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Liebe Freundinnen und Freunde der öffentlichen Daseinsvorsorge, wir brauchen Ihre Unterstützung! Eine große soziale Infrastruktur droht durch Ränkespiel unwiederbringlich zerstört zu werden. Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin bot einmal 4,5 Millionen Menschen pro Jahr Platz für vielfältige Freizeitgestaltung. Das Ensemble ist architektonisch einmalig und wird mit dem Centre Pompidou in Paris verglichen. Berlin hat das SEZ nach der Wende vernachlässigt, dann für einen Euro verkauft. Der neue Eigentümer eröffnete aber das vertraglich zugesagte Schwimmbad nie. Auf Druck der Bevölkerung erstritt sich Berlin das SEZ vor Gericht zurück – nur um nun schlussendlich auch nichts als Abrisspläne zu präsentieren. Gemeingut gehörte zu den Ersten, die dagegen protestierten und Unterschriften gegen den Abriss sammelten. Nach einer Kundgebung von Gemeingut gründete sich die Bürgerinitiative „SEZ für alle!“, die seither unglaublich viele phantasievolle Aktionen auf die Beine gestellt hat. Gemeinsam erstritten wir eine öffentliche Anhörung im Abgeordnetenhaus und übergaben weitere Unterschriften. Gemeingut legte ein Betriebskonzept mit vollständigem Erhalt des SEZ vor und organisierte bis heute sieben Runde Tische zum SEZ. Weil all das nicht half, erwirkten wir mit den NaturFreunden Berlin auf juristischem Weg Anfang März einen Abriss-Stopp bis Ende September. Und politisch konnten wir SPD-Vertretern die vage Zusage abringen, vor den Wahlen keine irreversiblen Fakten zu schaffen. Nun haben wir erfahren, dass doch der Antrag eingereicht wurde, den Abriss-Stopp vorzeitig aufzuheben! So wie es aussieht, geht der Abriss schon nächste Woche los. Offenbar sollen vor der Wahl am 20. September doch Fakten geschaffen werden, die einen Erhalt des Gebäudes unmöglich machen. Die zentrale große Schwimmhalle soll als erste zerstört werden, der Vorplatz vor dem Schwimmbad wurde letzte Woche schon für den Schwerverkehr vorbereitet. Schreiben Sie noch heute an den Spitzenkandidaten der SPD, Steffen Krach. Unten finden Sie seine Kontaktdaten und Zitate aus verschiedenen Versprechen, die Sie verwenden können. Nur ein Abrissmoratorium, das vom zuständigen Senator Christian Gaebler (SPD) offiziell ausgesprochen wird, kann jetzt verhindern, dass die mit dem Abriss beauftragte Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) Fakten schafft. Warum Berlin, warum das SEZ? Wir setzen uns bundesweit für den Erhalt und Ausbau der Gemeingüter ein. Uns geht es um gute Daseinsvorsorge, aber auch um Ressourcen- und Klimaschutz, um klugen Einsatz von Steuergeldern. Das SEZ war eine herausragende Einrichtung der Daseinsvorsorge und kann es wieder sein. Beim SEZ sehen wir wie unter einem Brennglas, wie die Interessen von Bauindustrie und Spekulanten gegen das öffentliche Interesse arbeiten – und wie sie dafür Politiker einzuspannen verstehen. Bausenator Christian Gaebler (SPD) wurde in all den Monaten des Protests nicht müde, vor jeder Kamera vorzutragen, dass die Zeit der Diskussion vorbei sei. In Wirklichkeit hat es eine Debatte zum Erhalt des SEZ nie gegeben. Der Bebauungsplan wurde vor rund zehn Jahren geändert, um die Abriss- und Baupläne des damaligen Investors zu durchkreuzen. Der Bebauungsplan zwingt auch heute niemanden zum Abriss, der Bestand kann ausdrücklich weiter genutzt werden. Mit der Wiederinbesitznahme des Grundstücks durch das Land Berlin hätten endlich umfassend Ideen zur Entwicklung des Areals diskutiert werden können. Wir fordern seit zweieinhalb Jahren eine ergebnisoffene Debatte, bei der alle Optionen, also auch der vollständige Erhalt und die Wiederinbetriebnahme des SEZ, geprüft werden. In Berlin wird in fünf Wochen gewählt. Die aktuelle Koalition aus CDU und SPD erhält nach derzeitigen Umfragen nur noch 31 Prozent der Stimmen. Die SPD, deren Senator den SEZ-Abriss noch in letzter Minute durchdrücken will, liegt unter den angetretenen Parteien auf Platz fünf. Linke und Grüne setzen sich für einen Erhalt des SEZ ein und kommen zusammen auf 34 Prozent. Wie auch immer die Wahl ausgeht: Es ist respektlos gegenüber der Bevölkerung und kein gutes Zeichen für