Home » Allgemein, Autobahn, Eigene Pressemitteilungen, Fremde Pressemitteilungen, GG-Änderung, Mobilität, Presse, Pressemitteilungen

Stu­die zu Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land vor­ge­stellt

29 Februar 2016

Gesell­schaft des Bun­des soll pri­va­tem Kapi­tal Zugang zu öffent­li­chen Infra­struk­tu­ren ver­schaf­fen

logo_verdi rls_logo

In einer Stu­die im Auf­trag der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und der Gewerk­schaft ver.di hat Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) Ent­wick­lun­gen zu Pri­va­ti­sie­run­gen im Bereich der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land unter­sucht. Ein Schwer­punkt lag dabei im Bun­des­fern­stra­ßen­bau. Mit der Stu­die konn­te auf­ge­zeigt wer­den, dass das von der Fratz­scher-Kom­mis­si­on vor­ge­schla­ge­ne Pro­jekt Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft zeit­lich bereits deut­lich vor der Vor­stel­lung des Fratz­scher-Berichts durch Regie­rungs­han­deln vor­be­rei­tet wur­de und wei­ter­hin in flan­kie­ren­den Geset­zen beglei­tet wird. Es wird deut­lich, dass die Bun­des­re­gie­rung weit mehr als eine Ver­wal­tungs­re­form anstrebt. Das Vor­ha­ben ist ein­ge­bet­tet in eine Rei­he von Geset­zen, die das eigent­li­che Ziel stüt­zen sol­len, pri­va­tem Kapi­tal den Zugang zu öffent­li­chen Infra­struk­tu­ren und den dar­an gekop­pel­ten Steu­er- und Gebüh­ren­gel­dern zu ver­schaf­fen.

Eine wie von der Bun­des­re­gie­rung geplan­te Pri­va­ti­sie­rung der öffent­li­chen Infra­struk­tur bedroht 18.000 Arbeits­plät­ze in den Auf­trags­ver­wal­tun­gen der Län­der“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Wolf­gang Pie­per. ver.di begrü­ße daher das Votum der Län­der­ver­kehrs­mi­nis­ter und warnt gleich­zei­tig vor einem Kom­pro­miss, der eine Pri­va­ti­sie­rung durch die Hin­ter­tür ermög­li­chen wür­de.

Das Vor­ha­ben Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft steht zudem im Zusam­men­hang mit lau­fen­den und geplan­ten Öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schaf­ten (ÖPP). ÖPPs sind der­zeit schon eine Form von Pri­vat­ka­pi­tal auf Pro­jekt­ebe­ne. Mit einem zen­tra­li­sier­ten und im Pri­vat­recht ange­sie­del­ten Unter­neh­men des Bun­des wie einer Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft oder auch einer »Kapi­tal­sam­mel­stel­le für Fern­stra­ßen« könn­te ÖPP insti­tu­tio­na­li­siert wer­den. Ins­ge­samt geht es um die Pri­va­ti­sie­rung von Auf­trags­vo­lu­mi­na in der Grö­ßen­ord­nung von 150 bis 300 Mrd. Euro. Die Gesell­schaft des Bun­des wür­de dabei die Rah­men­struk­tur bil­den, ÖPP und aus­ge­ge­be­ne Anlei­hen die Anla­ge­form. Dar­über hin­aus bestün­de spä­ter die Mög­lich­keit, die Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft oder Kapi­tal­sam­mel­stel­le selbst zu (teil-)privatisieren.

Privatisierungsstudie_2016_TitelblattAktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei der Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land

mit beson­de­rem Fokus auf Bun­des­fern­stra­ßen

Kat­ja Thie­le, Carl Waß­muth | Ber­lin | Febru­ar 2016

Stu­die im Auf­trag der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di

Die Stu­die zum Down­load: www.gemeingut.org/privatisierungsstudie

Kommentar hinterlassen:

Hinterlasse dein Kommentar. Du kannst die Kommentare auch via RSS abonnieren.

Sei freundlich. Bleib beim Thema. Kein Spam.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.