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Die gro­ße Besche­rung”

25 Dezember 2016
Aufführung von "Die große Bescherung" am 9.12.2016. Bild: Angelika Paul

Auf­füh­rung von “Die gro­ße Besche­rung” am 9.12.2016. Bild: Ange­li­ka Paul

Zum Nach­spie­len und Ver­brei­ten — ein poli­ti­sches Thea­ter­stück über die unrühm­li­che Rol­le von Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el, unse­re Infra­struk­tur zu pri­va­ti­sie­ren und sie an Ver­si­che­run­gen und Ban­ken zu ver­scher­beln. Der offi­zi­el­le Ent­wurf der Grund­ge­setz­än­de­rung zeigt: Sig­mar Gabri­el hat mit sei­nen Beteue­run­gen, er habe Pri­va­ti­sie­run­gen gestoppt, uns alle getäuscht. Denn mit die­ser Grund­ge­setz­än­de­rung will die Regie­rung die Pri­va­ti­sie­run­gen regel­recht för­dern.

Urauf­ge­führt von GiB am 8.12.2016 in Ber­lin vor der Minis­ter­prä­si­den­tIn­nen­kon­fe­renz.

Die gro­ße Besche­rung”

Ver­si­che­run­gen:

Uns geht es so schlecht. Unse­re Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te sinkt unter 25 Pro­zent. Die­se Nied­rig­zins­zei­ten … Hal­lo Herr Gabri­el. Kön­nen Sie uns nicht was schen­ken, ‘s ist doch bald Weih­nach­ten…”

Gabri­el:

Hal­lo. Geschen­ke von der Regie­rung an die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft und an die Ban­ken? Machen wir doch ger­ne. Wie wär‘s hier­mit: Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung. Sie kön­nen sich ganz güns­tig ein­kau­fen und dann fet­te Ren­di­te machen. Wir haben da nur den bes­ten Beton, auch der Asphalt: vom feins­ten, pro­bie­ren Sie mal.”

Ver­si­che­run­gen:

Haha! Pri­va­ti­sie­rung! Tol­le Sache! Haben wir schon viel mit ver­dient, bei der Post, bei der Tele­kom, bei den Strom­net­zen. Aber Auto­bah­nen? Ich habe mich infor­miert: „Das zivil­recht­li­che Eigen­tum ist bei Auto­bah­nen nicht der ent­schei­den­de Rechts­ti­tel. Die Bedeu­tung des zivil­recht­li­chen Eigen­tums bei öffent­li­chen Stra­ßen ist gene­rell begrenzt, da es durch die öffent­lich-recht­li­che Wid­mung des Stra­ßen­rechts über­la­gert wird. Die ver­blei­ben­den Befug­nis­se des Eigen­tü­mers kön­nen auf Drit­te über­tra­gen wer­den.“ Wie bit­te? Drit­te? Auf mei­nen Auto­bah­nen? Außer­dem müss­te ich ja für den teu­ren Erhalt die­ser Auto­bah­nen auf­kom­men. Die sind ja völ­lig run­ter­ge­wirt­schaf­tet, schau­en Sie sich das mal an! Also das will ich nicht, vie­len Dank Herr Gabri­el, ihre kaput­ten Auto­bah­nen kön­nen Sie behal­ten.”

Gabri­el (zum Publi­kum):

Also hier, die­se Pri­va­ti­sie­rung der Auto­bah­nen — das geht ja gar nicht. Ist gestoppt! Pri­va­ti­sie­rungs­brem­se! Und zwar voll Durch­ge­zo­gen! Kaput­te Auto­bah­nen – die müs­sen natür­lich öffent­lich blei­ben. Ist doch klar.”

Ver­si­che­run­gen:

Ja, beru­hi­gen Sie Sie sich, und den­ken Sie mal wie­der an uns. Haben Sie also noch was Bes­se­res?”

Gabri­el:

Na klar! Wir zen­tra­li­sie­ren die Auto­bahn­ver­wal­tung in eine „Infra­struk­tur­ge­sell­schaft“! Und über­füh­ren Sie in eine GmbH! Und Sie kön­nen ganz ganz güns­tig Antei­le kau­fen. Kön­nen da super Geld anle­gen, toll ver­zinst. Dann haben Sie auch alles im Griff. Kön­nen selbst die Maut­hö­he bestim­men … Sie wis­sen schon…”

Ver­si­che­run­gen:

Maut … Jaja…Klingt schon bes­ser! Aber trotz­dem: Auto­bahn­ver­wal­tung — wie hört sich das denn an. Da müs­sen wir ja ganz viel Per­so­nal über­neh­men , Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen, die Abfin­dun­gen für die Raus­wür­fe und das alles … Außer­dem: da müs­sen wir ja immer noch Schnee räu­men und Schlag­lö­cher fli­cken. Und uns bei jeder Maut­er­hö­hung vom ADAC anma­chen las­sen. Also ich weiß nicht… Haben wir Ihnen außer­dem ja auch schon mal gesagt: „Eine Betei­li­gung pri­va­ter Part­ner an einer sol­chen Gesell­schaft leh­nen wir ab.“ Am 06.10.2015 – 10:21 h in einer Pres­se­mit­tei­lung, zusam­men mit der Bau­in­dus­trie.”

Gabri­el (zum Publi­kum):

Also hier, die­se Pri­va­ti­sie­rung der Infra­struk­tur­ge­sell­schaft die habe ich jetzt aber mal gestoppt! Aber so rich­tig! Der Schäub­le woll­te das, ist der denn irre. Mit uns Sozi­al­de­mo­kra­ten nicht, habe ich ihm gesagt, rote Linie, ganz dicke rote Linie!!”

Ver­si­che­run­gen:

Gibt‘s nicht irgend­was, wo wir nichts machen müs­sen, aber trotz­dem Geld dafür krie­gen? Eine sol­che Gesell­schaft bie­tet doch auf Pro­jekt­ebe­ne vie­le Mög­lich­kei­ten, pri­va­tes Kapi­tal zu betei­li­gen. Haben wir Ihnen doch auch schon 2015 gesagt.”

Gabri­el:

Weiß ich doch, weiß ich. Und: Gibt es, gibt es! Natür­lich! Haben wir für Sie extra im Geschen­ke-Son­der­an­ge­bot! Öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaf­ten, ÖPPs: Da tra­gen wir als Staat die Ver­ant­wor­tung, die Bil­lig-Sub-Sub-Unter­neh­men machen die Arbeit und Sie krie­gen das Geld! Wäre das nichts für Sie? Neh­men Sie das doch, bit­te bit­te! Wir ändern auch das Grund­ge­setz, damit Sie vol­le Kan­ne ein­stei­gen kön­nen. Kom­men Sie, geben Sie ihren har­ten Ver­si­che­rungs­her­zen einen Ruck!”

Ver­si­che­run­gen:

Na gut, wenn Sie uns so drän­gen…”

Gabri­el:

Aber es darf nach außen Pri­va­ti­sie­rung nicht hei­ßen, ver­spre­chen Sie mir das, sonst krie­ge ich einen Rie­sen­är­ger. Und jetzt neh­men Sie das Steu­er­geld und sei­en Sie geret­tet, erret­tet aus Ihrer tie­fen, schwe­ren Not!”

Ein Kommentar »

  • Werner Faust sagt:

    Erz­engel sind eben so groß­zü­gig ;-)

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