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Volks­in­itia­ti­ve gegen Schul­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin gestar­tet

3 Januar 2018

Schu­le mit beschränk­ter Haf­tung? © GiB

Pres­se­mit­tei­lung von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) e.V.

Schul­pri­va­ti­sie­rung droht 2018 ganz Deutsch­land

Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) hat heu­te bei einem “Kater­früh­stück” eine Volks­in­itia­ti­ve gegen Schul­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin gestar­tet. Die Akti­ven prä­sen­tier­ten die Initia­ti­ve “Unse­re Schu­le” bei Roll­mops und sau­ren Gur­ken als Rezept gegen ein von zu viel Pri­va­ti­sie­rung ver­ka­ter­tes Ber­lin. Dazu Doro­thea Här­lin, pen­sio­nier­te Stu­di­en­rä­tin und imVor­stand von GiB:

In aller­See­len­ru­he treibt der Senat die Pri­va­ti­sie­rung des Schul­baus in Ber­lin vor­an, und das Abge­ord­ne­ten­haus war­tet ab.  Damit ist jetzt Schluss! Wir wol­len dem nicht län­ger taten­los zuse­hen. Wenn die Abge­ord­ne­ten sich nicht mit der Sache befas­sen wol­len, müs­sen die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sie eben dazu zwin­gen. Des­halb star­ten wir jetzt die Volks­in­itia­ti­ve ‘Unse­re Schu­len’. Sobald wir 20.000 Unter­schrif­ten zusam­men haben, müs­sen wir im Par­la­ment ange­hört wer­den. Bis­her hat der Senat ein Gespräch mit uns kon­se­quent ver­wei­gert.“

Carl Waß­muth, einer der fünf Ver­trau­ens­per­so­nen der Initia­ti­ve und Spre­cher von GiB:

Die Ber­li­ner Schu­len müs­sen im öffent­li­chen Eigen­tum mit öffent­li­chen Gel­dern saniert und aus­ge­baut wer­den – das ist der schnells­te Weg und auch das sichers­te, güns­tigs­te und demo­kra­tischs­te Vor­ge­hen. Wer möch­te, kann die­se For­de­rung jetzt mit sei­ner Unter­schrift direkt ins Abge­ord­ne­ten­haus brin­gen.

Dass es dabei um weit mehr als um Ber­lin geht, stell­ten die Pri­va­ti­sie­rungs­kri­ti­ker Wer­ner Rüge­mer aus Köln und Her­bert Storn aus Frank­furt am Main dar. Her­bert Storn von der GEW Hes­sen, Mit­glied im GEW-Bezirks­vor­stand Frank­furt a. M.:

Es ist absurd: Jetzt wer­den in Ber­lin und bald in ganz Deutsch­land die Schu­len für 30 Jah­re an Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten über­tra­gen. Man fasst sich an den Kopf. Sol­len die Schu­len jetzt wohn­li­cher gemacht wer­den? Statt die Poli­tik des Staats­ab­baus zu kor­ri­gie­ren, wird mit der ‘Schul­den­brem­se’, die den Staat mit einem Kre­dit­auf­nah­me­ver­bot kne­belt, wei­ter Pri­va­ti­sie­rungs-Poli­tik betrie­ben.”

Wer­ner Rüge­mer ord­net die Vor­gän­ge ein in die bis­he­ri­ge und teu­re staat­li­che ÖPP-För­de­rung an Schu­len in ganz Deutsch­land. In Köln kam es kürz­lich sogar wie­der zu einer Neu­be­auf­tra­gung eines aggres­si­ven ÖPP-Inves­tors. Dabei wird mit soge­nann­ten Pro­jekt-GmbHs getrickst – wie jetzt auch in Ber­lin geplant. Wer­ner Rüge­mer, Publi­zist und inter­ven­tio­nis­ti­scher Phi­lo­soph und Mit­glied im wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat von attac zu den Mög­lich­kei­ten so einer Schul-GmbH:

Die GmbH kann Kre­di­te auf­neh­men, kann die für die Zukunft ver­ein­bar­ten Mie­ten an Inves­to­ren ver­kau­fen (For­fai­tie­rung mit Ein­re­de­ver­zicht), kann Unter­neh­men wie Coca-Cola gegen Gebüh­ren Wer­bung betrei­ben las­sen, kann in der schul­frei­en Zeit die Räu­me ander­wei­tig ver­mie­ten, kann Auf­la­gen für die Innen­aus­stat­tung machen. Wenn die GmbH über­schul­det ist, kann sie die Mie­te nach­träg­lich erhö­hen, kann die GmbH ganz oder teil­wei­se ver­kau­fen – oder sie kann in die Insol­venz gehen und damit Fol­ge­kos­ten pro­du­zie­ren – oder kann mit Insol­venz dro­hen und damit Nach­for­de­run­gen durch­set­zen.”

Vor die­sem Hin­ter­grund erscheint die neue Volks­in­itia­ti­ve drin­gend nötig, um dem GmbH-Phä­no­men Ein­halt zu gebie­ten, bevor es auf Schu­len ganz Deutsch­land über­greift. Die zen­tra­len For­de­run­gen der Initia­ti­ve sind daher:

Schu­len end­lich sanie­ren: JA! Neue Schu­len bau­en: JA! Schu­len in öffent­li­cher Hand: JA! Über­tra­gung von Schul­im­mo­bi­li­en in das Pri­vat­recht: NEIN!  Grün­dung einer Schul-GmbH: NEIN! Unse­re Schu­len müs­sen öffent­lich blei­ben! Kei­ne Über­tra­gung von Schul­im­mo­bi­li­en in das Pri­vat­recht! Wir for­dern:

  • Schu­len öffent­lich bau­en, erhal­ten, betrei­ben und finan­zie­ren statt   Über­tra­gung von Schu­len in eine pri­vat­recht­li­che GmbH
  • Aus­bau des Per­so­nals in den Schu­len und Bau­äm­tern in öffent­li­cher Hand statt  Spar­dik­tat und Abwer­ben von Fach­kräf­ten durch die GmbH
  • Schul­grund­stü­cke im Eigen­tum der Bezir­ke belas­sen, statt   die Bezir­ke zu Mie­tern ihrer Schu­len zu machen”

Jetzt Volks­in­itia­ti­ve unter­schrei­ben

Unter­schrif­ten­lis­ten für die Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­le” kön­nen im Büro von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand abge­holt oder ange­for­dert wer­den bzw. ste­hen hier zum Down­load bereit.

 

Zusam­men­fas­sun­gen der Refe­ra­te der Pres­se­kon­fe­renz vom 3. Janu­ar 2018

Impres­sio­nen von der GiB-Pres­se­kon­fe­renz am 3. Janu­ar 2018

GiB-Pres­se­kon­fe­renz zum Auf­takt der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” am 3. Janu­ar 2018. Auf dem Podi­um: Carl Waß­muth, Doro­thea Här­lin, Her­bert Storn, Wer­ner Rüge­mer (v.l.n.r.). Foto: © Klaus Ihlau

GiB-Pres­se­kon­fe­renz zum Auf­takt der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” am 3. Janu­ar 2018. Der frü­he­re Bau­lei­ter Die­ter Arbei­ter unter­stützt die Volks­in­itia­ti­ve von GiB. Foto © Klaus Ihlau

GiB-Pres­se­kon­fe­renz zum Auf­takt der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­le” am 3. Janu­ar 2018. Die­ter Arbei­ter pro­tes­tiert als Pri­va­ti­sie­rungs­gei­er gegen die Schul­pri­va­ti­sie­rung. Foto © Frank Wecker

 

 

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