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Ber­li­ner Schul­pri­va­ti­sie­rung: Brief an die Abge­ord­ne­ten von Rot-Rot-Grün

17 Oktober 2017

Foto­gra­fie: Frank C. Mül­ler, Baden-Baden, CC 2.5

  • Schul­bau und -sanie­rung: Ja zu Koope­ra­ti­on, Nein zu Schat­ten­haus­hal­ten und Pri­va­ti­sie­rung
  • Kei­ne Vor­fest­le­gung ohne Betei­li­gung der Abge­ord­ne­ten am 6. Novem­ber !

Sehr geehr­te Frau Abge­ord­ne­te, sehr geehr­ter Herr Abge­ord­ne­ter,

die rot-rot-grü­ne Koali­ti­on hat sich ent­schlos­sen, den Sanie­rungs­stau der Ber­li­ner Schu­len auf­zu­lö­sen und für den wach­sen­den Bedarf auch Schu­len neu zu bau­en. Die­se Initia­ti­ve ist sehr zu begrü­ßen! Der Zustand vie­ler Schu­len ist mitt­ler­wei­le erschre­ckend. Gleich­zei­tig feh­len heu­te schon Schul­plät­ze, die­ser Man­gel wür­de sich ohne wei­te­re Maß­nah­men ver­schär­fen. Bei­des zusam­men gefähr­det sowohl die Aus­bil­dungs­chan­cen der Kin­der in Ber­lin als auch den sozia­len Zusam­men­halt in der Stadt.

Der aktu­ell mit der „Ber­li­ner Schul­bau-Offen­si­ve“[1] vom Senat ein­ge­schla­ge­ne Weg wird die­se Pro­ble­me aber nicht nach­hal­tig lösen. Im Gegen­teil: Der Vor­schlag droht gra­vie­ren­de neue Pro­ble­me zu schaf­fen.
Eine gewal­ti­ge Ver­wal­tungs­re­form soll ermög­li­chen, 1,5 Mrd. Euro an Schul­den in eine pri­va­te GmbH aus­zu­la­gern. Dabei ist das Geld da! Der Haus­halt 2017/2018 hat den Etat für den Schul­bau deut­lich erhöht, ohne dafür Schul­den machen zu müs­sen. Auch für 2019 ist das Geld da. Die gan­ze Pri­va­ti­sie­rung ist „auf Vor­rat“, um „im Bedarfs­fall“ 2020 die Schul­den­brem­se umge­hen zu kön­nen. Das ist absurd! Eine Pri­va­ti­sie­rung in der Grö­ßen­ord­nung der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be, die Zusam­men­fas­sung der Schu­len in ein Groß­pro­jekt à la BER, und das alles auf Vor­rat! Nach­fol­gend füh­ren wir unse­re Kri­tik unter fol­gen­den Über­schrif­ten in jeweils kur­zen Abschnit­ten aus:

  1. Grün­dung einer pri­vat­recht­li­chen Schul­bau- und –Schul­sa­nie­rungs­ge­sell­schaft
  2. Vor­ge­schla­ge­ne Model­le als For­men von ÖPP
  3. Schat­ten­haus­halt, Umge­hung der Schul­den­brem­se und des euro­päi­schen Fis­kal­pakts
  4. Enor­me Mehr­kos­ten durch Kapi­tal­markt­kre­di­te
  5. Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Schu­len und Ver­kehr und Fratz­scher-Kom­mis­si­on
  6. Zen­tra­li­sie­rung der Schul­sa­nie­rung und des Schul­neu­baus
  7. Unge­lös­tes Kern­pro­blem feh­len­der Fach­kräf­te
  8. Instru­men­ta­li­sie­rung des Erb­bau­rechts
  9. For­mel­le Pri­va­ti­sie­rung

Grün­dung einer pri­vat­recht­li­chen Schul­bau- und -Schul­sa­nie­rungs­ge­sell­schaft

Kern der Senats­vor­schlä­ge ist, unter dem Dach einer Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft eine pri­vat­recht­li­che Schul­bau- und Schul­sa­nie­rungs­ge­sell­schaft zu grün­den. Die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft bzw. die  Toch­ter­ge­sell­schaft soll rele­van­te Tei­le der Sanie­rung und des Neu­baus von Schu­len zen­tral über­neh­men und dafür pri­va­tes Kapi­tal auf­neh­men. Die drei die­sen Vor­gang prä­gen­den Punk­te – Zen­tra­li­sie­rung, for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung sowie Ein­be­zug von pri­va­tem Kapi­tal – füh­ren jedoch nach den bis­he­ri­gen Erfah­run­gen mit ÖPP nicht zu einer Ver­bes­se­rung der aktu­el­len Zustän­de. Beson­ders beun­ru­hi­gend ist in die­sem Zusam­men­hang, dass bereits der Wert der Schul­ge­bäu­de geschätzt wur­de.[2] Ber­lin hat eine lan­ge, leid­vol­le Geschich­te von Pri­va­ti­sie­run­gen, die stets mit sol­chen Wert­ermitt­lun­gen began­nen – und oft im weit­ge­hen­den oder voll­stän­di­gen Aus­ver­kauf ende­ten. Auch eine weit­rei­chen­de Belei­hung der Schu­len, für die zum Bei­spiel Miet­ver­trä­ge ver­pfän­det wer­den, wür­de Ban­ken einen weit­rei­chen­den Zugriff auf Ber­li­ner Schu­len ein­räu­men. Des Wei­te­ren wur­den Öffent­lich-Pri­va­te Part­ner­schaf­ten (ÖPP) im Koali­ti­ons­ver­trag nur für den Neu­bau aus­ge­schlos­sen. Sanie­rung und bau­li­cher Unter­halt stel­len hin­sicht­lich Volu­men und Pla­nungs­auf­wand aber eben­falls einen gro­ßen Bedarf dar. Und nicht zuletzt wei­sen die bis­her vor­ge­stell­ten Kon­zep­te wesent­lich mehr Ähn­lich­kei­ten mit ÖPP auf als Unter­schie­de und ermög­li­chen spä­te­re Ver­käu­fe eben­so wie weit­rei­chen­de­re ÖPP-For­men. Aus die­sem und ande­ren Grün­den hat die GEW Ber­lin sich klar gegen jede Aus­glie­de­rung von Schul­sa­nie­rung und Schul­neu­bau in eine Sanie­rungs­ge­sell­schaft aus­ge­spro­chen. [3]

Vor­ge­schla­ge­ne Model­le als For­men von ÖPP

Miet­kauf­mo­del­le“ sind eben­so wie „die Auf­nah­me von Kre­di­ten in pri­vat­recht­li­cher Orga­ni­sa­ti­ons­form“ eine Abwand­lung von ÖPP. For­mal als Öffent­lich-Öffent­li­che Part­ner­schaf­ten (ÖÖP) beti­tel­te Vor­ha­ben wei­sen zen­tra­le Gemein­sam­kei­ten mit ÖPP auf: die lan­ge Lauf­zeit, die Abga­be par­la­men­ta­ri­scher Kon­trol­le, die Kre­dit­auf­nah­me am Kapi­tal­markt sowie die Mög­lich­keit, das öffent­li­che Ver­ga­be­recht zu umge­hen und mit Auf­trag­neh­mern nicht öffent­lich zugäng­li­che Ver­trä­ge abzu­schlie­ßen. Zuge­spitzt aus­ge­drückt ist der ein­zi­ge Unter­schied, dass der (mit cir­ca 10 Pro­zent stets ohne­hin gerin­ge) Eigen­ka­pi­tal­an­teil in öffent­li­chem Eigen­tum ver­bleibt. Alle ande­ren Nach­tei­le blei­ben erhal­ten. Die Gläu­bi­ger­ban­ken wer­den in den Kon­struk­ten zu macht­vol­len Akteu­ren, die ihre Zin­sen not­falls auch per Gericht ein­trei­ben. Auch die Insol­venz­ge­fahr ist genau wie bei ÖPP gege­ben. Die Kos­ten für die­se Model­le sind allein durch die höhe­ren Zin­sen enorm. Der Ver­wal­tungs­ex­per­te und Öko­nom Prof. Hol­ger Müh­len­kamp warnt:

Die bis­her häu­fig zur Umge­hung der Schul­den­brem­se gewähl­te Alter­na­ti­ve ‘‚Öffent­lich-Pri­va­te Part­ner­schaf­ten‘‚ (ÖPP) steht in der Kri­tik und droht even­tu­ell unat­trak­tiv zu wer­den. Die Fratz­scher-Kom­mis­si­on ‘‚ent­deckt‘‚ eine wei­te­re Mög­lich­keit: Bezüg­lich der Staats­ver­schul­dung dem Staat nicht zuzu­rech­nen­de Infra­struk­tur­ge­sell­schaf­ten. Die­se Alter­na­ti­ve bie­tet zugleich die Mög­lich­keit, Kos­ten der Euro­kri­se von den Kapi­tal­an­le­gern zu den Ver­brau­chern und Steu­er­zah­lern zu ver­la­gern.“ [4]

Die Wirt­schafts­prü­fer von Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers emp­fah­len schon 2016 genau eine sol­che Lösung wie jetzt vom Senat vor­ge­schla­gen.  Dabei stellt die staat­li­che Infra­struk­tur­ge­sell­schaft die not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für Kapi­tal­an­la­gen pri­va­ter Inves­to­ren in öffent­li­che Infra­struk­tu­ren nach einem eigens ent­wi­ckel­ten „Fonds­mo­dell“ dar:

Eine Inves­ti­ti­on in Eigen­ka­pi­tal setzt vor­aus, dass die jewei­li­ge Ein­rich­tung von einem Unter­neh­men betrie­ben und bewirt­schaf­tet wird. Eine sol­che Bewirt­schaf­tung ist auch bei steu­er­fi­nan­zier­ten Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen mög­lich. In die­sem Fall zahlt der Staat Ent­gel­te für die Nut­zung oder die Bereit­stel­lung aus Haus­halts­mit­teln, etwa in Gestalt einer Miet- oder Ver­füg­bar­keits­zah­lung für die Nut­zung eines Ver­wal­tungs- oder Schul­ge­bäu­des oder einer regel­mä­ßi­gen Zah­lung für die Errich­tung und Bereit­stel­lung einer öffent­li­chen Stra­ße durch ein pri­va­tes Unter­neh­men (typi­sche Gestal­tung bei ÖPP-Pro­jek­ten). Ein sol­ches Infra­struk­tur­pro­jekt ist also nur mit­tel­bar steu­er­fi­nan­ziert. Die unmit­tel­ba­re Finan­zie­rung erfolgt durch die betref­fen­de Pro­jekt­ge­sell­schaft.“[5]

Ist es das, was mit den Ber­li­ner Schu­len pas­sie­ren soll – die Ein­glie­de­rung in einen Infra­struk­tur­fonds von pri­va­ten Anle­gern? Dann soll­te das drin­gend genau­so kom­mu­ni­ziert wer­den. Ber­lin hat mit der Ban­ken­ge­sell­schaft in Sachen Insol­venz und mit den Was­ser­be­trie­ben in Sachen Pri­va­ti­sie­rung und ÖPP schon teu­re Erfah­run­gen gemacht. Die geplan­te Schul-Infra­struk­tur­ge­sell­schaft droht das nächs­te Aben­teu­er in die­ser Kate­go­rie zu wer­den.

Schat­ten­haus­halt, Umge­hung der Schul­den­brem­se und der Maas­tricht-Kri­te­ri­en

Es scheint uns eine wesent­li­che Moti­va­ti­on für die Über­tra­gung von Auf­ga­ben und gege­be­nen­falls auch Sach­wer­ten an eine neue GmbH zu sein, dass Kre­di­te für auf die­sem Wege getä­tig­te Inves­ti­tio­nen nicht unter die Schul­den­brem­se fal­len, die das Land Ber­lin ab 2020 ein­hal­ten muss. Der Bun­des­rech­nungs­hof äußer­te sich zu sol­chen Umge­hungs­stra­te­gi­en (hier im Zusam­men­hang der Reform der Auto­bahn­ver­wal­tung, für die eine ver­gleich­ba­re Struk­tur gebil­det wur­de):

Der Bun­des­be­auf­trag­te sowie die Prä­si­den­tin­nen und Prä­si­den­ten der Rech­nungs­hö­fe der Län­der sind der Auf­fas­sung, dass die Grün­dung der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft nicht dem Ziel die­nen darf, Schul­den aus den Kern­haus­hal­ten des Bun­des aus­zu­la­gern und die Schul­den­gren­zen zu umge­hen.“ [6]

Der Bun­des­rech­nungs­hof weist auch dar­auf hin, dass par­la­men­ta­ri­scher Ein­fluss und die Mög­lich­keit, Schul­den­gren­zen zu umge­hen, ein­an­der defi­ni­ti­ons­ge­mäß wider­spre­chen:

Die Rechts­form ist für die Ein­ord­nung nicht ent­schei­dend. […] Damit die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft als insti­tu­tio­nel­le Ein­heit im Sin­ne des ESVG [7] gewer­tet wer­den kann, muss sie ins­be­son­de­re die Ent­schei­dungs­au­to­no­mie in der Aus­übung ihrer Haupt­funk­ti­on besit­zen. Die­se Ent­schei­dungs­au­to­no­mie steht in gewis­sen Gegen­satz zu den Kri­te­ri­en ‘Steue­rung und Kon­trol­le durch den Bund‘‚ und ‘Par­la­men­ta­ri­scher Ein­fluss‘. Denn je grö­ßer die Steue­rungs- und Kon­troll­mög­lich­kei­ten des Bun­des sind und je grö­ßer der Ein­fluss des Par­la­men­tes auf die Ent­schei­dun­gen der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­ge­sell­schaft ist, des­to eher han­delt es sich nicht um eine insti­tu­tio­nel­le Ein­heit im Sin­ne des ESVG.“ [8]

Die erfor­der­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­aus­for­mung wird von Ber­lin im Zuge der Grün­dung der Fahr­zeug­fi­nan­zie­rungs­ge­sell­schaft für die BVG aus­ge­tes­tet. Dort ist eines der Zie­le die Unter­lau­fung der Schul­den­be­gren­zungs­re­geln des EU-Fis­kal­pakts.

Enor­me Mehr­kos­ten durch Kapi­tal­markt­kre­di­te

Kapi­tal­markt­kre­di­te sind viel teu­rer als nor­ma­le Lan­des­schul­den. Die HOWO­GE, die als Mut­ter­ge­sell­schaft für künf­ti­ge Kon­struk­te der „Ber­li­ner Schul­bau-Offen­si­ve“ ins Gespräch gebracht wur­de (und die vor­sorg­lich schon die Pro­jekt­steue­rungs­ge­sell­schaft Kra­mer und Kra­mer auf­ge­kauft hat), bezahl­te für ihre Kapi­tal­markt­kre­di­te in Höhe von rund einer Mil­li­ar­de Euro allein in den letz­ten fünf Jah­ren durch­schnitt­lich zwei Pro­zent höhe­re Zin­sen als das Land für sei­ne Anlei­hen. Dadurch ent­stan­den in die­sem Zeit­raum Mehr­kos­ten von über 100 Mio. Euro [9]. Aus­ge­la­ger­te Schul­den von 1,5 Mrd. Euro für den angeb­li­chen Zweck „Schul­sa­nie­rung“ wür­den in 10 Jah­ren dem­nach min­des­tens zusätz­li­che 300 Mio. Euro kos­ten. Das ist öffent­li­ches Geld, mit dem Schu­len in Eigen­re­gie gebaut wer­den soll­ten, anstatt sie  — ohne mate­ri­el­len Gegen­wert! — dem Kapi­tal­markt zuzu­füh­ren. Die durch­schnitt­lich zwei Pro­zent höhe­ren Zin­sen gel­ten für eine Tätig­keit der HOWO­GE als Ver­mie­ter. Wenn die HOWO­GE (oder eine Toch­ter der HOWO­GE) aber vor­wie­gend baut, wer­den die dafür auf­ge­nom­me­nen Kapi­tal­markt­kre­di­te einen höhe­ren Zins­satz auf­wei­sen, da Bau­en wegen der mög­li­chen Kos­ten­stei­ge­run­gen gemein­hin als wesent­lich ris­kan­ter gilt. Der Bun­des­rech­nungs­hof geht für ver­gleich­ba­re Pro­jek­te von einem Auf­schlag von 3,2 bis 4 Pro­zent aus. Damit wür­den die Zins­mehr­kos­ten eines 1,5-Mrd. Euro-Schat­ten­kre­dits in einem 10-Jah­res-Zeit­raum sogar bei 480 bis 600 Mil­lio­nen Euro lie­gen. Dazu stellt sich die Fra­ge: Kann die HOWO­GE den gan­zen 1,5 Mrd.-Euro-Kredit über­haupt inner­halb von zehn Jah­ren til­gen? Das wären immer­hin 150 Mil­lio­nen Euro pro Jahr. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat die HOWO­GE über­haupt nicht getilgt. Woher soll das Geld also kom­men – von den Mie­tern? Streckt sich die Til­gungs­dau­er auf 20 oder sogar 30 Jah­re, nähern sich die Zins­zah­lun­gen der eigent­li­chen Kre­dit­sum­me. Mit ande­ren Wor­ten: Dann muss zukünf­tig bei jeder zwei­ten Schu­le die der bau­li­che Unter­halt und die Sanie­rung respek­ti­ve der Neu­bau infol­ge der hohen Zins­kos­ten unter­blei­ben.

Das Ver­ste­cken der Schul­den außer­halb des Haus­hal­tes führt also auf lan­ge Sicht zu weni­ger Geld für Inves­ti­tio­nen der öffent­li­chen Hand. Auch müs­sen die Kre­di­te irgend­wie besi­chert wer­den. Es erscheint uns – wie dem Rat der Bür­ger­meis­ter [10] – nicht statt­haft, dafür die Grund­stü­cke und Schul­ge­bäu­de lang­fris­tig zu ver­pfän­den.

Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Schu­len, Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr und Fratz­scher-Kom­mis­si­on

Der Vor­schlag für eine lan­des­wei­te und zen­tra­le Gesell­schaft für kom­mu­na­le Infra­struk­tu­ren wur­de von der soge­nann­ten Fratz­scher-Kom­mis­si­on in den poli­ti­schen Dis­kurs ein­ge­bracht. So for­dert die Kom­mis­si­on in den Bun­des­län­dern jeweils die

Schaf­fung spe­zia­li­sier­ter Insti­tu­tio­nen, die öffent­li­che Gebiets­kör­per­schaf­ten bei Neu­in­ves­ti­tio­nen und Instand­hal­tung in bestimm­ten Infra­struk­tur­ka­te­go­ri­en unter­stüt­zen kön­nen.“

Die­se kom­mu­na­len Infra­struk­tur­ge­sell­schaf­ten wer­den für die Auf­lö­sung des kom­mu­na­len Inves­ti­ti­ons­staus als maß­geb­li­che Lösungs­mög­lich­keit prä­sen­tiert. [11] Klam­me Kom­mu­nen sol­len qua­si zu ÖPP hin­ge­führt wer­den. Eben­falls von der Fratz­scher-Kom­mis­si­on stammt der Vor­schlag zu einer zen­tra­len Auto­bahn­ge­sell­schaft, für die mitt­ler­wei­le von der Gro­ßen Koali­ti­on die not­wen­di­gen gesetz­li­chen und grund­ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wur­den. Kern der Vor­schlä­ge ist in bei­den Fäl­len: ÖPP bekommt erheb­li­che struk­tu­rel­le und gesetz­li­che Erleich­te­run­gen, die Ent­schei­dung für oder gegen ÖPP wird von den Par­la­men­ten auf das Manage­ment der pri­vat­recht­li­chen Infra­struk­tur­ge­sell­schaf­ten über­tra­gen. Dabei wird seit Jah­ren durch die Rech­nungs­hö­fe ein­drück­lich auf die Pro­ble­me von ÖPP hin­ge­wie­sen. Zum Cha­rak­ter von ÖPP kann man dar­über hin­aus der­zeit am Bei­spiel des ÖPP-„Vorzeigeprojekts“ auf der A1 viel erfah­ren: Die Betrei­ber stel­len enor­me Nach­for­de­run­gen (inkl. Ver­zugs­zin­sen 820 Mio. Euro bei einem Pro­jekt­vo­lu­men von 993 Mio. Euro) und dro­hen bei Nicht-Zah­lung mit Insol­venz. Die Zin­sen für die in ÖPP ent­hal­te­nen Kre­di­te über­stei­gen die rei­ne Bau­sum­me (519 Mio. Euro gegen­über 515 Mio. Euro). Die Ren­di­te­er­war­tun­gen der Betrei­ber lagen zu Ver­trags­ab­schluss bei 30 Pro­zent – jähr­lich! [12] For­de­run­gen der Gläu­bi­ger erwei­sen sich als Han­dels­wa­re, inter­na­tio­na­le Hedge­fonds zei­gen gro­ßes Inter­es­se und wol­len sich in die Kla­ge gegen die Bun­des­re­pu­blik ein­kau­fen. Köln saniert dem­nächst vier Schu­len per ÖPP und lässt sie 25 Jah­re per ÖPP betrei­ben. Das soll 214 Mio. Euro kos­ten! Ber­lin hat aber über 800 Schu­len.

Zen­tra­li­sie­rung der Schul­sa­nie­rung

Zen­tra­li­sie­rung ist kein Wert an sich, es soll­te genau geprüft wer­den, ob auf die­sem Wege tat­säch­lich dau­er­haft Vor­tei­le ent­ste­hen. Sinn­vol­les Ziel einer Zen­tra­li­sie­rung kann die Ver­ein­fa­chung und mög­lichst auch die Ver­kür­zung der Abläu­fe (und damit die Reduk­ti­on der Kos­ten) sein. Die Ber­li­ner Schu­len, unter­schei­den sich in Bau­jahr, Bau­typ, Grö­ße, Schul­typ und Sanie­rungs­be­darf stark von­ein­an­der. Bau­en im Bestand erfor­dert für eine kos­ten­güns­ti­ge Lösung mög­lichst genaue Kennt­nis­se über das Bau­werk sowie das Nut­zer­ver­hal­ten. Die­se Kennt­nis­se hat eine neu zu grün­den­de Gesell­schaft nicht, und es wür­de Jah­re, wenn nicht Jahr­zehn­te dau­ern, bis sie sich die­se ver­schafft hat.

Ein gro­ßer Anteil der Kos­ten für Schul­ge­bäu­de fällt zudem für den Betrieb an. Auch hier kön­nen Kos­ten sinn­voll dann gespart wer­den, wenn man viel über die Gebäu­de weiß. Eine „Sanie­rung von oben“ kann hin­ge­gen die Betriebs­kos­ten sogar ver­grö­ßern. Das Wis­sen um die Schul­ge­bäu­de und ihre Beson­der­hei­ten ist in den Bezir­ken vor­han­den, dar­auf ver­weist auch der Rat der Bür­ger­meis­ter. Gleich­zei­tig sind auch die Bezir­ke nicht nur Trä­ger der kom­mu­na­len Daseins­vor­sor­ge, son­dern auch Garant der grund­ge­setz­lich garan­tier­ten kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung. Die Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung ord­net die Ver­ant­wor­tung für die Schu­len daher auch den Bezir­ken zu – für eine Zen­tra­li­sie­rung wäre somit aller Vor­aus­sicht nach eine Ver­fas­sungs­än­de­rung erfor­der­lich. Auch die demo­kra­ti­sche Mit­spra­che und Mit­be­stim­mung ist auf Ebe­ne der Bezir­ke unmit­tel­ba­rer mög­lich und wird viel­fach prak­ti­ziert. Die Debat­te um die Zulas­sung von Kan­di­da­ten für die Mie­ter­rats­wah­len bei den lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­un­ter­neh­men hat dem­ge­gen­über ein Schlag­licht auf die Bedin­gun­gen gewor­fen, unter denen demo­kra­ti­sche Mit­be­stim­mung in for­mell pri­va­ti­sier­ten Unter­neh­men lei­det.

Zen­tra­li­sie­rung des Schul­neu­baus

Neu­bau­ten zen­tral zu pla­nen und zu bau­en hat eini­ges für sich. Aller­dings gibt es auch hier zwi­schen den jewei­lig erfor­der­li­chen Neu­bau­ten mehr Unter­schie­de als Gemein­sam­kei­ten: Grö­ße, Schul­typ und Grund­stücks­grö­ße und -zuschnitt wer­den sich wei­ter­hin unter­schei­den. Die Kennt­nis­se und auch das Per­so­nal für Neu­bau­pla­nung wur­den in eini­gen Bezir­ken und auch beim Land redu­ziert. Das war ein Feh­ler! Aber die Kon­se­quenz aus die­sem Feh­ler darf nicht lau­ten: „Dann pri­va­ti­sie­ren wir den Schul­bau.“ Statt­des­sen muss die öffent­li­che Ver­wal­tung wie­der so auf­ge­baut wer­den, dass sie ihre in der Lan­des­ver­fas­sung fest­ge­leg­ten Daseins­vor­sor­ge­auf­ga­ben erfül­len kann. Eine zen­tra­le Unter­stüt­zung für die Bezir­ke wür­de die Effi­zi­enz und Pass­ge­nau­ig­keit der dor­ti­gen Arbeit erhö­hen. Es soll­te ver­mie­den wer­den, bestehen­de Struk­tu­ren an der einen Stel­le (in den Bezir­ken) zu zer­schla­gen, um sie an ande­rer Stel­le neu zu errich­ten bzw. die öffent­li­che Auf­ga­be gleich ganz Pri­vat­fir­men aus­zu­lie­fern. West-Ber­lin hat schon eine trau­ma­ti­sche Erfah­rung mit zen­tra­lem Schul­neu­bau gemacht. In einer frap­pie­rend ähn­li­chen Kon­struk­ti­on bau­te die Dege­wo Mit­te der 1970er Jah­re mit pri­va­tem Kapi­tal 15 Mit­tel­stu­fen­zen­tren. Die Kos­ten explo­dier­ten, die Lern- und Auf­ent­halts­qua­li­tät in den Gebäu­den war fürch­ter­lich. Oben­drein waren die Bau­ten alles ande­re als nach­hal­tig: Wegen ver­schie­de­ner Män­gel (ins­be­son­de­re wegen Asbest­be­las­tung) wur­den die Schu­len Anfang der 1990er wie­der geschlos­sen und sind heu­te fast aus­nahms­los abge­ris­sen. Die Kos­ten pro Schü­ler und Jahr lagen in der Rück­schau (infla­ti­ons­be­rei­nigt) beim 15-fachen (!) des­sen, was heu­te für Schul­neu­bau­ten als Kos­ten pro Schü­ler und Jahr anvi­siert wird. [13]

