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GiB-Info­brief: Direk­te Demo­kra­tie hilft gegen Pri­va­ti­sie­run­gen

20 Oktober 2018

Lie­be Freun­din­nen und Freun­de der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge,

am 7. Novem­ber bekommt die von uns initi­ier­te Volks­in­itia­ti­ve „Unse­re Schu­len“ Rede­recht im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus: In einer öffent­li­chen Anhö­rung müs­sen sich die Abge­ord­ne­ten im Haupt- und Bil­dungs­aus­schuss unse­rer Kri­tik stel­len. Natür­lich kön­nen die Par­la­men­ta­ri­er alles an sich abper­len las­sen und den Senat wei­ter gewäh­ren las­sen. Aber eine gewis­se Ner­vo­si­tät ist bei den Regie­rungs­par­tei­en in Ber­lin doch zu spü­ren: So haben sie vor zwei Wochen die Behand­lung von Fra­gen zur Schul­pri­va­ti­sie­rung auf Ter­mi­ne nach der Anhö­rung ver­scho­ben.

Wie ernst unse­re Argu­men­te genom­men wer­den, hängt maß­geb­lich davon ab, wie vie­le Men­schen zu der Anhö­rung kom­men. Sit­zen nur fünf­zehn Leu­te im Zuschau­er­raum, kann schnell zur Tages­ord­nung zurück­ge­kehrt wer­den. Kom­men aber hun­dert­fünf­zig oder zwei­hun­dert – an einem Mitt­woch, tags­über! –, dann wird ein „Wei­ter-So“ deut­lich schwe­rer fal­len. Sei­en Sie dabei, kom­men Sie zur Anhö­rung am 7. Novem­ber um 12:00 Uhr ins Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus! Die­ser Nach­mit­tag wird einer der wich­tigs­ten Ter­mi­ne wer­den in der Aus­ein­an­der­set­zung gegen die Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Zei­ten der soge­nann­ten Schul­den­brem­se.

Die Anhö­rung ist öffent­lich, jede und jeder darf hin­ge­hen, aus Ber­lin und auch von außer­halb. Aller­dings ver­sucht die Ver­wal­tung, inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger abzu­schre­cken: Es wären nicht genug Plät­ze da, wird behaup­tet. Wir kön­nen Ihnen ver­si­chern: Im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus gibt es Platz für über zwei­hun­dert Zuhö­ren­de! Man muss nur den rich­ti­gen Raum wäh­len. Durch eine gemein­sa­me Anmel­dung wol­len wir errei­chen, dass genü­gend Plät­ze für die Anhö­rung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Nut­zen Sie dazu unse­re Webse­te. Ein­zel­ne Inter­es­sen­ten kann die Ver­wal­tung abweh­ren mit dem Hin­weis auf feh­len­de Plät­ze. Mit einer Sam­mel­an­mel­dung kön­nen wir hin­ge­gen die Ver­le­gung in einen grö­ße­ren Raum ein­for­dern.

Schu­len sind wie die Bahn und ande­re Berei­che der Daseins­vor­so­ge zu wich­tig, um sie der Maxi­me der Gewin­ner­wirt­schaf­tung zu unter­wer­fen. Genau zu die­sem Schluss kam auch gera­de wie­der der Prä­si­dent des Bun­des­rech­nungs­hofs Kay Schel­ler. Schel­ler kri­ti­siert die Gewinn­ma­xi­mie­rung der Bahn als pri­vat­recht­li­cher Akti­en­ge­sell­schaft, die an die Stel­le ver­läss­li­cher Schie­nen­mo­bi­li­tät für die Bür­ger tritt. Den­noch soll jetzt wie­der ein pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­ten Unter­neh­men einen Daseins­vor­sor­ge­auf­trag bekom­men: Die Ber­li­ner Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Howo­ge GmbH soll für 33 Jah­re Ber­li­ner Schu­len über­tra­gen bekom­men. Alle bekann­ten Pro­ble­me dro­hen erneut: Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se, höhe­re Kos­ten für Gut­ach­ter und Kre­dit­zin­sen, schlecht nutz­ba­re Bil­lig­schul­bau­ten, die oben­drein wie beim BER viel zu spät fer­tig wer­den. Gewinn­ma­xi­mie­rung im Bereich der Schu­len? – Nein, Dan­ke!

