Home » Aktion, Allgemein, GiB-Infobrief, Infrastruktur, Mobilität, PPP

GiB-Info­brief: Neue Kam­pa­gne gestar­tet: Gemein­gü­ter unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le!

1 März 2018

ÖPP kracht gegen dasn Finanz­mi­nis­te­ri­um. GiB-Akti­on am 19.9.2017, Foto: Rolf Zöll­ner

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de der Gemein­gü­ter,

in weni­gen Tagen wird sich zei­gen, ob es eine wei­te­re Gro­ße Koali­ti­on gibt oder nicht. Vie­le sagen, die Zei­chen stün­den auf “wei­ter Gro­Ko”. Für unse­re Gemein­gü­ter wäre das vor­aus­sicht­lich ziem­lich schlimm: Der Ent­wurf für den Koali­ti­ons­ver­trag ent­hält – teils ver­klau­su­liert, teils offen – zahl­rei­che Absichts­er­klä­run­gen, künf­tig umfas­send Pri­va­ti­sie­run­gen vor­an­zu­trei­ben. Dabei kommt Öffent­lich-Pri­va­ten Part­ner­schaf­ten (ÖPPs) eine Schlüs­sel­rol­le zu. ÖPPs sind die moder­ne Form von Pri­va­ti­sie­rung, und CDU/CSU und SPD wol­len sie offen­sicht­lich wei­ter för­dern. So hat man sich im Ent­wurf für den Koali­ti­ons­ver­trag bereits dar­auf fest­ge­legt, die von den Minis­tern Dob­rindt und Schäub­le 2015 vor­ge­schla­ge­ne „3. Staf­fel Auto­bahn-ÖPP“ umzu­set­zen. Allein die­ses Vor­ha­ben umfasst 15 Mil­li­ar­den Euro. Bei den ÖPP-übli­chen Kos­ten­stei­ge­run­gen könn­ten es auch 20 oder 25 Mil­li­ar­den Euro wer­den.

Um zu arg­wöh­nen, dass die nächs­te Gro­ße Koali­ti­on wie­der auf ÖPP setzt, hät­te man den Koali­ti­ons­ver­trag aber gar nicht benö­tigt. In der letz­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode wur­den schon vie­le gro­ße Vor­ha­ben umge­setzt, die gar nicht im Koali­ti­ons­ver­trag stan­den –  nicht zuletzt die Grund­ge­setz­än­de­run­gen zur Ermög­li­chung der Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung. Zu die­sen “Eben-mal-so-Vor­ha­ben” gehör­te auch der mas­si­ve Ein­satz von ÖPP: Allein von 2016 auf 2017 wur­de das ÖPP-Volu­men in Deutsch­land um 70 Pro­zent gestei­gert! Es ist kein Wun­der, dass die­se Zah­len von der ÖPP-Lob­by ganz offi­zi­ell beju­belt wer­den.

Also immer wei­ter und immer mehr ÖPPs? Auf unse­rem Bun­des­tref­fen in Leip­zig vor einem Monat kamen wir gemein­sam zu dem Schluss, dass wir uns nicht damit zufrie­den­ge­ben wol­len. Wenn es kei­ne Regie­rungs­wech­sel gibt, die eine Ände­rung die­ser Poli­tik mit sich brin­gen, müs­sen wir eben den Druck auf die Dau­er-Regie­rungs­par­tei­en so lan­ge erhö­hen, bis sie von ÖPP ablas­sen. Dazu haben wir ges­tern die neue Kam­pa­gne “Gemein­gü­ter unter demo­kra­ti­sche Kon­trol­le!” gestar­tet. Wir begin­nen mit einem Unter­schrif­ten­auf­ruf, in dem wir die künf­ti­ge Regie­rung auf­for­dern, kei­ne neu­en ÖPPs mehr ein­zu­ge­hen und bestehen­de Ver­trä­ge offen­zu­le­gen. Zeich­nen Sie doch den Auf­ruf mit!

Dass unse­re Arbeit die Regie­ren­den ner­vös macht, erle­ben wir gera­de in Ber­lin. Dort infor­mie­ren wir kon­ti­nu­ier­lich über die geplan­te Schul­pri­va­ti­sie­rung von Rot-Rot-Grün und sam­meln Unter­schrif­ten. Ein Schul­stadt­rat der SPD ver­lor nun die Fas­sung und schrieb unter offi­zi­el­lem Brief­kopf sei­nes Amtes an alle Schul­lei­te­rin­nen und Schul­lei­ter im Bezirk, unse­re Argu­men­te sei­en „unsäg­lich“.  Hof­fen wir, dass wir damit auf Stu­fe drei der fol­gen­den Ent­wick­lung ange­langt sind: “Zuerst igno­rie­ren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämp­fen sie dich und dann gewinnst du.”

Mit herz­li­chen Grü­ßen

Kat­rin Kusche und Carl Waß­muth
für das Gemein­gut-Team

PS: Das obi­ge Zitat stammt von Mahat­ma Gan­dhi und ist auch Wahl­spruch der Bewe­gungs­stif­tung, die uns zwei­mal je drei Jah­re geför­dert hat. Ein Dan­ke­schön heu­te dort­hin! Die­ses Jahr läuft die zwei­te För­de­rung aus, künf­tig sind wir ganz auf Spen­den ange­wie­sen. Wenn Sie unse­re Arbeit schät­zen: Unter­stüt­zen Sie uns finan­zi­ell – bezie­hungs­wei­se erhö­hen Sie Ihren Spen­den­bei­trag, wenn Sie uns bereits för­dern!

 

**********************************************************************************

PRES­SE­SCHAU (Aus­wahl!)