Unge­lös­tes Kern­pro­blem der feh­len­den Fach­kräf­te

Alle bis­he­ri­gen Lösungs­vor­schlä­ge ver­feh­len ein zen­tra­les Kern­pro­blem: Für die Sanie­rung und den Neu- und Aus­bau der Ber­li­ner Schu­len sind tau­sen­de Fach­in­ge­nieu­re mit Erfah­run­gen im Schul­bau erfor­der­lich – eine enor­me Anfor­de­rung ange­sichts eines Man­gel­be­ru­fes. Eine Bau­sum­me von 500 Mio. Euro jähr­lich bedeu­tet bei Ansatz der (rechts­ver­bind­li­chen) Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re, dass grob geschätzt jähr­lich wenigs­tens 2000 Pla­ner zusätz­lich benö­tigt wer­den. Die gleich­zei­ti­ge (!) Prio­ri­sie­rung auf den Woh­nungs­bau ver­schärft die­sen Not­stand noch. Die Schaf­fung pri­vat­recht­li­cher Orga­ni­sa­ti­ons­for­men löst die­sen Man­gel eben­so wenig wie der soge­nann­te Ein­be­zug pri­va­ten Kapi­tals. Auch die HOWO­GE hat das Fach­per­so­nal nicht, im Schul­bau hat sie kei­ne Erfah­rung und Kom­pe­ten­zen. Und auch nicht mit Groß­pro­jek­ten! Kon­ti­nu­ier­li­cher Woh­nungs­bau und –erhalt ist kein Groß­pro­jekt, die Auf­ho­lung des Sanie­rungs­staus im Ber­li­ner Schul­bau hin­ge­gen schon. Weder der BER, noch die Staats­oper noch das Hum­boldtfo­rum hat­ten je 500 Mio. Euro Bau­vo­lu­men pro Jahr! Die jüngst von der HOWO­GE mit Blick auf ihre neu­en Auf­ga­ben hin­zu­ge­kauf­te GmbH stellt nur Pro­jekt­steue­rer, die das Manage­ment unter­stüt­zen kön­nen, aber  nicht die eigent­li­che Fach­ar­beit leis­ten. Der Rat der Bür­ger­meis­ter (RdB) zu der Pro­ble­ma­tik:

Der RdB hält die im Per­so­nal­po­li­ti­schen Akti­ons­pro­gramm 2017/2018 avi­sier­ten Maß­nah­men im Bereich der bau­tech­ni­schen Beru­fe für sinn­voll, aber bei wei­tem nicht aus­rei­chend.“

Die mit der „Ber­li­ner Schul­bau Offen­si­ve“ impli­zit avi­sier­te Metho­de, Per­so­nal von Pri­va­ten ein­zu­kau­fen, birgt hin­ge­gen Pro­ble­me. Die öffent­li­che Hand macht sich abhän­gig vom Wis­sen Drit­ter. Zudem liegt der Fach­kräf­te­man­gel im betref­fen­den Sek­tor bun­des­weit vor. Aus dem Aus­land kön­nen nur Weni­ge die auf natio­na­le Vor­schrif­ten abge­stell­ten Fach­kennt­nis­se bereit­stel­len. Zusätz­li­che Pla­ner für den Ber­li­ner Schul­bau kön­nen daher in der benö­tig­ten Anzahl im Wesent­li­chen nur durch eine erheb­li­che Aus­wei­tung der Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­plät­ze bei gleich­zei­tig attrak­ti­ven Arbeits­be­din­gun­gen gewon­nen wer­den.

Instru­men­ta­li­sie­rung des Erb­bau­rechts

Der­zeit wird davon aus­ge­gan­gen, dass mit Hil­fe des Erb­bau­rechts die geplan­ten Fremd­fi­nan­zie­run­gen gesteu­ert wer­den kön­nen. Im Senats­vor­schlag vom 27.6. steht dazu fol­gen­des:

Sofern in der Zukunft zur Umset­zung des Gesamt­vo­lu­mens von 5,5 Mrd. Euro auch Fremd­fi­nan­zie­run­gen erfor­der­lich wer­den soll­ten, kann in der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft ein recht­lich unselb­stän­di­ges Pro­fit­cen­ter ein­ge­rich­tet wer­den. Die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft (also die Mut­ter der Pla­nungs- und Pro­jekt­ge­sell­schaft) wür­de dann die erfor­der­li­chen Finan­zie­rungs­kre­di­te am Markt auf­neh­men, ihre Bau­ab­tei­lung ein­set­zen, als Ver­trags­part­ner gegen­über den zu beauf­tra­gen­den Bau­un­ter­neh­men fun­gie­ren und nach Abschluss der Bau­maß­nah­men als Ver­mie­te­rin die Gebäu­de an die jewei­li­gen Bezir­ke ver­mie­ten. Mit der Steue­rung die­ser Schrit­te wür­de die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft die Pla­nungs- und Pro­jekt­steue­rungs­ge­sell­schaft beauf­tra­gen. Als Kre­dit­si­cher­hei­ten gegen­über den Ban­ken die­nen ins­be­son­de­re die lang­fris­ti­gen Miet­ver­trä­ge über die Schul­ge­bäu­de mit dem Land Ber­lin in Ver­bin­dung mit Erb­bau­rech­ten. Das Land Ber­lin wür­de der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft ent­spre­chen­de Erb­bau­rech­te gewäh­ren.“

Ein Erb­bau­recht wür­de bedeu­ten, dass die Toch­ter­ge­sell­schaft auf den über­tra­ge­nen Grund­stü­cken bau­en und aus den Grund­stü­cken sowie Gebäu­den Nut­zen zie­hen darf. Außer­dem erwirbt sie einen Ent­schä­di­gungs­an­spruch nach Ablauf des Erb­bau­rechts. Der Nut­zen, den der Eigen­tü­mer nach Ablauf der Erb­bau­frist aus den zwi­schen­zeit­lich getä­tig­ten Inves­ti­tio­nen zie­hen kann, muss also bei Ablauf des Erb­bau­ver­trags bezahlt wer­den. Nach 20 bis 25 Jah­ren soll dem Senats­plan zufol­ge ein „Heim­fall“ der Grund­stü­cke erfol­gen. Damit ist die Eigen­tums­rück­über­tra­gung an die Schul­trä­ger – bis dato die Bezir­ke – gemeint. Die Rück­über­tra­gung kann grund­sätz­lich auf zwei Arten gesche­hen, ent­we­der durch „Zeit­ab­lauf“ (§ 27 Erb­bau­rechts­ge­setz) oder im eigent­li­chen Sin­ne des „Heim­falls“ durch Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Eigen­tü­mer und Erb­bau­be­rech­tig­tem, „das Erb­bau­recht bei Ein­tre­ten bestimm­ter Vor­aus­set­zun­gen auf den Grund­stücks­ei­gen­tü­mer zu über­tra­gen“ (§ 2 Erb­bau­rechts­ge­setz). Das Gesetz geht von einem „Heim­fall­an­spruch“ aus, wenn der Erb­bau­be­rech­tig­te gegen getrof­fe­ne Ver­ein­ba­run­gen ver­stößt, zum Bei­spiel durch Nich­t­ent­rich­tung des Erb­bau­zin­ses oder Nicht­zah­lung etwai­ger ver­ein­bar­ter Ver­trags­stra­fen.

Einen Heim­fall „in 20 bis 25 Jah­ren“ im Vor­aus zu pla­nen, ist aller­dings eine womög­lich ver­we­ge­ne Inter­pre­ta­ti­on des Erb­bau­rechts. Zum einen könn­te sich der Erb­bau­be­rech­tig­te dem Heim­fall durch Erfül­lung sei­ner Ver­pflich­tun­gen leicht ent­zie­hen, zum ande­ren ist es gera­de die Inten­ti­on des Erb­bau­rechts­ge­set­zes, den Bestand des Erb­bau­rechts bis zum ver­ein­bar­ten Ter­min zu sichern. „Das Erb­bau­recht kann nicht durch auf­lö­sen­de Bedin­gun­gen beschränkt wer­den. Auf eine Ver­ein­ba­rung, durch die sich der Erb­bau­be­rech­tig­te ver­pflich­tet, beim Ein­tre­ten bestimm­ter Vor­aus­set­zun­gen das Erb­bau­recht auf­zu­ge­ben und sei­ne Löschung im Grund­buch zu bewil­li­gen, kann sich der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nicht beru­fen“ (§ 1 Erb­bau­rechts­ge­setz). Zudem muss der Eigen­tü­mer dem Erb­bau­be­rech­tig­ten beim Heim­fall eine „ange­mes­se­ne Ver­gü­tung für das Erb­bau­recht“ zah­len (§ 32 Erb­bau­rechts­ge­setz), was der Eigen­tü­mer nur durch Ver­län­ge­rung des Erb­bau­rechts ver­mei­den kann (§ 27 Erb­bau­rechts­ge­setz).

