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Har­sche Kri­tik von Moni­tor an Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung

28 April 2017

Ges­tern Abend berich­te­te die ARD-Sen­dung Moni­tor über die von der Gro­ßen Koali­ti­on anvi­sier­te Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung. Der Ton der Sen­dung war außer­ge­wöhn­lich scharf. Mit den dubio­sen Machen­schaf­ten des poli­ti­schen Betriebs wie Wahl­kampf­tak­ti­ken wird hart ins Gericht gegan­gen.

Die Bericht­erstat­tung zur Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung hat­te in den letz­ten Wochen und Tagen deut­lich zuge­nom­men. Auch die ARD-Sen­dung Moni­tor berich­te­te ges­tern Abend um 21:45h über das Groß­pro­jekt der Bun­des­re­gie­rung – und bezieht eine kla­re Stel­lung. Das Pro­jekt Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung gehe ein­deu­tig auf Kos­ten der Steu­er­zah­le­rIn­nen und zu Las­ten aller Bür­ge­rin­nen und Bür­ger.

xenostral/ 5 images, pixabay.de, CC0 Public Domain

Obwohl die Nach­tei­le der geplan­ten „Infra­struk­tur­ge­sell­schaft Ver­kehr“, die in gro­ßem Stil ÖPP-Pro­jek­te ermög­li­chen wür­de, klar auf der Hand lie­gen, demen­tie­ren Finanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le (CDU) und Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Dob­rindt (CSU) die Pri­va­ti­sie­rungs­plä­ne. Wolf­gang Schäub­le äußert sich in der Sen­dung wie folgt: „Natür­lich arbei­ten wir auch dar­an, den Bereich Infra­struk­tur stär­ker für Inves­ti­tio­nen der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft und von Pen­si­ons­kas­sen und der ande­ren gro­ßen Kapi­tal­sam­mel­stel­len zu öff­nen“. Ver­kehrs­mi­nis­ter Dob­rindt ver­spricht:

Das kann ein Erfolgs­mo­dell sein, das uns die Chan­ce gibt, vie­le Infra­struk­tur­auf­ga­ben, die wir aus nor­ma­len Haus­hal­ten so nicht mehr finan­zie­ren kön­nen, zu lösen“. Mit der Aus­sa­ge kon­fron­tiert, die SPD wol­le eine Pri­va­ti­sie­rung im Grund­ge­setz noch ver­hin­dern, ant­wor­tet Vol­ker Kau­der (CDU) nur: „Dann soll­te sie es mal ver­su­chen“.

Dabei ist nicht ein­mal die­ser Ver­such sicher. So wie­der­holt SPD-Frak­ti­ons­chef Tho­mas Opper­mann zwar: „Das Eigen­tum an den Stra­ßen, und wenn Sie so wol­len das Eigen­tum an der Gesell­schaft, ist bei­des öffent­lich-recht­lich und wir wol­len hier kei­ne Pri­va­ti­sie­rung in die­sem Bereich“. Auf die Fra­ge, ob er das auch im Grund­ge­setz regeln wol­le, ant­wor­tet Opper­mann: “Das klä­ren wir in der Bera­tung“ — und ent­zieht sich allen wei­te­ren Nach­fra­gen.

Der Zynis­mus des Vor­ge­hens der Par­tei­spit­zen zur Durch­set­zung des Pro­jekts kommt dar­in deut­lich zum Aus­druck. Die Gro­ße Koali­ti­on regiert an Bür­ge­rin­nen und Bür­gern vor­bei und ver­kauft sie oben­drein als dumm. Demo­kra­ti­sche Kon­trol­le? Pus­te­ku­chen. Die Gro­ße Koali­ti­on, allen vor­an die SPD, treibt ein per­fi­des Spiel.

Der Bei­trag der Sen­dung ist in der ARD-Media­thek hier zu sehen.

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