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Bun­des­rech­nungs­hof for­dert, Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung grund­ge­setz­lich aus­zu­schlie­ßen

24 April 2017

Der Bun­des­rech­nungs­hof for­dert, die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung grund­ge­setz­lich aus­zu­schlie­ßen.

Weit­rei­chen­de Begren­zung von ÖPP wür­de das Modell fak­tisch beer­di­gen.

Ber­lin, den 24.4.2017: In einer aktu­el­len Stel­lung­nah­me weist der Bun­des­rech­nungs­hof (BRH) dar­auf hin, dass das gesam­te Auto­bahn­net­zes oder Tei­le funk­tio­nal pri­va­ti­siert wer­den kön­nen. Er for­dert, dies grund­ge­setz­lich aus­zu­schlie­ßen.

Zudem for­dert der BRH, ÖPP gesetz­lich zu begren­zen. Nicht über­schrit­ten wer­den sol­len Auf­trags­wer­te der Ver­trä­ge von 500 Mil­lio­nen EUR, eine Stre­cke von 100 km oder eine Lauf­zeit von 10 Jah­ren. Das kom­men­tiert Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te, Spre­che­rin von GiB:

Mikes­Pho­tos / 879 images, pixabay.de, CC0 Public Domain

“Es ist gut, dass der Bun­des­rech­nungs­hof klar­ge­stellt hat, dass wei­ter­hin die Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung droht. Damit sind die Aus­sa­gen des Koa­lis­ti­ons­sau­schus­ses, Pri­va­ti­sie­rung wür­de aus­ge­schlos­sen, als Täu­schung ent­larvt. Die Pri­va­ti­sie­rung soll durch Grund­ge­setz­än­de­rung ermög­licht wer­den, sie kann auch nur auf Ebe­ne des Grund­ge­set­zes ver­hin­dert wer­den. Auch das stellt der Bun­des­rech­nungs­hof klar. Wir sagen: Die­se Grund­ge­setz­än­de­rung ist brand­ge­fähr­lich. Statt jetzt in Zeit­not am Grund­ge­setz her­um­zu­fli­cken soll­te der Bun­des­tag  die Grund­ge­setz­än­de­rung kom­plett ableh­nen.”

Carl Waß­muth, Infra­struk­tur­ex­per­te von GiB, kom­men­tiert die Vor­schlä­ge zur Begren­zung von ÖPP:

ÖPP ist teu­er und schäd­lich für die Demo­kra­tie. Die Bun­des­re­gie­rung will aber bis­he­ri­ge Schran­ken für ÖPP auf­he­ben und dem pri­va­ten Kapi­tal frei­en Zugang zu unse­rer Daseins­vor­sor­ge ver­schaf­fen. Was der Bun­des­rech­nungs­hof vor­schlägt, stellt sich dem ent­ge­gen: Hät­te man vor 15 Jah­ren ein Gesetz mit die­sen Schrann­ken gehabt, gäbe es heu­te kein ein­zi­ges Auto­bahn-ÖPP-Pro­jekt. Wir hät­ten Mil­li­ar­den Euro an Steu­er­geld gespart.”

Die Aus­sa­gen aus dem BRH-Gut­ach­ten im Wort­laut:

Ange­sichts der mit einer funk­tio­na­len Pri­va­ti­sie­rung von Teil­net­zen ein­her­ge­hen­den Pro­ble­me emp­fiehlt der Bun­des­rech­nungs­hof, eine funk­tio­na­le Pri­va­ti­sie­rung von Teil­net­zen grund­ge­setz­lich aus­zu­schlie­ßen und den Umfang der Ver­ga­be an Drit­te im Gesetz ein­zu­schrän­ken.” (S. 4)

Er [der Bun­des­rch­nungs­hof] emp­fiehlt daher, den Arti­kel 90 Absatz 1 Grund­ge­setz-E wie folgt zu ergän­zen:
„Eine Pri­va­ti­sie­rung von Teil­net­zen ist aus­ge­schlos­sen; das Nähe­re regelt ein Bun­des­ge­setz.”
Dar­über hin­aus soll­te in § 5 Absatz 3 InfrGG fol­gen­der Satz ein­ge­fügt wer­den:
„Eine Pri­va­ti­sie­rung von Teil­net­zen im Sin­ne von Arti­kel 90 Absatz 1 Satz 3 Grund­ge­setz liegt vor, wenn bei der Beauf­tra­gung Drit­ter der Auf­trags­wert des Ver­tra­ges zum Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses [500] Mil­lio­nen EUR über­steigt und der Ver­trag eine Stre­cke von min­des­tens [100] km Bun­des­au­to­bahn betrifft und eine Lauf­zeit von [10] Jah­ren über­schrei­tet.” (S. 16)

      
Pres­se­kon­takt:
      

Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te,  0176–23320373
Carl Waß­muth, Tel. 0179–7724334

Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) tritt ein für die Bewah­rung und Demo­kra­ti­sie­rung öffent­li­cher Ein­rich­tun­gen der Daseins­vor­sor­ge. Gemein­gü­ter wie Was­ser, Bil­dung, Mobi­li­tät, Ener­gie und vie­les ande­re soll zurück­ge­führt wer­den unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le. Ein inhalt­li­cher Schwer­punkt unse­rer Arbeit gegen Pri­va­ti­sie­rung ist die Auf­klä­rung über ÖPP.

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