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Ant­wort GiB auf alte Argu­men­te der Par­tei Die Lin­ke Ber­lin in einem neu­en Papier

13 April 2018

Bild: Frank C. Mül­ler, Baden-Baden, CC 2.5

Die Par­tei­füh­rung der Lin­ken in Ber­lin hat ein neu­es Papier zum Schul­bau ver­sandt. Dar­in wie­der­ho­len sie vie­le Argu­men­te, die wir in den ver­gan­ge­nen Mona­ten bereits ent­kräf­tet haben – ohne dass auf unse­rer Erwi­de­rung ein­ge­gan­gen wird. Das ist lei­der alles ande­re als der kon­struk­ti­ve Dia­log mit  den Initia­ti­ven in der Stadt, den die Lin­ke vor der Wahl ver­spro­chen hat­te. Eine Erwi­de­rung

Vor­weg: Im Anschrei­ben, mit dem das Papier an Kreis­ver­bän­de ver­schickt wur­de, gibt es auch dis­kre­di­tie­ren­de Anschul­di­gun­gen:

Im Netz geis­tern der Begriff der “Pri­va­ti­sie­rung” und  wei­te­re Unklar­hei­ten und auch bewuss­te Falsch­mel­dun­gen her­um.“

Geis­tern her­um,” “bewuss­te Falsch­mel­dun­gen”: Die­ser an anony­me Kri­ti­ker gerich­tet Vor­wurf macht Kri­tik an den Plä­nen der Lin­ken mit unlau­te­ren Mit­teln madig. Wenn es Falsch­mel­dun­gen gibt, kann man sie inklu­si­ve Web-Adres­se und Autor nen­nen und wider­le­gen. Das ist bis­her aber nicht gesche­hen. Und zwar für kei­ne ein­zi­ge unse­rer Aus­sa­gen!

Was die Unklar­hei­ten betrifft, soll­te die Lin­ke drin­gend die völ­li­ge Intrans­pa­renz des Senats und sei­ner Arbeits­grup­pen (“Task­force Schul­bau”) kri­ti­sie­ren – und nicht die Bür­ger­initia­ti­ven, die Trans­pa­renz for­dern und dafür in der Stadt tau­sen­de Unter­schrif­ten sam­meln.

Obwohl sich vie­les wie­der­holt haben wir die Argu­men­te der Lin­ken noch ein­mal unse­rer Sicht­wei­se gegen­über gestellt. Wer möch­te, kann so die Argu­men­ta­ti­on direkt ver­glei­chen.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Schu­len Bau­en und Sanie­ren – mit Hil­fe der lan­des­ei­ge­nen HOWO­GE

Der Sanie­rungs­stau bei den Ber­li­ner Schu­len ist rie­sig. Zusätz­lich braucht die Stadt drin­gend deut­lich mehr Schul­plät­ze, denn die Zahl der Schüler*innen wächst rasant. Dafür müs­sen nach der­zei­ti­gem Stand über 50 neue Schu­len gebaut wer­den. Das ist eine Mam­mut­auf­ga­be. Die rot-rot-grü­ne Koali­ti­on will die­ses Pro­blem mit Hil­fe des lan­des­ei­ge­nen Unter­neh­mens HOWO­GE ange­hen, das einen Teil der Schu­len errich­ten und sanie­ren soll. Hier erklä­ren wir, war­um das nicht zur Pri­va­ti­sie­rung der Schu­len führt.“

GiB:

Das ist die Zusam­men­fas­sung. Nach­fol­gend erklä­ren wir Schritt für Schritt, was an der Argu­men­ta­ti­on der Lin­ken schief ist.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

War­um brau­chen Wir ein lan­des­ei­ge­nes Unter­neh­men für Schul­bau und Sanie­rung?

■ Um den Sanie­rungs­stau an den maro­den Schu­len zu behe­ben und neue zu bau­en, müs­sen min­des­tens 5,5 Mil­li­ar­den Euro inner­halb von zehn Jah­ren bereit­ge­stellt wer­den. Die Aus­ga­ben für die Schul­sa­nie­rung und den Neu­bau kon­kur­rie­ren dabei mit ande­ren wich­ti­gen Inves­ti­tio­nen in die öffent­li­che Infra­struk­tur, zum Bei­spiel für Stra­ßen, öffent­li­che Gebäu­de, Sport­an­la­gen, Hoch­schu­len und Rad­we­ge.“

GiB:

Die Auf­ga­ben­stel­lung bleibt gleich, egal, ob die öffent­li­che Ver­wal­tung oder die HOWO­GE der aus­füh­ren­de Akteur ist.
Es darf jedoch davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass Ange­stell­te von Bau­ver­wal­tun­gen, die Erfah­run­gen im Schul­bau und mit der Schul­sa­nie­rung haben, die Auf­ga­ben­stel­lung leich­ter bewäl­ti­gen kön­nen als bis­her nicht vor­han­de­ne Mit­ar­bei­te­rIn­nen einer mit Schul­bau völ­lig uner­fah­re­nen Struk­tur.

