DKG gibt den Widerstand gegen den Krankenhauskahlschlag auf

In der heutigen Jahresauftaktpressekonferenz kündigte die Deutsche Krankenhausgesellschaft an, den Forderungen nach Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft nachzukommen und in den nächsten Jahren mehrere hundert Krankenhäuser zu schließen. Das Bündnis Klinikrettung kritisiert das scharf:

Laura Valentukeviciute, Sprecherin von Gemeingut: 
„Nach Jahren des Widerstands gegen Klinikschließungen kündigt die Deutsche Krankenhausgesellschaft an, aufzugeben. Das ist verheerend, denn die Reform, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll, hilft den Menschen, die im Krankenhaussektor arbeiten oder dort versorgt werden, überhaupt nicht. Es werden lediglich die Verwertungs- und Gewinninteressen der privaten Konzernen bedient. Nicht gewinnträchtige Bereiche werden abgebaut, was Geld bringt, wird ausgebaut. Auf uns kommt eine sehr teurre, aber nicht bedarfsgerechte Versorgung zu.
Valentukeviciute weiter: Was die Regierung macht, ist postdemokratisch und zeigt wie weit politische Entscheidungen schon korrumpiert sind. Seit Jahrzehnten versucht die Regierung mit Reformen die Ausgaben zu sparen in dem man die Zahl der Krankenhäuser reduziert. Keine dieser Reformen hat dazu geführt,dass die Ausgaben gesunken wären. Wir brauchen bedarfgerechte Planung, Kostendeckung und ein Verbot von Gewinnen mit Krankenhäusern.“

Die DKG folgt auch dem Versprechen der Reform, Krankenhäuser in sektorenübergreifende Versorgungszentren (SüV) umzuwandeln. Auch das kritisiert das Bündnis Klinikrettung:
Carl Waßmuth, Sprecher von Gemeingut in BürgerInnenhand:
In den nächsten Jahren soll unsere Gesundheitsversorgung dramatisch umgestaltet werden. Hunderte von Kliniken werden geschlossen. Angeblich ersetzen an den Standorten Alternativen künftig die Krankenhäuser. Diese Erzählung ist unglaubwürdig. Denn einerseits sind die so genannte Sektorenübergreifenden Versorgungszentren (SÜV) größtenteils ambulant und für stationäre Versorgung unzureichend ausgestattet. Darüberhinaus werden sie in den allermeisten Fällen niemals eröffnet. Unsere aktuelle Untersuchung zeigt, dass in nur 16 von 86 Fällen nach einer Klinikschließung ein Ersatz mit ein paar Liegebetten erfolgte, obendrein nur tags und in der Woche erreichbar. In allen der untersuchten Fällen wurde die Notfallversorgung dauerhaft geschlossen.“

Hier sind die Ergebnisse der Untersuchung des Bündnis Klinikrettung visualisiert: „Weiterhin kein ausreichender Ersatz für die stationäre Versorgung“: https://www.gemeingut.org/wordpress/wp-content/uploads/2025/12/2025-12-17_Grafik_Ersatz_nach_KH-Schliessungen_2020-2024.pdf

SüV ist das neue Modewort für MVZ. Es gibt auch noch andere Kürzel wie zum Beispiel IGZ, in allen Fällen handelt es sich definitiv nicht um Krankenhäuser.

Die Zahl 16 ergibt sich aus den Zahlen rechts:
Kleine Klinik Grundversorgungsfach (Kurzliegebetten): 3 (3,5 %)
Gesundheitszentrum (MVZ mit zum Teil Kurzpflege, ambulanter OP): 8 (9,3 %)
MVZ Grundversorgungsfächer (zum Teil erweitert): 5 (5,8 %)

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