Aus all dem ergibt sich die Fra­ge, was der Senat eigent­lich mit der HOWO­GE-Toch­ter­ge­sell­schaft ver­ein­ba­ren will: Vor­aus­set­zun­gen für einen Heim­fall oder einen Zeit­ab­lauf des Erb­bau­rechts? Bei den Betei­lig­ten scheint die Ansicht vor­zu­herr­schen, das sei eigent­lich egal, weil durch die Unter­stel­lung der lan­des­ei­ge­nen HOWO­GE unter den Senat ohne jede Gefahr alles Mög­li­che ver­ein­bart wer­den und im Fal­le von Strei­tig­kei­ten leicht eine Eini­gung erzielt wer­den kön­ne. Dem ist aber nicht so. Zum einen kann das Erb­bau­recht ver­kauft oder mit Hypo­the­ken, Grund- oder Ren­ten­schul­den belas­tet wer­den, die dann han­del­ba­re Finanz­pro­duk­te sind. Letz­te­res ist denn auch der Plan des Senats, schließ­lich soll die Toch­ter­ge­sell­schaft ja dem Ver­neh­men nach cir­ca 1,5 Mrd. Euro an Kre­di­ten für die Schul­sa­nie­rung und den Neu­bau am Finanz­markt ein­wer­ben. Mit den Eigen­tü­mern die­ser „Real­las­ten“ kom­men Finanz­markt­ak­teu­re ins Spiel, die sich schon man­ches Mal als schwie­ri­ge Geg­ner in der Aus­ein­an­der­set­zung mit staat­li­chen Stel­len erwie­sen haben. Hier­bei wäre das Erb­bau­recht eben gera­de nicht auf Sei­ten des Senats. Zwar kann ver­ein­bart wer­den, „dass der Erb­bau­be­rech­tig­te zur Ver­äu­ße­rung des Erb­bau­rechts der Zustim­mung des Grund­stücks­ei­gen­tü­mers bedarf“ (§ 5 Erb­bau­rechts­ge­setz), ein Ver­stoß dage­gen wür­de aber sogar beim Ver­kauf des Erb­bau­rechts selbst kei­nen Anspruch auf den Heim­fall der Grund­stü­cke an die Schul­trä­ger begrün­den (§ 6 Erb­bau­rechts­ge­setz). Das­sel­be gilt für die finan­zi­el­le Belas­tung des Erb­bau­rechts: All dies kann zwar ver­trag­lich an die Zustim­mung des Eigen­tü­mers gebun­den wer­den, ein Ver­stoß führt aber eben nicht zum „Heim­fall“. Laut § 7 Erb­bau­rechts­ge­setz hat der Erb­bau­be­rech­tig­te zudem einen beim Amts­ge­richt ein­klag­ba­ren Anspruch auf die Zustim­mung zu sol­chen Geschäf­ten, wenn der Zweck des Erb­bau­ver­trags „nicht wesent­lich beein­träch­tigt“ wird und kein Ver­stoß gegen die „Regeln einer ord­nungs­ge­mä­ßen Wirt­schaft“ zu erwar­ten ist (§ 7 Erb­bau­rechts­ge­setz).

Die Fra­ge des Heim­falls (oder Zeit­ab­laufs) bedarf auch des­we­gen der Klä­rung, weil neben den Finanz­markt­ak­teu­ren auch das EU-Sta­tis­tik­amt kon­trol­lie­ren wird, ob denn der Senat nicht etwa in die wirt­schaft­li­che Eigen­stän­dig­keit der HOWO­GE und ihrer Toch­ter­ge­sell­schaft ein­greift, die nicht ver­letzt wer­den darf. Auf­ga­be des Sta­tis­tik­am­tes (EURO­STAT) ist es, die Ein­hal­tung der Kri­te­ri­en des Euro­päi­schen Sta­bi­li­täts­me­cha­nis­mus (EU-Vari­an­te der „Schul­den­brem­se“) zu prü­fen, die der Senat mit der Über­tra­gung der Schul­im­mo­bi­li­en eigent­lich gera­de umge­hen will.

For­mel­le Pri­va­ti­sie­rung

Eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung hat zwar deut­lich gerin­ge­re Aus­wir­kun­gen hat als eine mate­ri­el­le Pri­va­ti­sie­rung. Man mag auch sagen, dass eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung nicht als Pri­va­ti­sie­rung im land­läu­fi­gen Sin­ne wahr­ge­nom­men wird. Aller­dings fra­gen wir Sie: Sind Sie wirk­lich sicher, dass die geplan­te GmbH nicht einen wach­sen­den Ein­fluss auf zen­tra­le Ent­schei­dun­gen des Schul­baus neh­men wird? Oder anders her­um gefragt: Wenn nicht, war­um wird eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung über­haupt unter­nom­men? Eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung erfolgt in der Regel expli­zit, um die öffent­li­che Kon­trol­le und Ein­fluss­nah­me zu ver­rin­gern. Wäre dies nicht der Fall, könn­te man ja gleich auf die GmbH ver­zich­ten.

Bun­des­weit haben vie­le öffent­li­che Stadt­wer­ke die Rechts­form der GmbH. Nichts des­to­trotz ist die­se for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung auch dort noch nicht unum­strit­ten. Im Bereich von Schu­len ent­fällt zudem das Wett­be­werb­s­ar­gu­ment, mit dem Befür­wor­ter die for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung im Bereich von Stadt­wer­ken zumeist ver­tei­di­gen.  Bei Schu­len gibt es – ähn­lich wie beim natür­li­chen Mono­pol Was­ser­ver­sor­gung – aus guten Grün­den kei­nen Markt. War­um braucht man eine GmbH für eine staat­li­che Kern­auf­ga­be? Durch die for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung wird ein Teil der Kon­trol­le an die Geschäfts­füh­rung der GmbH abge­ge­ben. Öffent­li­che Anfor­de­run­gen wer­den nur noch ver­mit­telt oder gar nicht mehr erfüllt. Trans­pa­renz wird nicht aus­rei­chend her­ge­stellt, obwohl man sich im öffent­li­chen Recht bewegt und sich die­sem (eigent­lich) auch dann nicht ent­zie­hen darf, wenn man sich pri­va­ter Unter­neh­men bedient. Auch der Wunsch nach mehr Effi­zi­enz ist kei­nes­wegs garan­tiert. So gibt es eini­ge GmbHs in öffent­li­chem Eigen­tum, die in der Ver­gan­gen­heit wegen ver­schwen­de­ri­scher Aus­ga­ben kri­ti­siert wur­den – war­um soll­te das bei der neu­en GmbH nicht auch der Fall sein (hohe Mana­ger­ge­häl­ter sind bei den Stadt­wer­ke-GmbHs jeden­falls üblich)? Auch die Ber­li­ner Flug­ha­fen­ge­sell­schaft ist eine GmbH. Ist das ein Vor­bild für bes­se­re öffent­li­che Steue­rung und mehr Kos­ten­ef­fi­zi­enz?

Dar­über hin­aus nimmt man eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung häu­fig vor, um spä­ter Antei­le zu ver­kau­fen, selbst wenn dafür noch­mal Geset­ze geän­dert wer­den müss­ten. Die Was­ser­be­trie­be Ber­lin wur­den 1994 von Eigen­be­trie­ben in eine Anstalt öffent­li­chen Rechts umge­wan­delt. 1999 wur­de dann dar­über eine pri­vat­recht­li­che Was­ser­hol­ding gegrün­det, von der 49,9% an Pri­va­te ver­äu­ßert wur­den. Erst ein Volks­ent­scheid setz­te 2011 die­sem Trei­ben macht­voll ein Ende. Auch bei der Bahn folg­te der for­mel­len Pri­va­ti­sie­rung bald der Ver­such der mate­ri­el­len Pri­va­ti­sie­rung. Der Bör­sen­gang wur­de durch öffent­li­chen Wider­stand erheb­lich ver­zö­gert und schei­ter­te dann in der Finanz­kri­se. Für die Schul­bau­ge­sell­schaft wur­de die Fra­ge einer mög­li­chen spä­te­ren Ver­äu­ße­rung vom Abge­ord­ne­ten­haus noch nicht the­ma­ti­siert. Dabei trägt gera­de Ber­lin schwer an den Fol­gen der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te mit den umfas­sen­den Pri­va­ti­sie­run­gen und einer Kaputt­spar­po­li­tik im Vor­griff auf die „Schul­den­brem­se“. Zu den Fol­gen die­ser Spa­ren-bis-es-quietscht-Poli­tik gehört auch der aktu­el­le Sanie­rungs­stau bei den Ber­li­ner Schu­len.
Es hat sich gezeigt, dass gesetz­li­che Schran­ken vor Pri­va­ti­sie­rung nicht dau­er­haft schüt­zen und daher ein wei­ter­ge­hen­der Schutz erfor­der­lich ist – z.B. durch Pri­va­ti­sie­rungs­brem­sen in der Lan­des­ver­fas­sung sowie durch pri­va­ti­sie­rungs­re­sis­ten­te Orga­ni­sa­ti­ons­mo­del­le. Davon ist aber im poli­ti­schen Raum im Moment kei­ne Rede. Die aktu­el­le Regie­rung ver­fügt auch nicht über eine dazu even­tu­ell erfor­der­lich ver­fas­sungs­än­dern­de Mehr­heit. Wer­den hier also Struk­tu­ren geplant, die spä­te­ren Regie­run­gen leicht Pri­va­ti­sie­run­gen ermög­li­chen?