- Die HOWO­GE läuft zudem nicht außer Kon­kur­renz. Sie muss auf die­sel­ben Res­sour­cen wie alle zugrei­fen – beim Per­so­nal, bei der (hof­fent­lich vor­wie­gend regio­na­len) Bau­wirt­schaft, bei­den Archi­tek­tur- und Inge­nieur­bü­ros, und auch die Bau­an­trä­ge muss die HOWO­GE wie alle ande­ren in Ber­lin stel­len.

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Allein aus dem Lan­des­haus­halt kann die­se Sum­me nicht gestemmt wer­den. Will man von dem gesteck­ten Ziel nicht abrü­cken oder an ande­rer Stel­le ein­spa­ren, müs­sen dafür Kre­di­te auf­ge­nom­men wer­den.“

GiB:

Das Geld ist da. Ber­lin hat gigan­ti­sche Über­schüs­se: 2,1 Mil­li­ar­den Euro in nur einem Jahr. Der Senat hält aber wei­ter dar­an fest, dass es unbe­dingt erfor­der­lich wäre, für den Schul­bau einen 1,2 bis 1,5 Mil­li­ar­den Euro schwe­ren Schat­ten­haus­halt auf­zu­bau­en. Gleich­zei­tig schafft Ber­lin es nicht ansatz­wei­se, das dem Schul­bau gewid­me­te Geld aus­zu­ge­ben.  830 Mio. Euro wur­den laut Bil­dungs­se­na­to­rin San­dra Schee­res 2017 dem Schul­bau bereit­ge­stellt. Aber kaum 260 Mio. Euro davon wur­den ver­baut! Allein ca. 570 Mio. Euro an Über­schüs­sen also, die 2018 erneut bereit­ge­stellt wer­den kön­nen. 2016 gab es sol­che Über­schüs­se eben­falls, und auch 2018 wird es auf­grund des Per­so­nal- und Fach­kräf­te­man­gels nicht mög­lich sein, 830 Mio. Euro zu ver­bau­en. Ber­lin will sogar Schul­den til­gen – dabei wächst das Brut­to­in­lands­pro­dukt seit Jah­ren bei sta­gnie­ren­dem Schul­den­stand. Die Zins­kos­ten für Ber­lins Schul­den sin­ken jedes Jahr. Was die Lin­ke hier for­dert ist, güns­ti­ge Kre­di­te im Haus­halt ein­zu­tau­schen gegen teu­re Schul­den in einem rie­si­gen Schat­ten­haus­halt.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Auf­grund der Schul­den­brem­se, die ab 2020 in Kraft tritt, darf sich das Land Ber­lin aber in Zukunft nicht mehr neu ver­schul­den. In Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen des­halb auf Inves­ti­tio­nen in die maro­den Schu­len zu ver­zich­ten, wäre weder wirt­schaft­lich noch bil­dungs­po­li­tisch sinn­voll.“

GiB:

Die nied­ri­gen Zin­sen gel­ten für das Land Ber­lin, nicht für sei­ne GmbHs. Wenn die­se GmbHs an der Schul­den­brem­se vor­bei ihre Kre­di­te auf­neh­men sol­len, müs­sen sie der Pri­vat­wirt­schaft zuge­rech­net wer­den. Das bedeu­tet, dass die Steue­rung und Haf­tung durch das Land gering sein muss. Bei­des gleich­zei­tig geht nicht – nied­ri­ge Zin­sen UND Schul­den­brem­se umge­hen –, was immer auch der Finanz­se­na­tor ver­spricht. Die Aus­sa­ge ist durch nichts belegt, es gibt hin­ge­gen vie­le Dut­zend Gegen­bei­spie­le, wenn man sich Mühe gibt, sicher hun­der­te. Auch das wich­ti­ge Vor­bild Ham­burg zeigt, dass die Zin­sen viel höher sein wer­den. Nicht ein­mal die Bera­ter des Sena­tors konn­ten bis­her dar­stel­len, wie so nied­ri­ge Zin­sen zu bekom­men sind. Einen Wirt­schaft­lich­keits­ver­gleich der Kre­dit­auf­nah­me blieb der Finanz­se­na­tor bis­her schul­dig. Er hat wohl sei­ne Grün­de.