Titel Lunapark21-Extra-Heft PrivatiiserungIn Koope­ra­ti­on mit Lunapark21 hat Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand Anfang Febru­ar ein Extra­heft zum The­ma ÖPP her­aus­ge­ge­ben. Das Heft ent­hält Arti­kel von: Danie­la Dahn, Kai Eicker-Wolf, Tim Engart­ner, Tho­mas Fritz, Kat­rin Kusche, Jana Mat­tert, Eli­sa­beth Mey­er-Rensch­hau­sen, Mike Nag­ler, Ange­li­ka Paul, Ger­lin­de Scher­mer, Robert Schmitt Scheu­bel, Patrick Schrei­ner, Anne Schul­ze-Allen, Jür­gen Schutte, Her­bert Storn, Carl Waß­muth, Ulri­ke von Wie­sen­au, Win­fried Wolf. Das Heft kann kos­ten­los bei GiB bestellt wer­den unter info@gemeingut.org.

Zum The­ma Schul­bau­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin erschie­nen in den letz­ten vier Wochen u.a. fol­gen­de Bei­trä­ge:

21. Febru­ar. Susan­ne Vieth-Ent­us berich­tet im Tages­spie­gel zu den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen unter der Über­schrift „Ber­lins Bezir­ke sol­len künf­tig Schu­len mie­ten“. Die Jour­na­lis­tin beleuch­tet die Rol­le der Ber­li­ner Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Howo­ge beim Schul­bau. Die CDU krti­siert das Vor­ha­ben wegen „Kne­bel­ver­trä­gen“, die eine “bedin­gungs­lo­se Pri­va­ti­sie­rung von Schul­bau­ten” bedeu­ten wür­den.

21. Febru­ar. In der Ber­li­ner Zei­tung fasst Mar­tin Kles­mann die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen zusam­men. Der Bei­trag ist über­schrie­ben mit: „Ris­kan­te Ent­schei­dung: Howo­ge über­nimmt den Bau von Schu­len nun doch selbst“.

17. Febru­ar. WDR 5 bringt einen Mit­schnitt vom 14. Poli­ti­schen Ascher­mitt­woch (Ber­li­ner Tem­po­drom, 14. Febru­ar). Am Ende sei­nes Auf­tritts war Max Uthoff für die Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len“ (ab 01:44 min, Ach­tung, nur sie­ben Tage online nach­hör­bar.)

13. Febru­ar. Inter­view von Radio Dreyeck­land mit Carl Waß­muth von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand zur dro­hen­den Schul­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin. Link zum Inter­view (Län­ge: 20:47 min), Link zur Web­site des Radi­os.

5. Febru­ar. Wer­ner Rüge­mer bringt für die Aus­ga­be 01/2018 von ver.di-publik das Ber­li­ner Schul­pri­va­ti­sie­rungs­de­sas­ter auf den Punkt. Sein Bei­trag trägt den Titel: “Und noch eine Schul-GmbH”.

3. Febru­ar. „Pri­vat oder staat­lich? – Wie sol­len die Ber­li­ner Schu­len saniert wer­den?“, Radi­ode­bat­te am 3.2.2018  im Kul­tur­ra­dio rbb (17:04, Zeit­punkt, Län­ge: 56:49 min.). Es dis­ku­tie­ren: Klaus Fei­ler, Staats­se­kre­tär Senats­ver­wal­tung für Finan­zen, Doro­thea Här­lin, Gemein­gut in Bürgerinnenhand/Berliner Schul­tisch, Prof. Dr. Robert Knap­pe, Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Recht Ber­lin (HWR Ber­lin).

28. Janu­ar. „Pri­vat oder staat­lich? – Wie sol­len die Ber­li­ner Schu­len saniert wer­den?“, Sofie Czil­wik berich­tet, u.a. mit O-Tönen von Doro­thea Här­lin (Gemein­gut in Bür­ge­rIn­ne­hand), Finanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz-Ahnen und Buch­au­tor Patrick Schrei­ner. Sen­dung vom 28.1.2018  auf Kul­tur­ra­dio rbb (17:04, Zeit­punk­te, Län­ge: 6:31 Min.)

26. Febru­ar. Stim­men zur Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve zitiert Robert Kla­ges im Tages­spie­gel Leute/Lichtenberg.

26. Febru­ar. Län­der­re­port Deutsch­land­funk Kul­tur: „Sanie­rungs­stau an Ber­li­ner Schu­len. Es stinkt ein­fach aus den Roh­ren“ – ein Bei­trag von Clau­dia van Laak.

Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand ver­öf­fent­lich­te im Jahr 2018 bis­her fol­gen­de Pres­se­mel­dun­gen:

19. Febru­ar. „Kon­stan­tin Wecker und Lena Sto­ehr­fak­tor gegen Schul­pri­va­ti­sie­run­gen

8. Febru­ar. „Frisch aus­ge­packt: Lun­a­par­k21-Extra­heft zu ÖPP erschie­nen

7. Febru­ar. „Senats­ver­tre­ter bestä­tigt: Schu­len sol­len Mie­te an Howo­ge zah­len

1. Febru­ar. „Koali­ti­ons­ver­trag: CDU, CSU und SPD sol­len ÖPP stop­pen

31. Janu­ar. „Ber­li­ner Schul­tisch gegrün­det: direk­te Demo­kra­tie statt „Bei­ra­ti­tis“ der Schul­se­na­to­rin Schee­res

7. Janu­ar. „Finanz­se­na­tor Kol­latz-Ahnen bril­liert mit Unwis­sen und Fehl­schlüs­sen

3. Janu­ar. „Volks­in­itia­ti­ve gegen Schul­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin gestar­tet

 

Kommentar hinterlassen:

Hinterlasse dein Kommentar. Du kannst die Kommentare auch via RSS abonnieren.

Sei freundlich. Bleib beim Thema. Kein Spam.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.