ren setzt eine Finan­zie­rung auf Basis eines Eigen­ka­pi­tal­an­teils vor­aus. … Eine Finan­zie­rung auf Basis eines Eigen­ka­pi­tal­an­teils führt zwar gegen­über der her­kömm­li­chen Beschaffung und auch gegen­über der bei kom­mu­na­len ÖPP-Pro­jek­ten in Deutsch­land vor­herr­schen­den For­fai­tie­rung mit Ein­re­de­ver­zicht zu Mehr­kos­ten …“, in:   https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Studien/pwc-gutachten-lang.pdf?__blob=publicationFile&v=6

[30] “The finan­ci­al instru­ments play a very use­ful role in cata­ly­sing addi­tio­nal pri­va­te and public funds by sharing some of the finan­cing risks with other public or pri­va­te play­ers, thus pro­vi­ding finan­ci­al leverage.” In: European Com­mis­si­on: Report from the Com­mis­si­on to the European Par­li­a­ment and the Coun­cil on finan­ci­al instru­ments sup­por­ted by the gene­ral bud­get accord­ing to Art.140.8 of the Finan­ci­al Regu­la­ti­on as at 31 Decem­ber 2016, 25.09.2017: 6: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=COM:2017:535:FIN

[31] ebd.: 4

[32] ebd.: 22

[33] European PPP Exper­ti­se Cen­ter: Finan­cing PPP´s with pro­ject bonds. Issu­es for public pro­cu­ring aut­ho­ri­ties, 2012: 3

[34] http://www.finanztreff.de/news/sundp-hebt-rating-fuer-italien-auf-bbb-ausblick-stabil/12526223

[35] https://www.finanzen.net/anleihen/a0bejp-italien-anleihe

[36] Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers: a.a.O.

[37] Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers: a.a.O.

[38] End­be­richt Wirt­schaft­lich­keits­ver­gleichs­rech­nung Span­dau. Paket V: S.25, in: Haupt­aus­schuss AH Ber­lin, 14.08.2007: Druck­sa­che h16-0321.A: https://www.parlament-berlin.de/ados/16/Haupt/vorgang/h16-0321.A-v.pdf

[39] European PPP Expe­ri­se Cen­ter 2013: Pro­jekt­an­lei­hen zur Finan­zie­rung öffent­lich-pri­va­ter Part­ner­schaf­ten – ver­ga­be­recht­li­che Aspek­te: 8: http://www.eib.org/infocentre/publications/all/epec-financing-ppps-project-bonds-in-germany.htm

[40] https://www.tagesgeldvergleich.net/ratgeber/laender-ratings.html

[41] https://www.moneyland.ch/de/vergleich-rating-agenturen

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