Und selbst die bis­he­ri­ge Ver­nied­li­chung höhe­rer Zin­sen durch den Finanz­se­na­tor (er wur­de von Zei­tun­gen mit 0,3 Pro­zent zitiert), bedeu­tet schon Mehr­kos­ten für den Zins­dienst in Höhe von 72 Euro allein bei 20 Jah­ren Lauf­zeit.

Das Neu­ver­schul­dungver­bot ist im Übri­gen nicht so strikt wie dar­ge­stellt. Es teilt sich auf in einen kon­junk­tu­rel­len und einen struk­tu­rel­len Anteil. Ber­lin hat mit dem star­ken Anstieg der Schü­ler­zah­len ohne Fra­ge eine Son­der­kon­junk­tur. Oben­drein sind die Ver­pflich­tun­gen zur Bereit­stel­lung von Daseins­vor­sor­ge im Grund­ge­setz höher­ran­gig gere­gelt. Will die Lin­ke auf Schäub­les Spiel „Wer hat Angst vorm schwar­zen Mann“ her­ein­fal­len? Das wäre ein Bei­spiel einer Mut­lo­sig­keit, die ihres­glei­chen sucht.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Eine Mög­lich­keit die­ses Pro­blem zu lösen, ist ein lan­des­ei­ge­nes Unter­neh­men mit dem Schul­bau und der Sanie­rung zu beauf­tra­gen, das nicht durch die Schul­den­brem­se betrof­fen ist und selbst Kre­di­te auf­neh­men kann. die HOWO­GE ist in öffent­li­cher Hand, das heißt sie gehört zu 100 Pro­zent dem Land Ber­lin. Das Unter­neh­men soll Kre­di­te in Höhe von etwa 1,2 Mil­li­ar­den Euro auf­neh­men und auch kon­kre­te Bau­maß­nah­men umset­zen. Die Rück­zah­lung der Kre­di­te erfolgt aus der Mie­te für die Schu­len, die das Land bis zum Ende der Kre­dit­lauf­zeit an das lan­des­ei­ge­ne Unter­neh­men zahlt. Nach Til­gung der Kre­di­te und Been­di­gung der Pacht­ver­trä­ge gehen alle Rech­te an den Gebäu­den und Grund­stü­cken zurück an das Land Ber­lin.“

GiB:

Zunächst: Unter­stellt man der Schul­den­brem­se eine Sinn­haf­tig­keit, stellt sich die Fra­ge, ob es Auf­ga­be ver­ant­wor­tungs­vol­ler Poli­ti­ke­rIn­nen sein kann, nach Schlupf­lö­chern zu suchen, um sie zu umge­hen, d. h.: Ist es im Sin­ne der Bür­ge­rIn­nen, nicht nur intrans­pa­ren­te Schul­den in Schat­ten­haus­hal­ten zu machen, son­dern sogar höhe­re Schul­den als bei Ein­stel­lung in den unmit­tel­ba­ren Haus­halt?

Erin­nert sei zudem an die GSW: Auch die GSW war zu 100 Pro­zent in öffent­li­cher Hand, und sie wur­de doch von Rot-Rot ver­kauft. Es war angeb­lich “ein Not­ver­kauf”. Was war die Not? Die GSW hat­te 1,6 Mrd. Euro Schul­den. Die HOWO­GE hat aber bereits auch 1,2 Mrd. Euro Schul­den und soll wei­te­re 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro Schul­den dazu­be­kom­men! Dann sind es 2,4 bis 2,7 Mrd. Euro Schul­den, also ein grö­ße­rer Not­stand, als er bei der GSW vor­lag. Die Gesamt­schul­den von Ber­lin waren 2003 eben­falls mit 50 Mrd. Euro  etwa gleich hoch (2017: 59 Mrd. Euro) Bei­de Grün­de für den GSW-Ver­kauf tref­fen also auch heu­te zu. Der Ver­kauf einer Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft oder von Tei­len ist für Die Lin­ke kei­ne rote Linie. Und nie­mand will eine Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft ver­kau­fen. Die Lin­ke über­schätzt hier womög­lich ihre Glaub­wür­dig­keit. Sie­he dazu die dama­li­ge Begrün­dung.

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Die Kre­dit­auf­nah­me für den Schul­bau muss zu ver­gleich­ba­ren Kon­di­tio­nen, also Zins­sät­zen, Lauf­zei­ten und so wei­ter, erfol­gen, die auch dem Land Ber­lin zustün­den. Dafür muss das Unter­neh­men den kre­dit­ge­ben­den Ban­ken ent­spre­chen­de Sicher­hei­ten bie­ten. Das geschieht, indem das Land gegen­über der Bank die Miet­zah­lun­gen an das Unter­neh­men garan­tiert und auf Ein­re­den dage­gen ver­zich­tet. Kei­nes­falls darf mit Schul­grund­stü­cken, den Bau­kre­di­ten oder dem Anspruch auf Miet­zah­lun­gen spe­ku­liert wer­den. Das kann durch ent­spre­chen­de ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen mit dem lan­des­ei­ge­nen Unter­neh­men und den Ban­ken sicher­ge­stellt wer­den.“

GiB:

Was sol­len denn die ver­trag­li­chen Regeln sein, die eine sol­che Spe­ku­la­ti­on ver­hin­dern? Die­se Regeln sind doch ent­schei­dend! Geht das über­haupt?

