Betriebskonzept SEZ 2030: Der Bedarf ist da und der Betrieb wäre wirtschaftlich

Betriebskonzept SEZ 2030
Zusammenfassung

Das Berliner Sport- und Erholungszentrum (SEZ) wurde 1981 eröffnet und bot Platz nicht nur fürs Schwimmen, Baden und Eislaufen, sondern für über 50 verschiedene Sportarten. Darüber hinaus gab es etliche Freizeit- und Dienstleistungsangebote. Mehr als 30 Millionen Gäste, darunter über die Hälfte Kinder, haben sich dort bewegt, erholt, ausgetobt. Seit 2002 bis 2024 war das SEZ nur noch eingeschränkt in Betrieb, aber es wurde weiterhin beheizt und erhalten.

Im Jahr 2024 hat der Berliner Senat die letzten Zwischennutzungsprojekte gekündigt und anschließend angefangen, Teile des SEZ mutwillig zerstören zu lassen. Es sollte der Eindruck entstehen, das SEZ – das gerade noch in Betrieb war! – sei eine Ruine, die Wiederherstellung wäre nicht bezahlbar. Der Senat wurde auch nicht müde zu behaupten, es gäbe keinen Bedarf für einen solchen Ort. Dass es sehr wohl Bedarf und auch ein großes Interesse an der Wiedereröffnung und Betrieb vom SEZ gibt, und dass das auch bezahlbar und sogar rentabel wäre, bezeugt das Betriebskonzept SEZ 2030 von Gemeingut in BürgerInnenhand.

Vorausgeschickt wird, dass es schneller geht und günstiger ist, ein bestehendes Bad zu sanieren, als ein neues zu planen und zu bauen. Dabei werden Schätzungen zu verschiedenen Sanierungsvarianten angestellt. Es folgen Betrachtungen zu den Kosten des Betriebs, sobald die Sanierung abgeschlossen ist.

Im Betriebskonzept wird eingangs berechnet und dargestellt, dass Berlin im Vergleich mit anderen Städten ein enormes Defizit an Schwimmbädern aufweist. Bundesweit gibt es sieben Schwimmbäder pro 100.000 Einwohner:innen, während in Berlin gerade einmal zwei pro 100.000 Einwohner:innen zur Verfügung stehen. Der Stadtteil Friedrichshain hat seit 2018 gar kein Schwimmbad mehr. Ein Vergleich mit 25 deutschen Großstädten, die weniger Einwohner als Friedrichshain haben (ca. 140.000 Einwohner:innen), zeigt, dass es dort im Durchschnitt 4,3 Schwimmbäder gibt.

Das Betriebskonzept beinhaltet im Weiteren eine kurze Marktanalyse zu Erlebnisbädern und Thermen, die im Umland (bis zu 100 km von Berlin entfernt) zahlreiche Besucher:innen aus Berlin anziehen. Die meisten dieser Einrichtungen werden privat betrieben und bekommen keine staatlichen Zuschüsse. Die Tatsache, dass diese Betriebe sich wirtschaftlich tragen können, widerlegt die Behauptung des Senats, ein Erlebnisbad wäre in Berlin nicht wirtschaftlich zu betreiben. Da Gemeingut in BürgerInnenhand einen gemeinnützigen Betrieb von SEZ fordert, geht es im Konzept davon aus, dass als Rechtsform vorrangig die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR, wie bei der BVG, den Berliner Wasserbetrieben oder den Berliner Bäder-Betrieben) oder die gemeinnützige GmbH (gGmbH, privatrechtlich) in Frage kommt. Neben der öffentlichen Förderung, die auch anderen öffentlichen Bädern in Berlin zur Verfügung gestellt wird, wird im Konzept die Zusammenarbeit mit bzw. die Miteigentümerschaft anderer öffentlicher Betriebe vorgeschlagen, so z.B. der Berliner Wasserbetriebe, der Berliner Stadtwerke oder einer gesetzlichen Krankenkasse.

In der Studie werden die möglichen Einnahmen und erwarteten Ausgaben ermittelt. Dabei wird nicht nur die Nutzung des Bades, sondern auch zahlreicher anderer Räume einbezogen. Das SEZ ist ein Multifunktionsbau, neben der sportlichen Nutzung sind dort auch Gesundheitseinrichtungen, Gastronomie und Events möglich. Die wichtigsten Ausgabenposten umfassen das Personal im Schwimmbad, bei diversen Sportflächen, in der Verwaltung und im Management. Dazu kommen Verwaltungsausgaben (wie Marketing, Versicherungen u.ä.) und die Anmietung von Büros. Ein weiterer großer Posten umfasst den baulichen Unterhalt – der zukünftig wieder regelmäßig erfolgen sollte! – , zuzüglich der verbrauchsabhängigen Kosten für Strom, Wasser, Abwasser und Wärmeenergie. Folgende Einnahmen und Kosten würde in einem Regeljahr für ein saniertes SEZ im Vollbetrieb entstehen:

Einnahmen

18,97 Mio. Euro

Kosten

17,27 Mio. Euro

Ertrag

1,71 Mio. Euro

Damit ist der Nachweis der Möglichkeit eines wirtschaftlichen Betriebs des SEZ erbracht.

Ausführliche Fassung Betriebskonzept SEZ 2030 als PDF vom 20.02.2026

Die Berliner Zeitung berichtete hier darüber: SEZ in Friedrichshain: Menschenkette gegen Abriss – neues Konzept soll Wirtschaftlichkeit beweisen (Bezahlschranke)

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