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Öffent­li­che Gesund­heits­leis­tun­gen und Bil­dung redu­zie­ren Ein­kom­mensun­gleich­hei­ten um bis zu 20 Pro­zent

14 April 2014

 

Bild: Oxfama

Bild: Oxfam

Bericht und Pres­se­mit­tei­lung von Oxfam, vom 3.4.2014.

Öffent­li­che Dienst­leis­tun­gen wie gebüh­ren­freie Schu­len und Gesund­heits­für­sor­ge tra­gen wesent­lich dazu bei, sozia­le Ungleich­heit und Benach­tei­li­gung zu bekämp­fen. Sie kom­men jedem zugu­te, nüt­zen aber vor allem den Ärms­ten. Zu die­sem Schluss kommt der heu­te ver­öf­fent­lich­te Oxfam-Bericht “Working for the Many”, der sich u.a. auf Daten der OECD, der Welt­bank und des IWF stützt. Danach redu­zie­ren Inves­ti­tio­nen in öffent­li­che Gesund­heits- und Bil­dungs­sys­te­me Ein­kom­mensun­gleich­hei­ten um bis zu 20 Pro­zent.

Durch­schnitt­lich sto­cken öffent­li­che Leis­tun­gen in den OECD-Län­dern das Net­to­ein­kom­men der ärms­ten Bevöl­ke­rungs­schich­ten indi­rekt um bis zu 76 Pro­zent auf. Umge­kehrt bedeu­tet das: Staat­li­che Kür­zun­gen bei Bil­dung und Gesund­heit trei­ben Ein­kom­mens­schwa­che tie­fer in die Armuts­fal­le. Die­ser Mecha­nis­mus wirkt auch in Ent­wick­lungs­län­dern”, sagt Tobi­as Hau­s­child, Refe­rent für Ent­wick­lungs­fi­nan­zie­rung bei Oxfam. Trotz­dem kürz­ten zwi­schen 2008 und 2012 mehr als die Hälf­te aller Ent­wick­lungs­län­der auf­grund der welt­wei­ten Finanz- und Wirt­schafts­kri­se ihre Bil­dungs­aus­ga­ben und sogar zwei Drit­tel von ihnen die Mit­tel für Gesund­heits­für­sor­ge. “Sol­che Ein­schnit­te tref­fen vor allem die­je­ni­gen, die bereits zu den Ärms­ten der Armen gehö­ren. Zum Bei­spiel müss­te eine durch­schnitt­li­che paki­sta­ni­sche Fami­lie 127 Pro­zent ihres Ein­kom­mens aus­ge­ben, um alle ihre Kin­der auf eine ‚bil­li­ge’ Pri­vat­schu­le zu schi­cken”, so Hau­s­child. Wei­te­re alar­mie­ren­de Bei­spie­le aus dem Bericht:

  • Die Kos­ten für ihre Gesund­heits­für­sor­ge trei­ben jedes Jahr welt­weit 150 Mil­lio­nen Men­schen in den  finan­zi­el­len Ruin.
  • Jeden Tag ster­ben welt­weit 800 Frau­en wäh­rend der Geburt, 795 von ihnen in Ent­wick­lungs­län­dern.
  • Der­zeit kön­nen 57 Mil­lio­nen Kin­der nicht zur Schu­le gehen. Die Chan­ce eines Kin­des, wenigs­tens vier Jah­re die Schu­le zu besu­chen, hal­biert sich, wenn es aus einer armen Fami­lie stammt.

Oxfam for­dert daher von den Regie­run­gen, sozia­le Leis­tun­gen aus­zu­bau­en, statt sie zu beschnei­den und Pri­va­ti­sie­run­gen im öffent­li­chen Sek­tor zu stop­pen. Erst kürz­lich hat­te Oxfam in einer Stu­die auf die wach­sen­de sozia­le Ungleich­heit hin­ge­wie­sen: So besit­zen der­zeit die 85 reichs­ten Men­schen so viel Ver­mö­gen wie die ärme­re Hälf­te der Welt­be­völ­ke­rung — das sind 3,5 Mil­li­ar­den Men­schen.

Bei­de Berich­te gibt es hier: http://www.oxfam.de/publikationen/Soziale-Ungleichheit

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