Wir waren auch auf der Spreeparade!

Wir alle gegen Privatisierung

Rede von Gerlinde Schermer:

Liebe BerlinerInnen und Berliner,

toll daß Ihr an diesem 3. Jahrestag zum gewonnenen Bürgerentscheid da seid.
Ca 2.000 sollen es sein, die hier heute gegen die Vermarktung aller unserer Lebensbereiche protestieren.
Ehrlich gesagt, beim nächsten Mal, müsst Ihr alle noch einen oder zwei mitbringen.
Denn wir müssen zeigen, wir werden keine Ruhe geben! Wir haben das Recht uns zu wehren!
Es geht um ein gutes Leben für uns.
Wir verlangen offenen Zugang zum Spreeufer für alle.
Die Politik des Liegenschaftsfonds muß geändert werden.
Nicht Vermarktung soll das Ziel sein – sondern wir – unsere Lebensqualität.
Wir fordern endlich mutige Schritte im Kampf gegen explodierende Mieten – von der Politik.
Das Handlungs – Koma gegen Mitwucher muß ein Ende haben!

Was haltet Ihr von den Aussagen in Zeitungen und von der Politik – Berlin habe vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten?
Habt Ihr das hohe Durchschnittseinkommen, von dem immer die Rede ist?

Habt Ihr am Monatsende Geld übrig?
Nein!
Berlin ist ja auch eine arme Stadt, in der viele mit wenig Einkommen, leben wollen – aber auch leben müssen.
Herr Bürgermeister, Frau Bausenatorin, das hat Gründe, die Ihr verschweigen wollt.
Wir kennen die Ursachen und benennen sie auch.
Kürzen, Sparen, Streichen beim öffentlichen Dienst, bei der BVG, bei der S-Bahn.

Überall wird am Lohn gespart! Kostensenkung nennt man das.
Ja. Alles geht auf unsere Kosten, besonders der Jugend.

Deutschland ist Exportweltmeiser durch Lohndumping – das Geld bekommen die Banken und Konzerne.

Sie eignen sich alles an.

Privatisiert wurde auch in Berlin alles, was wir zum Leben brauchen

Die Gasag,(GAS) Die BEWAG,(Energie) Die Wasserbetriebe – die Wohnungsbaugesellschaften
Die GSW mit 80.000 Wohnungen haben die Regierenden von LINKE und SPD an den Höllenhund Cerberus verkauft – eine Schande ist das.
Wir haben es satt, dass seit Sarrazin – seine Vergleichstabellen- ausgepackt hat, immer die gleichen – aber falschen Vergleichsparameter- gezogen werden.
Statt Warmmietkosten werden Kaltmieten verglichen.
Falsche Annahmen – auf Basis der Kaltmieten – verfälschen bewußt den Vergleich mit Großstädten wie Hamburg und München.
Der Senat will von seiner falschen Privatisierungspolitik ablenken, deshalb vergleicht er nur die Neottokaltmieten.
Damit vergleicht er Äppel mit Birnen – Was haltet Ihr davon ?
Nichts – ich verstehe!
Denn wir müssen natürlich Kaltmiete plus steigende Betriebskosten bezahlen – und die steigen ständig, für die Gewinne der Privaten.

Die Privatisierung von Gas, Wasser, Strom wurde angeblich gemacht, um die Jugend nicht mit Schulden zu belasten –in Wahrheit wachsen die Schulden durch diese Politik und die Gebühren steigen zusätzlich!
Die Banken und Reichen decken sich in Berlin mit Objekten ein – auch mit Wohnungen.
Sie flüchten wegen der Euro – Krise – in echte Werte – unsere Lebensgrundlagen.
Sie wollen Objekte mit Wertsteigerunsgpotential und die Berliner Regierung lädt die Geier zum einkaufen ein und feiert das als Erfolg!
Davon soll abgelenkt werden, wenn sie uns Honig um der Bart schmieren in welch toller Stadt wir leben – mit uns als buntes Zubehör!
Berlin verstehen heißt:
Entscheiden für uns sind die Bruttowarmmieten – die müssen wir bezahlen – von niedrigerem Einkommen, als in München und Hamburg! Erst Recht von Paris und London!
Da gibt es keine Leute mit weniger Geld mehr in der Innenstadt. Die wurden verdrängt!
Wir wollen nicht, dass es in Berlin auch so wird.
Deshalb sind wir hier!
Wir können auch schnell ganz viel mehr werden. Das kann passieren!

Das hat sich gezeigt beim Wasservolksbegehren –
666.000 Berliner haben dem Rot/Roten Senat die Rote Karte gezeigt.
Wir alle zusammen haben das Wasservolksbegehren gewonnen. Wart Ihr auch dabei?
666.000 Berliner haben für UNSER WASSER gestimmt – soll heißen:
Raus mit den privaten Konzerne RWE und Veolia- aus dem Wasser in Berlin.
Und was macht der Senat: Wirtschaftsenator Wolf verhandelt gerade mit RWE über den Rückkauf von 25% – ABER zu einem hohen Preis. Er selbst hat die Preistreiberei zugelassen, sogar befördert.
RWE und Veolia verdienen täglich an uns!
Seit der Privatisierung zahlen wir 35% mehr für,s Wasser- das geht in die Betriebskosten.
Wir wollen was anderes,
Wir vom Berliner Wassertisch wollen, dass die skandalösen Verträge angefochten werden.
Wir wollen nicht, dass den Konzernen nochmal unser Geld in den Rachen gestopft wird.
Wir wollen, daß der Senat tut, was die Bürger verlangen!
Fragt alle, die für’s Parlament kandidieren, und Eure Stimme haben wollen, ob sie zu einer Klage bereit sind!

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