Und bedeu­tet nicht die Abga­be des wirt­schaft­li­chen Eigen­tums an den Grund­stü­cken, die Abga­be von Grund­stü­cken per Erb­bau, schon die Umwand­lung der Schul­grund­stü­cke in Finanz­pro­duk­te? Andern­falls könn­te sie nicht als Sicher­hei­ten die­nen. Glei­ches gilt für die Miet­ver­trä­ge: Auch aus ihnen sol­len Finanz­pro­duk­te wer­den. Ein­re­de­ver­zicht ist ein wesent­li­ches Ele­ment von ÖPP-Ver­trä­gen. Sie ver­schie­ben das Bau­ri­si­ko (und oft auch das Betriebs­ri­si­ko) von der Bau­aus­füh­rung zum Bau­herrn. Das führt unmit­tel­bar zu fata­len Fehl­an­rei­zen: Wer bau­en kann, wie er will, aber immer sein Geld bekommt, wird Pfusch bau­en. Und das soll das tra­gen­de Grund­prin­zip des Schul­baus sein, und des größ­ten Inves­ti­ti­ons­vor­ha­bens Ber­lins nach dem BER?

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Führt das Bau­en und Sanie­ren mit der HOWO­GE zur Pri­va­ti­sie­rung der Schu­len? Nein.”

GiB:

Bas­ta. Nur glaubt das den GSW-Ver­käu­fern kei­ner.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Die HOWO­GE ist eine lan­des­ei­ge­ne Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft. Da sie pri­vat­recht­lich orga­ni­siert ist, fällt sie nicht unter die Rege­lun­gen der Schul­den­brem­se und kann die nöti­gen Kre­di­te für die Bau­maß­nah­men auf­neh­men.“

GiB:

Nicht die pri­vat­recht­li­che Orga­ni­sa­ti­on erlaubt die Umge­hung eines grund­ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen aus­ge­gli­che­nen Haus­halts (soge­nann­te Schul­den­brem­se), son­dern die Zurech­nung zum Pri­vat­sek­tor. Um so eine Zurech­nung rechts­wirk­sam zu errei­chen, muss der staat­li­che Ein­fluss begrenzt wer­den – damit wird die demo­kra­ti­sche Kon­trol­le sys­te­ma­tisch aus­ge­he­belt.

Die Lin­ke Ber­lin:

Sie gehört jedoch zu 100 Pro­zent dem Land Ber­lin, genau­so wie die ande­ren lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten oder etwa BSR und BVG.“

GiB:

Und genau­so, wie die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft GSW, die vom rot-roten Senat ver­kauft wur­de und heu­te zur Deut­schen Woh­nen gehört – einem aggres­si­ven Ver­mie­ter, der scho­nungs­los und erfolg­reich alle Spiel­räu­me nutzt, um die Mie­ten in den Woh­nun­gen in die Höhe zu trei­ben.

BVG — Rechts­form: Anstalt öffent­li­chen Rechts

BSR — Rechts­form: Anstalt öffent­li­chen Rechts

HOWO­GE – Rechts­form: GmbH

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Die Ver­ant­wor­tung für die schu­li­sche Bil­dung bleibt bei den Bezir­ken. Sie sind Schul­trä­ger, blei­ben also ver­ant­wort­lich für die Gebäu­de und alles, was den Betrieb der Schu­len angeht.“

GiB:

Als der Kar­stadt-Kon­zern sei­nen Waren­häu­ser in einer sale-and-lea­se-back-Akti­on ver­kauf­te und zurück­mie­te­te, blieb auch die Ver­ant­wor­tung für die Gebäu­de und deren Betrieb bei Kar­stadt. Und den­noch hat die­se Maß­nah­me dem Kon­zern wirt­schaft­lich das Genick gebro­chen, denn es wur­de ihm unmög­lich, das, was für ihn von zen­tra­ler Bedeu­tung war, wei­ter zu steu­ern.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Die Grund­stü­cke ver­blei­ben im Lan­des­ei­gen­tum. Ledig­lich Rech­te an den Grund­stü­cken, auf denen gebaut wird, gehen in Form eines Erb­bau­rech­tes zeit­lich begrenzt für cir­ca 20 bis 25 Jah­re an die lan­des­ei­ge­ne Gesell­schaft über. Die HOWO­GE bekommt also für die­se Zeit das Recht, auf dem Grund­stück ein Gebäu­de zu errich­ten oder zu unter­hal­ten.“

