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Pri­va­ti­sie­rungs­stu­die

In einer Stu­die im Auf­trag der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und der Gewerk­schaft ver.di hat Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) Ent­wick­lun­gen zu Pri­va­ti­sie­run­gen im Bereich der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land unter­sucht:


 

Privatisierungsstudie_2016_TitelblattAktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei der Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land

mit beson­de­rem Fokus auf Bun­des­fern­stra­ßen

Kat­ja Thie­le, Carl Waß­muth | Ber­lin | Febru­ar 2016

Stu­die im Auf­trag der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di

112 Sei­ten, 13 Abbil­dun­gen, 12 Tabel­len


 

Ein Schwer­punkt lag dabei im Bun­des­fern­stra­ßen­bau. Mit der Stu­die konn­te auf­ge­zeigt wer­den, dass das von der Fratz­scher-Kom­mis­si­on vor­ge­schla­ge­ne Pro­jekt Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft zeit­lich bereits deut­lich vor der Vor­stel­lung des Fratz­scher-Berichts durch Regie­rungs­han­deln vor­be­rei­tet wur­de und wei­ter­hin in flan­kie­ren­den Geset­zen beglei­tet wird. Es wird deut­lich, dass die Bun­des­re­gie­rung weit mehr als eine Ver­wal­tungs­re­form anstrebt. Das Vor­ha­ben ist ein­ge­bet­tet in eine Rei­he von Geset­zen, die das eigent­li­che Ziel stüt­zen sol­len, pri­va­tem Kapi­tal den Zugang zu öffent­li­chen Infra­struk­tu­ren und den dar­an gekop­pel­ten Steu­er- und Gebüh­ren­gel­dern zu ver­schaf­fen.

Das Vor­ha­ben Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft steht zudem im Zusam­men­hang mit lau­fen­den und geplan­ten Öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schaf­ten (ÖPP). ÖPPs sind der­zeit schon eine Form von Pri­vat­ka­pi­tal auf Pro­jekt­ebe­ne. Mit einem zen­tra­li­sier­ten und im Pri­vat­recht ange­sie­del­ten Unter­neh­men des Bun­des wie einer Fern­stra­ßen­ge­sell­schaft oder auch einer »Kapi­tal­sam­mel­stel­le für Fern­stra­ßen« könn­te ÖPP insti­tu­tio­na­li­siert wer­den. Ins­ge­samt geht es um die Pri­va­ti­sie­rung von Auf­trags­vo­lu­mi­na in der Grö­ßen­ord­nung von 150 bis 300 Mrd. Euro. Die Gesell­schaft des Bun­des wür­de dabei die Rah­men­struk­tur bil­den, ÖPP und aus­ge­ge­be­ne Anlei­hen die Anla­ge­form. Dar­über hin­aus bestün­de spä­ter die Mög­lich­keit, die Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft oder Kapi­tal­sam­mel­stel­le selbst zu (teil-)privatisieren.

Das Pro­jekt „zen­tra­le Gesell­schaft des Bun­des“ beinhal­tet somit vor­aus­sicht­lich die Umfor­mung und Zen­tra­li­sie­rung des Ver­kehrs­sek­tors. Fol­ge wären eine Umge­hung der Schul­den­brem­se und der euro­päi­schen Schul­den­re­geln und somit Schat­ten­haus­hal­te. Fol­ge wäre auch, dass die­ses Schul­den­ver­ste­cken gegen­über der bis­he­ri­gen Vor­ge­hens­wei­se deut­lich höhe­re Kos­ten für die Steu­er- und (Maut-)Gebührenzahlenden mit sich brin­gen wür­de. Betrof­fen wäre auch die Umwelt: All­ge­mein aner­kann­te Zie­le wie die Reduk­ti­on gesund­heits- und kli­ma­schäd­li­cher Emis­sio­nen wür­den kon­ter­ka­riert. Und nicht zuletzt wür­den zehn­tau­sen­de öffent­li­che Stel­len bedroht.

Hier die Stu­die zum Down­load:  Aktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei der Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge in Deutsch­land

 

Aus dem Inhalt:

Ein­füh­rung

1 Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge – aktu­el­le Ent­wick­lun­gen

1.1 Über­sicht über die Ent­wick­lun­gen

1.2 Fokus Bun­des­fern­stra­ßen

1.3 Ent­wick­lun­gen 2015 mit unmit­tel­ba­rem Bezug zu Pri­va­ti­sie­rung

1.4 Ent­wick­lun­gen 2015 mit mit­tel­ba­rem Bezug zu Pri­va­ti­sie­rung

1.5 Ver­net­zung der Ent­wick­lun­gen

2 Die Fratz­scher-Kom­mis­si­on

2.1 All­ge­mei­nes

2.2 Das Votum der Gewerk­schaf­ten

2.3 Ver­kehr

2.4 Kom­mu­nen

2.5 Steu­er­po­li­ti­sche Vor­schlä­ge

3 Die neue ÖPP-Initia­ti­ve

3.1 All­ge­mei­nes

3.2 Dis­kus­si­on der Initia­ti­ve

3.3 Posi­tio­nie­rung der Akteu­re

3.4 Schnel­le­re Fer­tig­stel­lung, Stau und Auto­bahn­neu­bau

3.5 Gemein­sa­mer Bericht von Bun­des­rech­nungs­hof und Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um zu ÖPP

4 Die Bode­wig-II-Kom­mis­si­on

4.1 Der Zwi­schen­be­richt

4.2 Der Sze­na­ri­en-Bericht

4.3 Der Pro­zess­op­ti­mie­rungs­be­richt

4.4 Das Posi­ti­ons­pa­pier des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums

4.5 Bewer­tung der Posi­ti­ons­pa­pie­re von Bund und Län­dern

5 Schluss­fol­ge­run­gen

5.1 Die Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft als Teil einer gro­ßen Pri­va­ti­sie­rungs­po­li­tik

5.2 Inein­an­der­grei­fen von ÖPP und Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft

5.3 Das Sze­na­rio 2 der Bode­wig-II-Kom­mis­si­on

5.4 Unum­kehr­bar­kei­ten

Fazit

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