 

Sehr geehr­te Frau Abge­ord­ne­te, sehr geehr­ter Herr Abge­ord­ne­ter,

Ber­lin braucht kei­ne „TINA“-Politik [14]. Das Geld ist da, es muss dem Jahr­zehn­te lang ver­nach­läs­sig­ten Schul­bau end­lich zuge­stan­den wer­den. Und auch bei der Umge­hung der Schul­den­re­geln erfol­gen die Schul­in­ves­ti­tio­nen ja aus Steu­er­gel­dern. Das Geld der Pri­va­ten, euphe­mis­tisch „Ein­be­zie­hung pri­va­ten Kapi­tals“ genannt, kommt immer von Ban­ken und ande­ren Kapi­tal­an­le­gern. Es steht nie­mals dau­er­haft zusätz­lich zur Ver­fü­gung, es muss immer zurück­ge­zahlt wer­den und ist zudem stets hoch zu ver­zin­sen. Inves­ti­tio­nen in Schu­len kön­nen aber auch durch Ein­spa­run­gen an ande­rer Stel­le kom­pen­siert wer­den, das ist klas­si­sche, ehr­li­che Haus­halts­po­li­tik. Dass das auch für die Schu­len in Ber­lin mög­lich ist, beweist der Senat aktu­ell mit der zu 100% im öffent­li­chen Ver­fah­ren ange­lau­fe­nen ‚Schul­bau­of­fen­si­ve I‘. Das Geld ist da! Für zukünf­ti­ge Auf­ga­ben kön­nen (und soll­ten) zudem die Ein­nah­men erhöht wer­den. Die Ber­li­ner Regie­rung könn­te auch ange­sichts der Pro­ble­me der öffent­li­chen Haus­hal­te Vor­rei­ter dafür wer­den, die Schul­den­re­geln selbst zu ändern. Der regie­ren­de Bür­ger­meis­ter hat für ein Jahr den Vor­sitz im Bun­des­rat; das gibt ihm zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten. Die Schul­den­re­geln bedür­fen drin­gend einer Reform, denn es zeigt sich deutsch­land­weit, dass sie not­wen­di­ge öffent­li­che Inves­ti­tio­nen behin­dern und pro­ble­ma­ti­sche Umge­hungs­struk­tu­ren pro­vo­zie­ren.

Die Vor­schlä­ge des Senats zum Schul­bau wur­den noch nicht ansatz­wei­se aus­rei­chend dis­ku­tiert. Die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lun­gen haben dar­über noch nicht gespro­chen, die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wur­den über die Kon­zep­te noch nicht ein­mal infor­miert. Auch Sie als «MdA» wur­den noch nicht ange­mes­sen infor­miert. Aber bereits am 6. Novem­ber will der Senat sich mit den Bezirks­bür­ger­meis­tern über das dann zu rea­li­sie­ren­de Modell eini­gen. Exe­ku­ti­ve einigt sich mit Exe­ku­ti­ve – das soll Demo­kra­tie sein? Das ist inak­zep­ta­bel. Zu Recht hat der Rat der Bür­ger­meis­ter im August 2017 das Senats­pa­pier kri­ti­siert und eige­ne Vor­schlä­ge gemacht, die eben­falls dis­ku­tiert wer­den soll­ten. Und nicht zuletzt darf nicht ver­ges­sen wer­den, dass ein­zel­ne Punk­te im Wider­spruch zu Ver­ein­ba­run­gen im Koali­ti­ons­ver­trag ste­hen. Ande­re Punk­te stel­len nur jeweils eine von meh­re­ren dort vor­ge­stell­ten Mög­lich­kei­ten dar (sie­he dazu die Tabel­le im Anhang), sie sind somit alles ande­re als zwin­gend erfor­der­lich.

Inves­tie­ren ist not­wen­dig, das ist klar. Aber wir sind davon über­zeugt, dass weder die Euro­päi­sche Uni­on noch die Schul­den­brem­se Ber­lin dazu zwin­gen kann, für die Ein­hal­tung der Schul­den­re­geln ab 2020 die Öffent­li­che Daseins­vor­sor­ge zu pri­va­ti­sie­ren. Nicht for­mell, nicht per ÖPP, und selbst­ver­ständ­lich schon gar nicht mate­ri­ell. Mit der geplan­ten „Schul­bau-Offen­si­ve Ber­lin“ wür­de Ber­lin aber per „Schul­den­of­fen­si­ve“ den Pri­va­ti­sie­rungs­weg ein gutes Stück vor­an­ge­hen, künf­ti­ge Pri­va­ti­sie­run­gen wür­den erheb­lich erleich­tert sowie deut­li­che Mehr­kos­ten für die Kre­di­te und ein erheb­li­cher Ver­lust an demo­kra­ti­scher Kon­trol­le in Kauf genom­men. Und nicht zuletzt wür­de die ent­spre­chen­de Ver­wal­tungs­re­form ein regel­rech­tes Umpflü­gen der zustän­di­gen Ver­wal­tung erfor­dern, bis hin zur Ände­rung der Ber­li­ner Lan­des­ver­fas­sung. Wert­vol­le Zeit gin­ge ver­lo­ren, die wir drin­gend zur sofor­ti­gen Sanie­rung benö­ti­gen, wenn sich die vor­han­de­nen Schä­den nicht noch wei­ter poten­zie­ren sol­len. Wir bit­ten Sie des­halb ein­dring­lich, sich für eine öffent­li­che Lösung ein­zu­set­zen. Set­zen Sie sich ein für mehr und bes­se­re Schul­plät­ze in Ber­lin, ohne for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung, ohne Kapi­tal­markt­kre­di­te und ohne ÖPP – auch nicht ver­kappt als ÖÖP. Inter­ve­nie­ren Sie in die­sem Zusam­men­hang bezüg­lich jeg­li­cher Vor­fest­le­gung des Senats z.B. durch gemein­sa­me Beschlüs­se mit dem Rat der Bür­ger­meis­ter, wie es der­zeit noch für den 6. Novem­ber vor­ge­se­hen ist.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Carl Waß­muth

Vor­stand Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB)

P.S.:

Wir wür­den uns sehr über eine Rück­mel­dung freu­en!

Viel­leicht regt Sie unser Schrei­ben auch dazu an, zu dem The­ma eine Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zu orga­ni­sie­ren. Wenn Sie uns ein­la­den, kom­men wir ger­ne dazu!

Anmer­kun­gen:

[1]      Der am 27. Juni 2017 for­mu­lier­te Senats­vor­schlag wur­de auch wie folgt benannt: „Kon­zept Schul­bau und — Sanie­rung in Ber­lin kurz-, mit­tel- und lang­fris­tig (Pha­se I und Pha­se II).“ Sie­he https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/09/Konzept-Schulbauoffensive-Phase-2.pdf.

[2]      Sie­he dazu Tors­ten Schnei­der, Björn Böh­ning (2016):  Abschluss­be­richt der AG Schu­le der SPD Ber­lin. „Die Wie­der­be­schaf­fungs­wer­te der bezirk­li­chen Schu­len sum­mie­ren sich (in aktu­el­len Prei­sen) auf rd. 11,65 Mrd. € (S. 16)“. Unbe­kannt ist dabei, wer den Auf­trag hat­te, die­se Wert­ermitt­lung vor­zu­neh­men und wel­che Ver­fah­ren ange­wandt wur­den. Die Ermitt­lung der Wer­te erfolg­te mög­li­cher­wei­se nicht frei von Inter­es­sen Drit­ter.

[3]      Beschlüs­se und Posi­tio­nen der GEW BER­LIN – 2016: „Kei­ne Aus­glie­de­rung von Schul­sa­nie­rung und Schul­neu­bau in eine Sanie­rungs­ge­sell­schaft — demo­kra­ti­sche Mit­wir­kung stär­ken, nicht abbau­en!“, sie­he https://www.gew-berlin.de/15817_17559.php

[4]       Müh­len­kamp, Hol­ger (2016): Vor­trags­fo­li­en „Emp­feh­lun­gen der Fratz­scher-Kom­mis­si­on – Wir­kun­gen und Alter­na­ti­ven, Der Staat – in Zukunft eine Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung?“ ver.di-Fachdialog, Ber­lin, 14.01.2016, sie­he  https://gemeinden.verdi.de/++file++56c61cd2ba949b0680000994/download/Vortrag%20Prof.%20Dr.%20M%C3%BChlenkamp.pdf

[5]      Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers Legal (2016): Gut­ach­ter­li­che Stel­lung­nah­me für das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie: Recht­li­che und insti­tu­tio­nel­le Vor­aus­set­zun­gen zur Ein­füh­rung neu­er For­men zur pri­va­ten Finan­zie­rung öffent­li­cher Infra­struk­tur­vor­ha­ben unter Ein­bin­dung einer staat­li­chen Infra­struk­tur­ge­sell­schaft, Schluss­be­richt, sie­he https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Studien/pwc-gutachten-lang.pdf?__blob=publicationFile&v=6.

[6]       In sei­nem Gut­ach­ten zur vor­ge­schla­ge­nen Reform der Auto­bahn­ver­wal­tung, Novem­ber 2016, sie­he BWV, Bd. 20, Orga­ni­sa­ti­ons­for­men und Finan­zie­rungs­va­ri­an­ten für die Bun­des­fern­stra­ßen, S. 92, sie­he https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/gutachten-berichte-bwv/gutachten-bwv-schriftenreihe/langfassungen/2016-bwv-gutachten-organisationsformen-und-finanzierungsvarianten-fuer-die-bundesfernstrassen.

[7]      Zum ESVG sie­he die Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts: „Das «Euro­päi­sche Sys­tem Volks­wirt­schaft­li­cher Gesamt­rech­nun­gen auf natio­na­ler und regio­na­ler Ebe­ne in der Euro­päi­schen Uni­on» (ESVG, eng­lisch: ESA) legt detail­liert die in den EU-Län­dern anzu­wen­den­den Kon­zep­te, Defi­ni­tio­nen, Klas­si­fi­ka­tio­nen und Ver­bu­chungs­re­geln für die Auf­stel­lung der Volks­wirt­schaft­li­chen Gesamt­rech­nun­gen (VGR) fest“, sie­he https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VGR/FAQ/Revisionen/ESVG.html .