GiB:

Das wirt­schaft­li­che Eigen­tum an den Schul­grund­stü­cken soll der HOWO­GE über­tra­gen wer­den. Als vor­ge­schla­gen wur­de, das wirt­schaft­li­che Eigen­tum an den Auton­bah­nen einer 100-pro­zent bun­des­ei­ge­nen GmbH zu über­tra­gen, zeig­ten sich als Sach­ver­stän­di­ge gela­de­ne Juris­ten ent­setzt: „… soll damit erreicht wer­den, dass die Gesell­schaft das wirt­schaft­li­che Eigen­tum an den Bun­des­au­to­bah­nen erlangt. − Beim Bund ver­blie­be allein das zivil­recht­li­che  Eigen­tum, […]. Auf die­se Wei­se wür­de das Eigen­tum des Bun­des zu einem „nudum ius“, zu einem „nack­ten (lee­ren) Recht“ dege­ne­rie­ren.“ (Prof. Dr. Chris­toph Gröpl am am 27.3.2017)

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Die von dem Unter­neh­men errich­te­ten Schu­len gehö­ren für die­se Zeit dem Unter­neh­men, aber auch das ist kei­ne Pri­va­ti­sie­rung, da die HOWO­GE eben­falls im Eigen­tum des Lan­des ist.“

GiB:

Es ist eine for­mel­le Pri­va­ti­sie­rung. So steht es in jedem Wirt­schafts­le­xi­kon. Und das ist kei­nes­wegs Wort­klau­be­rei, die Ent­wick­lung JEDER mate­ri­el­len Pri­va­ti­sie­rung hat­te die­se wich­ti­ge (und oft nicht ein­fach zu schaf­fen­de) Vor­aus­set­zung. Das „dau­er­haf­te“ Eigen­tum kann nach der for­mel­len Pri­va­ti­sie­rung jeder­zeit auf­ge­ge­ben wer­den. Und es kann auch funk­tio­nal pri­va­ti­siert wer­den – Stich­wort ÖPP.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Nie­mand wür­de behaup­ten, eine Woh­nung, die einer lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft gehört, wäre pri­va­ti­siert.“

GiB:

Selbst­ver­ständ­lich ist eine Woh­nung, die einer lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft gehört, pri­vat­recht­lich! Mit allen schwie­ri­gen Kon­se­quen­zen, wie der GSW-Ver­kauf zeigt. Schu­len kön­nen (solan­ge dar­in öffent­lich auch Schu­le statt­fin­det) bis­her eben nicht bei Nacht und Nebel ver­kauft wer­den wie sei­ner­zeit die GSW.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Eine pri­va­te Betei­li­gung Drit­ter wird es nicht geben,…“

GiB:

Das Schul­bau­vor­ha­ben soll in einem Zeit­raum von 10 Jah­ren erfol­gen. Die Erb­bau­ver­trä­ge sol­len 20 bis 25 Jah­re lang lau­fen, even­tu­ell sogar 33 Jah­re lang. Nie­mand – nicht ein­mal die Lin­ke selbst – glaubt, dass die Lin­ke so lan­ge und in so star­ker Posi­ti­on in der Lan­des­re­gie­rung bleibt, dass sie eine sol­che Betei­li­gung pri­va­ter Drit­ter dau­er­haft aus­schlie­ßen kann.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

… sodass nie­mand eine Ren­di­te erwar­tet. Die öffent­li­che Schul­bau­ge­sell­schaft wird aus­schließ­lich mit Bank­kre­di­ten arbei­ten, wie sie auch Kom­mu­nen oder Län­der auf­neh­men.“

GiB:

Gera­de weil die HOWO­GE Bank­kre­di­ten auf­neh­men soll, müs­sen die Schu­len eine Ren­di­te erwirt­schaf­ten! Die Bank­kre­di­te müs­sen mit Zins zurück­ge­zahlt wer­den – und um die­sen Zins bezah­len zu kön­nen, muss ein Über­schuss erwirt­schaf­tet wer­den, mit ande­ren Wor­ten eine Ren­di­te. Die Bank­kre­di­te kön­nen auch unmög­lich sol­che sein „wie sie auch Kom­mu­nen oder Län­der auf­neh­men“. Im einen Fall han­delt es sich um Lan­des­an­lei­hen oder Kom­mu­nal­kre­di­te. Die kön­nen aus dem Steu­er­auf­kom­men zurück­be­zahlt wer­den. Bei einer GmbH hat man Kapi­tal­markt­kre­di­te, die völ­lig anders behan­delt und auch ver­zinst wer­den. Und sie wer­den nicht aus dem aus dem Steu­er­auf­kom­men bezahlt — die GmbH hat keins – son­dern aus der Ren­di­te der GmbH.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Eine Finan­zie­rung über spe­ku­la­ti­ve Finanz­pro­duk­te wird aus­ge­schlos­sen.“

