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GEW Frank­furt warnt Ber­lin vor Pri­va­ti­sie­rung über die Hin­ter­tür

22 März 2018

Die GEW Frank­furt befasst sich seit Jah­ren mit ver­schie­de­nen Finanz­mo­del­len bei Schul­bau und –bewirt­schaf­tung. Vor die­sem Hin­ter­grund hat der Bezirks­ver­band nun einen unge­wöhn­li­chen Schritt getan: Er  warnt die Ber­li­ner Poli­tik vor den dor­ti­gen Plä­nen. Adres­siert an die  rot-rot-grü­ne Koali­ti­on möch­te man nicht, dass “die Pri­va­ti­sie­rung von Schu­len durch Hin­ter­tür Schu­le macht.“ Der GEW-Bezirks­ver­band Frank­furt prä­sen­tiert daher ein fun­dier­tes und beden­kens­wer­tes Papier mit dem Titel: „In Frank­furt wür­de wohl kei­ner auf die Idee kom­men, Schu­len auf die städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft zu über­tra­gen und zurück zu mie­ten!“ Man bekennt: “Frank­furt hat­te ähn­li­che Feh­ler gemacht wie Ber­lin.” Auf­ge­führt wer­den vier fata­le Feh­ler  und ihre Fol­gen:

  1. Bedarf an Sanie­rung und Neu­bau­ten nicht (aus­rei­chend) wahr­neh­men und die finan­zi­el­len Mit­tel nicht bezif­fern und bereit­stel­len
  2. auf das Finanz­in­stru­ment PPP set­zen
  3. Poli­tik des gewoll­ten Per­so­nal­ab­baus
  4. bewil­lig­ten Mit­tel kön­nen nicht aus­ge­ge­ben wer­den (Fol­ge­feh­ler des drit­ten Feh­lers)

Dem wur­de nun in Frank­furt mit vier wich­ti­gen Kor­rek­tu­ren begeg­net:

  1. Zah­len auf den Tisch
  2. aus­rei­chen­de Mit­tel bereit­stel­len
  3. Per­so­nal­auf­sto­ckung
  4. Schaf­fung eines „Amts für Bau und Immo­bi­li­en“

Man stellt die Fra­ge: “Viel­leicht könn­te Ber­lin in Bezug auf nach­ho­len­de Bil­dungs­in­ves­ti­tio­nen ja was von Frank­furt ler­nen?”

Hier das gan­ze Papier „In Frank­furt wür­de wohl kei­ner auf die Idee kom­men …

Hier die Vor­be­mer­kung des GEW-Bezirks­ver­bands Frank­furt:

GEW Frank­furt warnt vor Pri­va­ti­sie­rung über die Hin­ter­tür

Vor­be­mer­kung

Der GEW-Bezirks­ver­band Frank­furt hat sich seit Jah­ren sowohl mit dem Sanie­rungs- und Erwei­te­rungs­be­darf von Schu­len als auch wie­der­holt mit ÖPP-Finanz­mo­del­len bei Schul­bau und -bewirt­schaf­tung aus­ein­an­der­ge­setzt und aus­ein­an­der­set­zen müs­sen.

Wir ver­fol­gen des­halb auch kri­tisch die Ent­wick­lung in Ber­lin, nicht zuletzt, weil dar­aus — ins­be­son­de­re mit Ver­weis auf eine rot-rot-grü­ne Koali­ti­on, die ja ÖPP expli­zit ablehnt — die Pri­va­ti­sie­rung von Schu­len über die Hin­ter­tür und durch die Bil­dung von Schat­ten­haus­hal­ten als Modell „Schu­le machen“ könn­te.

Des­halb haben wir am 13. März in unse­rem Bezirks­vor­stand ein­stim­mig den fol­gen­den Kom­men­tar beschlos­sen, der gleich­zei­tig die Erfah­run­gen mit ähn­li­chen Pro­ble­men, wie sie Ber­lin hat, wie­der­gibt (sie­he PDF-Datei unten).

Mit freund­li­chen Grü­ßen

gez. Sebas­ti­an Gutt­mann gez. Lau­ra Preus­ker
(Vor­sit­zen­den­team)

 

Ein Kommentar »

  • nero sagt:

    End­lich mel­det sich ein GEW-Ver­band von außer­halb der Haupt­stadt und soli­da­ri­siert sich mit den Geg­nern des Ber­li­ner ÖPP-Expe­ri­men­tier­parks.
    Da die Frank­fur­ter ihre schlim­men Erfah­run­gen mit die­sem Modell gemacht haben, kön­nen sie nun den Ber­li­ner Behör­den auch schon ganz kon­kre­te Rat­schlä­ge ertei­len.

    Es ist aller­höchs­te Zeit, dass der zustän­di­ge LIN­KE Lede­rer die­se Rat­schlä­ge aus Frank­furt befolgt, den Cha­rak­ter der Ber­li­ner Mogel-GmbH erkennt und sei­ne Senats­kol­le­gen über­zeugt.

    Wer mit Wor­ten angeb­lich gegen eine Pri­va­ti­sie­rung ist, muss sich wei­gern, den Schü­lern, Leh­rern und der Öffent­lich­keit ihre Schul­ge­bäu­de weg­zu­neh­men, grund­sätz­lich ins Pri­vat­recht zu über­füh­ren und spä­ter anony­men Pri­va­ten still und heim­lich in die Hän­de zu drü­cken.

    Hat sich eigent­lich der GEW-Bun­des­vor­stand schon ein­mal zur dro­hen­den Mus­ter­schul­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin geäu­ßert ?
    Wenn denen dies tat­säch­lich immer noch egal sein soll­te, wer­den nicht weni­ge GEW-Mit­glie­der ihre Kon­se­quen­zen zie­hen.

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