Wie verändert sich die Krankenhauslandschaft in Deutschland tatsächlich? Wo sinken Bettenzahlen, verschwinden Fachabteilungen oder verändert sich die Notfallversorgung? Welche Klinikstandorte sind von Teil- oder Komplettschließungen bedroht – und welche Krankenhäuser sind bereits verschwunden? Antworten auf diese Fragen gibt die interaktive Krankenhauskarte – zu finden unter klinikscanner.de
Besonders relevant: Es ist ein dynamisches Recherchewerkzeug, das nicht nur den aktuellen Stand der Krankenhausstandorte zeigt, sondern auch sichtbar macht, wie sich ein Krankenhaus und die gesamte Krankenhauslandschaft über die Jahre verändert haben.
Karte, Verzeichnis, Historie und Statistiken
Das Herzstück vom KlinikScanner ist die interaktive Karte. Nutzer:innen können die Krankenhauslandschaft deutschlandweit oder für einzelne Bundesländer betrachten und unter anderem nach Bedrohungslage und Notfallversorgung unterscheiden.
Daneben bietet der KlinikScanner ein vollständiges Klinikverzeichnis sowie Detailseiten zu den einzelnen Standorten. Die Angaben zu den vorherigen Jahresständen ermöglichen es, die heutige Situation mit früheren Jahren zu vergleichen. Statistische Auswertungen sollen zusätzlich verdeutlichen, wie sich Anzahl und Struktur der Krankenhausstandorte verändern.
Selektierte Daten und Auswertungen können unter anderem als Excel- oder PDF-Datei exportiert werden. Auch Kartenansichten können für die weitere Verwendung ausgegeben werden.
Entwicklungen über mehrere Jahre nachvollziehbar
Grundlage des KlinikScanners sind die offiziellen Krankenhausverzeichnisse des Statistischen Bundesamtes ab dem Jahr 2020. Die unterschiedlichen Jahresstände wurden in einer gemeinsamen Datenstruktur zusammengeführt. Jedes Krankenhaus erhält dabei eine dauerhafte Identität, so dass seine Entwicklung über mehrere Jahre nachvollzogen werden kann. Dadurch können beispielsweise Veränderungen der Bettenzahlen, Fachabteilungen und Notfallversorgung sichtbar gemacht werden. Auch Trägerwechsel und weitere strukturelle Veränderungen eines Standortes lassen sich über die Jahre hinweg nachvollziehen.
Besonders wichtig ist dabei die historische Perspektive: Ist ein Krankenhaus in einem späteren offiziellen Krankenhausverzeichnis nicht mehr enthalten, verschwindet es im KlinikScanner nicht einfach von der Karte. Sein Wegfall wird selbst zu einer dokumentierten Veränderung.
Amtliche Daten treffen auf nahezu aktuelle Entwicklungen
Die amtlichen Jahresstände werden durch eigene Recherchen ergänzt. Denn zwischen zwei offiziellen Krankenhausverzeichnissen können Monate liegen, während vor Ort bereits über Schließungen diskutiert, Fachabteilungen aufgegeben oder Entscheidungen wieder zurückgenommen werden. Der KlinikScanner dokumentiert deshalb zusätzlich Bedrohungen, geplante Schließungen, Teilschließungen und bereits vollzogene Schließungen. Amtliche Daten und eigene Recherchen werden miteinander verknüpft, bleiben dabei aber in ihrer Herkunft unterscheidbar.
Eine Gruppe von Aktiven der Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“, der Initiative Klinik Retten und vom Bündnis Klinikrettung kümmert sich um die laufenden Aktualisierungen. Dabei ist die Gruppe auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Bürgerinitiativen, Krankenhausbeschäftigte, Kommunalpolitiker:innen und andere Menschen vor Ort können über die Funktion „Änderung melden“ direkt Hinweise zu einem Krankenhaus übermitteln und so helfen, die Karte aktuell zu halten.
Der KlinikScanner ist eine Hilfestellung für alle, die sich für den Erhalt der flächendeckenden Krankenhausversorgung einsetzen. Vor allem Bürgerinitiativen und Klinikrettungsorganisationen, Krankenhausgesellschaften, Beschäftigte, Kommunal- und Gesundheitspolitiker:innen sowie Journalist:innen sollen damit Entwicklungen recherchieren und eigenes Informationsmaterial erstellen können.