Pressemitteilung
Wohnungsbauargument rechtfertig Abriss des SEZ nicht
Sechster Runder Tisch SEZ verabschiedet Erklärung
Berlin, den 28. Januar 2026: Der Runde Tisch SEZ wies auf seiner gestrigen sechsten Sitzung das Argument, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum den Abriss des SEZ erforderlich mache, zurück. Die Erklärung im Wortlaut:
„Sechster Runder Tisch SEZ | 27. Januar 2026
Erklärung zum Wohnungsbau auf dem SEZ-Gelände
Bausenator Christian Gaebler behauptet weiterhin, der Abriss des SEZ sei notwendig, um in Berlin ausreichend bezahlbare Wohnungen zu ermöglichen. Der Runde Tisch SEZ stellt fest, dass die notwendige Schaffung bezahlbarer Wohnungen den Abriss des SEZ nicht erfordert. Das SEZ hatte eine wichtige Freizeit- und Erholungsfunktion und bietet auch künftig dieses Potential.
- Der Bezirk hat schon heute eine der höchsten Einwohnerdichten in ganz Europa und ist bei der sozialen Infrastruktur unterversorgt. Zusätzlicher Wohnungsbau an dieser Stelle verschärft dieses Defizit. Eine zusätzliche Verdichtung durch Wohnungsbau ist auf dem Gelände des Volksparks nicht sinnvoll.
- Der Abriss des SEZ ist mit enormen Kosten und der Vernichtung bestehender baulicher Ressourcen verbunden. Abriss und Neubau führen zu einem hohen ökologischen Fußabdruck und sind mit Berlins Klimazielen nicht vereinbar.
- Für jede der geplanten 300 geförderten Wohnungen ist durch den Abriss mit hohen zusätzlichen Kosten zu rechnen, die bei den meisten anderen Wohnungsbaustandorten nicht anfallen würden. Mit diesem Geld (aus Steuermitteln) kann an anderer Stelle deutlich mehr bezahlbarer Wohnraum gebaut werden.“
Carl Waßmuth, Sprecher von Gemeingut in BürgerInnenhand, sorgt sich um die Demokratie in Berlin:
„Das Agieren von Bausenator Christian Gaebler (SPD) ist besorgniserregend. Er verweigert jedes Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema SEZ. In den letzten zwei Jahren schlug er insgesamt acht Einladungen aus und schob „terminliche“ Gründe vor. Das ist scheinheilig, denn auf die mehrfache Bitte, einen eigenen Terminvorschlag zu machen, ist er nie eingegangen.“
Das Wohnungsbauargument von Gaebler nennt Waßmuth autokratisch:
„Gaebler beruft sich gegenüber Parlament und Presse darauf, dass am SEZ-Standort Wohnungen gebaut werden müssten. Dabei missbraucht er die berechtigte Forderung nach bezahlbaren Mieten für seine Klientelpolitik zugunsten von Bauindustrie und Spekulanten. Die Abwägung, ob Wohnungsneubau an jedem Ort und zu jeglichen Kosten sinnvoll ist, lässt er in autokratischer Manier nicht zu. “
Gemeingut setzt sich gegen den Abriss des SEZ ein. Dazu werden Aktionen und Veranstaltungen organisiert sowie Infomaterial erstellt. In zwei Petitionen werden Unterschriften gesammelt.
https://www.gemeingut.org/petition-sez-denkmalschutz/
https://www.gemeingut.org/petition-rettet-das-sez/