Aktueller Schwerpunkt: Gute Daseinsvorsorge schützt das Klima

AktivistInnen auf der FFF-Demo am 20.09.2019 in Berlin (c) Foto: Carl Waßmuth

Privatisierungen und ÖPPs sind auch aus Sicht des Klimaschutzes schädlich für das Gemeinwohl. Um klimaneutrale Gemeingüter zu bekommen, müssen wir sie demokratisch kontrollieren und steuern können. Exemplarisch fordern wir eine Verkehrswende statt Autowahn sowie mieterfreundliche Wohnungstausche statt noch mehr klimaschädlichen Beton.

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Wir bekamen viel positive Resonanz! Unser Banner wurde viele Dutzend Male fotografiert. Ausgehend von diesem Start wollen wir uns jetzt vor allem mit dem schädlichen Neubau auseinandersetzen.

Wir denken, Neubau löst das Wohnungsproblem nicht. Und Neubau schafft viele ökologische Probleme. Bauen hat weltweit einen CO2-Ausstoß in ähnlicher Größenordnung wie der Autoverkehr. Holzbau ist kein Ausweg. So viel (Bau)Holz gibt es auf diesem Planeten nicht, wie gerade angefragt wird. Bauen bleibt eine unglaublich dreckige und zerstörerische Angelegenheit. Ökologisches Bauen gibt es nicht, das ist ein Euphemismus für „ein klein wenig weniger schädliches Bauen“. Leider fordern immer noch viele Wohnungsneubau. Auch im neuen Aktionsbündnis „Wohnen ist Menschenrecht“ (gemeinnütziger Neubau, mehr Neubau für breite Schichten der Bevölkerung). Aber auch die Grünen, die Linken oder die Memorandum-Gruppe (100.000 Wohnungen pro Jahr) fordern Neubau.

Wie vor zwanzig Jahren leben auch heute etwas über achtzig Millionen Menschen in Deutschland. In dieser Zeit stieg die Zahl der Wohnungen von 35 auf 41 Millionen, also um 300.000 Wohnungen pro Jahr. In den zusätzlichen sechs Millionen Wohnungen ist Platz für 18 bis 20 Millionen Menschen. Dieser ganze zusätzliche Platz ist verpufft in einem höheren durschnittlichen Wohnflächenverbrauch.

Wir denken, dass es im Bereich bezahlbarer Wohnungen ein krasses Verteilungsproblem gibt. Die Knappheit ist gewollt und wird weiter erhalten werden, auch wenn weiter neu gebaut wird. Ein Aspekt der ungleichen Verteilung ist, dass es viel zu wenig kleine Wohnungen gibt: 2016 fehlten 11,6 Millionen Kleinwohnungen. Der Nachfragegruppe der Einpersonenhaushalte von insgesamt 16,8 Millionen Menschen stand nur ein Angebot von 5,2 Millionen Ein- bis Zweizimmerwohnungen gegenüber.

Wir fordern daher einen dichten Mietendeckel und die Förderung von Wohnungstausch. Niemand soll umziehen müssen, aber alle, die wollen, sollten die gleiche Quadratmetermiete geboten bekommen. Damit könnte Platz geschaffen werden für Hunderttausende, die derzeit keine günstige Wohnung finden.

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