Mit herz­li­chen Grü­ßen

Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te und Carl Waß­muth
für die Akti­ven von GiB

P.S.: Sie woh­nen zu weit weg von Ber­lin, um kom­men zu kön­nen? Dann schrei­ben Sie Ihren Ber­li­ner Freun­din­nen, Freun­den und Bekann­ten und bit­ten Sie sie, an Ihrer Stel­le hin­zu­ge­hen! Die Anhö­rung am 7. Novem­ber 2018 wird sicher ein ein­ma­li­ges Erleb­nis.

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PRES­SE­SCHAU (Aus­wahl!)

Zur Schul­bau­pri­va­ti­sie­rung in Ber­lin erschie­nen in den letz­ten sie­ben Wochen u. a. fol­gen­de Bei­trä­ge:

8. Okto­ber. Im Tages­spie­gel erschien der Bei­trag „Ost­kreuz: Ber­lin baut kei­ne Schu­le — um Geld für den Schul­bau zu bekom­men“. Schon der Titel weist auf eine absur­de Situa­ti­on hin: Der Ber­li­ner Senat will am Ost­kreuz angeb­lich eine Schu­le bau­en, ver­kauft das Grund­stück aber an die Inves­to­rIn­nen, die dort Woh­nun­gen und Geschäf­te hin­stel­len wol­len. Die Schu­le soll des­we­gen irgend­wo weit weg ent­ste­hen – wo es noch ein lan­des­ei­ge­nes Grund­stück gibt. Auch die jet­zi­gen Anwoh­ne­rIn­nen müs­sen umge­sie­delt wer­den – für neue Woh­nun­gen in einer höhe­ren Preis­klas­se und für eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on.

29. Sep­tem­ber. In der Zwei­wo­chen­schrift Ossietz­ky erschien der Bei­trag von Her­bert Storn „Pri­va­ti­sie­rungs­feh­ler nicht wie­der­ho­len!“. Dar­in setzt sich der Autor mit der Argu­men­ta­ti­on aus­ein­an­der, die auch die Lin­ke für den Schul­bau in Ber­lin über­nom­men hat: Die Schul­den­brem­se wird man nicht so schnell los, also lasst sie uns für not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen umge­hen. Her­bert Storn kom­men­tiert die­se Stra­te­gie wir folgt: „Es ist fatal, wenn durch die Ein­schät­zung, dass die­ser ideo­lo­gi­sche Kampf und auch der um ein alter­na­ti­ves Steu­er­kon­zept in abseh­ba­rer Zeit nicht gewon­nen wer­den kön­ne, »aus Not­wehr« das Hin­ter­tür­chen gewählt wird, das zu Schat­ten­haus­hal­ten mit über­teu­er­ten Kre­di­ten für die nächs­ten 30 Jah­re und einem Trans­pa­renz- und Demo­kra­tie­ab­bau führt.“

28. Sep­tem­ber. Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand reagiert in einer Pres­se­mit­tei­lung auf eine neue Vor­la­ge des Ber­li­ner Senats und kri­ti­siert, dass sechs Wochen vor der Anhö­rung der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” ver­sucht wird, Fak­ten zu schaf­fen. Focus online hat­te am 26.9. über die neue Vor­la­ge des Ber­li­ner Senats berich­tet. Danach wür­de die Howo­ge GmbH künf­tig gro­ße Sanie­rungs- und einen Teil der Neu­bau­maß­nah­men beim Inves­ti­ti­ons­pro­gramm zur Schul­bau­of­fen­si­ve über­neh­men. „Eine ent­spre­chen­de Vor­la­ge von Finanz­se­na­tor Dr. Mat­thi­as Kol­latz hat der Senat heu­te – nach Stel­lung­nah­me durch den Rat der Bür­ger­meis­ter – beschlos­sen”. Weni­ge Tage spä­ter ver­tagt der Haupt­aus­schuss des Abge­ord­ne­ten­hau­ses die Behand­lung der Senats­vor­la­ge – auf einen Ter­min nach der Anhö­rung der  der Volks­in­itia­ti­ve.

