Klinikrettung jetzt – Aufruf unterschreiben!

Liebe Freundinnen und Freunde der öffentlichen Daseinsvorsorge,

wer am 28. Oktober die Plusminus-Sendung auf ARD gesehen hat, war sicher verblüfft. „Wir leisten uns in Deutschland extrem viele Krankenhäuser.“ sagte Prof. Dr. Reinhard Busse, als ob er von einer Luxusware und nicht von der Grundversorgung im Gesundheitsbereich sprechen würde. Busse wiederholt seine Empfehlung zur Krankenhausreduzierung unverändert seit 2016. Doch seit Frühjahr 2020 haben wir eine Covid-19-Pandemie und werden immer wieder ermahnt, zuletzt Ende Oktober von Gesundheitsminister Jens Spahn, uns gemeinsam anzustrengen, um „die Kurve abzuflachen und das Gesundheitssystem nicht zu überfordern“. Wie passt es zur aktuellen Situation, dass die Schließungslobby weiterhin Klinikabbau fordert und – noch schlimmer – Bund und Länder ihr tatsächlich folgen? Auch jetzt, während der Pandemie, werden Kliniken geschlossen, und die Schließungen werden mit öffentlichen Geldern gefördert. Diesen Abbau müssen wir verhindern. Helfen Sie mit, unterschreiben Sie unsere Petition an Gesundheitsminister Jens Spahn.

Das Hauptargument, das die Schließungslobby aktuell bemüht, ist der Personalmangel: Wir hätten zwar genug Betten, aber leider zu wenig Personal, um die PatientInnen zu versorgen. Ihre „Lösung“ für das Problem: einfach einige Kliniken schließen. Dadurch verlagern sich Patientenströme, aber der Personalschlüssel verbessert sich nicht. Kein Patient erhält mehr ärztliche und pflegerische Zuwendung durch Krankenhausschließungen. Zumal der Personalengpass nicht neu ist. Zu wenig, schlecht bezahlt, ausgebrannt … – alles bekannt. Die Regierungen hatten jahrelang Zeit, das Problem zu beheben. Die Zeit haben sie verstreichen lassen und versuchen jetzt, mit dem Druck der Pandemie den Personalmangel vorzuschieben, um Klinikschließungen zu legitimieren und weiter durchzuziehen.

Die Probleme liegen vielmehr im völlig verqueren Finanzierungssystem. Der Bundesrechnungshof hat im September bestätigt, dass die Hälfte aller Kliniken in Deutschland rote Zahlen schreibt, zehn Prozent sind akut von Schließung bedroht. Uns steht eine Schließungswelle bevor. Viele Menschen werden von einer stationären Versorgung in der Fläche abgeschnitten und müssen dann weitere Wege in die Ballungsräume zu den angedachten „Super-Kliniken“ in Kauf nehmen. Aber in den Kliniken der Großstädte gibt es schon jetzt Engpässe und Aufnahmestopps. Beides, lange Anfahrtszeiten und Engpässe, führt zu vermeidbaren Todesfällen. Wir sagen: „Krankenhausschließungen gefährden unsere Gesundheit“ und fordern den Bundesgesundheitsminister auf, Klinikschließungen zu stoppen. Unterschreiben Sie unseren dringenden Appell gegen Klinikschließungen!

Verbreiten Sie bitte unseren Appell: Leiten Sie diese E-Mail weiter und sammeln Sie Unterschriften vor Ort. Hier gibt es die Unterschriftenliste für die Petition zum Herunterladen.

Mit herzlichen Grüßen
Laura Valentukeviciute und Katrin Kusche
für das Team von Gemeingut in BürgerInnenhand

PS: Gegen Personalmangel helfen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine Ausbildungs- und Anstellungskampagne statt Klinikschließungen.

PPS: In einem Bündnis versammeln wir derzeit all jene Initiativen und Einzelpersonen, die sich gegen Klinikschließungen wehren. Machen Sie mit. Kontaktieren Sie uns unter: info@gemeingut.org.

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