[8]       Ebd.

[9]      Zins­zah­lun­gen der HOWO­GE gemäß Geschäfts­be­richt in Mio. Euro (Zah­len in Klam­mern: Zins­zah­lung, wenn der Zins­satz für 8- bis 10-jäh­ri­ge Lan­des­an­lei­hen gegol­ten hät­te): 2012: 40,8 (14,8); 2013: 37,9 (17,7); 2014: 32,4 (17,7); 2015: 32,2(5,5); 2016: (9,2), sie­he https://www.howoge.de/fileadmin/user_upload/Unternehmen/HOWOGE-Konzernabschluss-2016.pdf, S. 14, www.berlin.de, eige­ne Berech­nun­gen.

[10]   Rat der Bür­ger­meis­ter Ber­lin, den 11.08.2017, Aus­schuss für Finan­zen, Per­so­nal und Wirt­schaft, RdB-Vor­la­ge-Nr. R-172/2017, Ergän­zung der Vor­la­ge Nr. R-145/2017, sie­he https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2017/09/Rat-der-B%C3%BCrgermeister-RdB-Vorlage-Nr.-R-172‑2017.pdf

[11]   Die Fratz­scher-Kom­mis­si­on wid­met auch dem Pas­sus „Öffent­li­che Koope­ra­tio­nen prü­fen und wei­ter­ent­wi­ckeln“ einen kur­zen Abschnitt. Die Pas­sa­ge ist aller­dings sehr kurz, nennt kei­ne kon­kre­ten Vor­schlä­ge, zeigt dafür aber eini­ge Skep­sis: Vor­tei­len sol­cher Koope­ra­tio­nen ste­hen dem­ge­mäß „ande­re Vor­tei­le von ÖPP-Model­len gegen­über“, außer­dem wird die poli­ti­sche Kon­trol­le als ris­kant ange­se­hen: „Geht das öffent­li­che Unter­neh­men auf Drän­gen eines Auf­trag­ge­bers Kom­pro­mis­se ein (…), so könn­te dies sei­ne wirt­schaft­li­che Nach­hal­tig­keit auf Dau­er gefähr­den.“ Die Fratz­scher-Kom­mis­si­on bevor­zugt dem­nach Infra­struk­tur­ge­sell­schaf­ten und ÖPP.

[12]     „Über den gesam­ten Zeit­raum erwar­te­te A1 Mobil damit eine durch­schnitt­li­che Ren­di­te von stol­zen 30 Pro­zent pro Jahr.“ In: Spie­gel (2017): Auto­bahn­be­trei­ber rech­ne­ten mit Acker­mann-Ren­di­ten, sie­he http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/a1-privatisierung-betreiber-rechneten-mit-ackermann-renditen-a-1169408.html.

[13]   Der von der Ber­li­ner Poli­tik oft als Vor­bild genann­te Stadt­staat Ham­burg geht bei Schu­len von einer Flä­che von 12 qm pro Schü­le­rIn und 2800 Euro Bau­kos­ten pro qm aus, sie­he z.B. Vogt, Sil­via (2016): Was Ber­lin von Ham­bur­ger Schu­len ler­nen kann, Tages­spie­gel vom 12.10.2016, sie­he http://www.tagesspiegel.de/berlin/schulbau-was-berlin-von-hamburger-schulen-lernen-kann/14678726.html

[14]   Mit der Aus­sa­ge „The­re is no alter­na­ti­ve“ (Akro­nym TINA) begrün­de­te Mar­ga­ret That­cher unter ande­rem Pri­va­ti­sie­run­gen und ihre neo­li­be­ra­le Poli­tik ins­ge­samt.

4 Kommentare »

  • Carl Waßmuth (Autor) sagt:

    Ant­wort auf offe­nen Brief des GIB e.V.
    http://www.linksfraktion.berlin/politik/themen/bildung/schulsanierung_mit_oeffentlich_oeffentlicher_partnerschaft/

    Sehr geehr­ter Herr Waß­muth,
    sehr geehr­te Mit­glie­der des GiB e.V.,
    in unse­rem Schrei­ben vom 02. Novem­ber 2017 hat­ten wir ja bereits ange­kün­digt, Ihnen eine aus­führ­li­che inhalt­li­che Ant­wort zukom­men zu las­sen und auf Ihre Argu­men­te im Ein­zel­nen ein­zu­ge­hen.
    Das wol­len wir hier­mit tun.
    Aus unse­rer Sicht unter­schei­den sich unse­re Posi­tio­nen vor allem in den 3 unten ange­führ­ten Punk­ten. Vor­ab ist uns aller­dings fol­gen­des wich­tig: Wie bereits in unse­rem Wahl­pro­gramm zu den Abge­ord­ne­ten­haus­wah­len 2016 ange­kün­digt, im Wahl­kampf kon­kre­ti­siert und im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart, wol­len wir in einem 10-Jah­res-Pro­gramm den Sanie­rungs­stau an den Ber­li­ner Schu­len behe­ben und gleich­zei­tig aus­rei­chend neue Schul­plät­ze für die stei­gen­de Anzahl von Schüler*innen schaf­fen. Das dafür erfor­der­li­che Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von cir­ca 5,5 Mil­li­ar­den Euro soll zum Teil neben dem regu­lä­ren Haus­halt auf­ge­nom­men wer­den. Auch dies wur­de bereits weit vor den Wah­len ange­kün­digt. Ja, eine Finan­zie­rung im Rah­men des Haus­halts wäre theo­re­tisch mög­lich — aller­dings zu Las­ten wei­te­rer Haus­halts­aus­ga­ben. Unab­hän­gig davon wer­den die Haus­halt­aus­ga­ben für den Unter­halt der Schu­len und für Schul­in­ves­ti­tio­nen ohne­hin erheb­lich erhöht. Die Mit­tel für den bau­li­chen Unter­halt der Schu­len wer­den auf das erfor­der­li­che Maß auf­ge­stockt. Die Ver­hin­de­rung wei­te­rer Sanie­rungs­staus ist damit finan­zi­ell abge­si­chert.

    Grün­dung einer pri­vat­recht­li­chen Schul­bau- und Schul­sa­nie­rungs­ge­sell­schaft
    Die poli­ti­sche Absicht, aus­rei­chend Schu­len zu bau­en und den Sanie­rungs­stau in kür­zes­ter Zeit abzu­bau­en, erfor­dert immense finan­zi­el­le Auf­wen­dun­gen. Wenn deren Auf­brin­gung nicht erheb­lich zu Las­ten ande­rer öffent­li­cher Berei­che pas­sie­ren soll, muss unter den Bedin­gun­gen der Schul­den­brem­se ein ande­rer Weg gefun­den wer­den — andern­falls müss­te man auf Schul­bau und -sanie­rung im beab­sich­tig­ten Umfang ver­zich­ten. Dies wäre nicht nur aus bil­dungs­po­li­ti­scher Per­spek­ti­ve ein Rück­schlag. In Zei­ten his­to­risch nied­ri­ger Zin­sen auf Inves­ti­tio­nen in die maro­de öffent­li­che Infra­struk­tur zu ver­zich­ten, ist weder öko­no­misch sinn­voll noch im Sin­ne der öffent­li­chen Res­sour­cen. Um im Rah­men der von der Schul­den­brem­se vor­ge­ge­be­nen Mög­lich­kei­ten zu agieren,wäre es eine Opti­on, den Schul­bau bzw. die -sanie­rung über Öffent­lich-Pri­va­te-Part­ner­schaf­ten zu orga­ni­sie­ren. Dage­gen hat die Frak­ti­on Die Lin­ke gene­rell Vor­be­hal­te. Nutz­nie­ßer dar­aus wären die beauf­tra­glen Pri­va­ten, bei denen zusätz­lich zu ihrer Ren­di­te auch noch höhe­re Finan­zie­rungs­kos­ten als im öffent­li­chen Sek­tor zu Buche schla­gen wür­den.
    Das wäre mit der Schul­den­brem­se ver­ein­bar, wenn nicht gar mit ihr inten­diert, ist aber weder für uns als Links­frak­ti­on noch für die Koali­ti­on als Gan­zes ein gang­ba­rer Weg. Das haben wir Ihnen bereits in unse­rer Zwi­schen­ant­wort mit­ge­teilt.

    In Ihrem Brief ver­mu­ten Sie, wir wür­den eine pri­va­te Finan­zie­rung über Fonds­mo­del­le anstre­ben oder zumin­dest in Erwä­gung zie­hen. So zitie­ren Sie ein PwC-Gut­ach­ten, das sol­che Model­le für die Anwer­bung pri­va­ter Inves­to­ren, wie insti­tu­tio­nel­le Anle­ger aus der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft oder Hedge-Fonds wie u.a. Black­rock, emp­fiehlt. Wir tei­len Ihre Kri­tik an die­sen Model­len, die pri­va­ten Inves­to­ren auf Kos­ten der öffent­li­chen Hand eine siche­re Ren­di­te garan­tie­ren — aus die­sem Grund leh­nen wir sol­che Metho­den der Finan­zie­rung öffent­li­cher Auf­ga­ben ab. Unser Modell zielt im Gegen­satz zu Fonds­mo­del­len auf eine nor­ma­le Kre­dit­auf­nah­me, wie sie auch bei der Kre­dit­fi­nan­zie­rung des Staa­tes oder ande­rer öffent­li­cher Unter­neh­men Pra­xis ist. Um eine pri­va­te Finan­zie­rung geht es dabei allen­falls in dem Maße, in dem eine staat­li­che oder kom­mu­na­le Kre­dit­auf­nah­me bei pri­va­ten Ban­ken eben­falls eine pri­va­te Finan­zie­rung ist.