24. Sep­tem­ber.Umfra­ge zu Schu­len — Leh­rer kla­gen über Schim­mel und kaput­te Fens­ter” ist ein Bei­trag im Spie­gel online über­schrie­ben. Dar­in berich­tet Armin Him­mel­rath über die Ergeb­nis­se einer von der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) vor­ge­stell­ten Stu­die “Bil­dung. Wei­ter den­ken! lern­TRÄU­ME gestal­ten. Gebäu­de­qua­li­tät von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen”. Dafür hat­te die Gewerk­schaft mehr als 2700 Lehr­kräf­te zu den Unter­richts­ge­bäu­den und zur Aus­stat­tung mit digi­ta­len Gerä­ten befragt. Zu den wich­tigs­ten Ergeb­nis­sen schreibt der Spie­gel unter ande­rem: “Bes­se­re hygie­ni­sche Bedin­gun­gen an den Schu­len for­dern 70 Pro­zent der befrag­ten Lehr­kräf­te. Elf Pro­zent beklag­ten zudem unzu­rei­chen­de sani­tä­re Anla­gen, kaput­te Fens­ter, undich­te Dächer, Schim­mel- und Schad­stoff­be­las­tun­gen, alte Strom- und Was­ser­lei­tun­gen sowie reno­vie­rungs­be­dürf­ti­ge Böden und Wän­de. Als not­wen­di­ge Ver­bes­se­run­gen wur­den zudem zusätz­li­che Funk­ti­ons­räu­me genannt, zum Bei­spiel für Fach­un­ter­richt oder Eltern­ge­sprä­che sowie Rück­zugs­räu­me für Leh­rer und Schü­ler.”

12. Sep­tem­ber. Julia Boving berich­tet den Lese­rIn­nen des neu­en deu­sch­lands von der GiB-Pres­se­kon­fe­renz. Dort hat Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand die fünf Ver­trau­ens­per­so­nen der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” vor­ge­stellt, deren ers­te Erklä­rung gegen­über dem Abge­ord­ne­ten­haus erläu­tert sowie ein Mora­to­ri­um für alle Pri­va­ti­sie­rungs­plä­ne im Rah­men der Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve gefor­dert.  Außer­dem hat GiB noch­mals die Aus­schüs­se benannt, in denen die Volks­in­itia­ti­ve ange­hört wer­den möch­te (Arti­kel: “Schul­bau­kri­ti­ker lüf­ten Par­la­ment aus”).

10. Sep­tem­ber. David Böcking vom Spie­gel hat Lesens­wer­tes zum The­ma Inge­nieur­man­gel zusam­men­ge­tra­gen und geht auch auf den dua­len Aus­bil­dungs­gang für Bau­in­ge­nieu­re an der Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Recht in Ber­lin ein. Eine Gra­fik zeigt den gra­vie­ren­den Abbau von Stel­len im öffent­li­chen Dienst im Bereich Bauen/Planen im Ver­hält­nis zur sons­ti­gen Stel­len­en­t­wick­lung. Zita­te und Quel­len im Arti­kel bele­gen, dass es am Geld beim Bau nicht man­gelt, son­dern am Per­so­nal, das es ver­pla­nen und ver­bau­en kann. (Arti­kel: “Inge­nieur­man­gel im öffent­li­chen Dienst. Die Leu­te hau­en ab”).

Sep­tem­ber. In der Zeit­schrift Mie­te­recho beschreibt Ger­lin­de Scher­mer, Ver­trau­ens­per­son der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len”, im Bei­trag “Kein Pri­vat­recht in der Daseins­vor­so­ge” die man­geln­de Trans­pa­renz der Howo­ge. Befür­wor­te­rIn­nen der Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve beteu­ern, dass es kein Pro­blem sei, dass die Howo­ge ein pri­vat­recht­li­ches Unter­neh­men ist. Sie sei schließ­lich ein lan­des­ei­ge­nes Unter­neh­men und zwar zu 100 Pro­zent. Ver­schwie­gen wird aber, dass Unter­neh­men in Pri­vat­recht — ob lan­des­ei­ge­ne oder pri­va­te — vor dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz gleich sind und sich auf den Schutz der Betriebs- und Geschäfts­ge­heim­nis­se beru­fen kön­nen. Die Howo­ge GmbH kann so “zulas­ten der Bevöl­ke­rung und ohne öffent­li­che Kon­trol­le lang­fris­ti­ge Ver­trä­ge mit pri­va­ten Bau­kon­zer­nen abschlie­ßen. Und sind die Ver­trä­ge erst ein­mal unter­schrie­ben, dann darf die Ber­li­ner Bevöl­ke­rung nur eines: bezah­len.”

