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2:0 für Ber­li­ner Bür­ge­rIn­nen

26 Mai 2014

von Mar­kus Weber/ GiB

In Ber­lin gab es ges­tern par­al­lel zur Euro­pa­wahl zwei Abstim­mun­gen, in der sich der Wil­len der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gegen die Par­tei­e­po­li­tik durch­ge­setzt hat:

1:0: 100% Tem­pel­ho­fer Feld

100% Tempelhofer Feld - Logo der Bürgerinitiative

100% Tem­pel­ho­fer Feld — Logo der Bür­ger­initia­ti­ve

In einem Volks­ent­scheid bezüg­lich der Zukunft des Tem­pel­ho­fer Fel­des stimm­te jeweils eine Mehr­heit  für den Geset­zes­ent­wurf der Initia­ti­ve “100% Tem­pel­ho­fer Feld(64,3%) und gegen den Gesetz­ent­wurf des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses und die Bebau­ungs­plä­ne des SPD-CDU-geführ­ten Senats (51,2%). Die Wahl­be­tei­li­gung lag bei 46,1%. Der Geset­zes­ent­wurf wird damit Gesetz wer­den.

Damit wird das Gelän­de des ehe­ma­li­gen Flug­ha­fens Ber­lin-Tem­pel­hof wei­ter­hin als Gemein­gut, als Frei­zeit­flä­che zum Spa­zie­ren­ge­hen, Rad­fah­ren oder Gril­len für die Bür­ge­rIn­nen zur Ver­fü­gung ste­hen kön­nen, statt als Bau­land in die Hän­de pri­va­ter Inves­to­ren über­zu­ge­hen. Der Senat woll­te am Ran­de des Fel­des Wohn- und Gewer­be­ge­bäu­de errich­ten las­sen, sein Geset­zes­vor­ha­ben hät­te die Pri­va­ti­sie­rung aller geplan­ten Bau­ge­bie­te auf dem Tem­pel­ho­fer Feld ermög­licht. Und dabei war nur etwa die Hälf­te als Woh­nun­gen und von die­ser nur ein klei­ner Teil — und das auch nur auf kur­ze Zeit begrenzt — als Sozi­al­woh­nun­gen vor­ge­se­hen. Außer­dem wäre mit einer Rand­be­bau­ung wohl ein Ein­falls­tor für wei­te­re Bau­vor­ha­ben geschaf­fen wor­den. Der Senat hat in der Ver­gan­gen­heit bereits die Hälf­te der Ber­li­ner Lie­gen­schaf­ten, oft unter ihrem Wert, ver­kauft. Eine basis­de­mo­kra­ti­sche Initia­ti­ve hat sich nun gegen die­se intrans­pa­ren­te und als “the­re is no alter­na­ti­ve” ver­kauf­te Poli­tik des Ber­li­ner Sena­tes durch­ge­setzt.

Plakat zum Bürgerentscheid zum Erhalt der Kolonie Oeynhausen. Foto: Angelika Paul

Pla­kat zum Bür­ger­ent­scheid zum Erhalt
der Kolo­nie Oeyn­hau­sen. Foto: Ange­li­ka Paul

2:0: Erhalt der Kolo­nie Oeyn­hau­sen

Außer­dem haben bei einer wei­te­ren Abstim­mung, näm­lich der über die Klein­gar­ten­ko­lo­nie Oeyn­hau­sen in Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, über deren Hin­ter­grün­de wir im Vor­hin­ein berich­tet hat­ten, 77% für deren Erhalt  gestimmt. Zwar ist die­ser Bür­ger­ent­scheid, obwohl das nöti­ge Quo­rum erreicht wur­de, nicht bin­dend. Jedoch soll­te die Poli­tik ange­sichts die­ses ein­deu­ti­gen Ergeb­nis­ses den Wil­len der Bür­ger umset­zen und mit dem Gemein­gut Klein­gär­ten die Lebens­qua­li­tät in Ber­lin erhal­ten.


Wir gra­tu­lie­ren den Initia­ti­ven und allen betei­lig­ten Mit­strei­te­rIn­nen — und den Ber­li­ner Bür­ge­rIn­nen.

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