    Unser Ziel ist eine zusätz­li­che Finan­zie­rung inner­halb des öffent­li­chen Bereichs. Wir wol­len pri­va­te Trans­ak­ti­ons­ren­di­ten ver­mei­den, die Erpress­bar­keit der öffent­li­chen Hand zwi­schen öffent­li­cher Auf­ga­be und pri­va­ten Inves­to­ren aus­schlie­ßen und die Kon­di­tio­nen der Kre­dit­auf­nah­me der öffent­li­chen Hand mög­lichst sichern. Die Bedin­gun­gen für eine sol­che Lösung sind nicht ein­fach. Die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für das deut­sche Schul­den­brem­sen­ma­nage­ment ste­hen noch nicht fest. Die Fest­le­gun­gen von Euro­stat für die Bestim­mung von Haus­halts­de­fi­zi­ten unter­lie­gen dyna­mi­schen Inter­pre­ta­tio­nen. Auf die­sen Tat­sa­chen basie­rend ent­wi­ckel­te sich in der Senats­ver­wal­tung für Finan­zen der Vor­schlag, eine Schul­bau- und -sanie­rungs­ge­sell­schaft in der HOWO­GE (I00% lan­des­ei­gen) auf­zu­bau­en. Wenn in die­sem Zusam­men­hang von einer Pri­va­ti­sie­rung der Schu­len gespro­chen wird, ver­wischt sich der nicht unwe­sent­li­che Unter­schied zwi­schen for­mel­ler und rea­ler Pri­va­ti­sie­rung. So wird der kom­mu­na­le Woh­nungs­be­stand von lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten in pri­va­ter Rechts­form gehal­ten, die jedoch 100prozentig Eigen­tum des Lan­des sind und unter Kon­trol­le des öffent­li­chen Eigen­tü­mers ste­hen. Für die­sen Fall wür­den Sie doch kaum von einer Pri­va­ti­sie­rung des öffent­li­chen Woh­nungs­be­stands spre­chen? Im Übri­gen wei­sen wir dar­auf hin, dass nicht beab­sich­tigt ist — wie in Ihrem Brief unter­stellt -, alle 800 Schu­len Ber­lins in die Toch­ter der HOWO­GE zu über­tra­gen.

    Zins­sät­ze
    Rich­tig ist, dass die öffent­li­che Hand im Ver­gleich zu Pri­va­ten zu güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen Kre­di­te auf­neh­men kann. Rich­tig ist aber auch, dass sich die öffent­li­chen Ber­li­ner Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten der­zeit zu kom­mu­nal­ähn­li­chen Bedin­gun­gen bei den Ban­ken finan­zie­ren kön­nen. Zurück­zu­füh­ren ist dies auf ihre Eigen­ka­pi­tal­si­tua­ti­on und die Boni­tät ihres (öffent­li­chen) Eigen­tü­mers. Der lang­fris­ti­ge Miet­ver­trag mit dem Land Ber­lin stellt dar­über hin­aus eine zusätz­li­che Sicher­heit dar. Die Bedie­nung der Kre­dit­ver­pflich­tun­gen ist über die Miet­zah­lun­gen des Lan­des gesi­chert. Eine For­fai­tie­rung ist jedoch nicht beab­sich­tigt — allein schon des­halb, weil eine sol­che Abtre­tung von For­de­run­gen mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit zu einer Anrech­nung auf die Ver­schul­dung des Lan­des füh­ren wür­de. Ihre Rech­nung, mit der Sie ver­su­chen, einen Ver­gleich zwi­schen den Kon­di­tio­nen für einen Kom­mu­nal­kre­dit und eine Kre­dit­fi­nan­zie­rung der HOWO­GE anzu­stel­len, ist nicht zutref­fend. Wenn wir Ihre Rech­nung rich­tig nach­voll­zie­hen, ermit­teln Sie aus der Gesamt­ver­schul­dung der HOWO­GE und deren jähr­li­chen Gesamt­zins­zah­lun­gen eine Art Durch­schnitt­szins­satz auf das Kre­dit­port­fo­lio der HOWO­GE. Die­sen ver­glei­chen Sie dann mit den Zins­sät­zen­für die Neu­auf­nah­me von Lan­des­an­lei­hen. Auf­grund der unter­schied­li­chen Auf­nah­me­zeit­punk­te, Lauf­zei­ten und Bedin­gun­gen — die jeweils häu­fig mit deut­lich höhe­ren Zins­sät­zen als den heu­ti­gen ver­bun­den waren — muss ein sol­cher Ver­gleich in einem Zins­tief zu Unguns­ten des Durch­schnitt­szins­sat­zes aus­fal­len. Dies gilt übri­gens auch für den Ver­gleich des durch­schnitt­li­chen Port­fo­lio­zins­sat­zes des Lan­des­haus­hal­tes mit den aktu­el­len Zins­sät­zen auf Lan­des­an­lei­hen. Auch hier gibt es der­zeit eine Dif­fe­renz von knapp zwei Pro­zent­punk­ten.

    Ermitt­lung des Wie­der­be­schaf­fungs­wer­tes (WBW) der Schul­ge­bäu­de
    Wir kön­nen nicht für die Genoss*innen der SPD-Frak­ti­on ant­wor­ten und Ihnen mit­tei­len, wie der Wie­der­be­schaf­fungs­wert ermit­telt wur­de. Aller­dings kön­nen wir benen­nen, wozu er gebraucht wird und wes­halb er in Ber­lin in Nähe­rungs­wer­ten ver­füg­bar ist. Zur Ermitt­lung der erfor­der­li­chen Auf­wen­dun­gen für den bau­li­chen Unter­halt der Schu­len wur­de ein Richt­wert der Kom­mu­na­len Gemein­schafts­stel­le für Ver­wal­tungs­ma­nage­ment (KGSt her­an­ge­zo­gen, der sich auf den Wie­der­be­schaf­fungs­wert bezieht. Danach ist es sach­ge­recht, für den lau­fen­den Unter­halt von Schul­ge­bäu­den einen Betrag von 1,32 % des WBW anzu­set­zen. Damit kann zugleich eine Plau­si­bi­li­täts­prü­fung für den von den Schu­len gemel­de­ten Sanie­rungs­stau durch­ge­führt wer­den (Ver­gleich der erfor­der­li­chen Bau­un­ter­hal­tung mit der tat­säch­lich rea­li­sier­ten über die letz­ten zwei Jahr­zehn­te).

    Im Finan­zie­rungs­sys­tem der Ber­li­ner Bezir­ke wer­den kal­ku­la­to­ri­sche Gebäu­de­kos­ten ermit­telt, wel­che für die Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung der Bezir­ke benö­tigt wer­den. Für die kal­ku­la­to­ri­schen Abschrei­bun­gen der Gebäu­de wer­den die WBW her­an­ge­zo­gen. Daher lie­gen sie für alle Gebäu­de in bezirk­li­cher Zustän­dig­keit vor und wer­den auf den Intra­net­sei­ten der Senats­ver­wal­tung für Finan­zen auch — vier­tel­jähr­lich aktua­li­siert — bereit­ge­stellt. In der Ver­gan­gen­heit wur­den die­se 1,32 Pro­zent für den bau­li­chen Unter­halt der Schu­len durch die Bezir­ke nicht aus­fi­nan­ziert- mit dem Ergeb­nis eines wach­sen­den Sanie­rungs­staus. Mit dem Regie­rungs­an­tritt der rot-rot-grü­nen Koali­ti­on wur­de dies kor­ri­giert — die Mit­tel für den bau­li­chen Unter­halt wur­den von 72 Mil­lio­nen Euro auf 154 Mil­lio­nen Euro auf­ge­stockt. Ent­ge­gen Ihrer Ver­mu­tung, dass die Ermitt­lung des Wie­der­be­schaf­fungs­wer­tes der Vor­be­rei­tung einer Pri­va­ti­sie­rung die­nen soll, war und ist der Zweck, eine Berech­nungs­grund­la­ge für eine aus­kömm­li­che und kon­ti­nu­ier­li­che Finan­zie­rung des bau­li­chen Unter­halts der Schu­len über den Lan­des­haus­halt zu schaf­fen.

    Wir hof­fen, dass wir Ihnen mit unse­ren Dar­le­gun­gen auf­zei­gen konn­ten, wel­chen Weg die Koali­ti­on in Sachen Schul­neu­bau und Schul­sa­nie­rung gehen möch­te und auch, dass er aus unse­rer Sicht gera­de nicht die Umset­zung in einer Öffent­lich-Pri­va­ten-Part­ner­schaft dar­stellt. Wir möch­ten auch noch ein­mal beto­nen, dass wir Ihnen ger­ne für ein Gespräch zur Ver­fü­gung ste­hen.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen,
    Stef­fen Zil­lich
    Par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer

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