den Zustand unserer Demokratie, vor dem Hintergrund veränderter Mehrheiten den bestehenden Abriss-Stopp noch schnell zu kippen. Über die Zukunft des SEZ muss der neue Senat entscheiden, gemeinsam mit den Menschen, die sich seit Jahren für das Bauwerk engagieren. Andernfalls wäre der Schaden für das demokratische Miteinander immens. Helfen Sie mit, unser Anliegen Steffen Krach und der SPD durch eine möglichst großen E-Mail-Flut zu verdeutlichen. Herzlich grüßen Katrin Kusche und Carl Waßmuth Adressen: Aussagen der SPD zum SEZ: E-Mail von Jenny Lehmann, Mitarbeiterin von Steffen Krach, 07.08.2026: Schreiben an Steffen Krach: steffen.krach@spd.de Aus der Aufzeichnung der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 22.06.2026: zum SEZ ab 28:00 bis 1:42:25, https://www.youtube.com/watch?v=GIJcDBq0Q1U Mathias Schulz, SPD-Sprecher für Stadtentwicklung, sagte dort sinngemäß, der Bebauungsplan wurde 2018 von Rot-Rot-Grün verabschiedet. Dabei wurde vereinbart, wenn der Bebauungsplan in Realisierung geht, soll auch der Teilerhalt geprüft werden. Genau das war aber später leider nicht Teil der Machbarkeitsstudie von 2025. Er wünscht sich wirtschaftlich vertretbare Lösungen für die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und für das Land Berlin für einen Erhalt oder Teilerhalt. Wünschenswert wäre auch eine städtebaulich vertretbare Variante, die die Identität des Areals wahrt. Er kann sich auch ein städtebauliches Konzept für einen Teilrückbau vorstellen, Generell würde er über Rückbau erst entscheiden, wenn städtebauliches Konzept für das SEZ-Areal vorliegt. Schreiben an Mathias Schulz: mathias.schulz@spd.parlament-berlin.de Matthias Kollatz, SPD-Sprecher für Denkmalschutz meinte rückblickend, dass bei Aufstellung des Bebauungsplans zugesagt worden war, dass bei Änderung der Besitzverhältnisse noch einmal über die Gestaltung des Areals nachgedacht werde. Schreiben an Matthias Kollatz: matthias.kollatz@spd.parlament-berlin.de Bausenator Christian Gaebler, SPD, sicherte zu, dass ein Teilerhalt zentraler Gebäudeteile des SEZ mit stadtbildprägender Funktion geprüft werde. Er wies darauf hin, dass die WBM eine Wohnungsbaugesellschaft sei, die den Auftrag vom Senat habe, Wohnungen zu bauen. Das würde sie sie so lange machen, bis sie per Gesellschafterweisung gesagt bekommt, sie soll es sein lassen. Die WBM bereite das vor, wofür sie einen Auftrag bekommen habe. Gaebler räumte ein, wenn sich ergeben würde, dass der Wohnungsbau auf dem SEZ-Areal sich als unwirtschaftlich erweist, könne die WBM das Grundstück Berlin zurückgeben gegen Erstattung aller Planungskosten. Gaebler sagte weiter, auch bei einem Teilerhalt wäre ein Abriss an Seiten (des Gebäudeensembles?) erforderlich. Die Abrissausschreibung laufe gemäß Gaebler weiter, eine Vergabe müsse erfolgen. Thomas Giebel, SPD-Direktkandidat in Friedrichshain-West, forderte öffentlich, dass vor der Wahl keine Maßnahmen mehr stattfinden, die die Zukunft des SEZ endgültig vorentscheiden und die nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten. Nach der Wahl müsse die Zukunft des SEZ noch einmal offen auf den Tisch. Schreiben an Thomas Giebel: thomas.giebel@spdfraktion-xhain.de Hier ein aktueller Beitrag der Berliner Zeitung: SEZ Berlin: Warum der Abriss des DDR-Baus verhindert werden sollte Vormerken: Finanziell unterstützen
Gemeingut arbeitet fast vollständig spendenfinanziert. Mehr als 90 Prozent unserer Einnahmen verdanken wir Spenden und regelmäßigen Mitgliedsbeiträgen, die meisten davon unter 50 Euro. Die restlichen knapp zehn Prozent unserer Finanzierung stammen aus Förderungen, zum Beispiel von gemeinnützigen Stiftungen. So können wir politisch unabhängig agieren. Um unsere Arbeit langfristig finanzieren zu können, sind wir auf regelmäßige Spenden und Fördermitgliedschaften angewiesen.
Gemeingüter demokratisieren statt privatisieren! Wir setzen uns für die Gemeingüter ein. Unsere Daseinsvorsorge verfällt zunehmend – wir wollen, dass sie gestärkt und wiederaufgebaut wird. Deswegen engagieren wir uns in verschiedenen Kampagnen und Bündnissen gegen die Privatisierung und für die Demokratisierung öffentlicher Infrastrukturen und Einrichtungen. |