GiB-Infobrief | Nächste Woche: Bahn und Gesundheitsversorgung verteidigen

Liebe Freundinnen und Freunde einer guten Daseinsvorsorge,

wir erleben gerade mehrere Krisen gleichzeitig, und die Regierung schlägt mit sogenannten Reformen um sich, die nichts anderes sind als alte Konzepte der Privatisierung, der Kommerzialisierung und des Spar- und Profitdrucks. Das ruiniert unsere Daseinsvorsorge immer mehr und lässt uns als Gesellschaft noch stärker auseinanderdriften. Die aktuelle Krankenhausreform und die anstehende Reform der gesetzlichen Krankenversicherung führen dazu, dass immer mehr Menschen von einer guten und wohnortnahen Gesundheitsversorgung abgehängt werden. Die seit dem Jahr 2020 laufende und inzwischen mehr als 20-mal verzögerte Ausschreibung und Vergabe von Teilen der S-Bahn in Berlin wird nicht nur immer teurer, sondern wird am Ende viele Verlierer haben: Beschäftigte, Bahnkund:innen und das Klima.

Zu diesen Themen organisieren wir in der kommenden Woche zwei Aktivitäten, zu denen wir Sie herzlich einladen:

Am Mittwoch, dem 10. Juni, findet die diesjährige Gesundheitsministerkonferenz in Hannover statt, und wir rufen zum Protest auf. Mit dem Slogan „Medizin für Menschen, nicht für Konzerne – Gemeinwohl statt Spar- und Profitdruck“ machen wir den Gesundheitsminister:innen deutlich, dass ihre Gesundheitsreformen falsch sind. Wir brauchen nicht noch mehr neoliberale Therapien, die die Versorgung seit Jahrzehnten ausdünnen und die Patient:innen in überfüllte Notaufnahmen schicken oder die Beschäftigten in den Burnout treiben. Mit einer Ortsschilder-Aktion zeigen wir, dass sich die Probleme überall gleichen: von Hamburg bis Breisach, von Düsseldorf bis Roding.
Kommen Sie zu unserer Aktion nach Hannover und übernehmen Sie ein Ortsschild bei der Aktion. Die Vorlagen für die Schilder finden Sie hier: https://www.gemeingut.org/wordpress/wp-content/uploads/2026/06/gib_kh_schilder_420x594_120526.pdf. Drucken Sie sich ein Schild von Ihrem Lieblingsort aus oder schreiben Sie uns, welches Schild Sie gern hätten. Wir treffen uns um 10 Uhr am Hauptbahnhof in Hannover am Ernst-August-Denkmal (Haupteingang/Ernst-August-Platz) und fahren dann gemeinsam zum Tagungshotel der GMK in der Hildesheimer Straße 380. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://www.gemeingut.org/aufruf-zum-protest-anlaesslich-der-gesundheitsministerinnenkonferenz-am-10-juni-2026-in-hannover/. Wir freuen uns, wenn sie sich bei uns kurz unter info@gemeingut.org anmelden. Damit wir viele sind, leiten Sie diese Einladung bitte in Ihrem Umfeld weiter.

Am Dienstag, dem 9. Juni, laden die Bündnisse Bahn für Alle und EINE S-Bahn für ALLE zur Podiumsdiskussion „Zukunftsbahn: Quo vadis S-Bahn Berlin und Brandenburg?“ in die Stadtwerkstatt in Berlin ein. Der Einlass beginnt um 17.45, die Diskussion um 18.30 Uhr. Die S-Bahn befördert in Berlin und Brandenburg jährlich insgesamt fast 500 Millionen Menschen auf einem Streckennetz von rund 340 Kilometern. Keine andere S-Bahn der Welt hat solch ein intelligentes System aus Kreuz und Ringbahn. Dieses kluge System ist in Gefahr. Schon für den nächsten Fahrplanwechsel sind generelle Verkehrseinschränkungen angekündigt, da es an Wagenmaterial fehlt.
Wir halten die S-Bahn angesichts von Klimawandel und notwendiger Verkehrswende für ein zentrales Mobilitätsangebot in Berlin und Brandenburg und wollen daher mit unseren Gästen auf dem Podium diskutieren, wie weiterer Schaden von der S-Bahn und ihren Kundinnen und Kunden abgewendet und ein zuverlässiges S-Bahn-System erzielt werden kann. Detaillierte Informationen zu Gästen und Anmeldung finden Sie hier: https://bahn-fuer-alle.de/podiumsdiskussion-zukunftsbahn-quo-vadis-s-bahn-berlin-und-brandenburg/.

Mit herzlichen Grüßen
für Gemeingut in BürgerInnenhand und das Bündnis Bahn für Alle

Laura Valentukeviciute und Katrin Kusche

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Gemeingut arbeitet fast vollständig spendenfinanziert. Mehr als 90 Prozent unserer Einnahmen verdanken wir Spenden und regelmäßigen Mitgliedsbeiträgen, die meisten davon unter 50 Euro. Die restlichen knapp zehn Prozent unserer Finanzierung stammen aus Förderungen, zum Beispiel von gemeinnützigen Stiftungen. So können wir politisch unabhängig agieren. Um unsere Arbeit langfristig finanzieren zu können, sind wir auf regelmäßige Spenden und Fördermitgliedschaften angewiesen.

Gemeingüter demokratisieren statt privatisieren! Wir setzen uns für die Gemeingüter ein. Unsere Daseinsvorsorge verfällt zunehmend – wir wollen, dass sie gestärkt und wiederaufgebaut wird. Deswegen engagieren wir uns in verschiedenen Kampagnen und Bündnissen gegen die Privatisierung und für die Demokratisierung öffentlicher Infrastrukturen und Einrichtungen.

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