GiB:

Allein die Kon­struk­ti­on über den abge­ge­be­nen Erb­bau und die Besi­che­rung der Miet­zah­lun­gen macht aus Leis­tun­gen zur staat­li­chen Daseins­vor­sor­ge Finanz­pro­duk­te. Ob die­se Finanz­pro­duk­te dann spä­ter zur Spe­ku­la­ti­on ein­ge­setzt wer­den, liegt in der Hand des Manage­ments der GmbH. Und die­ses Manag­ment ist dem staat­li­chen Ein­fluss weit­ge­hend ent­zo­gen, damit die GmbH dem Pri­vat­sek­tor zuge­rech­net wird und die soge­nann­te Schul­den­brem­se umge­hen darf. „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ – das geht auch bei Schat­ten­haus­hal­ten nicht. Wenn die soge­nann­te Schul­den­brem­se umgan­gen wer­den soll, muss man die Kre­di­te von den Finanz­märk­ten holen. Und die sind nun ein­mal inter­na­tio­nal und erlau­ben Spe­ku­la­tio­nen in den bekann­ten Aus­ma­ßen. Aus gutem Grund ver­sucht man daher oft, Daseins­vor­sor­ge – und dazu gehört der Schul­bau – von den Finanz­märk­ten fern­zu­hal­ten.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Natür­lich kön­nen lan­des­ei­ge­ne Gesell­schaf­ten genau­so wie lan­des­ei­ge­ne Grund­stü­cke gene­rell und Schu­len im Kon­kre­ten ver­kauft wer­den, wenn es dafür eine poli­ti­sche Mehr­heit gibt. Der Ver­kauf von Schu­len an Pri­va­te ist der­zeit, ohne die HOWO­GE, theo­re­tisch genau­so mög­lich wie mit der HOWO­GE.“

GiB:

Das ist schlicht unzu­tref­fend. Zwar kann man Schu­len ver­kau­fen und auch Schul­grund­stü­cke. Dafür ist es aber Vor­aus­set­zung, dass die Schu­len zuvor geschlos­sen wer­den. Das geht in Zei­ten wach­sen­der Schü­ler­zah­len aber nicht. Für Schu­len, in denen Schul­be­trieb statt­fin­det gibt es aber gar kei­nen Markt, wes­we­gen nicht mög­lich ist, dafür Käu­fer zu fin­den. Das liegt ein­fach dar­an, dass Schu­len in staat­li­cher Orga­ni­sa­ti­on kei­ne Gewin­ne abwer­fen. Es gibt hin­ge­gen einen Markt für GmbHs. Und es gibt einen Markt für ÖPP-Pro­jek­te.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Für die Links­frak­ti­on ist eine Pri­va­ti­sie­rung von Schu­len aus­ge­schlos­sen und für die rot-rot-grü­ne Koali­ti­on in Ber­lin eben­so.“

GiB:

Bas­ta. Nur glaubt das den GSW-Ver­käu­fern kei­ner.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Das Risi­ko, dass Schu­len irgend­wann zum Pri­va­ti­sie­rungs­ob­jekt wer­den könn­ten, wird höher, wenn sie jetzt nicht saniert wer­den. Soll­te eine zukünf­ti­ge Lan­des­re­gie­rung Schu­len pri­va­ti­sie­ren wol­len, wäre dies leich­ter in der Stadt durch­zu­set­zen, wenn die Schu­len maro­de sind und mit der Pri­va­ti­sie­rung auch eine Sanie­rung ver­spro­chen wird.“

GiB:

Wenn das stimmt, haben ver­gan­ge­ne Lan­des­re­gie­run­gen das Risi­ko, dass Schu­len pri­va­ti­siert wer­den, mas­siv erhöht. Macht sich die Lin­ke dar­an, die ver­ant­wort­li­chen die­ser Poli­tik auch zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen? Dazu gehö­ren Micha­el Mül­ler als dama­li­ger Stadt­ent­wick­lungs­se­na­tor, Andre­as Gei­sel als dama­li­ger Stadt­ent­wick­lungs­se­na­tor, San­dra Schee­res als dama­li­ge Schul­se­na­to­rin. Das sind aber gera­de die Part­ner der Lin­ken! Wie löst die Lin­ke die­sen Wider­spruch auf?

