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Ber­li­ner Haupt­aus­schuss wei­ter auf Pri­va­ti­sie­rungs­kurs in Sachen Schu­len

22 November 2018

Pres­se­mit­tei­lung, Ber­lin, den 22.11.2018: Trotz mas­si­ver Kri­tik winkt die Ber­li­ner Koali­ti­on im Haupt­aus­schuss ihren Plan zur Schul­pri­va­ti­sie­rung im Rah­men der Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve (BSO) durch.

Dazu Doro­thea Här­lin, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve und Vor­stands­mit­glied von GiB:
„Es sind ges­tern vie­le gekom­men, um im Haupt­aus­schuss zu ver­fol­gen, wie die Koal­ti­on auf die Kri­tik der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” reagiert.  Am 7.11. hat­te dazu eine öffent­li­che Anhö­rung statt­ge­fun­den. Was da zu hören war, war ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich für mehr direk­te Demo­kra­tie in der Stadt  ein­set­zen.  Die anwe­sen­den Ver­tre­terInnen der Koali­ti­on ver­lo­ren nicht ein ein­zi­ges Wort zu den Inhal­ten der Anhö­rung der Volks­in­itia­ti­ve. Kriti­schen Fra­ge der Oppo­si­ti­on wur­den nicht ernst­haft beant­wor­tet.  Ein Ent­wurf für einen Rahmen­ver­trag Ber­lins mit der Howo­ge wur­de von Regie­rungs­gut­ach­ten an zen­tra­le Punk­ten in Fra­ge gestellt, den­noch sahen die Regie­rungs­ver­treterIn­nen in den Gutach­ten eine Bestä­ti­gung ihrer  Posi­ti­on.”
Ger­lin­de Scher­mer, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve: 
„Die Gut­ach­ter der Regie­rung bezeich­nen das Vor­ha­ben als Pri­va­ti­sie­rung. Und was sagt die Finanz­ver­wal­tung  — also Sena­tor Kol­latz — dazu? Es sei kei­ne Pri­va­ti­sie­rung. Klar ist: Der euro­päi­sche Fiskal­pakt wird ver­letzt. Um das zu ver­schlei­ern, beant­wor­tet der Finanz­se­na­tor eine FDP-Nachfrage zu Euro­stat: “Die Fra­ge haben wir noch gar nicht gestellt, dar­auf set­zen wir gar nicht”. Im Klar­text heisst dass, dass der Finanz­se­na­tor weiß, dass die Howo­ge-Kreditauf­nah­me von 1,7 Mrd. Euro zu den öffent­li­chen Schul­den zu zäh­len ist. Die Aus­la­ge­rung der Schul­den war aber der Zweck sei­nes Modells.”
Eine der Vor­la­gen für den Aus­schuss war der Ent­wurf für einen Rah­men­ver­trag des Lan­des Ber­lin mit der Howo­ge. Ver­tre­te­rIn­nen der Volks­in­itia­ti­ve hat­ten ges­tern am Ran­de der Sit­zung maß­geb­li­che Akteu­re von Rot-Rot-Grün ange­spro­chen: Ste­fa­nie Rem­lin­ger (Bünd­nis 90/Die Grü­nen), Stef­fen Zil­lich (Die Lin­ke) und Thors­ten Schnei­der (SPD). Danach gefragt, ob sie eine Behand­lung des Rah­men­ver­trags in einer eige­nen Sit­zung des Haupt­aus­schus­ses for­dern wür­den, ver­nein­ten das alle drei. 
Dazu Carl Waß­muth, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve und Vor­stands­mit­glied von GiB: 
„Ent­spricht der Vertrag über­haupt der  Lan­des­ver­fas­sung? Offen­bar wol­len die Regie­rungs­ver­tre­te­rIn­nen im Haupt­aus­schuss Fin­an­se­na­tor Kol­latz ermög­li­chen, den Rah­men­ver­trag schnell zu unter­schrei­ben und somit das Abge­ord­ne­ten­haus vor voll­ende­te Tat­sa­chen zu stel­len. Ein unkünd­ba­rer Ver­trag mit 37 Jah­ren Bin­dung, aber mit umfas­sen­der Wei­ter­ver­kaufs­mög­lich­kei­ten für die über­tra­ge­nen Schu­len, unter­schrie­ben ohne das Votum des Par­la­ments – das wäre ein Staats­streich von oben.“
Am Mitt­woch abend hat­te der Haupt­aus­schuss des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses die Vor­la­ge des Senats zur Kennt­nis genom­men. Ob sie damit auch dem Rahmen­ver­trag zustim­men, liess man offen. Eine dezi­dier­te Befas­sung mit dem Ver­trag wur­de nicht ver­langt, auch nicht von den anwe­sen­den Oppo­si­ti­ons­ver­tre­te­rIn­nen. Finanz­se­na­tor Kol­latz ver­tritt die Auf­fas­sung, dass das Abge­ord­ne­ten­haus den Rah­men­ver­trag nicht beschlie­ßen muss: Schrei­ben des Abge­ord­ne­ten­hau­ses Ber­lin

 

 

Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) tritt ein für die Bewah­rung und Demo­kra­ti­sie­rung öffent­li­cher Ein­rich­tun­gen der Daseins­vor­sor­ge. Gemein­gü­ter wie Was­ser, Bil­dung, Mobi­li­tät, Ener­gie, öffent­li­chem Grün und vie­les ande­re soll zurück­ge­führt wer­den unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le. Ein inhalt­li­cher Schwer­punkt unse­rer Arbeit gegen Pri­va­ti­sie­rung ist die Auf­klä­rung über ÖPP.

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