28. August. Jana Frie­ling­haus skiz­ziert in der jun­gen Welt den Ver­lauf der von der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung (RLS) am Vor­abend ver­an­stal­te­ten zwei­stün­di­gen Dis­kus­si­on um Schul­den­brem­se und ver­meint­li­che Pri­va­ti­sie­rungs­zwän­ge im Rah­men der Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve. Grund­la­ge der Dis­kus­si­on bil­de­te ein Ende Juli ver­öf­fent­lich­ten Posi­ti­ons­pa­piers eines Arbeits­krei­ses der RLS, das von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand scharf kri­ti­siert wird. Fri­ling­haus’ Arti­kel trägt die Über­schrift “Anders pri­va­ti­sie­ren mit links”.

August. Am 27. August star­te­te die Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve mit einer “sym­bo­li­schen Grund­stein­le­gung” für eine Schu­le in Mahls­dorf. Drei zustän­di­ge Sena­to­rIn­nen erschie­nen und mach­ten deut­lich: Die Kri­tik soll ver­stum­men, wir bau­en los. Nun deck­te Inge­borg Ditt­mann in der Zei­tung jot.w.d. aus Mahls­dorf (9/2018 — Aus­ga­be 265, nur Druck­aus­ga­be) im Bei­trag “Die ‘Lego-Schu­le’ aus Holz” auf, dass es an die­ser Stel­le in der Ver­gan­gen­heit für genau die­se Schu­le schon zwei­mal ein Start­schuss gege­ben wur­de. Am 17. Juli 2001 und am 21. Juli 2016 gab es jeweils einen ers­ten Spa­ten­stich. Und jetzt, nicht mal 17 Jah­re spä­ter, gibt es die Grund­stein­le­gung! In der PR-Show vom 27. August kün­dig­ten die Poli­ti­ke­rIn­nen an, die Schu­le für das Schul­jahr 2019/20 fer­tig­zu­stel­len.

27./28. August. Zahl­rei­che Medi­en berich­ten über die Gund­stein­le­gung für die neue Sekun­dar­schu­le in Mahls­dorf, die vom Senat als Start der Schul­bau­of­fen­si­ve bezeich­net wird, obwohl die Pla­nun­gen auf die rot-schwar­ze Vor­gän­ger­ko­ali­ti­on nach zähem Rin­gen der Mahls­dor­fer Bür­ge­rIn­nen mit Unter­stüt­zung des Mahls­dorfs CDU-Abge­ord­ne­ter Mario Cza­ja zurück­ge­hen. Der Neu­bau kos­tet ins­ge­samt 34,8 Mil­lio­nen Euro und bie­tet Platz für rund 550 Schü­ler. Das Gebäu­de setzt sich aus zahl­rei­chen con­tai­ner­ar­ti­gen Holz-Modu­len zusam­men, gan­ze Räu­me wer­den vor­ge­fer­tigt ange­lie­fert und ver­baut. Zum Schul­jahr 2019/20 soll der Unter­richt an der Schu­le begin­nen. Der Arti­kel “Ber­lin legt ers­ten Grund­stein der ‘Schul­bau­of­fen­si­ve’ ” geht auf Kri­tik am Howo­ge-Kon­zept ein, wobei die neue Sekun­dar­schu­le in Mahls­dorf nicht über die Howo­ge abge­wi­ckelt wird. rbb24 bringt in sei­nem Bei­trag auch einen O-Ton von Carl Waß­muth (GiB).

25. August. Im offe­nen Kanal Kai­sers­lau­tern sprach Geno­ve­va Bran­den­bur­ger in der Sen­dung Gesell­schafts­ba­ro­me­ter mit Ger­lin­de Scher­mer über die Pro­ble­me, die sich aus der in Ber­lin geplan­ten Pri­va­ti­sie­rung von Schul­bau, -sanie­rung, -grund­stü­cken und -gebäu­den im Zusam­men­hang mit dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz erge­ben. Hier geht es zum Video-Bei­trag “Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­set­ze! Was nun, was tun?”.