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Auch inso­fern ist das Sanie­rungs­pro­gramm eine Stär­kung der öffent­li­chen Infra­struk­tur.“

GiB:

Die Schu­len sind maro­de und mit der Pri­va­ti­sie­rung wird auch eine Sanie­rung ver­spro­chen — von der Lin­ken! Und nun? Das Argu­ment wird es dann logisch, wenn mit dem Sanie­rungs­pro­gramm gleich­zei­tig Pri­va­ti­sie­rung wirk­sam aus­ge­schlos­sen wird. Das ist aber gera­de nicht der Fall.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

■ Recht­lich wird ein Ver­kauf der Grund­stü­cke an Pri­va­te durch die Bele­gung mit den Erb­bau­rech­ten sogar erschwert.“

GiB:

Durch die Pri­va­ti­sie­rung wird in der Tat eine wei­te­re Pri­va­ti­sie­rung erschwert, aber das ist (für lin­ke Poli­tik) sicher kein Grund, sich zu rüh­men. Durch die Abga­be der Erb­bau­rech­te an eine GmbH wird der wirt­schaft­lich inter­es­san­te Teil der Grund­stü­cke in ein han­del­ba­res Finanz­pro­dukt über­tra­gen.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Gleich­zei­tig wer­den die Rech­te der Bezir­ke als Schul­trä­ger und Besit­zer der Grund­stü­cke in ent­spre­chen­den Pacht­ver­trä­gen für die Dau­er der Über­tra­gung der Erb­bau­rech­te fest­ge­schrie­ben.“

GiB:

Die Rech­te und Pflich­ten der Bezir­ke als Schul­trä­ger und Eigen­tü­mer (!) der Grund­stü­cke sind der­zeit voll­um­fäng­lich erhal­ten. Jede Über­füh­rung der Rech­te in Pacht­ver­trä­ge schwächt die­se Rech­te erheb­lich. Ob die Bezir­ke künf­tig zu ihrem Recht kom­men, hängt davon ab, ob heu­te alles für die kom­men­den 20 bis 33 Jah­re erfor­der­li­che auch rechts­wirk­sam fest­ge­hal­ten wird. Und ob Gerich­te dann die Ver­trä­ge genau­so inter­pre­tie­ren wie die Bezir­ke sei­ner­zeit vor Ver­trags­ab­schluss. Das Pro­blem mit sol­chen lang­lau­fen­den Ver­trä­gen kann übri­gens auch bei zahl­rei­chen ÖPP-Pro­jek­ten beob­ach­tet wer­den. Am 18. Mai tref­fen sicher Bund und die A1 mobil GmbH vor Gericht. Die A1 mobil GmbH sieht in dem Pacht­ver­trag die Berech­ti­gung zur Erhe­bung einer Nach­for­de­rung von fast einer Mil­li­ar­de Euro. Das ent­spricht etwa dem ursprüng­lich geplan­ten Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men.“

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Für die Lin­ke ist eine Pri­va­ti­sie­rung der Schu­len aus­ge­schlos­sen.“

GiB:

Bas­ta. Nur glaubt das den GSW-Ver­käu­fern kei­ner.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Um Pri­va­ti­sie­rung von öffent­li­chem Eigen­tum gene­rell zu ver­hin­dern, set­zen wir uns für eine all­ge­mein­ver­bind­li­che Pri­va­ti­sie­rungs­brem­se in der Ber­li­ner Ver­fas­sung ein.“

GiB:

Um nicht gegen die Wand zu fah­ren, baut die Lin­ke eine Brem­se ein. Aber was nützt die Brem­se, wenn erst gegen die Wand gefah­ren und dann erst die Brem­se ein­ge­baut wird? Dazu kommt: Jetzt in Sachen Schul­pri­va­ti­sie­rung NICHT gegen die Wand zu fah­ren kann die Lin­ke mit ihrem Stim­men­an­teil bewir­ken. Für eine Ver­fas­sungs­än­de­rung feh­len der Lin­ken jedoch die Mehr­hei­ten.

 

Die Lin­ke Ber­lin:

Gleich­zei­tig erhö­hen wir die recht­li­chen Hür­den für Pri­va­ti­sie­run­gen. So haben wir zum Bei­spiel die Pri­va­ti­sie­rung von Schul­grund­stü­cken im Haus­halts­ge­setz aus­ge­schlos­sen.“

GiB:

Wenn die die Pri­va­ti­sie­rung von Schul­grund­stü­cken im Haus­halts­ge­setz aus­ge­schlos­sen wäre, dann wäre die gan­ze Kon­struk­ti­on mit Erb­bau und Ein­re­de­ver­zicht ja gar nicht mög­lich. Die Behaup­tung ist also ganz offen­sicht­lich unzu­tref­fend, die Hür­de unwirk­sam. Auch der Plu­ral ist nicht gerecht­fer­tigt, denn es gibt auch kei­ne ande­ren Hür­den. Statt­des­sen einem Pri­va­ti­sie­rungs­ver­bot fin­det man erstaun­li­cher­wei­se weit­rei­chen­de Zuge­ständ­nis­se an Öffent­lich-Pri­va­te Part­ner­schaf­ten (ÖPP):

§ 3
Gewähr­leis­tungs­er­mäch­ti­gun­gen

(4) Die Senats­ver­wal­tung für Finan­zen wird ermäch­tigt, bei Son­der­fi­nan­zie­run­gen und öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schaf­ten im Sin­ne von § 7 für von Objekt­trä­gern auf­zu­neh­men­de Fremd­mit­tel zur Ver­bes­se­rung der Kre­dit­kon­di­tio­nen, ins­be­son­de­re zur Inan­spruch­nah­me von Kre­di­ten aus För­der­pro­gram­men der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau, Bürg­schaf­ten bis zu 200.000.000 Euro zu über­neh­men.

§ 7
Son­der­fi­nan­zie­run­gen und öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaf­ten

(1) Durch den Abschluss von Lea­sing-, Miet­kauf- und ähn­li­chen Ver­trä­gen (Son­der­fi­nan­zie­run­gen und öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaf­ten) dür­fen Ver­pflich­tun­gen zu Las­ten künf­ti­ger Haus­halts­jah­re ein­ge­gan­gen wer­den. Die Senats­ver­wal­tung für Finan­zen wird ermäch­tigt, mit Zustim­mung des Haupt­aus­schus­ses des Abge­ord­ne­ten­hau­ses Son­der­fi­nan­zie­run­gen und öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaf­ten zuzu­las­sen; […]
(2) Im Haus­halt bereits ver­an­schlag­te Inves­ti­ti­ons­maß­nah­men kön­nen mit Zustim­mung des Haupt­aus­schus­ses des Abge­ord­ne­ten­hau­ses durch alter­na­ti­ve Beschaf­fungs- und Errich­tungs­for­men (wie Son­der­fi­nan­zie­run­gen und öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaf­ten) ersetzt wer­den. […]

Ver­ste­he das wer will. Sowohl die SPD Ber­lin als auch Die Lin­ke Ber­lin sind doch gegen ÖPP?

Ein Kommentar »

  • nero sagt:

    Es ist mehr als aben­teu­er­lich, dass die LIN­KE sich hier in die­ser Wei­se stock­dumm stellt, wenn es dar­um geht, die bekann­ten Inter­es­sen der Ber­li­ner SPD (Land und Bund) zur Ver­wirk­li­chung der GG-Ände­rung vom Som­mer 2017 beflis­sent­lich umzu­set­zen.

    So behäm­mert kon­nen doch die Her­ren Lede­rer und ande­re LIN­KE Senats­ver­ant­wort­li­che nicht sein, um nicht zu erken­nen, dass ihr Schrei­ben an die Kreis­ver­bän­de “Zum Schul­bau” ein unglaub­wür­di­ges Nach­ge­plap­per von bekann­tem neo­li­be­ra­lem Pri­va­ti­sie­rungs­mi­mi­kry dar­stellt, das die LIN­KE im Bun­des­tag sei­ner­zeit noch vehe­ment ver­bal abge­lehnt und demas­kiert hat.

    Aber schon die dama­li­ge Zustim­mung Thü­rin­gens hat gezeigt, dass sich auch die LIN­KE den mäch­ti­gen Kapi­tal­in­ter­es­sen ser­vil unter­wirft, wenn die Koali­ti­ons­part­ner ner­vös die Augen­brau­en hoch­zie­hen und die oppo­si­ti­ons­na­he Pres­se schon die Grif­fel spitzt, um staats­be­dro­hen­de Angrif­fe von Sozia­lis­ten “auf die Demo­kra­tie” anzu­pran­gern.

    Aller­dings sind in der neo­li­be­ra­len Vor­stel­lungs­welt von meh­re­ren BWL-Genera­tio­nen und im Sprach­ge­brauch von Par­tei­en und Medi­en mitt­ler­wei­le die Begrif­fe “Demo­kra­tie” und “(unge­hemm­te) Markt­wirt­schaft” schon fast iden­tisch gewor­den, so dass über­stei­ger­te Gewin­ne von Pri­va­ten auch dann noch als volks­wirt­schaft­li­cher Nut­zen geprie­sen wer­den wer­den, wenn unver­zicht­ba­re All­ge­mein­gü­ter der Bevöl­ke­rung meist­bie­tend ver­hö­kert wer­den.

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