GiB ver­öf­fent­lich­te fol­gen­de Pres­se­mit­tei­lung und Bei­trä­ge zum The­ma Schul­pri­va­ti­sie­rung:

19. Okto­ber. Getarn­te Pri­va­ti­sie­rung

28. Sep­tem­ber. Rot-Rot-Grün beschließt klamm­heim­lich im Senat die Schul­pri­va­ti­sie­rung – obwohl die Anhö­rung der Volks­in­itia­ti­ve “Unse­re Schu­len” noch aus­steht

12. Sep­tem­ber. Next Libra­ry® Con­fe­rence Ber­lin 2018 — Biblio­the­ken auf dem Weg in die Bra­ve New World?

11. Sep­tem­ber. Schluss mit Bau- und Pla­nungs­stopp im Schul­bau! Volks­in­itia­ti­ve for­dert sofor­ti­ges Aus­set­zen aller Pri­va­ti­sie­rungs­ak­ti­vi­tä­ten des Senats

27. August. Ber­li­ner Schul­bau­of­fen­si­ve star­tet mit einem teu­ren Eti­ket­ten­schwin­del

 

Zu Pri­va­ti­sie­rung gene­rell war ins­be­son­de­re inter­es­sant:

18. Okto­ber. In der Ber­li­ner Zei­tung schil­dert Kai Schlie­ter im Bei­trag „Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung: Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um zahlt Mil­lio­nen an Bera­tungs­fir­men“ zwei ver­hee­ren­de Fol­gen der Pri­va­ti­sie­rung: den Abfluss von Know­how und von Steu­er­geld. Durch das Hin­zu­zie­hen von exter­nen Bera­tern ent­ste­hen über Jahr­zehn­te nicht nur enor­me Kos­ten. Es geht auch das Wis­sen in den Ver­wal­tun­gen ver­lo­ren. […] „Das ist eine Spi­ra­le, weil das Wis­sen in der Ver­wal­tung ver­lo­ren geht“, sagt Carl Waß­muth, der als wis­sen­schaft­li­cher Bei­rat für Attac tätig ist und sich als Vor­sit­zen­der des Ver­eins Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand mit ver­schie­de­nen For­men von Teil­pri­va­ti­sie­rung beschäf­tigt. „Die­se Bera­ter sind Die­ner vie­ler Her­ren und nie­mand kann sicher­stel­len, dass dies wirk­lich der öffent­li­chen Hand dient“.

9. Okto­ber. In der Zei­tung Der Teck­bo­te berich­tet Hei­ke Sie­ge­mund im Bei­trag “Öffent­li­ches Gut wird zur Ware” über eine Ver­an­stal­tung mit dem Titel „Aus­ver­kauf des Tafel­sil­bers: Was pas­siert bei der Pri­va­ti­sie­rung der Schu­len, Stra­ßen und ande­rer öffent­li­cher Auf­ga­ben?“, die in Kirch­heim unter Teck Ende Sep­tem­ber statt­ge­fun­den hat. Lau­ra Valen­tu­ke­vici­u­te von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand refe­rier­te über Pri­va­ti­sie­rungs­vor­ha­ben, die in Ber­lin und bun­des­weit unter dem Vor­wand der Schul­den­brem­se umge­setzt wer­den sol­len. Erfah­run­gen mit knap­pen öffent­li­chen Kas­sen und ÖPP-Vor­ha­ben hat­te man vor Ort aber auch: “ ‘2008 gab es in Kirch­heim eine gro­ße Dis­kus­si­on um das Hal­len­bad’. Wenn man ein neu­es Bad gebaut hät­te, dann nur über eine öffent­lich-pri­va­te Part­ner­schaft.” Schließ­lich ent­schied sich die Stadt gegen den teu­ren ÖPP-Neu­bau und für eine güns­ti­ge­re Sanie­rung in Eigen­re­gie.

6. Okto­ber. Hier der kom­plet­te Wort­lat des oben erwähn­ten Inter­views in der Mor­gen­post mit dem Prä­si­den­ten des Bun­des­rech­nungs­hofs Kay Schel­ler: „Chef des Rech­nungs­hofs will mehr Kon­trol­le über die Bahn“.

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